Notfütterung von Bienen mit Honig: Ausführliche Anleitung und Praxistipps
Die Notfütterung von Bienenvölkern mit Honig ist eine wichtige Maßnahme in der Imkerei, um das Überleben der Bienen in futterarmen Zeiten oder bei Futtermangel während Herbst und Winter zu sichern. Besonders nach der Honigernte, wenn natürlicher Nektar knapp ist, stehen Imker vor der Frage: Womit und wie soll die Fütterung erfolgen? Honig als Futter hat viele Vorteile, birgt aber auch besondere Risiken und Stolpersteine. Diese Anleitung führt Sie Schritt für Schritt durch alle Überlegungen, Methoden und praktischen Maßnahmen rund um die Notfütterung mit Honig.
Wann und warum muss man Bienen notfüttern?
Jedes Jahr in der Zeit von Juli bis September, nach der Honigernte, kommt für Imker das Thema Bienenfütterung auf. Nach der letzten Honigentnahme muss man die Bienen einfüttern. Du hast den Honig geerntet und somit den Bienen ihren Wintervorrat genommen. Kein Problem, wenn Du jetzt dafür sorgst, dass die Bienen wieder etwas zu fressen haben. Doch wann darfst und solltest Du überhaupt die Bienen füttern? Bienen füttern bedeutet somit nicht nur Vorrat für den Winter haben, sondern die Grundlage für die Bienen im nächsten Frühjahr zu schaffen!
Solange die Bienen genügend eigenen Honig haben, können sie den in trachtarmen Zeiten als Nahrung verwenden. Vereinzelt finden die Bienen noch nektartragende Blüten, aber nicht mehr genug, um den täglichen Futterbedarf des ganzen Bienenvolkes zu stillen. Die Notfütterung wird notwendig, wenn das Volk zu wenig Vorräte hat, vor allem nach verlustreichen oder futterarmen Wintern. Es kann vorkommen, dass die Bienen im Winter zu wenig Futter haben. Damit sie nicht verhungern, ist eine Notfütterung notwendig.
Zu viel Futter verbraucht: Auch möglich ist, dass die Bienen über den Winter einen besonders hohen Futterverbrauch hatten. Dies passiert vor allem in milden und wechselhaften Wintern. Dann legen die Bienen schon früh viel Brut an, die gefüttert und gewärmt werden muss. Erscheint ein Kasten ungewöhnlich leicht oder sieht man gut entwickelte Völker bereits an der letzten Futterwabe knabbern, muss man handeln!
Wieviel Futter brauchen Bienen im Winter?
- Ein Bienenvolk sollte zu jeder Zeit mindestens 5 Kilo Vorräte haben.
- Insgesamt brauchen die Bienen von Ende Februar bis Mitte April noch ca. 8 kg, so dass sie bis zur ersten Tracht versorgt sind.
- Die Futterreserven werden in der Bienenkiste hinten und in den Randwaben abgelagert. Die Wintertraube sitzt zu Beginn fluglochnah und frisst sich langsam nach hinten.
Welches Futtermittel eignet sich? Honig, Zuckersirup oder Futterteig?
In den letzten Jahren habe ich immer mit Zuckerwasser bzw. mit einer gekauften Zuckerlösung gefüttert. In diesem Jahr werde ich einen Teil davon durch eigenen Honig ersetzen. Ist ein bisschen seltsam, wenn man den Honig zunächst entnimmt und schleudert, um ihn dann zurück zu füttern. Da gibt es bestimmt bessere Lösungen. Aber der Winter ist lang, ich werde viel lesen, nächstes Jahr weiß ich bestimmt mehr darüber.
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Zum Füttern wird also bei den Bienen grundsätzlich eine Zuckerlösung oder Futterteig verwendet! Wenn Honig, dann nur aus den eigenen Völkern. Aber Vorsicht: Auch eigener Honig kann von der Konsistenz problematisch werden (z.B. Raps- oder Waldhonig). Honigtauhonige sind ebenfalls nicht geeignet, da sie für die Bienen nicht gut bekömmlich sind. Die Bienen können den mineralstoffreichen Honig im Winter schlecht verdauen. Vor zwei Jahren habe ich über Winter alle Völker verloren, weil zu viel dunkler Honig im Brutraum war. Das ist auch der Grund warum ich die erste Futtergabe mit leicht verdaulichem Zucker vermischt habe.
- Zuckersirup ist leicht verfügbar, günstig und verdirbt nicht.
- Eigener Honig ist bienengerecht, birgt aber Gesundheitsrisiken bei falschem Einsatz.
- Fremder Honig darf niemals verwendet werden: Faulbrutgefahr!
- Futterteig ist besonders im Spätwinter und bei sehr niedrigen Temperaturen geeignet.
