Milka Alpenmilch Schokolade: Inhaltsstoffe und Herstellung im Detail

Milka Schokolade ist eine beliebte Traditionsmarke, die seit den 1970er-Jahren durch ihre lila-weiße Kuh als Werbefigur unverkennbar ist. Viele Menschen haben Milka-Produkte zu Hause und verbinden die Marke mit Qualität. Doch was steckt wirklich in der Milka Alpenmilch Schokolade und wie schneidet sie im Vergleich zu anderen Schokoladen ab? Dieser Artikel beleuchtet die Inhaltsstoffe, gibt Einblicke in Testergebnisse und wirft einen kritischen Blick auf die Transparenz in der Kakaoproduktion.

Milka Alpenmilch Schokolade Verpackung und lila Kuh - das Markenzeichen

Die Grundzutaten und ihre Bedeutung

Die Grundzutaten für jede Tafel Milka Schokolade sind Kakao, Milch und Zucker. Hinzu kommen weitere Zutaten, die den Geschmack beeinflussen, wie beispielsweise Haselnüsse. Die Zutatenliste der Milka Alpenmilch Schokolade liest sich wie folgt:

  • Zucker
  • Kakaobutter
  • Magermilchpulver
  • Kakaomasse
  • Süßmolkenpulver (aus Milch)
  • Butterreinfett
  • Haselnüsse
  • Emulgatoren (Sojalecithin, E476)
  • Aroma

Ein genauerer Blick auf einige dieser Zutaten:

  • Zucker: Steht meist an erster Stelle und ist somit der Hauptbestandteil. Reiner Kakao ist bitter, daher sorgt Zucker für die Süße. Ein hoher Zuckerkonsum kann jedoch zu Gewichtszunahme und Zahnverfall führen.
  • Kakaobutter: Das Fett der Kakaobohne, das für ein angenehmes Schmelzgefühl sorgt.
  • Magermilchpulver, Süßmolkenpulver (aus Milch), Butterreinfett: Milchbestandteile, die verwendet werden, nachdem die Alpenmilch zu Milchpulver und Butterreinfett verarbeitet wurde.
  • Kakaomasse: Gemahlene Kakaobohnen, die für den schokoladigen Geschmack verantwortlich sind.
  • Emulgatoren (Sojalecithin, E476): Verbinden Substanzen wie Öl und Wasser und sorgen für eine geschmeidige Konsistenz.
  • Aroma: Hierbei handelt es sich oft um chemisch hergestelltes Aroma.
  • Haselnüsse: Wird oft in geringen Mengen beigemischt, um das Aroma abzurunden, obwohl Haselnuss nicht im Produktnamen vorkommt.
Die wichtigsten Zutaten der Milka Alpenmilch Schokolade - Infografik

Die Rolle von Allergenen

Die Zutaten enthalten Allergene wie Magermilchpulver, Milch, Butterreinfett, Sojalecithin und Haselnüsse. Die Schokolade kann darüber hinaus andere Nüsse und Weizen enthalten, was auf Gluten hinweist. Die Angaben auf dem Etikett sind für Allergiker besonders relevant, da Spuren von Allergenen mit herkömmlichen Methoden oft nicht erkannt werden.

Allergen Enthalten Kann enthalten
Milch & Milcherzeugnisse (einschl. Lactose) Ja -
Soja & Sojaerzeugnisse Ja -
Haselnuss & Haselnusserzeugnisse Ja Nüsse & Nusserzeugnisse
Glutenhaltiges Getreide Weizen glutenhaltige Getreideerzeugnisse

Speziellen Inhaltsstoffe: Ein tieferer Einblick

Neben den Hauptbestandteilen enthalten Milka Schokoladen weitere Zutaten, die oft weniger beachtet werden, aber wichtig sind:

