Plum Pudding Rezept ohne Alkohol
Mein heutiges Adventskalenderrezept entführt Euch - wenn auch nur kulinarisch - auf meine geliebte Insel. In Großbritannien ist der Plumpudding oder auch Christmas Pudding ein traditionelles Weihnachtsessen. Mit dem, was auf dem europäischen Kontinent als Pudding bezeichnet wird, hat ein englischer Christmas Pudding gar nichts zu tun.
Geschichte und Tradition
Die Wurzeln des Christmas Puddings liegen bei einem Gericht namens “Plum pottage”. Das bestand aus zerkleinertem Rindfleisch oder Hammel, Zwiebeln und getrockneten Früchten. Als Plum pottage wird er zuerst im 15. Jh. bezeichnet, in dem deftigen mit Brotkrumen angedickten und mit Gewürzen und Wein verfeinerten Eintopf befanden sich zerkleinertes Rind- oder Hammelfleisch, Zwiebeln und Trockenfrüchte (plums) und er stand nicht nur an Feiertagen auf dem Tisch.
Im 16. Jahrhundert wurden Rosinen hinzugefügt. Hundert Jahre später kamen Rosinen hinzu und wurde das Fleisch weggelassen und durch Fett ersetzt. Die Speise wurde jetzt Plum pudding genannt und wurde zu einem winterlichen Festessen, das an Allerheiligen, Weihnachten und Neujahr serviert wurde. Nach der Herrschaft des Puritaners Cromwell, als der Pudding wegen katholischer Völlerei verboten war, wurde er zum Christmas Pottage und seit der Herrschaft von Königin Victoria (19. Jh.) erhielt er noch einige weitere Zutaten und avancierte zum heutigen Christmas Pudding.
Traditionell wird Christmas Pudding gerne am „Stir-up Sunday“ (am letzten Sonntag vor dem 1. Advent) für Weihnachten zubereitet. Ursprünglich wurde der Pudding am 1. Advent von der ganzen Familie angesetzt. Jeder durfte den Teig rühren und sich dabei etwas wünschen. Die heutige Version des Christmas Pudding ist erst im 19. Jahrhundert entstanden.
Warum „Plum“ und keine Pflaumen?
Trotz des Namens enthält der Kuchen keine Pflaumen. Früher wurden Trockenfrüchte generell als “Plum” bezeichnet. Obwohl man bei dem Namen eigentlich Pflaumen = Plum als Zutat vermuten würde, findet man im Pudding nur Rosinen. Die Wurzeln des Namens liegen also in der historischen Bezeichnung der Trockenfrüchte.
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Meine alkoholfreie Version: Prinzip und Zutatenwahl
Traditionell ist dieses Dessert mit Alkohol und Rindernierenfett. Da ich beides jedoch nicht allzugerne in Desserts mag, habe ich eine Version ohne diese beiden Zutaten gemacht. Mit dem “Mixed Spice” habe ich mich bereits vor einem Jahr beschäftigt. In vielen Rezepten aus Großbritannien wird Rindernierenfett verwendet. Davon hatte ich vorher noch nie gehört. Rinderfett in einem süßen “Kuchen” kann ich mit meinem Gewissen nicht vereinbaren.
Letzteres habe ich nicht nur entschieden, weil ich keinen finden bzw. kaufen konnte, sondern auch weil ich keinen verwenden wollte. Aber auch mit Butter schmeckt der Plumpudding ausgezeichnet. Nicht ganz so Original ist das von mir verwendete Fett. Nehmen wir doch einfach Butter, Crisco oder Margarine.
Wenn du keinen Alkohol im Christmas Pudding möchtest, z.B. weil Kinder mitessen sollen, kannst du den alkoholischen Teil durch Orangensaft oder den Saft von ausgepressten Mandarinen ersetzen. Für mich ist es natürlich Geschmacksache, aber ich rate davon ab, Liköre zu verwenden. Die Trockenfrüchte machen den Christmas Pudding für meinen Geschmack süß genug.