Vor- und Nachteile der Honig-Fütterung auf einen Blick
| Vorteile | Nachteile |
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Wann und wie füttert man mit Honig?
Füttern solltest Du jedoch, wenn dein Volk noch sehr klein ist, sprich die Bienen noch keine ausreichende Volksstärke für den Winter erlangt haben und Du absehen kannst, dass die Bienen nicht aus eigener Kraft der Natur ausreichend Nektar entnehmen können. Aber sieh selbst, hier sind die Vor- und Nachteile. Fütter z. B. nach der Honigernte im Juli erst einen Teil und im August dann den zweiten.
Für die erste Futtergabe pro Bienenvolk fünf Kilogramm Honig mit fünf Kilogramm Zucker und drei Litern Wasser verrührt. Das genügt erst einmal und lässt den Bienen genügend Platz im Brutraum für Brut und, falls es noch eine späte Tracht gibt, für den Eintrag von Nektar. Ausnahme: Der Bienenschwarm hing schon über viele Tage in der Natur und ist ausgehungert.
- Füttern möglichst nach der letzten Honigentnahme, aber vor Trachtbeginn.
- Nicht in den Wintermonaten auffüttern, außer im absoluten Notfall!
- Als Notfütterung im Winter ist direkter kandierter Honig oder Futterteig ideal.
Praktische Anleitung: Honig verfüttern - Methoden und Schritt-für-Schritt
Honig flüssig oder kandiert?
Der Honig wird aufgetaut (Blütenhonig). In diverser Literatur ist zu lesen, dass er mit 1/3 Wasser verdünnt werden soll. Muss man da Angst haben wegen Gärung? Ich habe noch Flüssigfutter da aber den Honig möchte ich eh los werden, da ein Rest aus 2013. Es gibt verschiedene Varianten:
- Flüssigen Honig dargeben: Möglich, aber Gärungsgefahr im warmen Herbst und im Winter nicht empfehlenswert, da erhöhte Feuchtigkeit im Stock.
- Kandierten Honig aufbringen: Honigstücke (nicht zu hart) auf Oberträger oder direkt auf Waben legen. Bienen können kandierten Honig meist problemlos aufnehmen, Kristalle bleiben nur selten zurück.
- Honig-Wasser-Gemisch: 2:1 (zwei Teile Honig, ein Teil lauwarmes Wasser) ergibt eine für Bienen leicht aufnehmbare Lösung.
- Honig in Plastikbeutel: Flach drücken, einschlitzen und mit Öffnung auf Oberträger legen. Bienen holen sich die benötigte Menge selbst. Achtung: Schwimmhilfen bei flüssigem Honig vermeiden Bienenverluste.
Nicht im Garten, sondern zuhause anrühren, um Räuberei und Wespenbesuch zu verhindern. Die Bienen können das Futter sehr schnell verarbeiten und in z. B. Die Futterzarge muss nun so aufgesetzt werden, dass der Zugang zur Futterzarge passend auf dem Zugang zu den Bienen ist.
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Direkte Notfütterung - Schritt für Schritt
- Wabenkontrolle: Kasten anheben oder wiegen, Kontrolle der Vorräte. Richtwert: Mindestens 5 kg Vorrat, sonst Fütterung notwendig.
- Entscheide, ob direkter Honig, Honigwasser oder Futterteig als Ergänzung gebraucht wird.
- Kandierten Honig auf Wabenoberträger legen:
- In kleine Stücke schneiden (nicht zu hart, nicht halbflüssig), auf die Oberträger legen oder in einer aufgeschlitzten Plastiktüte.
- Ggf. eine Leerzarge aufsetzen.
- Am besten mit einer Schwimmhilfe arbeiten. - Honigwasser-Mischung anfertigen:
- Warmes Wasser und Honig im Verhältnis 2:1 mischen, z.B. mit Farbrührer in sauberen Eimern.
- Die Mischung in Futterzarge, Futtereimer oder Fluglochfütterer geben. Kleine Löcher im Deckel verhindern Räuberei. - Oberträger ggf. etwas Honig einstreichen, um Bienen zum Futter zu führen.
- Futtergabe stets bienennah und warm (ggf. vorwärmen) anbieten, besonders im Winter.
Hinweis: Man sollte niemals im Winter füttern, wenn keine Notsituation vorhanden ist. Die Aufnahme des Futters belastet die Bienen in einer Zeit, in der sie Ruhe brauchen. Die Bienen verbrauchen in den Wintermonaten kaum Honig.
Tipps und typische Fehler bei der Notfütterung mit Honig
- Nur eigenen Honig verwenden - fremder Honig kann tödliche Sporen (Amerikanische Faulbrut) enthalten!
- Honigtau- und Waldhonige sind für den Winter ungeeignet: schwer verdaulich, Stress im Frühjahr.
- Kandierter Honig oder Futterteig funktioniert bei niedrigen Temperaturen am zuverlässigsten.
