Apfelkraut selber machen Rezept

Äpfel, Äpfel, Äpfel … Dieser Sommer hat uns eine wirklich reiche Ernte beschert. Mach mit uns eine kleine Zeitreise in deiner Küche und koche mit uns diese traditionelle Köstlichkeit nach! Apfelkraut ist ein altes, traditionelles Lebensmittel, das vor allem im Westen Deutschlands, den Niederlanden und Belgien als leckerer Brotaufstrich eine große Fangemeinde hat - und das schon seit Jahrhunderten.

Herkunft und Tradition

Apfelkraut kommt ursprünglich aus dem Rheinland, aus der belgischen Provinz Lüttich und dem niederländischen Limburg. Ursprünglich war die Herstellung von Apfelkraut eine clevere Möglichkeit, überschüssige Äpfel zu verwerten und für den Winter haltbar zu machen. Das Einkochen von Apfelsaft wurde schon früher als Konservierungsmethode benutzt, um auch im Winter über energiereiche Lebensmittel zu verfügen. Die süße Nascherei hat eine lange Tradition, die bis ins Mittelalter zurückreicht. Damals war Zucker teuer und nicht immer verfügbar, weshalb du traditionell keinen Zucker für die Herstellung von Apfelkraut benötigst.

Zutaten und Grundprinzip

Apfelkraut: wenig Zutaten und etwas Geduld. Um Apfelkraut zuzubereiten, brauchst du nur eine Handvoll Zutaten und ein wenig Geduld. Wähle am besten eine Mischung aus säuerlichen und süßen Apfelsorten, das bringt den besten Geschmack. Du kannst die Schale dranlassen, da sie Geschmack und Pektin enthält. Praktischerweise enthalten die Schalen viel Pektin, was das Apfelkraut auf natürliche Weise dickflüssig macht.

Wann und welche Äpfel

Achte beim Kauf deiner Lebensmittel auf das Bio-Siegel. Damit unterstützt du kurze Transportwege und gewährleistest, dass die Produkte frei von chemischen Pestiziden sind. Wichtig ist auch der Zeitpunkt, wann du Apfelkraut zubereitest. Äpfel haben in Deutschland von August bis November Saison, während die Hauptsaison von Birnen im September liegt. Damit ist September der geeignete Monat, um Apfelkraut selber zu machen. Kaufe die Äpfel und Birnen für dein Apfelkraut möglichst regional und saisonal.

Verschiedene Apfelsorten auf einem Holztisch

Vorbereitung der Äpfel

Die Äpfel musst du nicht schälen, lediglich entkernen und in Viertel schneiden. Die Äpfel waschen und abtrocknen, dann vierteln, schälen und von den Kerngehäusen befreien. Äpfel waschen, putzen und mit Stielen und Kerngehäuse in grobe Stücke schneiden. Apfelstücke mit einer kleinen Menge Wasser in einen Topf geben und unter gelegentlichem Rühren so lange kochen, bis die Äpfel weich, aber nicht zerkocht sind. Gib die Apfelstücke zusammen mit 300 ml Wasser in einen großen Topf. Koche die Äpfel auf mittlerer Hitze, bis sie weich und matschig sind (ca. 30 Minuten). Die Äpfel offen bei mittlerer Hitze 30 Minuten kochen, bis die Äpfel zerfallen sind, dabei gelegentlich umrühren.

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Saft gewinnen

Lege ein feines Sieb oder ein Passiertuch über eine große Schüssel und gieße die gekochten Äpfel durch das Sieb. Ein Sieb über eine Schüssel hängen und mit einem angefeuchteten sauberen Küchentuch auskleiden. Die Früchte hineingießen und etwas abtropfen und abkühlen lassen. Lass die Flüssigkeit vollständig abtropfen, drücke die Äpfel leicht aus, um den restlichen Saft zu gewinnen. Über einen Topf ein Sieb mit einem feuchten Küchentuch auslegen. Die Äpfel in das Sieb schütten und den Saft 4-6 Stunden abtropfen lassen. Das Tuch mit dem Apfelbrei danach so gut wie möglich auspressen (ergibt ca. 1,2 l Saft).

Einkochen des Safts

Gib den aufgefangenen Apfelsaft zurück in den Topf. Den aufgefangenen Apfelsaft mit Zucker, Zitronensaft und Zimt kurz aufkochen. Gib ihn zurück in den Topf, dazu eine Zimtstange und einen Spritzer Zitronensaft. Koche den Apfelsaft bei niedriger Hitze langsam ein, bis er eine dickflüssige, sirupartige Konsistenz erreicht hat. Bei niedriger Hitze lässt du den Saft nun für eine bis eineinhalb Stunden langsam einkochen. Das kann je nach Menge zwischen 1 und 2,5 Stunden dauern. Für das Einkochen von 3,5 Litern habe ich 2,5 Stunden benötigt. In der Zeit karamellisiert der natürliche Zuckergehalt, was dem Apfelkraut diese dunkle Farbe und den wunderbaren Geschmack verleiht.