Zutaten (für eine Wasserbadform / Puddingbasin von ca. 1,5-2 l bzw. 3 kleine Puddings)
- Korinthen, Sultaninen, Rosinen, getrocknete Datteln, getrocknete Aprikosen in kleine Stücke gehackt
- Butter (statt Rindertalg) - geschmolzen und teilweise weich
- Zucker
- Semmelbrösel
- Mehl
- Gemischte Gewürze (z. B. Mixed Spice: Zimt, Muskat, Piment, Ingwer)
- Orangensaft und geriebene Orangenschale
- Eier
- Milch oder Schlagobers (Sahne) nach Rezept
- Tee oder Apfelsaft zum Einlegen der Früchte (als alkoholfreie Alternative zum Rum)
- Optional: eine saubere Münze oder ganze Haselnuss (in Schale) als Glücksbringer
Vorbereitung der Früchte
Den Tee gegebenenfalls zubereiten. Tee und Apfelsaft zu den Früchten geben, die Schüssel abdecken und über Nacht (oder mindestens 1 Stunde) ziehen lassen. Die Früchte gibst du am besten in einen Behälter, der nicht zu hoch ist, damit alle Früchte im Rum liegen können und du nicht zu viel Rum brauchst. Gib ca. 1-4 Esslöffel guten Rum darüber und drücke die Früchte in die Flüssigkeit. Wenn du keinen Alkohol willst, ersetzt du Rum durch Orangensaft.
Habt ihr in Black Butler den Christmas Pudding entdeckt? So kurz vor Weihnachten habe ich den fruchtigen Kuchen-Pudding einmal für euch gemacht! Ich habe mich für meine Version dazu entschieden, die Früchte vorab in Rum zu tränken. Wenn du keinen Alkohol im Christmas Pudding möchtest, kannst du den alkoholischen Teil durch Orangensaft oder den Saft von ausgepressten Mandarinen ersetzen.
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Teigzubereitung
Butter schmelzen. Butter, Zucker, Semmelbrösel, Mehl, Gewürze, den Saft der Orange, Apfelsaft und Eier zu den Früchten geben und alles gut miteinander vermischen. Die Masse für den Christmas Pudding darf weder fest noch flüssig sein. Gib gegebenenfalls noch etwas Mehl dazu, wenn sie zu flüssig ist. Sie sollte eine klebrige Konsistenz haben und eher weich sein.
Für mich ist die Masse genau richtig, wenn ich sie gerade so mit bemehlten Händen als Kugel aus der Schüssel in die Puddingform heben kann. Zuerst zerlasst Ihr die Butter und gebt alle Zutaten unter ständigem Rühren dazu.
Formen, Einfüllen und Abdecken
Den Teig habe ich in eine Metallschale die ca. 2 Liter Fassungsvermögen hat getan. Ihr könnt aber auch eine runde, hohe Backform nehmen. Es gibt auch extra Schalen für diesen Pudding. Die sind aber meiner Meinung nach nicht notwendig. Die Schüssel habe ich vorher eingefettet. Den Teig in die gefettete Schale geben und mit Backpapier oben abdecken. Entweder mit einem Gummiband oder Küchengarn an der Schüssel fixieren.
Wichtig bei der Wahl für die richtige Form ist, dass das Material bei kochendem Wasser keine Probleme bereitet und es Hitze über einen längeren Zeitraum aushalten kann. Mir war wichtig, dass die Form für den Christmas Pudding einen abgesetzten Rand hat, um die Alufolie bequemer mit dem Küchengarn befestigen zu können. Allerdings ist ein abgesetzter Rand nicht notwendig, sondern reine Geschmacksache.
