Die Geschichte und das Sortiment der Piasten Pralinen Weihnachtsdose
Piasten ist ein Synonym für hochwertige Schokoladensüßigkeiten und ein fester Bestandteil der deutschen Süßwarenlandschaft. Seit 1948 werden in Forchheim im Nordosten Bayerns Dragees, Pralinen und Schokolinsen produziert - darunter die beliebten Weihnachtsdosen, die jedes Jahr die Herzen von Schokoladenliebhabern höher schlagen lassen. Die Wurzeln des Unternehmens reichen jedoch viel weiter zurück: Bereits 1923 wurde Piasten als Schokoladenfabrik im schlesischen Brieg (heute Brzeg) gegründet.
Von der Gründung bis zur Neuaufstellung in Forchheim
Gegründet wurde das Unternehmen bereits 1923 im schlesischen Brieg. Zunächst waren Nudelwaren produziert worden. Nach dem Zweiten Weltkrieg leitete der aus Breslau geflohene Inhaber Anton Hofmann im oberfränkischen Forchheim in angemieteten Räumlichkeiten der früheren Spinnerei einen Neuanfang der Produktion ein. Seit 1948 befindet sich das Werk des Süßwarenherstellers Piasten im Forchheimer Nordosten. Seit 70 Jahren stellt die Firma Piasten in Forchheim Süßigkeiten her.
Im Laufe der Jahrzehnte hat Piasten zahlreiche Veränderungen durchlebt und sich immer wieder neu erfunden. Genau genommen ist es die Zeit, als sich erstmals etwas gravierend änderte, als die frühere Eigentümerfamilie Piasten verkaufte, nachdem zuvor der englische Cadbury-Konzern eingestiegen war. Im Jahr 1992 stieg Cadbury Schweppes in das Unternehmen ein und übernahm Piasten 1998 von der Eigentümerfamilie Hofmann. Seit 1998 vertreibt Piasten die Produkte von Cadbury in Deutschland.
Modernisierung und Übernahme durch Katjes
Seit der Übernahme durch Katjes im Jahr 2014 stellt sich die Firma neu auf. Die Bonbons- und Riegelproduktion wurde aus Platzgründen an Katjes abgegeben. Auf dem Gelände von Piasten wird sich weiterhin einiges verändern. "Wir erneuern jedes Jahr die Fassaden eines Gebäudes. Ziel ist, dass alles in Piastenrot erstrahlt", so Geschäftsführer Joel-Florian Beck. Es werde aber noch etwa fünf Jahre dauern, bis alle Fassaden gestrichen sind.
Ein Farbanstrich zeigt seit geraumer Zeit auch äußerlich, dass sich bei Piasten in Forchheim etwas tut. Einige Gebäude heben sich in ihren frischen weißen und roten Farben inzwischen ab vom schmutzigen stumpfen Gelbton längst vergangener Jahrzehnte. "Wir haben 2015 und 2017 kräftig investiert", berichtet Joel-Florian Beck, einer der Geschäftsführer, zuständig für die Finanzen. Fast zehn Millionen Euro seien in neue Maschinen geflossen.
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Neu sind auch eine Linsenprägeanlage und horizontale Schlauchbeutelmaschine, die Tüten mit kleinen Schokoprodukten zuklebt, ohne dass durch die Hitze beim Kleben die Schokolade schmilzt. Einen Zuckerdragierer, der farbhaltige Zuckerschichten auf Dragees aufträgt und laut Geschäftsführer Beck dafür sorgt, "dass es im Mund so schön knirscht". Er hat ein Fassungsvermögen von 2,4 Tonnen und ist damit nun der größte im Forchheimer Werk. Handarbeit ist bis auf wenige Ausnahmen kaum noch nötig. Das meiste erledigen Maschinen aus Edelstahl.
Umsatz, Export und Produktionsmengen
Im Jahr 2017 erzielte der Konzern einen Umsatz von rund 105 Millionen Euro. 50 Prozent des Umsatzes machen dabei Exportgüter aus, die in rund 50 Ländern der Welt vertrieben werden. Gerade dieses Sortiment war es, dass die Forchheimer 2014 für die Katjes-Gruppe interessant machte. Sie kaufte die Schokoladenfabrik - von Strothmann und seinen Geschäftsführungskollegen, die neun Jahre zuvor das damals verlustreiche Unternehmen übernommen hatten und es wieder auf die Gewinnerseite führten.
