Geschichte und Herstellungsprozess von Milka Schokolade
Milka ist eine der bekanntesten Schokoladenmarken in Deutschland und vielen anderen Ländern weltweit. Die Geschichte von Milka reicht zurück bis ins Jahr 1901, als die Marke vom Schokoladenhersteller Suchard auf dem Markt eingeführt wurde. Das Akronym "Milka" entstand aus der Zusammenziehung der Wörter „Milch“ und „Kakao“ und sollte die hohe Qualität der Schokolade betonen, die aus Milch und Kakao hergestellt wurde.
Die Ursprünge: Philippe Suchard und die Anfänge in der Schweiz
Am 17. November 1825 gründete der Schweizer Zuckerbäcker Philippe Suchard eine Confiserie in Neuenburg. Bereits ein Jahr später, 1826, erwarb er im Nachbardorf Serrières eine ehemalige Wassermühle und baute dort eine maschinelle Produktion von Tafelschokolade auf. Er warb für ein neuartiges handgemachtes Dessert, die „feine Schokolade aus eigener Herstellung“, deren Rezept jedoch nicht überliefert ist.
Ab den 1880er Jahren war Suchard der größte Schweizer Schokoladenhersteller. Nach dem Tod des Gründers führte sein Schwiegersohn und Teilhaber Carl Russ-Suchard (1838-1925) die Firma weiter. 1898 brachte Suchard erstmals Milchschokolade auf den Markt, eine Variante, die Daniel Peter 1875 durch Zugabe von Kondensmilch entwickelt hatte.
Die Geburt der Marke Milka
Im Jahr 1901 wurde der Markenname „Milka“ registriert; das Akronym bildet sich aus den ersten Silben der Wörter „Milch“ und „Kakao“. Seitdem wird die Milka-Schokolade in Lörrach hergestellt und in einem lilafarbenen Umschlag angeboten, versehen mit dem Bild einer Kuh im Alpenpanorama. Das bekannte lila Kuh-Logo wurde im Jahr 1972 eingeführt und hat sich seither zu einem der bekanntesten Markenzeichen in der Schokoladenindustrie entwickelt.
Im Deutschen Reich wurde das Warenzeichen "Milka" am 12. Oktober 1904 beim Reichspatentamt zum Schutz angemeldet und zum 8. Juli 1905 eingetragen. Die Farbe Lila spielt eine zentrale Rolle für die Marke Milka. Laut Angaben der Firma Kraft war das sogenannte Milka-Lila 1995 die erste abstrakte Farbmarke, die im weiten Sinn europaweit geschützt wurde.
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Die Entwicklung von Milka als Weltmarke
1970 fusionierte Suchard mit Tobler zu der Firma Interfood S.A., was sich auch auf die Eigentumsverhältnisse von Milka auswirkte. Interfood wurde 1982 inklusive Milka durch den Kaffeehersteller Jacobs übernommen und die Firma Jacobs Suchard AG gegründet. Nach der Übernahme durch Kraft Foods wurde nach und nach auf den Namen „Suchard“ auf der Verpackung verzichtet. Rezepturen wurden verändert.
Milka ist heute eine Marke für Schokoladenprodukte des US-amerikanischen Nahrungsmittelkonzerns Mondelez International. Produziert werden die Milka-Produkte (Tafelschokolade, Schokoriegel, Schokocreme, Pralinen, Saisonprodukte) in Mondelēz-Werken in Belgien (Herentals), Deutschland (Lörrach), Frankreich (Strasbourg), Österreich (Bludenz), Polen (Poznań) und der Slowakei (Bratislava).
Designgeschichte und Werbeerfolge
In den 1960er- und 70er-Jahren gestaltete die in Bludenz lebende Grafikerin und Kinderbuch-Illustratorin Susi Weigel für jene Milka-Schokolade-Tafeln, die zu Ostern und Weihnachten in den Handel kamen, saisonale Schmuckhüllen. Für die 1974 neu auf den Markt gebrachte Kinderschokolade Junior gestaltete sie unter anderem die Hülle. In den 1990er Jahren wurde durch die Milka-Fernsehwerbung der Werbeschauspieler und Musiker Peter Steiner bekannt, dessen Lied „It’s cool man“ es sowohl in die deutsche als auch in die österreichische und Schweizer Hitparade schaffte.
Das Sortiment von Milka umfasst neben den klassischen Milka-Tafeln in verschiedenen Geschmacksrichtungen auch Milka Schokoriegel, Pralinen oder Kekse mit Milka-Schokolade und seit Kurzem auch Milka Haselnusscreme als Brotaufstrich oder Zutat für leckere Crêpes.
Sortiment und Innovationen
Das Sortiment der Tafelschokolade umfasst verschiedene Geschmacksrichtungen, z. B. Alpenmilch, Haselnuss oder diverse saisonale Sondereditionen. Das Sortiment ergänzen Sonderproduktionen in exotischen und anlass- oder saisonal bezogenen Geschmacksrichtungen (z. B. zu Ostern und Weihnachten).
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- Nussini (seit 1986)
- I love Milka (herzförmige Schokopralinen, 1987)
- Tender (Biscuitrolle im Schokoriegelformat, seit 1993)
- Milka Leo (seit 1993)
- Milka Luflée (Luftschokolade als Schokoriegel, seit 1998)
- Milka Schoko & Keks Minis (seit 1999)
- Milka M-joy (in vier Sorten, 2004)
- Milka Snax (seit 2011, in vier Sorten)
Schokoladentafeln mit anderen Konzernmarken sind die Sorten „Milka & Oreo“, „Milka & Daim“ und seit 2012 „Milka & TUC Crackers“ und „Milka & LU Kekse“.