Kochender Apfelsaft im großen Topf, langsam einkochend

Tipps beim Einkochen

  • Rühre gelegentlich um, damit nichts anbrennt.
  • Rühre den entstehenden Schaum mit einem Schneebesen immer wieder unter oder entferne ihn.
  • Um zu testen, ob das Apfelkraut fertig ist, kann die Gelierprobe gemacht werden: Dazu einen Tropfen des Saftes in ein Glas mit kaltem Wasser geben.
  • Entferne die Zimtstange, sobald das Apfelkraut dickflüssig ist.

Alternative Garmethoden

Backofen auf 230°C vorheizen. Äpfel in den Bräter geben und mit dem Saft übergießen. Ca. 30 Minuten im Ofen garen, bis die Äpfel leicht bräunliche Farbe angenommen haben und nach dem Stichtest weich sind. Den Bräter herausnehmen und die Äpfel mit einer Gabel gründlich zerdrücken (im Bräter belassen). Backofentemperatur auf 175 °C herunterschalten. Das Apfelpüree weitere 1½ bis 1¾ Stunden garen, bis die Masse dick eingekocht ist und dunkelbraune Farbe bekommen hat. Bitte gelegentlich das Apfelkraut während des Garens umrühren.

Abfüllen und Haltbarkeit

Fülle das heiße Apfelkraut in sterile Gläser und verschließe sie sofort. Diese gleich verschließen und ca. 5 Min. Durch den hohen natürlichen Zuckergehalt in den Äpfeln ist das Apfelkraut zudem recht lange haltbar. In sterilisierten und fest verschlossenen Gläsern hält es sich etwa 6 bis 12 Monate, wenn du es an einem kühlen, dunklen Ort aufbewahrst. Lagere es nach dem Öffnen im Kühlschrank und verbrauche es innerhalb von 2 bis 4 Wochen. Es hält sich gekühlt ca. 6 Monate.

Sterilisierte Twist-off-Gläser mit dunklem Apfelkraut

Serviervorschläge und Variationen

Dein Apfelkraut eignet sich nicht nur als leckerer Brotaufstrich, sondern auch als Grundlage für eine Soße zum Sauerbraten oder als selbstgemachtes, originelles Geschenk. Passt zu gereiften Hartkäsen und zu gegrilltem Fleisch. Ebenfalls sehr lecker: diese Apfel-Salzkaramell-Marmelade! Oder wie wäre es mit einer herzhaften Kombination? Eine Apfel-Zwiebel-Marmelade passt wunderbar zu deftigen Speisen. Und wer es gern scharf mag, probiert die Apfelmarmelade mit Senf. Auf die gleiche Weise lässt sich auch ein leckeres Birnenkraut herstellen!

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Apfelkraut Schritt-für-Schritt Anleitung

Arbeits- und Zeitaufwand

Es dauert ein wenig, Apfelkraut herzustellen. Für das Aufkochen solltest du mindestens zwei Stunden Zeit einplanen. Aber der Aufwand lohnt sich, denn so kannst du einen großen Vorrat des leckeren Brotaufstriches aufbauen. Das Apfelkraut benötigt in seiner Zubereitung nichts weiter als Äpfel, also auch keinen zusätzlichen Zucker.

Einfaches Rezept (Kurzfassung)

  1. Äpfel waschen, entkernen, vierteln oder in Stücke schneiden.
  2. Apfelstücke mit 300 ml Wasser in einen großen Topf geben und ca. 30 Minuten köcheln, bis sie weich sind.
  3. Gekochte Äpfel durch ein feines Sieb oder Passiertuch gießen, Saft auffangen.
  4. Saft mit Zimtstange und Zitronensaft in den Topf geben und bei niedriger Hitze 1-2,5 Stunden einkochen, bis sirupartige Konsistenz erreicht ist.
  5. Zimtstange entfernen, heiß in sterile Gläser füllen und sofort verschließen.

Nützliche Hinweise

  • Wähle eine Mischung aus säuerlichen und süßen Sorten für besten Geschmack.
  • Die Schalen nicht unbedingt entfernen - sie liefern Pektin und Aroma.
  • Rühre regelmäßig um und kontrolliere die Konsistenz mit der Gelierprobe.
  • September ist ein geeigneter Monat, um Apfelkraut selber zu machen.

Rheinisches Apfelkraut - Sowohl als Brotaufstrich als auch zum Süßen gut! Roasted Apple Butter, diabetikergeeignet. Durchschnittliche Bewertung: 4 von 5 Sternen.

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