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  • Süßmolkenpulver: Entsteht als Nebenprodukt bei der Käseherstellung und besteht hauptsächlich aus Milchzucker (Lactose). Es wird für Konsistenz und Struktur eingesetzt, erhöht aber gleichzeitig den Zuckergehalt.
  • Emulgatoren: Sojalecithin (E 322) und E 476: Sojalecithin verbindet Fett und Wasser, ist ein wichtiger Baustein der Zellwände und wird überwiegend aus Sojabohnen gewonnen. E 476 steht in der Kritik, da in Tierversuchen Gesundheitsschäden an Leber und Niere beobachtet wurden. Die tolerierbare tägliche Aufnahmemenge für E 476 beträgt 25 mg pro kg Körpergewicht. Kinder können diese Menge leicht überschreiten, wenn sie größere Mengen der Schokolade konsumieren.
  • Aromen: Steht in der Zutatenliste lediglich "Aroma", handelt es sich meist um ein chemisch hergestelltes Aroma. Vanillin kann künstlich hergestellt sein oder aus natürlichen Quellen stammen. Die Kennzeichnung "natürliches Aroma" ist zulässig, auch wenn das Aroma nicht unbedingt aus der namensgebenden Quelle stammt.

Mineralölbestandteile als Problem

Ein Kritikpunkt an den Inhaltsstoffen der Milka-Schokolade ist das zugesetzte Aroma. Ein weiterer Kritikpunkt ist die Belastung mit Mineralölbestandteilen. Wie 14 weitere Milchschokoladen im Test wurde auch die Milka-Schokolade als stark mit MOSH-Verbindungen belastet befunden.

Mineralölbestandteile in Schokoladen - Übersicht MOSH/MOAH Belastungen

Kritik: Testergebnisse und Transparenz

Testergebnisse: "Mangelhaft" für Milka Alpenmilch

Im Milchschokoladen-Test schnitt die Milka Alpenmilch mit dem Gesamturteil "mangelhaft" ab. Das Gesamturteil beruht auf den Teilergebnissen Inhaltsstoffe sowie Kakaoproduktion und Transparenz. Das Teilergebnis Inhaltsstoffe wurde mit "ausreichend" bewertet, da der Gehalt an Mineralölbestandteilen als "stark" erhöht eingestuft wurde und Aroma zugesetzt ist. Das Teilergebnis Kakaoproduktion und Transparenz fiel mit "ungenügend" aus.

Die Hauptprobleme im Test: Belastungen mit Mineralölbestandteilen und fehlende Transparenz in der Kakaoproduktion. Insgesamt erreichte die Milka Alpenmilch Schokolade im Geschmackstest 4,8 von 5 möglichen Punkten.

Mangelnde Transparenz in der Kakaoproduktion

Ein wesentlicher Kritikpunkt ist die fehlende Transparenz in der Kakaoproduktion. Anbieter Mondelez legte die Lieferkette auf Anfrage nicht offen, sodass unklar bleibt, ob das Unternehmen weiß, von welchen Bauern der Kakao stammt. Laut Mondelez kommt der Kakao vorwiegend von der Elfenbeinküste und aus Ghana. Ob Mondelez den Fairtrade-Mindestpreis für seinen Kakao zahlt, ist unklar. Entwaldung und verbotene Kinderarbeit sind in der Kakaoproduktion nicht auszuschließen.

Mondelez teilte mit, dass 63 Prozent der landwirtschaftlichen Betriebe in den wichtigsten Herkunftsländern Ghana, Elfenbeinküste und Indonesien bereits kartiert wurden. Bis Ende 2019 sollten 100 Prozent kartiert sein.

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Kakaoproduktion - Karte Ghana, Elfenbeinküste, Indonesien

Herstellung der Milka Alpenmilch Schokolade

Milka ist ein Traditionsprodukt. Deshalb verwenden wir seit mehr als 100 Jahren ausschließlich Milch aus der Alpenregion für unsere Schokolade. Bevor die Alpenmilch in unsere Schokolade kommt, wird sie zu Milchpulver und Butterreinfett verarbeitet. Auch dahinter steht jahrzehntelange Erfahrung: Bereits der Schweizer „Schoko-Pionier“ Philippe Suchard hat zur Schokoladenherstellung Milchpulver verwendet.

