Saftige Puderzuckerglasur selbst machen: Rezepte, Konsistenzen und Tipps

Zuckerguss lässt sich mit wenigen Zutaten schnell zubereiten und verleiht Kuchen, Muffins, Plätzchen und anderem Gebäck den letzten Schliff. Puderzuckerguss kannst du pur verwenden oder nach Belieben einfärben; zum Verzieren von Plätzchen empfehlen wir dir die Zubereitung mit Eischnee.

Das einfache Grundrezept für Puderzuckerglasur

Die wohl bekannteste Version ist der traditionelle Zuckerguss: Sie brauchen lediglich 250 g gesiebten Puderzucker und 4 Esslöffel Wasser. Je nachdem, wie dick die leckere Glasur werden soll, können Sie die Mengenverhältnisse variieren. Für dünnen Zuckerguss nehmen Sie einfach nur 125 g Puderzucker und 3 Esslöffel Flüssigkeit, für dicke Schichten 3 Esslöffel auf 250 g Zucker.

Zubereitung (Grundrezept)

  1. Den Puderzucker sieben.
  2. Das Wasser nach und nach mit einem Schneebesen einrühren.
  3. Beides so lange kräftig verrühren, bis eine glatte und geschmeidige Masse entsteht.
  4. Je flüssiger der Guss sein soll, desto mehr Wasser musst du hinzufügen.

Die Menge reicht für mindestens 12 Muffins, einen Kuchen oder reichlich Plätzchen. Die genannten Mengen reichen etwa für einen Blechkuchen, 12 Muffins oder sehr grob 80 Plätzchen.

Schüssel mit gesiebtem Puderzucker und Messlöffeln

Varianten: Aromen und Flüssigkeiten

Um der Puderzuckerglasur noch etwas mehr Aroma zu verleihen, kannst du andere Flüssigkeiten wie Zitronensaft, Orangen- oder Ananassaft, Kaffee oder Milch verwenden. Für den Saft könnt ihr entweder fertiges Konzentrat aus dem Supermarkt nutzen oder - was natürlich viel leckerer schmeckt - eine frische Zitrone selbst auspressen.

Milch sorgt für schneeweißen Guss, Zitronensaft für fruchtige Note. Tipp: Wenn euer Guss nicht allzu zitronig und sauer werden soll, könnt ihr auch einen Teil des Zitronensafts einfach mit Wasser ersetzen. Wenn ihr euren Zuckerguss mit Zitronensaft angerührt habt, kann euer Zuckerguss jedoch auch schnell einen gelblichen Touch bekommen. Auch hier kann aber mit mehr Puderzucker entgegengesteuert werden.

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Besondere Rezepte

  • Zuckerguss mit Zitrone: Einen Teil des Wassers mit Zitronensaft ersetzen, frischen Zitronensaft am besten durch ein feines Sieb geben.
  • Zuckerguss mit Eiweiß (Royal Icing): Puderzucker nach und nach auf das Eiweiß sieben und vorsichtig unterrühren. Mit den Schneebesen des Handmixers verrühren, bis eine glatte und dickcremige Masse entsteht. Die Masse hat die richtige Konsistenz, wenn beim Hochziehen der Rührer Spitzen entstehen.
  • Condéglasur: Zu einer Eiweißglasur 50 g gehackte Mandeln hinzufügen.

Konsistenz bestimmen: Tipps für verschiedene Anwendungen

Je nach gewünschter Konsistenz Flüssigkeit dazugeben. Zum Aufspritzen sollte die Konsistenz des Zuckerguss für Rand bzw. Konturen fest und mit Zahnpasta vergleichbar sein. Möchtest du den Guss großflächig als Dekoration auf Gebäck verteilen, darf der Guss gern flüssiger werden und der Konsistenz von Karamell oder Schlagsahne gleichen.

Für eine Spritzglasur nutzt du einen Esslöffel Wasser weniger; sie eignet sich durch ihre stabilere Konsistenz gut für das detaillierte Dekorieren und Beschriften von Kuchen, Torten, Lebkuchen und Keksen.