Milka ist eine der wenigen Schokoladen-Marken außerhalb des Hochpreissegments, von der Tafeln mit einem geringeren Gewicht als den üblichen 100-Gramm-Tafeln angeboten werden. In jüngerer Vergangenheit stand Milka in der Kritik, als die 100-Gramm-Tafel auf 90 Gramm reduziert wurde, nachdem zuvor der Preis von 1,49 Euro auf 1,99 Euro erhöht worden war. Dabei ist die Größe der Packung gleich geblieben, die Tafel ist aber um 0,7 mm dünner geworden, sodass Kunden das geringere Gewicht kaum auffällt.
Verbraucherkritik und Gewichtsentwicklung
| Jahr | Standard-Tafelgewicht | Bemerkung |
|---|---|---|
| vor 2010 | 100g | klassische Milka-Tafel |
| 2010-2024 | 93g, 90g, 87g, 81g | schrittweise Reduzierung, Verpackung bleibt ähnlich |
| 2025 | 90g | Preiserhöhung und weitere Reduzierung, Kritik an "Mogelpackung" |
Da die Erscheinung der neuen Produkte mit geringerem Gewicht dem der ursprünglich üblichen Verpackungen ähnelte, erhoben Verbraucher Vorwürfe ihrer Irreführung, und die Verbraucherzentrale Hamburg kritisierte am 13. Januar 2025 Milka als »Mogelpackung des Jahres 2025«.
Herstellungsprozess der Milka Schokolade
Schokolade (außer Trinkschokolade) wurde ursprünglich ohne Milch hergestellt, sodass sie einen herben Geschmack und eine dunkelbraune Farbe hatte. Der wichtigste Rohstoff ist Kakao, welcher zu 80 Prozent von Kleinbauern angebaut wird - weltweit etwa fünf bis sechs Millionen Menschen. Der Anbau von Kakao benötigt viel Aufmerksamkeit und Geduld, denn Kakao ist eine sehr sensible Frucht. Erst nach fünf Jahren können Kakaofrüchte zum ersten Mal geerntet werden.
Kakao wird per Hand geerntet. Mit einer Machete werden die Früchte direkt am Stamm oder an den Astgabelungen abgeschlagen. Den Inhalt der Kakaofrucht, also die Samen und das Fruchtfleisch, schütten die Pflanzer auf Bananenblätter. Diese werden oben eingeschlagen. Samen und Fruchtfleisch fangen nun an zu gären. Diesen Prozess nennt man „Fermentation“.
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Im Anschluss beginnt das Trocknen der Kakaobohnen. Auf riesigen Matten verteilt, trocknen die Bohnen sechs bis zehn Tage in der heißen Tropensonne. Der getrocknete Kakao wird gereinigt und geröstet, wodurch sich die Aromastoffe entfalten. Nach dem Rösten werden die Bohnen gebrochen und von den Schalen getrennt (sogenannte Nibs). Diese werden anschließend fein gemahlen, sodass eine Kakaomasse entsteht.
Von der Kakaomasse zur Milka-Schokolade
Die Kakaomasse wird im nächsten Schritt mit Zucker, Milchpulver und Kakaobutter vermischt, wodurch eine Teigmasse entsteht. Diese wird gewalzt und in der sogenannten Conche weiter verfeinert, bis sie die gewünschte glatte Textur erhält. Schließlich wird die Masse in Formen gegossen, gekühlt und verpackt.
Die Bedeutung von Milka und Lila
Die Farbe Lila spielt eine zentrale Rolle für die Marke Milka. Der vom Konzern gewählte lila Farbton ist europaweit geschützt. In einem Grundsatzurteil von 2004 entschied der Bundesgerichtshof, dass die Farbe Lila und verwechselbare Farbtöne bei Verpackung von Schokoladenwaren weiterhin nur für Milka-Produkte verwendet werden dürfen.
Eine der heute bekanntesten und erfolgreichsten Schweizer Schokoladenmarken ist zweifelsohne Milka, auch wenn sie schon lange nicht mehr in der Schweiz hergestellt wird. Milka ist ein beliebter Bestandteil von Desserts, Eiscreme und Kuchen in Restaurants und Cafés.
[tagimg]Milka als Zutat in bekannten Desserts[/tagimg]In Deutschland hat Milka auch im Außer-Haus-Markt eine bedeutende Rolle, insbesondere in der Gastronomie und als Snack unterwegs. Darüber hinaus stand Milka dafür in der Kritik, dass sich bei einigen Schoko-Weihnachtsmännern die Gewichts- und sonstigen Pflichtangaben nicht direkt von außen erkennbar befinden.
Kulturelle Bedeutung, Kooperationen und Markenschutz
Schokolade der Marke Ritter-Sport gibt es in ihrer quadratischen Form seit 1932 und der Hersteller Alfred Ritter ließ sich diese Form schützen. Der Nutzer der Marke Milka, also der Konzern Mondelēz International, stritt lange darum, Schokolade ebenfalls in quadratischer Form auf den Markt bringen zu dürfen.
Unter den wichtigsten Schokoladenherstellern der Welt nimmt Milka heute einen bedeutenden Platz ein und steht in einer Reihe mit globalen Marken wie Mars, Ferrero, Nestlé, Lindt und Hershey.
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