3D-Druck Schokolade Alternativen: Möglichkeiten, Geräte und Praxis

3D-Drucker finden nicht nur in der Industrie immer mehr Einsatzzwecke, sondern auch im privaten Umfeld. Eine besondere Kategorie sind Lebensmittel-3D-Drucker. Sie lassen sich in Restaurants, in Mensen oder zunehmend auch zu Hause einsetzen. Deren Druckerzeugnisse können spezifische Formen, Geschmäcker und Texturen aufweisen.

Was ist Lebensmittel‑3D‑Druck und wie funktioniert er?

Doch wie funktioniert der 3D‑Druck von Lebensmitteln? Die meisten 3D‑Drucker für Lebensmittel verwenden die sogenannte Extrusions‑3D‑Drucktechnologie, ähnlich wie normale Desktop‑3D‑Drucker. Bei dieser Technologie drückt der Drucker ein Material durch eine Düse, die dreidimensional bewegt werden kann. Doch anstelle von Kunststoffmaterial verwenden Lebensmittel‑3D‑Drucker pastenartige Zutaten.

Praktisch jede Art von frischen Lebensmitteln kann in 3D gedruckt werden, solange es sich um eine Paste oder ein Püree handelt. Die häufigsten Zutaten zum Drucken sind momentan Schokolade, Pfannkuchenteig und Sahne. Aber es gibt noch viele andere Möglichkeiten zum Drucken - sogar Pizza lässt sich ausdrucken.

Extrusionsprinzip Lebensmittel 3D Druck (Schematische Darstellung)

Schokolade als zentrales Druckmaterial - Verfahren und Eigenschaften

Schokolade, das wohl süßeste Material für den 3D‑Druck, ist extrem beliebt. Dieses 3D‑Druckmaterial ist vielleicht nicht so außergewöhnlich wie einige der anderen auf der Liste, aber es gehört sicherlich zu den am häufigsten verwendeten. Das Schokoladen‑3D‑Druckverfahren ähnelt der FDM‑Technologie, hat aber andere Kühleigenschaften als Kunststoff, weshalb der Prozess länger dauert.

Die Popularität dieser Technologie hat im Laufe der Jahre zugenommen und viele Unternehmen dazu veranlasst, verschiedene Projekte und sogar Schokoladen‑3D‑Drucker zu entwickeln, wobei insbesondere die neue Cocoa Press eine große Fangemeinde unter 3D‑Druck‑Enthusiasten hat. Es gibt eine Reihe von Projekten, die sich mit dem 3D‑Druck von Schokolade befassen, darunter Unternehmen wie More Than Shape, das mit dieser Technologie neue Geschmackserlebnisse schaffen will, sowie Forscher, die mithilfe des 3D‑Drucks eine noch gesündere Schokolade herstellen wollen.

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3D-gedruckte Schokoladenform (Beispiel)

Andere essbare Materialien und kreative Alternativen

Ja, du hast richtig gelesen: 3D‑Drucker können Essen drucken. Vor allem Schokolade ist extrem beliebt. Aber nicht nur Schoki kann gedruckt werden. Es gibt auch Drucker für Teig, Käse oder sogar Pizzabeläge. The Sugar Lab spezialisiert sich auf den 3D‑Druck mit Zucker und erstellt mithilfe spezieller Maschinen Süßigkeiten und Dekorationen in komplexen Formen. Mithilfe des Brill 3D Culinary Studio erstellt das Unternehmen Süßigkeiten und Dekorationen in komplexen Formen.

3D‑Kaffee‑Drucker: Wer Gäste mit seinen Barista‑Fähigkeiten förmlich umwerfen möchte, dem Kaffee‑3D‑Drucker empfohlen. Damit ist es möglich, beliebige Bilder in den Schaum zu zeichnen. Dazu kommt eine Kombination aus 3D‑Druck‑ und Tintenstrahldrucktechnologie zum Einsatz. So kann der Ripple Maker, ein Kaffee‑3D‑Drucker der Firma Ripples, den Nutzern helfen, „ihre eigenen Selfies, Lieblingszitate oder spezielle Botschaften und Bilder auf ihre Getränke zu drucken“.

Kaffee-3D-Druck: Druckbild im Milchschaum

Auch Bäcker:innen nutzen Drucker, um Torten oder Gebäck zu verzieren. Dank essbarer Papierbögen und Tinte kann jede Art von Bild gedruckt werden, um Torten zu verzieren. Beim 3D‑Druck von Lebensmitteln können wir unserer Fantasie freien Lauf lassen. Nutzer der Technologie haben die Möglichkeit nicht nur vorgefertigte Druckvorlagen wie bei Desktop‑3D‑Druckern abzurufen. Sie können auch ihre eigenen Lebensmittel‑3D‑Modelle mit spezieller CAD‑Software erstellen.

Geräteübersicht: Beliebte Lebensmittel‑3D‑Drucker unter 5.000 Euro

Um einen besseren Überblick über diese Nische zu bekommen, haben wir eine umfassende Liste mit auf dem Markt befindlichen Lebensmittel‑3D‑Druckern zusammengestellt. Diese Auswahl basiert auf verfügbaren Lebensmittel‑3D‑Druckern unter 5.000 Euro.