In den Milka-Werken werden täglich viele Millionen Tafeln zarte Milka Alpenmilch Schokolade produziert. Damit jede Tafel Milka gleich gut schmeckt, wird sie nach einheitlicher Rezeptur und in einem genau kontrollierten Verfahren hergestellt. Dabei müssen verschiedene Schritte im Herstellungsverfahren präzise eingehalten werden: So werden zum Beispiel die aus Milch gewonnenen Zutaten Magermilchpulver, Süßmolkenpulver und Butterreinfett einzeln hinzugefügt, um die Verarbeitung besser kontrollieren zu können.

Die genaue Rezeptur und das Herstellungsverfahren, das unsere Milka Alpenmilch Schokolade so unwiderstehlich zart macht, ist ein über Generationen wohlgehütetes Geheimnis. Trotzdem sagt Milka auf der Verpackung genau, was drin ist - dies gilt für alle Zutaten sowie für die häufigsten Allergene.

Herstellungsprozess von Milka Alpenmilch Schokolade

Irreführung durch "100 % Alpenmilch"

Milka bewirbt die Alpenmilch Schokolade ausdrücklich mit „100 % Alpenmilch“. Eine Mengenkennzeichnung für die beworbene Milch gibt es jedoch nicht. Obwohl auf der Schauseite eine stilisierte Milchkanne mit der Aufschrift „100 % Alpenmilch Schokolade“ zu sehen ist, erfahren Verbraucher nicht, um welche Mengen es sich dabei handelt. Bei anderen Alpenmilch- und Milchschokoladen kennzeichnen die Anbieter meist die Menge der beworbenen Milch.

Vergleich zu anderen Schokoladen und Emulgatoren

Die meisten Vollmilch-Schokoladen bestehen aus ähnlichen Zutaten: Zucker, Kakaobutter, Milchpulver und Kakao. Hochwertige Varianten zeichnen sich durch einen hohen Kakaobutteranteil aus, der in der Zutatenliste weiter vorne steht. Begriffe wie Butterreinfett oder die Emulgatoren Sojalecithin und E 476 deuten darauf hin, dass an der teureren Kakaobutter gespart wurde.

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Emulgatoren wie Sojalecithin und E 476 sorgen dafür, dass sich Öl und Wasser in der Schokolade verbinden und eine homogene Masse bilden. Während Sojalecithin relativ unbedenklich ist, steht E 476 in der Kritik, da in Tierversuchen Gesundheitsschäden beobachtet wurden.

Gesundheitliche Aspekte der Inhaltsstoffe

Gluten ist ein Klebereiweiß, das in vielen Getreidesorten wie Weizen, Dinkel, Roggen und Hafer vorkommt. Mais, Reis, Buchweizen und Hirse sind hingegen glutenfrei. Die Zöliakie oder Glutenunverträglichkeit ist eine Autoimmunerkrankung, die zu einer chronischen Erkrankung der Dünndarmschleimhaut auf Grund einer Überempfindlichkeit gegen Bestandteile von Gluten führt. Dieses Produkt enthält Gluten.

Laktose, auch Milchzucker, ist ein Zweifachzucker aus Glukose und Galaktose, der unter anderem in Kuhmilch, Schafsmilch, Ziegenmilch und Stutenmilch vorkommt. Bei der Laktose-Intoleranz liegt ein Mangel des Enzyms Laktase vor. Infolgedessen kann die Laktose im Dünndarm nicht gespalten und verdaut werden, was zu Symptomen wie Völlegefühl, Bauchkrämpfen, Blähungen und Durchfall führen kann. Dieses Produkt enthält Laktose.

