Rotkohl ohne Zucker zubereiten – Schritt-für-Schritt Rezept und viele Tipps
Rotkohl, auch bekannt als Rotkraut oder Blaukraut, ist ein echter Klassiker der deutschen Küche - besonders als Beilage zu deftigen Gerichten im Herbst und Winter. Gekauftes Apfel-Rotkraut enthält allerdings meist eine ordentliche Portion Zucker, dabei geht das köstliche Gericht auch ganz ohne zugesetzten Zucker. Hier erfährst du, wie du Rotkohl ohne Zucker selber machen kannst - gesund, vegan, voll aromatisch und vielseitig verwendbar!
Warum Rotkohl ohne Zucker?
In gekauftem Rotkohl steckt in der Regel einiges an Zucker - wirf am besten mal einen Blick auf die Zutatenliste. Doch beim Apfel-Rotkraut selber machen kannst Du den zusätzlichen Zucker einfach weglassen. Auch etwas zugefügter Apfelsaft ist ein Ersatz für klassischen Haushaltszucker - er enthält jedoch natürlich Fruchtzucker. Wer mag, kann den Zucker durch Dattelsirup oder Ahornsirup ersetzen. Oder du verzichtest komplett auf Süßungsmittel und setzt auf die natürliche Süße von Äpfeln und Rosinen.
Perfekte Zutatenwahl für deinen Rotkohl
- Rotkohl: Frischer Rotkohl ist fest und hat eine kräftige Farbe.
- Äpfel: Am besten eignen sich dafür säuerliche Äpfel wie Boskop. Sie bringen den fruchtig-sauren Geschmack rein.
- Zwiebeln: Für Aroma und einen vollmundigen Geschmack.
- Rosinen: Sorgen für einen kleinen Extrakick Süße und Saftigkeit.
- Essig: Neben sauren Äpfeln wird oft auch Essig, Balsamico oder Apfelsaft zum Rotkohl gegeben. Die Säure bewirkt, dass das Gericht rötlicher wird. Das passiert, weil im Rotkohl bestimmte Stoffe enthalten sind, die wie Indikatoren wirken.
- Gewürze: Lorbeerblätter, Nelken, Zimt, Kreuzkümmel und Piment eignen sich besonders. In der Weihnachtszeit schmecken Zimt, Gewürznelken oder Sternanis gut zum Blaukraut.
Rotkohl schneiden - so geht’s einfach!
Es ist ganz einfach, aber trotzdem hält das Schneiden des Rotkohls viele davon ab, den Klassiker einfach mal selber zu machen. Ganz wichtig, damit es nicht in unnötige Arbeit ausartet: Verwende ein scharfes, langes Messer. Alternativ kannst du den Rotkohl auch auf einer Mandoline oder Gemüsereibe in feine Streifen hobeln. Rotkohl schneiden, so geht’s: Entferne die äußeren Blätter. Teile den Rotkohl in der Mitte durch und halbiere auch die beiden Hälften, sodass du Viertel bekommst. Entferne den Strunk und schneide den Rotkohl in schmale Streifen bzw. hobel ihn in Streifen. Den Rotkohl (ohne Strunk) in Streifen hobeln/schneiden, das Salz hinzufügen und den Rotkohl einige Minuten mit den Händen kneten / stampfen, damit der Kohl „aufgebrochen“ und weicher wird und Flüssigkeit zieht. Dann eine Zeit stehen lassen (15 Minuten oder auch 2 Stunden… ;-)).
Rotkohl ohne Zucker - Grundrezept Schritt für Schritt
- Rotkohl vorbereiten:
Rotkohl halbieren, den Strunk entfernen und in feine Streifen hobeln oder schneiden. Die äußeren Blätter entfernen. Den Rotkohl mit Salz bestreuen und mit den Händen einige Minuten lang kneten, damit er weicher wird und Flüssigkeit zieht. Dann beiseitestellen. - Zwiebeln und Äpfel vorbereiten:
Zwiebeln schälen und fein würfeln. Den Apfel waschen (nach Möglichkeit Bioqualität), vierteln, entkernen und grob raspeln oder fein würfeln. - Anbraten:
Vegane Butter oder Schmalz in einem großen Topf erhitzen. Zwiebel- und Apfelwürfel hinzugeben und ca. 5 Minuten andünsten. - Kohl und Flüssigkeiten zugeben:
Den vorbereiteten Rotkohl dazugeben und kurz mit anbraten. Apfelessig, Apfelsaft, Lorbeerblätter, Pfeffer, Piment und ggf. Rosinen zufügen. Bei hoher Hitze aufkochen lassen. - Schmoren:
Hitze reduzieren, auf mittlerer Stufe ca. 45 Minuten köcheln lassen. Zwischendurch immer wieder umrühren und bei Bedarf Flüssigkeit nachgießen. - Abschmecken:
Am Ende nach Geschmack mit Salz, Pfeffer und ggf. Dattelsirup, Ahornsirup oder Agavendicksaft würzen. Wer mag, kann eine kleine Prise Kreuzkümmel für eine leichte orientalische Note zufügen. - Optional andicken:
Wer mag, kann den Rotkohl noch mit etwas Stärke andicken. Dazu einfach einen Teelöffel Stärke in ca. 50 ml Wasser einrühren und zum Kohl geben.
