Pickert Rezept traditionell: Alles über das lippische Nationalgericht
Pickert ist ein traditioneller Hefe-Pfannkuchen aus Westfalen - insbesondere aus Lippe -, der in der regionalen Küche als echtes „Nationalgericht“ gilt. Seine ursprünglichen Zutaten und die vielfältige Zubereitung machen ihn zu einem einzigartigen und beliebten Gericht, das sowohl herzhaft als auch süß genossen werden kann.
Was ist Pickert?
Pickert ist ein herzhafter Pfannkuchen aus Westfalen, der sich hervorragend für ein gemütliches Frühstück oder Brunch eignet. Die von lippischen Bauern erfundene Spezialität kombiniert Hefe, Milch, Mehl, Eier und geriebene Kartoffeln. Lippischer Pickert, auch bekannt als Lappenpickert oder Westfälischer Reibekuchen, ist ein herzhafter Pfannkuchen mit Kartoffeln, den man nach Omas Original Rezept ganz einfach selber machen kann! Der Teig spiegelt alles wider, was in der bäuerlichen Region Lippe auf einem Bauernhof so zur Verfügung stand, wenn man etwas Nahrhaftes und Leckeres auf den Tisch bringen wollte.
Zutaten im Überblick
- mehligkochende Kartoffeln
- Weizenmehl (Type 405)
- frische oder trockene Hefe
- Milch (lauwarm)
- Zucker
- Eier
- Salz
- Rosinen (optional, aber sehr beliebt)
- Margarine, Butterschmalz oder Gänsefett/Sonnenblumenöl zum Ausbacken
Lippischer Pickert ist für mich mit Kindheitserinnerungen verbunden. Das Gericht besteht aus einfachen Zutaten, die auf jedem Bauernhof verfügbar waren. Nicht ganz original, aber sehr lecker wird er mit Rosinen bzw. Sultaninen.
Schritt-für-Schritt-Anleitung: Zubereitung des traditionellen Pickerts
Die Hefemilch vorbereiten
Die Milch in einem kleinen Topf erwärmen (sie sollte lauwarm sein, nicht kochen) und den Zucker einrühren. Die Hefe hinzugeben oder - wenn frische Hefe verwendet wird - mit den Fingern hineinbröseln. Den Topf abdecken und die Mischung an einem warmen Ort ca. 20 Minuten gehen lassen.
Kartoffeln schälen und vorbereiten
Die Kartoffeln schälen, waschen und fein reiben. Anschließend die Masse in ein sauberes Küchentuch geben und gründlich ausdrücken, damit die überschüssige Flüssigkeit entweicht. So wird der Pickert später schön locker.
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Teig herstellen
Die ausgedrückten Kartoffeln in eine große Schüssel geben. Die aufgegangene Hefemilch hinzufügen, danach Mehl, Eier und eine Prise Salz unterrühren. Alles zu einem glatten Teig verarbeiten. Wer mag, gibt an dieser Stelle Rosinen dazu. Der Teig muss schwer klebrig vom Rührlöffel fallen (evtl. mit lauwarmer Milch und lauwarmem Wasser verdünnen). Teig abdecken und an einem warmen Ort ca. 1 Stunde gehen lassen, bis er deutlich aufgegangen ist.
Backen in der Pfanne oder im Waffeleisen
Eine große Pfanne erhitzen und etwas Margarine, Butterschmalz oder Öl hineingeben. Mit einer Kelle Teig in die Pfanne geben und bei mittlerer Hitze 4-5 Minuten pro Seite goldbraun backen. Den Vorgang wiederholen, bis der gesamte Teig verarbeitet ist. Klassisch wird der Pickert in der Pfanne mit Fett ausgebacken. Alternativ kann das Gericht auch im Waffeleisen gebacken werden, was für eine fettärmere, aber immer noch wunderbar luftige Variante sorgt.
