Puderzucker vor oder nach dem Backen verwenden: Wann auftragen und worauf achten
Hast du dich auch schon gefragt, wann der beste Zeitpunkt ist, um Zuckerguss auf deinen frisch gebackenen Kuchen zu geben? Dann bekommst du heute die Antwort auf deine Frage. Allerdings ist sie nicht ganz so einfach. Du kannst den Guss nämlich auf den noch warmen - oder aber schon erkalteten - Kuchen geben. Und es gibt für beide Varianten Vor- und Nachteile!
Was ist Puderzucker und wie unterscheidet er sich von normalem Zucker?
Zucker vs. Puderzucker ist nichts anderes als raffinierter, weißer Haushaltszucker, der so fein gemahlen wurde, dass er in seiner Konsistenz wirklich an Puder erinnert - der Name ist hier Programm. Diamant Puderzucker ist fein vermahlener weißer Zucker (Raffinade) mit extrakleinen Partikeln. Wie wird Puderzucker hergestellt? Die Herstellung ist simpel: Weißer Zucker (Raffinade) wird sehr fein gemahlen - mehr nicht. Keine zusätzlichen Verarbeitungsschritte, keine Veränderung der Süßkraft.
Zucker als solcher wird aus Zuckerrohr und aus Zuckerrüben hergestellt. Er besteht hauptsächlich aus Saccharose. Während normaler Zucker meist als Zutat für alle möglichen Kuchenteige und auch für Kekse verwendet wird, benutzt man Puderzucker im Regelfall als Dekorzucker. Geschmacklich gibt es keine Unterschiede zwischen Zucker und Puderzucker. Allerdings kann Puderzucker ein deutliches angenehmeres Gefühl im Mund hinterlassen als der normale Zucker mit seinen viel gröberen Kristallen.
Puderzucker als Ersatz für normalen Zucker beim Backen
Du möchtest backen oder eine Süßspeise zubereiten und stellst plötzlich voller Schrecken fest, dass du keinen Zucker mehr zuhause hast? Klar, dass so etwas immer dann passiert, wenn alle Supermärkte schon geschlossen haben und auch der sonst hilfsbereite Nachbar die Tür nicht öffnet. Aber keine Sorge - gewöhnlichen Haushaltszucker kannst du in jedem Rezept durch Puderzucker ersetzen, ohne etwas an der Rezeptur verändern zu müssen.
Durch den Austausch von Puderzucker gegen normalen Zucker ändert sich nichts an der im Rezept angegebenen Grammzahl. Tipp: Wir empfehlen dir, Puderzucker immer ganz genau mit einer Küchenwaage abzuwiegen. Im Gegensatz zu normalem Zucker löst sich Puderzucker in jeder Art von Kuchenteig und auch in allen anderen Massen, die gesüßt werden sollen, weitaus rascher auf als der übliche Haushaltszucker. Puderzucker ist folglich leichter und mit weniger Kraft- und Arbeitsaufwand in den Teig einzuarbeiten.
Lesen Sie auch: So gelingt das Puderzuckern
Gerade, wenn du einen Kuchenteig ohne Handrührgerät oder Küchenmaschine nur mit einem Löffel rühren möchtest, ist Puderzucker ideal. Dadurch, dass sich der absolut fein gemahlene Puderzucker so schnell auflöst und mit der jeweiligen Masse verbindet, kannst du durch Probieren direkt nach dem Verrühren erkennen, ob du genug Zucker verwendet hast.
Zuckerguss auf warmen Kuchen auftragen
Wenn der Zuckerguss in den Kuchen einziehen soll, dann eignet sich ein warmer Kuchen sehr gut, da die Glasur dabei dünnflüssig bleibt und sich zudem gut verteilt. Der Guss verteilt sich auf einem warmen Kuchen besser. Der warme Kuchen kann den Guss förmlich aufsaugen, was zu einer glänzenderen und geschmeidigeren Oberfläche führt.
Der Kuchen schmeckt saftiger und intensiver, wenn der Zuckerguss eingezogen ist. Deshalb schwören viele darauf, dass der Kuchen noch warm sein sollte, während andere darauf beharren, dass ein kalter Kuchen die einzige richtige Wahl ist.
Zuckerguss auf kalten Kuchen auftragen
Alle die, die darauf schwören, den Guss erst auf den kalten Kuchen zu geben, bevorzugen die Stabilität, die ein kalter Kuchen bietet. Der Guss haftet besser und zieht nicht in den Kuchen ein. Dadurch bekommst du schneller eine feste und gut sichtbare Glasur, zudem halten Streusel oder andere Deko besser auf dem Guss.