Einer von ihnen, neben Strothmann, ist Rolf Schröppel, in der Geschäftsführung zuständig für den Vertrieb. Er spricht von einer Produktion von 30 000 Tonnen Süßigkeiten jährlich, wovon rund die Hälfte in den Export gehe, zum Teil über unabhängige Vertriebswege, zum Teil über Discounter wie Penny, Aldi oder Lidl, die auch im Ausland sitzen. Größter Einzelmarkt für Piasten sei Italien. Einen Schwerpunkt bildeten aber auch die Märkte Osteuropas, wo vor allem Weinbrandbohnen sehr gefragt seien.
| Jahr | Produktion (Tonnen) | Umsatz (Mio. €) | Exportanteil (%) |
|---|---|---|---|
| 2014 | 30.000 | 91,6 | 50 |
| 2017 | ~30.000 | 105 | 50 |
Sortiment: Schokolinsen, Pralinen, Weihnachtsdosen und innovative Produkte
Piasten - der Name stand und steht für Schokoladensüßigkeiten made in Forchheim, genau genommen Dragees, also alles, was mit Schokolade und Zucker überzogen ist, und Pralinenmischungen, oft mit Alkohol gefüllt. Die Piasten GmbH ist ein Drageehersteller in Deutschland und gehört zu Katjes International.
Bei Schokolinsen, eine linsenförmige Süßigkeit aus dragierter Vollmilchschokolade, oft mit Pfefferminzgeschmack, ist Piasten Deutschlands Nr. 1. "Die weiß-rosa Schokolinsen sind sicher unser bekanntestes Produkt", glaubt Geschäftsführer Bertram Strothmann. Die Linsen gibt es inzwischen zusätzlich im Mini-Format, mit Erdbeer- und Kirschgeschmack. Mehr als die Hälfte des Absatzes wird mit Dragees, wie z. B. Schokolinsen, Schokolinsen mini oder der Produktrange unter der Marke „Big Ben“ erzielt.
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Einen besonderen Platz nehmen die Piasten Weihnachtsdosen ein, bei denen sich klassische Dragees, Pralinenmischungen und Weinbrandbohnen finden. Besonders diese Pralinenmischungen - häufig auch mit alkoholischer Füllung - sind zur Weihnachtszeit beliebt und stehen für die Vielfalt und Qualität der Piasten-Produkte.
Einen Schwerpunkt bildeten aber auch die Märkte Osteuropas, wo vor allem Weinbrandbohnen sehr gefragt seien.
Innovation & Traditionspflege: Die Rückkehr der Marke Treets
So konnten sie aktuell auch eine neue Marke entwickeln, die es schon einmal gab: Treets. Mars hatte den Namen laut Piasten in den 1980er Jahren aufgeben und stattdessen auf M & M's gesetzt. Im Herbst 2017 erwarb Piasten die Rechte an der Marke „Treets“ vom früheren Hersteller Mars, der diese Marke zugunsten von M&M’s Ende der 1980er Jahre eingestellt hatte. Unter dem Namen Treets bringt Piasten aktuell seine Erdnuss- und Erdnussbuttervarianten auf den Markt.
"Mit natürlichen Aromen und Farben", die Piasten "seit fünf Jahren nur noch verarbeitet", sagt Strothmann. Neben anderen Zutaten, darunter jährlich 15 000 Tonnen Zucker, kauft Piasten Kakaomasse und Kakaobutter selbst und fertigt vor Ort die Schokolade.
Vertrieb, Werksverkauf und Position am Markt
Mehr als die Hälfte des Absatzes wird mit Dragees, wie z. B. Schokolinsen, Schokolinsen mini oder der Produktrange unter der Marke „Big Ben“ erzielt. In Forchheim betrieb Piasten bis Ende 2023 einen selbst geführten Fabrikverkauf als Piasten Werksverkauf. Die Schließung wurde damit begründet, dass Piasten Süßwaren für den Handel fertige, der Verkauf an Endkunden hingegen nicht zu den Kernaufgaben gehöre; zudem habe sich dieser auch wegen des Verkaufs von Fremdware zu günstigen Preisen als defizitär erwiesen. Nach einem Wechsel des Piasten-Geschäftsführers öffnete der nun nicht mehr von Piasten selbst betriebene Verkauf auf dem Betriebsgelände in Forchheim ab dem 1. wieder.
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Piasten hat von Seiten der Mutter Katjes (Emmerich am Rhein/Nordrhein-Westfalen) völlig freie Hand, was rechtliche und organisatorische Fragen angeht.
Vor allem in West- und Osteuropa, aber auch in Überseegebieten, wie den USA, Australien und Kanada, werden laut den Geschäftsführern Joel-Florian Beck (links) und Bertram Strothmann (rechts) Piasten-Produkte nachgefragt.
Fazit: Piasten Weihnachtsdose als Aushängeschild
Die Piasten Pralinen Weihnachtsdose symbolisiert die Verbindung von Tradition, Innovationskraft und höchster Qualität - hergestellt in einem Werk, das sich kontinuierlich weiterentwickelt. Vom ersten Schokoladenprodukt aus den 1920er Jahren bis hin zu modernen, international vertriebenen Kreationen bleibt das Herz der Marke dieselbe Liebe zu Schokolade und Zuckerwaren, die Genießer auf der ganzen Welt begeistert.
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