- Füttere in kleinen Portionen und beobachte regelmäßig die Annahme und Vorräte.
- Keine große Honigmenge auf einmal geben - Gefahr von Stockfeuchtigkeit oder Gärung.
- Bei der Honigfütterung im Frühjahr: Immer Reste aus Futter im Honigraum vermeiden, da moderne Labore Futterrückstände im Honig nachweisen können und so Verkehrsfähigkeit und Qualität leiden!
- Die Aufnahme des Futters ist umso besser, je näher man das Futter an die Bienen heran bringt und je wärmer es ist.
Praxisfälle und Erfahrungsberichte
Hallo Thomas: Ich habe vor ein paar Jahren auch mit festem Honig eine Notfütterung durchgeführt und nur die Stücke auf die Oberträger gelegt und es hat gut geklappt. Ich meine aber der Honig sollte nicht klebrig sein oder halb flüssig, den findet man im ungünstigen Fall dann auf der Windel. Wenn es nicht eilt würde ich warten bis nach dem Reinigungsflug und dann flüssig füttern.
Hallo Kai: Den ersten Eimer habe ich bereits verfüttert; ich habe ihn mit warmem Wasser 1:1 angemischt, das ergibt mir eine sehr flüssige Lösung. Diese doppelte und dreifache Arbeit werde ich mir allerdings künftig ersparen. Und wenn Not- bzw. Fast der gesamte Honig ist wieder verfüttert. Das ging richtig gut. Letztendlich waren nur ca. 20% Wasser nötig, um den Honig etwas dünner und flüssiger zu machen. Das Mischen erfolgte mit Bohrmaschine und Farbrührer, alles lief problemfrei.
Festern Honig kannste so reinpacken, da bleibt nichts über.
Gesundheit der Bienen und Einflüsse der Futtermittel
Die Kombination aus eigenem Honig, Zucker und Wasser sorgt einerseits für leicht verwertbare Energie, vermeidet aber die Verdauungsprobleme von dunklem Honig und die Risiken von Gärungsprozessen. Die Mischung (z.B. 5 kg Honig, 5 kg Zucker, 3 L Wasser) ist für die Notfütterung geeignet und erhält ausreichend Platz für Brut und spätere Trachteinträge.
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Wichtig: Schon vor der Durchführung der Honigfütterung sollte alles vorbereitet, sauber durchgeführt und auf Räuberei, Krankheitsgefahr und hygienische Handhabung geachtet werden. Im Herbst immer an nachfolgende Varroabehandlung denken! So vorbereitet, kannst Du mit der Bienenfütterung beginnen.
Fütterungskontrolle und Wachsamkeit bis zum Frühjahr
Der wichtigste Zugang für die Bienen zur Außenwelt ist das Flugloch: Klein halten, um Räuberei vorzubeugen. Immer das Gewicht und den Vorrat kontrollieren, ob noch genügend Futtervorhanden ist. Die Angaben sind immer inkl. dem Gewicht der kompletten Bienenbeute. Eine komplett ausgebaute und verdeckelte Futterwabe wiegt ca. 2,5 kg, eine Rähmchenseite ca. 1,25 kg und wenn der Futterrand nur das obere Drittel einer Wabenseite füllt, teilst Du 1,25 kg durch drei: Das sind ca. 400 g.
Stellst Du bei der Futterkontrolle also fest, dass kaum Platz für die Eier der Königin vorhanden ist, dann unbedingt das Füttern einstellen, evtl. Futterwaben entnehmen. Der größte Teil des Verbrauchs liegt in den Monaten März und April. In dieser Zeit kommt aber - mit etwas Glück - auch schon wieder etwas hinein und man kann (notfalls) leichter füttern.
Erweiterte Fütterungsmethoden und Alternativen
Wer weitere Völker besitzt, die den Winter über weniger Futter verbraucht haben, kann deren Futterwaben verteilen. Sollte es aber keine Reserven mehr geben, greifen einige vielleicht zum Futtersirup, der noch vom Herbst übriggeblieben ist. Die Gabe von Bienenfutter vor einer Tracht kann den Honig verfälschen. Nutzen Sie - wenn möglich - immer Futterwaben und als zweite Wahl eigenen Honig für die Notfütterung!
Sind keine anderen Futterwaben vorrätig, ist die nächstbeste Variante, eigenen Honig zu verfüttern. Dann muss es aber unbedingt eigener Honig sein, um das Risiko einer Infektion der Völker mit Faulbrut-Sporen oder anderen Erregern aus fremdem Honig zu minimieren.
Mit der richtigen Methode, regelmäßiger Kontrolle und einer Reserve an eigenem, sortenreinem Honig, überstehen Ihre Bienenvölker auch futterarme Zeiten und gehen kraftvoll in die neue Saison.
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