Garen im Wasserbad (Dämpfen)
Die Schale mit dem Pudding entweder in einen Dampfgarer stellen oder in einen Topf, der so mit Wasser gefüllt ist, dass die Schale bis zur Hälfte im Wasser steht. Wasser einmal aufkochen lassen, Hitze reduzieren, Topfdeckel darauf machen und auf kleiner Stufe für 4 Stunden sieden lassen. Den Pudding für 6 Stunden dämpfen. Dabei das Wasser immer wieder nachfüllen. Kontrolliere zwischendurch den Wasserstand in der Auflaufform. Sollte dieser gesunken sein, fülle etwas Wasser nach.
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Den Teig in eine Form geben und mit Backpapier abdecken. Den Pudding im Tuch noch einige Stunden in einem großen Topf kochen bzw. mindestens 3-4 Stunden garen. Die Form mit dem Pudding entweder in einen Dampfgarer stellen oder in einen Topf, der so mit Wasser gefüllt ist, dass die Schale bis zur Hälfte im Wasser steht.
Tipps beim Garen
- Die Form nur bis zur Hälfte im Wasser stehen lassen und das Wasser nicht zu stark kochen lassen.
- Dabei das Wasser immer wieder nachgießen oder nachfüllen.
- Nach dem Kochen den Pudding komplett abkühlen lassen und dann auf einen Teller stürzen.
- Falls er etwas festklebt kann man gut mit einem Silikon-Teigspatel nachhelfen.
- Mit Folie abdecken, um ihn vor dem Austrocknen zu verschonen.
Lagern und Reifezeit
Der Christmas Pudding ist ziemlich aufwendig zuzubereiten und benötigt, wenn er richtig gut werden soll, eine lange Reifezeit. Tatsächlich schmeckt Christmas Pudding nach einer gewissen Reifezeit noch intensiver. Für mich gehört Christmas Pudding zu den Highlights an Weihnachten und ist bei uns fester Bestandteil der alljährlichen Weihnachtsleckereien.
Verschließe ihn luftdicht und bewahre ihn an einem kühlen, trockenen und dunklen Ort auf, bis du ihn essen möchtest. Wichtig: Wer den Pudding zu Weihnachten genießen möchte, sollte sich spätestens Anfang Dezember daran machen, denn der Pudding muss lange ziehen können. Traditionell wird der Christmas Pudding Ende November hergestellt. Bis zum 25. Dezember profitiert er von der Reife.
Servieren und Traditionen beim Anrichten
Am Weihnachtstag schließlich wird die Abdeckung feierlich entfernt und der Plumpudding muss erneut für zwei bis drei Stunden ins Dampfbad. Währenddessen bereitet Ihr die Brandybutter zu. Dazu schlagt Ihr die weiche Butter mit dem Zucker schaumig und gebt dann Brandy und Puderzucker hinzu. Fertig!
Die heutige spektakuläre Variante: Kurz vor dem Servieren, stülpt Ihr den Plumpudding auf eine Servierplatte. Danach wird der Christmas Pudding mit Whiskey und Brandy übergossen, angezündet und in einem abgedunkelten Raum den Gästen präsentiert. Die flambierte Variante, mit der traditionellen Sauce, gibt es bei uns zu Silvester.
Für die alkoholfreie Präsentation passt perfekt Vanillesoße oder eine Karamell-Sauce: Für die Salzkaramell-Sauce die Sahne erhitzen. Zucker in einem großen Topf bei niedriger Hitze karamellisieren. Vom Herd nehmen, Butter und Salz einrühren. Nach und nach warme Sahne zugeben und unterrühren. Dazu passt perfekt Vanillesoße!
Glücksbringer und Rituale
In Großbritannien kann die Zubereitung des Puddings zu einem richtigen Ritual auswachsen. Vor dem Kochen des Puddings werden in den Teig einige Gegenstände aus Silber oder Porzellan (die Christmas Charms) gegeben: das kann ein Ring sein oder ein Knopf, Fingerhut, Stiefel, Hühnerbein (das sogenannte Wishbone), Glocke, Hufeisen oder Schweinchen. Auch Silbermünzen wurden hineingetan, aber die sind hier nicht mehr im Umlauf. Jedes Familienmitglied rührt danach einmal in der Teigschüssel.