Zuckerguss einfärben - künstlich und natürlich

Zuckerguss kannst du ganz einfach je nach Farbwunsch mit Lebensmittelfarbe einfärben. Diese tröpfchenweis zum Zuckerguss geben, bis die Masse die gewünschte Farbintensität erreicht hat. Bei pulvriger Lebensmittelfarbe diese unter den Zucker mischen, flüssige (Gel-)Farben zum Wasser geben.

Möchtest du Zuckerguss natürlich einfärben, helfen dir Blaubeeren, Spinat und Co., um die gewünschte Farbe herzustellen. Natürliche Alternativen: Gelbe Töne mit Kurkuma oder Saffran, grüne mit Matcha-Pulver, violette mit Heidelbeeren, rosa mit roter Beete. Bevorzugen Sie natürliche Färbemittel, können Sie auch Fruchtsäfte als Flüssigkeit für den Zuckerguss verwenden: Kirschsaft färbt rot, Heidelbeer- oder Holundersaft violett, Karottensaft gelb-orange.

Farbtropfen aus Lebensmittelfarbe in Zuckerguss

Verarbeitung und Auftragen

Bevor Sie Ihre Glasur auftragen, müssen Sie entscheiden, wie dick sie sein soll. Ein dünner Guss ist perfekt für bereits süße Backwaren, die noch ein i-Tüpfelchen brauchen. Ein dicker hingegen trocknet schneller, da hier der Zuckeranteil höher ist. Er eignet sich darum zum Beispiel perfekt für Backwaren, die sie kurzfristig zu Feiern mitbringen wollen.

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Zum Auftragen der Glasur haben Sie mehrere Optionen: Spritzbeutel eignen sich für festere Flüssigkeiten und exakte Detailarbeit beim Verzieren von Keksen. Der Backpinsel ist der Allrounder, mit dem Sie jegliche Leckereien mit Ihrer Glasur bestreichen können. Für einfache Formen wie runde Torten empfehlen wir sogenannte Winkelpaletten, ein Werkzeug aus der Patisserie mit einer langen, flachen Klinge.

Beim Auftragen der Glasur können Sie zwischen zwei Möglichkeiten entscheiden: Entweder, Sie gießen die gesamte Masse auf Ihr Gebäck und verteilen diese mit Ihrem Werkzeug oder Sie verteilen sie löffelweise und verstreichen Sie Stück für Stück. Behalten Sie in jedem Falle etwas Flüssigkeit für die Ränder der Backwaren in Ihrer Schüssel - diese bringen Sie am Ende auf, damit jede Seite bedeckt ist.

Praktische Hinweise

  • Den Zuckerguss solltest du erst anrühren, wenn dein Gebäck bereits bereit zum Auftragen ist. Denn nach dem Anrühren wird er schnell zäh und lässt sich dann nur schwer verteilen.
  • Lass die Plätzchen vollständig auskühlen, bevor du sie glasierst.
  • Zum Auftragen benutzt du am besten einen Pinsel.
  • Tragen Sie diesen übrigens immer auf kalten Kuchen und Co.
  • Die Zuckerglasur sofort weiterverwenden und je nach Konsistenz aufspritzen, verstreichen oder gießen.
Verschiedene Spritztüllen und Pinsel zum Verzieren

Probleme beheben: Zu flüssig, zu fest, hart werden?

Was tun, wenn der Zuckerguss zu flüssig oder fest wird? Sollte euer Zuckerguss zu dünnflüssig sein, braucht er deutlich länger zum Aushärten und hat keine schöne, deckende, weiße Farbe, sondern ist fast durchsichtig. Wenn ihr den zu flüssigen Guss in dieser Form allerdings noch nicht auf euer Gebäckstück aufgetragen habt, könnt ihr mit mehr Puderzucker ganz einfach gegensteuern. Dazu einfach etwas gesiebten Puderzucker nach und nach einrühren.

