Niederegger Marzipan Weihnachtsmann Herstellung und Geschichte

Es ist die wohl süßeste Verführung Lübecks - Niederegger Marzipan. Wir alle kamen schon Mal in den Genuss von den herzhaften Marzipan-Kugeln, der kleinen Marzipan-Schoko-Häppchen oder von der bekannten Marzipan-Nusstorte. Die Weihnachtszeit stellt das Lübecker Unternehmen jedes Jahr vor ganz besondere Herausforderungen. Aber wie wird das echte Niederegger Marzipan eigentlich hergestellt?

Grundrezept und Herstellung

Ein Drittel Zucker, zwei Drittel Mandeln und eine Geheimzutat (kein Rosenwasser): Das ist das Grundrezept des Niederegger Marzipans. Sobald die Marzipan-Rohmasse fertiggestellt ist, wird diese in unterschiedlichster Art und Weise verarbeitet. Bei Funsch verwendet man sieben Teile Rohmasse zu drei Teilen Zucker: So ergibt sich die Qualitätsstufe Edelmarzipan. Die Rohmasse wird in großen Bottichen mit Rührwerken maschinell miteinander vermengt und anschließend zu Formen verarbeitet.

Die Produkte werden mit Lebensmittelfarbe zum Leben erweckt. Das passiert teilweise mit einer Airbrush-Pistole. Manchmal muss aber auch ganz fein gearbeitet werden. Dann kommen sogenannte Marzipan-Schminker zum Einsatz. So muss der Marzipan-Weihnachtsmann auch nicht nackt bleiben! Die Ober- und Unterschale ergeben gemeinsam die Körperform, die durch eine Handpresse zusammengedrückt wird. Erst danach beginnt die entscheidende Handarbeit: Der farblose Figur den letzten Schliff zu verleihen, indem man sie auf einem Drehtisch mit Tülle, Pinsel und Airbrush gestaltet.

Niederegger produziert seit 1806 Marzipan, doch die aktuelle Energiekrise ist auch für das Familienunternehmen, mittlerweile in der 7. und 8. Generation geführt, ein echter Stresstest. Wo spart Niederegger Energie ein? Das wird im Pressegespräch erläutert. Funsch beliefert Großhändler, Bäckereien und andere Läden in halb Europa, Kanada und die USA. So werden manche Marzipan-Figuren sogar mit dem Schiff transportiert. Am beliebtesten sind sie im deutschsprachigen Raum und in Skandinavien.

Fertige Produkte und saisonale Vorbereitungen

Sobald die Marzipan-Rohmasse fertiggestellt ist, wird diese in unterschiedlichster Art und Weise verarbeitet. Schon jetzt werden beispielsweise auch Produkte für den Jahreswechsel wie Hufeisen, Glückspilze oder Mini-Schweinchen vorbereitet. Auf dem Weg vom Rohmaterial zur Figur durchläuft der Marzipanweg mehrere Stationen: Mischung, Formenpressen, Farbgaben, Feinarbeit am Rand und Lufttrocknung.

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Geschichte des Marzipans

Marzipan hat eine lange Geschichte: Aus dem Orient stammt die Mandel-Zucker-Masse, die im Mittelalter auch in Lübeck Einzug hielt. Der Begriff Marzipan leitet sich vermutlich von Begriffen wie Mauthaban oder Mazapane ab, doch die genaue Herkunft bleibt im historischen Rätsel. Bereits um 900 wird Marzipan in arabischen Medizinschriften erwähnt, und im Orient galt es als Heilmittel. Die Kreuzritter brachten Gewürze und Geheimnisse mit nach Europa, wodurch sich Marzipan in Backstuben verbreitete.

In Venedig, Neapel und Sizilien wurde im 13. Jahrhundert Gewürze und Konfekt gehandelt; das Wort „Mataban“ entwickelte sich später weiter zu Mazapane (ital.), Massepain (franz.) und Marzipan (deutsch). Bereits Könige und Wohlhabende genossen Marzipan; Blattgold wurde als Krönung genutzt. Erst Anfang des 19. Jahrhunderts wurde Zucker aus Zuckerrüben erschwinglicher, wodurch auch breitere Bevölkerungsschichten in den Genuss kamen. In Lübeck wurde Marzipan besonders geschätzt, und Johann Georg Niederegger eröffnete zu dieser Zeit seine Herstellung.