Alternative Zutaten und Variationen
Probiere etwas Dattelsirup für die Süße und einen Löffel Tahin für cremigen Geschmack. Der Geschmack des Sesams passt wunderbar zum Apfel-Rotkraut. Preiselbeeren, Cranberries oder Backpflaumen sind ebenfalls tolle Alternativen zu Äpfeln. Für einen weihnachtlichen Geschmack kannst du Lebkuchengewürz und Orangensaft verwenden.
Rotkohl im Voraus zubereiten & Haltbarkeit
Du kannst Rotkohl gut schon am Vortag zubereiten und musst ihn dann beim Festessen nur noch aufwärmen. Dann schmeckt der Rotkohl sogar noch besser. Wer viel Rotkohl kocht, kann ihn auch einmachen: Dafür den Kohl noch heiß in abgekochte Gläser füllen, verschließen und abkühlen lassen. So hält er sich an einem dunklen und kühlen Ort etwa ein Jahr. Beim Zubereiten des so eingemachten Rotkohls gebe ich den Inhalt eines Glases in einen Topf, gebe evtl. noch etwas kleingeschnittenen Apfel hinzu und köchele den Kohl noch weitere 10 Minuten.
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Kann man Rotkohl ohne Rotwein machen?
Viele Rezepte enthalten Rotwein. Das sorgt zum einen für noch mehr Farbe und verfeinert den Geschmack. Notwendig ist das aber nicht. Gerade wenn Kinder mitessen, solltest du Blaukraut ohne Rotwein zubereiten. Ein Schuss Essig oder Apfelsaft sorgt ebenfalls für eine wunderbar rote Färbung.
Welche Gerichte passen zu Rotkohl?
- Klassisch: Gänsebraten, Entenbrust, Klöße.
- Wild: Hirsch, Wildschwein.
- Rindfleisch: Rouladen.
- Vegetarisch: Reispuffer, vegetarischer Braten, Semmelknödel.
- Kartoffeln: Gänsebraten oder Entenbrust mit Kartoffeln - Traumkombination!
- Neu: Rotkohl als Füllung in veganem Braten, im Ofen gebacken, als Püree oder schlotziges Risotto.
Rotkohl richtig würzen
Rotkohl wird klassisch mit Essig, Lorbeerblättern, Salz und Pfeffer gewürzt. Neben süßenden Zutaten kannst du in der Weihnachtszeit mit Zimt, Gewürznelken, Sternanis oder Lebkuchengewürz experimentieren. Ein wenig geriebener Ingwer macht Rotkohl besonders aromatisch.
Praktische Tipps: Aufbewahrung, Einfrieren & Auftauen
Wenn du übrig gebliebenen gekochten Apfel-Rotkohl einfrieren möchtest, gebe ihn einfach in einen Gefrierbeutel und versuche so viel Luft wie möglich herauszuziehen. Dann verschließen und bis zu 3 Monate einfrieren. Wenn du ihn verzehren möchtest, kannst du ihn in der Mikrowelle oder über Nacht im Kühlschrank auftauen.
Tabellarische Übersicht: Rotkohl ohne Zucker - Varianten & Zubereitung
| Basiszutaten | Optionale Zutaten | Schritt | Tipp |
|---|---|---|---|
| Rotkohl, Apfel, Zwiebel | Rosinen, Orangensaft, Lebkuchengewürz, Ingwer, Essig | Schneiden, Kneten, Anbraten, Schmoren | Vorkochen für besseren Geschmack |
| Vegane Butter oder Schmalz | Dattelsirup, Tahin, Kreuzkümmel | Würzen | Ohne Zucker, dafür Fruchtzucker aus Apfel |
| Apfelsaft | Gemüsebrühe | Einkochen | Rotkohl hält bis zu 1 Jahr |
Fragen und Antworten zu Rotkohl ohne Zucker
- Welche Äpfel kann ich verwenden? Am besten säuerliche Sorten wie Boskop.
- Muss ich Süßungsmittel zufügen? Nein, die natürliche Süße von Apfel und Rosinen reicht.
- Kann ich Rotkohl im Voraus machen? Ja, er schmeckt am nächsten Tag sogar besser.
- Wie lange muss Rotkohl kochen? Im normalen Topf 45-80 Minuten, im Schnellkochtopf nur 10 Minuten.
- Wie erkenne ich frischen Rotkohl? Fest, kräftig in der Farbe, keine lockeren Außenblätter.
Rotkohl als Nährstoffbombe
Abgesehen vom Geschmack ist Rotkohl auch eine richtige Nährstoffbombe und steckt voller Antioxidantien. Viel selbst kochen lohnt sich nicht nur wegen des Geschmacks, sondern auch, weil du alle Inhaltsstoffe selbst kontrollierst.
Kurzes Rezeptbeispiel Rotkohl ohne Zucker
Zutaten:
- 1 kg Rotkohl
- 2 Zwiebeln
- 2 Äpfel
- 2 EL vegane Butter oder Schmalz
- 5 EL Apfelessig
- 250 ml Apfelsaft
- Gewürze nach Wahl (Lorbeer, Piment, Zimt etc.)
- Salz, Pfeffer
- Rotkohl fein schneiden, mit Salz kneten und ruhen lassen.
- Zwiebeln und Äpfel würfeln, in Butter andünsten.
- Rotkohl zugeben, kurz anbraten, dann mit Apfelessig und Apfelsaft ablöschen.
- Gewürze dazu, abgedeckt 45-80 Minuten schmoren.
- Am Ende abschmecken - fertig!
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