Aber Vorsicht! Nicht zu viel auf einmal unterrühren, denn sonst könnte euer Guss schnell ins Gegenteil schlagen und zu fest werden. Sehr dickflüssig lässt er sich dann nicht so easy z. B. auf Plätzchen verstreichen. In diesem Fall einfach etwas Flüssigkeit - also Zitronensaft oder Wasser - unterrühren, bis euer Guss die richtige Konsistenz erreicht hat.

Warum wird der Zuckerguss nicht hart? Je nachdem, wie dick der Zuckerguss aufgetragen wurde, dauert es ca. 1 Stunde, bis der Guss ausgehärtet ist. Allerdings kann eine hohe Luftfeuchtigkeit dafür sorgen, dass der Zuckerguss auch nach mehreren Stunden nicht richtig aushärtet. Unser Tipp: Mit einem Föhn (mit genügend Abstand, sonst schmilzt der Guss!) könnt ihr easy nachhelfen. Ansonsten tut’s auch der Backofen bei niedriger Temperatur (Ober-/Unterhitze: 50 °C) für ein paar Minuten. Lasst aber unbedingt die Ofenklappe einen Spalt auf, damit sich keine Feuchtigkeit im Ofen sammeln kann.

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Besondere Anwendungen und Alternativen

Für ein Lebkuchenhaus muss der süße Guss gut kleben und richtig hart werden. Das funktioniert, indem Sie 250 g Puderzucker mit einem Eiweiß zu einer steifen Masse aufschlagen. Mit einer kleinen Tülle bringen Sie die Glasur zunächst nur entlang der Ränder auf und lassen sie kurz antrocknen. Danach füllen Sie die gesamte Fläche mit einer größeren Tülle aus.

Wie macht man Zuckerguss selber ohne Puderzucker? Ganz einfach: mit normalem Zucker. Dazu mischen Sie 200 g Kristallzucker mit 125 ml Wasser oder Milch und erhitzen das Ganze, bis der Zucker geschmolzen ist. Etwas Butter verleiht der Glasur einen schönen Glanz. Am besten schmelzen Sie die Masse im Wasserbad, so lässt sie sich während der Verarbeitung flüssig halten. Auch mit dem Zuckerersatz Erythrit kann man Zuckerguss machen: Verrühren Sie 100 g des feinen Pulvers mit 3 Esslöffeln Flüssigkeit.

Lebkuchenhaus mit Royal Icing als Kleber

Extras: Dekorieren, Toppings und Haltbarkeit

Du kannst die Glasur anschließend auch noch mit verschiedenen Toppings verzieren. Streue sie direkt nach dem Auftragen auf, bevor die Glasur trocknet. Dann können z. B. noch Zuckerstreuselchen oder gehackte Nüsse drauf.

Da Zucker gut konserviert, lässt sich die Flüssigkeit auch in einem geschlossenen Behälter kurzfristig im Kühlschrank aufbewahren. Wird sie Ihnen zu fest, rühren Sie sie einfach mit etwas Wasser wieder glatt. Übrigens: Haben Sie doch einmal zu viel Zuckerguss angerührt, können Sie die Reste nutzen, um Ihren Tee zu süßen.

Kurze Tabelle: Konsistenzen & Einsatzgebiete

Konsistenz Verhältnis (ca.) Einsatz
Dünn, fast durchsichtig 125 g Puderzucker : 3 EL Flüssigkeit Glänzende Überzüge, großflächiges Dekor
Mittel (Allround) 250 g Puderzucker : 3-4 EL Flüssigkeit Kuchen, Muffins, normale Glasur
Fest / Spritzglasur 250 g Puderzucker : 2-3 EL Flüssigkeit Konturen, Schrift, Lebkuchenhaus (ggf. mit Eiweiß)
Videoanleitung Zuckerguss Grundrezept und Verziertechniken

Das Schönste am Plätzchenbacken ist doch das Verzieren! Mit unserer Puderzuckerglasur kann die ganze Familie kreativ werden. Nun kannst du loslegen und dich beim Dekorieren austoben.

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