Der Gründer Johann Georg Niederegger kam 1800 als Konditorgeselle von Ulm nach Lübeck. Sein Geheimrezept - viele Mandeln, wenig Zucker und ein Tropfen Essenz - bildet bis heute die Basis des Erfolgsrezepts. Unter der Leitung der Nachfolgegeneration, zuletzt Holger Strait, wurde das Unternehmen weitergeführt und ausgebaut. Niederegger feiert Märkte und Jubiläen, das Café und Stammhaus in der Breiten Straße ist eng mit der Stadt verbunden. Die Geschichte des Marzipans ist eng mit Lübeck verknüpft, doch der Weg führte von Orient und Mittelmeer über Europa in die Hansestadt.

Marzipan-Weihnachtsmann - eine Figur mit Geschichte

Der Marzipan-Weihnachtsmann gehört heute zu den beliebtesten Figuren der Saison. Aus Mandeln und Zucker entsteht die Grundmasse, die später farbig gestaltet wird. Die Mandeln stammen aus Kalifornien oder dem Mittelmeerraum, beispielsweise Spanien, Marokko oder der Türkei. In Weidenberg, Bayern, fertigt ein Familienunternehmen das ganze Jahr über Marzipanfiguren verschiedenster Arten, darunter auch Weihnachtsmänner zur Winterzeit.

Der Weihnachtsmann wird Schritt für Schritt „lebendig“: Rohmasse wird verarbeitet, verifiziert und geformt, anschließend folgt die farbliche Gestaltung. Die Reise der Niederegger-Figuren führt häufig durch halb Europa, Kanada und die USA; im deutschsprachigen Raum und in Skandinavien sind sie besonders beliebt. Die zentrale Botschaft bleibt jedoch dieselbe: Menschen mit dem Anblick der Figur Freude schenken und genießerisch nach Hause tragen.

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Historische Einblicke und Museumserlebnis

Im Niederegger Marzipan-Museum wird die Geschichte des Marzipans lebendig. Das Museum eröffnet Einblicke in die Entstehungsgeschichte, die Verzahnung von Tradition und Moderne sowie die Bedeutung der Lübecker Marzipanfabrik. Besucher erhalten so einen tieferen Blick hinter die Kulissen der Fabrik, in der rund 500 Mitarbeiter arbeiten und von Lübeck aus in rund 40 Länder exportiert wird.

Infografik: Von Mandel bis Marzipan - Produktionsprozess bei Niederegger
Video: Herstellung von Niederegger Marzipan - Einblick in die Füllungen, Farben und Formen

Wichtige Details zur Produktion und Logistik

Marzipan wird in der Regel aus Mandeln, Zucker und Wasser hergestellt. Die „Geheimzutat“ bleibt ein Unternehmensgeheimnis, oftmals wird Rosenwasser in anderen Rezepturen erwähnt, Niederegger gibt an, dass das Rezept angepasst wurde. Die Mandeln stammen aus Kalifornien oder dem Mittelmeerraum. Die Herstellung erfolgt in modernen Anlagen, wobei auch handwerkliche Kunststücke wie das Aufbringen von Farben per Airbrush oder feine Handarbeit zum Einsatz kommen. Große Bottiche und Rührwerke ermöglichen das Mischen der Rohmasse mit Zucker, ehe die Formen entstehen.

Stadtplan von Lübeck mit der Lage der Niederegger-Fabrik

Das Unternehmen hat im Lauf der Jahre mehrfach Jubiläen gefeiert und bleibt eng mit der Region verbunden. Die Marzipanproduktion geht in die Geschichte der Stadt Lübeck ein und prägt das kulinarische Erleben der Weihnachtszeit.

Zusammenfassung der historischen Eckpunkte

  • 1806 Gründung durch Johann Georg Niederegger in Lübeck
  • Geheimrezept: viel Mandel, wenig Zucker, Tropfen einer Essenz
  • 19. Jahrhundert: Zuckerverfügbarkeit erhöht den Zugang zu Marzipan
  • Blattgold und kunstvolle Gestaltung als Markenzeichen
  • Gegenwart: Produktion in Lübeck, Export in rund 40 Länder

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