Soll der Zuckerguss also vor allem optisch etwas hermachen, dann ist ein kalter Kuchen ideal, da die Glasur schnell fest wird. Zudem verliert der Zuckerguss nicht an Farbe und bleibt schön weiß und deckend, wie auf dem Zitronenkuchen ganz oben. Zuckerguss mit Milch deckt besonders gut.
Lesen Sie auch: Traubenzucker und Puderzucker im Detail: Eine Gegenüberstellung
Vor- und Nachteile zusammengefasst
- Warm aufgetragen: Glasur zieht ein, Kuchen wird saftiger und intensiver im Geschmack.
- Kalt aufgetragen: Glasur wird stabiler, schnell fest und eignet sich besser für Dekorationen.
Schokoglasur richtig auftragen
Abschließend noch ein kleiner Ausflug in die Welt der Schokoladenfans. Die perfekte Schokoglasur hast du bei 50 °C im Thermomix® geschmolzen. Bevor du sie auf den Kuchen gibst, sollte er mindestens 20 - 30 Minuten abgekühlt sein. Entweder gibst du etwas Butter zur Schokolade oder du verwendest direkt Kuvertüre. Diese spezielle Schokoglasur enthält mehr Fett als normale Schokolade. Dadurch ist sie perfekt geeignet für das Glasieren, da sie dünnflüssiger wird.
Praktische Tipps aus der Backstube
- Sieben lohnt sich: Für besonders glatte Cremes und Guss den Puderzucker vorher durchsieben - das verhindert Klümpchen.
- Richtig lagern: Trocken und gut verschlossen aufbewahren.
- Aromatisieren: Glasur mit Saft oder Likör verfeinern.
- Puderzucker vs. Glasurzucker: Puderzucker ist reiner, sehr fein gemahlener Zucker - universell einsetzbar für Zuckerguss, Cremes, Streu-Deko. Glasurzucker ist eine Mischung aus Puderzucker und getrocknetem Glukosesirup, speziell für glänzende, deckende Glasuren "wie vom Bäcker".
Puderzucker selbst herstellen
Wenn du aufgrund seiner Vorteile zukünftig gerne mit Puderzucker backen möchtest, kannst du ihn ohne Probleme selbst herstellen. Zwar geht das logischerweise nicht, wenn du keinen normalen Zucker im Haus hast, um vom günstigen Preis für Haushaltszucker im Gegensatz zu fertig gekauftem Puderzucker zu profitieren, ist es aber eine prima Möglichkeit und wirklich einfach. Gib´ einfach die benötigte Menge Zucker in die Kaffeemühle oder den Mixer und zermahle ihn so lange, bis er eine ganz feine, fast schon mehlige Konsistenz erreicht hat.
Historisches und regionale Notiz
Historischer Luxus: Vor der industriellen Fertigung war Puderzucker ein Luxusprodukt. Er wurde von Hand aus Zuckerhüten gemahlen, was sehr aufwendig war. Verschiedene Namen: Puderzucker ist unter vielen Namen bekannt. In Süddeutschland und insbesondere in Österreich wird er oft auch Staubzucker genannt.
Kurze Rezept- und Anwendungsübersicht
| Anwendung | Wann auftragen | Ergebnis |
|---|---|---|
| Einfacher Zuckerguss (Puderzucker + Flüssigkeit) | Warm oder kalt, je nach Vorliebe | Warm: zieht ein; Kalt: deckend und stabil |
| Schokoglasur | Nach 20-30 Minuten Abkühlen, Schokolade bei ca. 50 °C | Glatte, glänzende Oberfläche |
| Glasurzucker-Glasur | Kalt empfohlen für beste Deckkraft | Besonders glänzend und deckend wie vom Bäcker |
Experten-Tipp: Wie wäre es als Dessert einmal mit einem griechischen Joghurt mit Früchten der Saison und ein paar Nüssen on top? Thermomix® Expertin Dési verrät dir im Video drei himmlisch einfache Zuckerguss-Rezepte! ✨ Ob mit Milch, Zitrone oder Ei - diese Varianten gelingen dir ganz einfach mit dem Thermomix®. In nur 5 Minuten zauberst du glänzenden Guss und das gewisse Extra auf Plätzchen, Kuchen oder Muffins. So wird jedes Gebäck zum Hingucker - und zum Genuss!
Lesen Sie auch: Der perfekte Zucker für Vanillekipferl
tags: #Puderzucker #vor #oder #nach #dem #Backen