3D‑DruckerLandGrößePreis*
byFlow FocusNiederlande208 x 228 x 150 mm€3.900
Choc Edge Choc Creator V2.0 PlusUK180 x 180 x 40 mm£2,380
Micromake Food 3D printerChina100 x 100 x 15 mm$999
mycusini 3D SchokoladendruckerDeutschland250 x 250 x 300 mm€348
Natural Machines FoodiniSpanien250 x 165 x 120 mm€3.600
PancakeBot 2.0Norwegen445 x 210 x 15 mm$300
ZMorph VXPolen250 × 235 × 165 mm$3.050

Diese Tabelle stellt unsere Auswahl an Lebensmittel‑3D‑Druckern dar, die auf dem Markt für unter 5.000 Euro erhältlich sind. Diese Lebensmittel‑3D‑Drucker sind in alphabetischer Reihenfolge aufgeführt. *Preis: Empfohlener Verkaufspreis des Herstellers. Diese Preise können im Laufe der Zeit variieren oder sich von einem Land zum anderen ändern.

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Spezielle Geräte und Aufsätze

Der byFlow Focus ist ein kompakter Lebensmittel‑3D‑Drucker von einem niederländischen Unternehmen, das sich auf essbaren 3D‑Druck spezialisiert hat. Dieser Lebensmittel‑3D‑Drucker richtet sich vor allem an Profis in der Backindustrie. Der byFlow Focus arbeitet mit nachfüllbaren Kartuschen, die jede Art von pastösen Lebensmitteln enthalten, um damit individuelle Mahlzeiten zu erstellen.

Der Choc Edge Choc Creator ist ein Schokoladen‑3D‑Drucker, der sich hauptsächlich an Fachleute in der Schokoladen‑ und Süßwarenindustrie richtet. Darüber hinaus bietet Choc Edge drei Apps, CHOC DRAW, MIX & MATCH und CHOC TEXT. Auch individuelle Schriftzüge und Textbotschaften lassen sich herstellen.

Der Micromake Food 3D‑Drucker kann alle Arten von pastenartigen Zutaten wie Tomatenpaste oder Schokoladenpaste in 3D drucken. Der Mmuse Chocolate 3D‑Drucker ist ein Schokoladen‑Drucker mit geschlossenem Rahmen von Muse, einem Hersteller aus China. Der Natural Machines Foodini ist ein 3D‑Drucker, der alle Arten von pastösen Lebensmitteln in 3D drucken kann.

Der PancakeBot 2.0 ist ein einfach zu bedienender Pfannkuchen‑3D‑Drucker. Sein Erfinder, Miguel Valenzuela, hat ihn für seine kleine Tochter gebaut, was bedeutet, dass dieser 3D‑Drucker für Kinder unter Aufsicht von Erwachsenen geeignet ist. Dank seines Dickpastenextruders kann der ZMorph VX sowohl Keramik als auch Lebensmittel 3D‑drucken.

Cakewalk 3D ist ein Extruder, der den vorhandenen Desktop‑3D‑Drucker in einen Lebensmitteldrucker verwandelt. Der einschraubbare Extruder ist so konzipiert, dass er leicht auf jeder Art von 3D‑Drucker installiert werden kann. Um Cakewalk 3D an den eigenen Drucker anzupassen, müssen lediglich 3 oder 4 Stützteile aus Kunststoff in 3D gedruckt werden.

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Anwendungsfelder: Industrie, Gastronomie, Medizin und Privatgebrauch

Der essbare 3D‑Druck ist in der Tat sehr nützlich für Profis in der Lebensmittelindustrie. Im Bereich der industriellen Lebensmittelproduktion ermöglicht der essbare 3D‑Druck den Herstellern, ihre Produktpalette mit neuen Kreationen zu variieren. Außerdem können Lebensmittel‑3D‑Drucker ein hohes Maß an Präzision erreichen.

Lebensmittel‑3D‑Drucker sind auch für den privaten Gebrauch geeignet. Der 3D‑Druck von Lebensmitteln ermöglicht es den Anwendern, ihr Essen hinsichtlich besonderer Anlässe oder einfach nach Lust und Laune zu gestalten. Der essbare 3D‑Druck ermöglicht es Kochbegeisterten, noch mehr Kreativität in der Küche zu entwickeln. Nutzer können komplizierte Designs bedenken und diese auch tatsächlich erstellen.

Da 3D‑gedruckte Lebensmittel nach den Bedürfnissen der Benutzer angepasst werden können, können sie in vielen Bereichen, wie in der Medizin, hilfreich sein. Wie oben beschrieben, verwenden bestimmte Lebensmittel‑3D‑Drucker Hydrokolloide, um verschiedene Formen und Texturen für Mahlzeiten zu erzeugen. Das lässt sich auch nutzen, um weichere Mahlzeiten für Menschen mit Kau‑ oder Verdauungsproblemen herzustellen - zum Beispiel für ältere Menschen. Darüber hinaus ließen sich Medikamente in Zukunft anstatt als Tablette in Form eines leckeren Essens genießen.