Traditionelle Beilagen und Serviervorschläge
Die fertigen Pickert warm servieren. Klassisch genießt man sie mit Zuckerrübensirup, doch auch herzhafte Beläge wie Leberwurst passen hervorragend dazu. Man reicht üblicherweise lippische Leberwurst (eine Leberwurst mit einem Leberanteil unter 10% bzw. ohne Leber), Butter, Rübensirup oder Marmelade. Apfelmus schmeckt auch ganz vorzüglich dazu. Für die traditionelle herzhafte Variante kann man bei der Zubereitung des Teigs etwa 100 ml Sojamilch durch Bier ersetzen.
Beispielhafter Serviervorschlag
- Rübenkraut (Zuckerrübensirup)
- Butter oder eine Scheibe guter Butter
- Lippische Leberwurst
- Marmelade, Gelee oder Apfelmus
- Puderzucker (in einigen Regionen beliebt)
Früher wurde Pickert häufig zur Kaffeezeit gegessen, heute genießt man ihn als Hauptspeise oder zum Brunch.
Pickert einfrieren & Haltbarkeit
Ich friere Pickert nach dem Abkühlen luftdicht verpackt ein und backe sie bei Bedarf in der Pfanne oder im Toaster kurz auf. So bleiben sie außen knusprig und innen saftig - im Gefrierfach halten sie sich 2-3 Monate.
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Pickert: Ein Stück Westfälische Tradition
Lippischer Pickert gilt als “Nationalgericht” in der westfälischen Küche. Dieses Gericht ist nicht einfach ein Hefe-Kartoffelpuffer; Pickert ist Kindheit, Heimeligkeit und die garantierte Aussicht auf ein kapitales Völlegefühl. Der Name Pickert stammt wahrscheinlich von der Klebrigkeit des Teiges, wenn er wie früher auf der heißen Herdplatte zubereitet wurde, denn er klebte („pickte“) fest, wenn die Platte nicht gut genug eingefettet wurde.
Pickert ist ein wunderbares Beispiel für die traditionelle westfälische Küche und ein Genuss für jeden Gaumen. Das Gericht wird gern in geselliger Runde, zum Familienfrühstück oder an Festtagen serviert und erinnert viele an Kindheit und Heimat. Besonders in der herbstlichen Jahreszeit passt dieses Kartoffelgericht hervorragend auf den Speiseplan.
Pickert: Varianten & Tipps
- Rosinen können je nach Geschmack weggelassen werden, sie geben dem Pickert aber eine angenehme Süße.
- Für eine herzhaftere Note kann anstelle von Weizenmehl auch Buchweizenmehl verwendet werden.
- Wird der Pickert im Waffeleisen gebacken, benötigt man deutlich weniger Fett als in der Pfanne, da das Waffeleisen von beiden Seiten gleichzeitig backt.
- Resteverwertung: Übrige Pickert lassen sich problemlos bis zu zwei Tage im Kühlschrank lagern und kurz vor dem Servieren im Toaster, Backofen oder in der Pfanne aufbacken.
Rezeptvarianten: Mengen & Nährwerte
| Zutat | Beispielmenge für 4 Portionen |
|---|---|
| Kartoffeln | 750 g |
| Weizenmehl | 500 g |
| Trockenhefe | 2 Tütchen |
| Milch | 250 ml |
| Eier | 5 Stück |
| Salz | 1 Prise |
| Rosinen (optional) | 200 g |
| Öl oder Fett zum Braten | nach Bedarf |
Die durchschnittlichen Nährwerte pro Portion können je nach Rezept und Zutaten leicht variieren.
Koch-Tipps & Kindheitserinnerungen
Während des Backens erinnert der Duft an traditionelle Familienfeste und an die Zeit, als die Großmutter den Pickert noch auf dem alten Gasherd buk. Die Bemühungen früher, den Duft im Haus einzudämmen, waren meist vergeblich - der Pickert-Duft zog durch alle Räume. Bei Familienbesuchen wurde oft klassisch gesalzene Butter, Rübensirup, Lippische Leberwurst und für die Erwachsenen Kaffee dazu gereicht.
Viele verbinden Pickert mit Kindheit und Geselligkeit - es ist mehr als nur ein Essen, sondern ein Stück Heimat.
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