Wer beim Essen solch einen Gegenstand in seiner Portion findet, heiratet oder bleibt Junggeselle, verreist, ist ein Gierlappen oder Glückspilz, darf sich etwas wünschen oder wird reich. Dabei muss man schon darauf achten, dass die Gegenstände nicht schmelzen oder Gifte absondern. Inzwischen wird davon abgeraten, die Gegenstände vor dem Kochen in den Teig zu geben. Am besten ist es, wenn er den Boden nicht berührt.
Praktische Varianten und Abkürzungen
Wenn du dich bisher noch nicht getraut hast, probiere es gerne einmal aus. Die Herstellung des Christmas Pudding ist nämlich ziemlich einfach. Wenn man alle Zutaten und Utensilien daheim hat, ist das Ganze definitiv nicht mehr so kompliziert, wie es vielleicht auf den ersten Blick klingt. Info: Kaufe alle Trockenfrüchte am besten bereits entsteint, das spart Zeit.
Es ist kein Problem, die von mir verwendeten Trockenfrüchte durch deine Lieblinge zu ersetzen. Wir mögen den Geschmack von Rum sehr gerne und ich nehme auch immer einen sehr guten Rum für Christmas Pudding. Wenn du keinen Alkohol im Christmas Pudding möchtest, z. B. weil Kinder mitessen sollen, kannst du den alkoholischen Teil durch Orangensaft oder den Saft von ausgepressten Mandarinen ersetzen.
Kurze Rezeptübersicht (Schritte)
- Trockenfrüchte hacken, in Tee/Apfelsaft oder alternativ Orangensaft legen und mindestens 1 Stunde bis über Nacht ziehen lassen.
- Butter schmelzen, Zucker, Semmelbrösel, Mehl, Gewürze, Orangensaft/Schale, Eier und Milch zu den Früchten geben und gut vermischen.
- Masse in gefettete Puddingform füllen, mit Backpapier und Alufolie abdecken und mit Küchengarn fixieren.
- Pudding im Wasserbad bei schwacher Hitze 4-6 Stunden garen, Wasserstand prüfen und ggf. nachfüllen.
- Pudding abkühlen lassen, luftdicht verschließen und an einem kühlen dunklen Ort reifen lassen.
- Zum Servieren: wärmen, optional flambieren oder mit Vanillesoße / Karamellsauce servieren.
Hinweis zur Portionsgröße und Lagerung
Der Christmas Pudding ist recht mächtig, aber sicher auch der krönende Abschluss eines guten Weihnachtsmenüs. Bei optimaler Lagerung zwischen 4 und 7 °C hält er sich lange - der Plumpudding soll sich übrigens jahrelang halten! Da kannst man ihn also unbesorgt schon jetzt zubereiten.
Das Wichtigste zum Plumpudding-Rezept
Das Plumpudding-Rezept existiert in den unterschiedlichsten Formen und Variationen. Die Grundidee dahinter ist jedoch immer gleich: Was im deutschsprachigen Raum als "Serviettenknödel" bekannt ist, wird unter anderem im Vereinigten Königreich, Irland und Australien als Christmas Pudding in einem "Puddingtuch" oder einer Puddingform gekocht. Das geschieht meist schon mehrere Wochen vor dem Weihnachtsfest. Der Plumpudding wurde zu einem Festmahl. In den britischen Häusern stand er an Allerheiligen, Weihnachten und Neujahr auf dem Tisch.
Wenn du dich an dieses traditionsreiche Rezept wagst, wirst du mit einem fruchtigen, aromatischen und sehr festlichen Dessert belohnt - ganz ohne Alkohol und ohne Rindertalg, aber voller Geschmack.
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