Chancen und Risiken

Der 3D‑Druck von Lebensmitteln kann weniger zeitaufwändig sein als das traditionelle Kochen. So lässt sich ein Lebensmittel‑3D‑Druck wie bei Kochmaschinen einfach starten und man/frau kann zu anderen Tätigkeiten übergehen. Wie bei jeder anderen Art von 3D‑Druck können auch Lebensmittel‑3D‑Drucke misslingen. Das ist besonders ärgerlich, wenn in einer bestimmten Zeit etwas fertig werden muss.

Je nachdem wie umfangreich und perfekt in Zukunft Lebensmittel gedruckt werden können, kann das zu einem Abbau von Arbeitsplätzen führen. Was den 3D‑Druckern für Lebensmittel noch fehlt, ist die Fähigkeit, tatsächlich zu kochen oder zu backen. Deshalb könnten sich auch Kochroboter in Zukunft immer mehr durchsetzen. Lebensmittel‑3D‑Drucker können zum Beispiel nicht die hergestellte Pizza auch backen oder sie davor noch mit Gewürzen bestreuen.

Ein weiterer Nachteil: Der 3D‑Lebensmitteldruck besitzt zum gegenwärtigen Zeitpunkt keine Relevanz für die Massenproduktion. Die Zusammensetzung von Nahrungsmitteln hinsichtlich der chemischen und physikalischen Eigenschaften sowie Unterschiede bei Temperaturbeständigkeit und Haltbarkeit machen außerdem deutlich, dass nicht alle Nahrungsmittel für den 3D‑Lebensmitteldruck geeignet sind. Eine große Herausforderung besteht in weiteren Verarbeitungsschritten wie dem Kochen, Braten und Backen.

Nachhaltigkeit, Forschung und ungewöhnliche Material‑Alternativen

Lebensmittel‑3D‑Druck könnte ein Teil der Antwort auf die Welthungerkrise sein. In der Tat verwenden einige Lebensmittel‑3D‑Drucker Hydrokolloide als Verbrauchsmaterial. Diese chemische, gelartige Substanz ist in der Lage, Nahrung zu imitieren. Seit 2006 schon forscht die NASA an 3D‑gedruckten Lebensmitteln. 2013 entwickelte sie mit dem „NASA Advanced Food Program“ ein spezielles Forschungprogramm. Beehex, ein amerikanisches Startup, hat von der NASA einen finanziellen Zuschuss für die Entwicklung eines Lebensmittel‑3D‑Druckers erhalten.

Neue Materialien bedeuten neue Möglichkeiten: Im Rahmen der Kreislaufwirtschaft konzentrieren sich Materialhersteller auf das Recyceln von Abfällen und der erneuten Verarbeitung zu 3D‑Druckmaterial. So finden wir recycelte Ozeanabfälle, Industrie‑Abfälle und Holz als Filament. Außerdem steigt die Anzahl an unkonventionellen Materialien, die im Zusammenhang mit dem 3D‑Druck eher überraschend wirken; darunter Schokolade, Lebensmittelabfälle, Kaffeesatz oder sogar Mondstaub! Diese Ansätze zeigen, wie Abfälle aus der Lebensmittelproduktion zu 3D‑Druckmaterialien verarbeitet werden können.

Documentary: 3D Printed Food and Future of Eating (Beispielvideo)

Praktische Tipps für Einsteiger

  • Wähle das richtige Material: Für Schokolade sind spezielle Temperierungs‑ und Kühlkonzepte wichtig.
  • Beginne mit einfachen Geräten: Ein PancakeBot oder ein einfacher Schokoladendrucker sind gute Einstiegsgeräte.
  • Nutze Lebensmittelextruder, wenn du bereits einen FFF‑Drucker besitzt: Diese Geräte verwandeln bestehende Drucker in Lebensmitteldrucker.
  • Plane Nachbearbeitung mit ein: Bei vielen Lebensmitteln sind weitere Schritte wie Backen, Kühlen oder Würzen nötig.
  • Experimentiere mit eigenen 3D‑Modellen: Mit spezieller CAD‑Software lassen sich individuelle Vorlagen erstellen.

Wirtschaftliche Aspekte

Lebensmittel‑3D‑Drucker haben einen breiten Kostenspektrum. Der Preis hängt von der Größe des Lebensmittel‑3D‑Druckers ab und auch von der Vielfalt der 3D‑druckbaren Zutaten. So ist ein Drucker für Schokolade günstiger als einer, der eine komplette Pizza ausdrucken kann. Im Allgemeinen liegt der Mindestpreis für einen anspruchsvolleren Lebensmittel‑3D‑Drucker bei etwa 1.000 Euro. Einfachere Geräte, die zum Beispiel nur Schokolade drucken sind bereits unter 400 Euro zu haben.

Auswahl verschiedener Lebensmittel-3D-Drucker (Fotocollage)

tags: #3D #Druck #Schokolade #Alternativen

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