Vegetarismus und tierische Bestandteile

Dieses Produkt enthält Bestandteile tierischen Ursprungs. Vegetarier essen neben pflanzlichen Nahrungsmitteln ausschließlich solche Produkte, die von lebenden Tieren stammen. Dazu zählen mitunter Milch, Eier und Honig. Gemieden werden Fleisch und Fisch, aber auch alle daraus hergestellten Produkte, wie z.B. Säfte, Joghurts oder Cornflakes mit Gelatine, Schmalz oder Käse mit tierischem Lab. Lab muss bisher nicht deklariert werden, da es international nicht als Lebensmittelzusatz-, sondern als Produktionshilfsstoff eingestuft wird. Auch nicht vegetarisch lebende Menschen, sogenannte Flexitarier, greifen immer häufiger zu vegetarischen Alternativen, um ihren Verbrauch von tierischen Produkten zu reduzieren.

Lecithin: Herkunft, Rolle und technologische Bedeutung

Lecithin gehört als natürlicher fettähnlicher Stoff zur Gruppe der Phospholipide. Wegen seines bipolaren Aufbaus ist Lecithin ein wichtiger Baustein der Zellwände. Besonders Knochenmark, Nervengewebe, Herz und Leber sind reich an Lecithinen. Diese Stoffe beeinflussen den Transport von Fetten und Cholesterin im Blut und wirken als Bestandteil der Gallenflüssigkeit an der Fettverdauung mit.

Lecithin ermöglicht als Emulgator, dass sich Fett- und Wasser-Phasen eines Lebensmittels nicht trennen. Als Mehlbehandlungsmittel verbessert es die Knet- und Formeigenschaften von Teigen und verlangsamt das Altbackenwerden von Gebäck. In Margarine sorgt Lecithin dafür, dass sie in der Pfanne nicht spritzt. Als Antioxidationsmittel schützt die Fette zudem vor den verderbenden Einflüssen des Sauerstoffs.

Lecithin wird überwiegend aus Sojabohnen gewonnen. Auch Sonnenblumen, Raps, Erdnüssen, Mais und Eigelb können Rohstoffe sein. Natürliches Lecithin kann ebenso in Lebensmitteln eingesetzt werden, wie die Lecithine, die durch chemische Modifikation daraus gewonnen werden. Die chemisch modifizierten Lecithine werden auf besondere technologische Anforderungen zugeschnitten und erweitern so das Anwendungsgebiet des Stoffes deutlich.

So ist etwa Lysolecithin besonders hitzestabil, während andere Modifikationen die Emulgatoreigenschaften des Lecithins verbessern.

Wirkungen und Quellen von Lecithin - Infografik

Die Bedeutung der Verpackungsangaben

*Aufgrund zeitlicher Verzögerungen und Tippfehlern kann nicht garantiert werden, dass die auf dieser Seite publizierten Zutaten bzw. Nährwerte mit den Informationen auf der Etikette des Produktes übereinstimmen. Relevant sind nur die Angaben auf der Etikette des Produktes. Wenn die Angaben nicht mit den Informationen auf der Verpackung übereinstimmen, können Sie sie ergänzen oder korrigieren. Produkt hinzugefügt am 30. Letzte Bearbeitung der Produktseite am 30.

Schluss zur Bewertung und Nachhaltigkeit

Das Gesamturteil beruht auf den Teilergebnissen Inhaltsstoffe sowie Kakaoproduktion und Transparenz. Weil der Gehalt an Mineralölbestandteilen in der Milka-Schokolade aus unserer Sicht "stark" erhöht und Aroma zugesetzt ist, lautet das Teilergebnis Inhaltsstoffe "ausreichend". "Ungenügend" fällt das Teilergebnis Kakaoproduktion und Transparenz aus. Aus den Teilergebnissen ergibt sich das Gesamturteil "mangelhaft".

Green-Score und Klima-Score in der Lebensmittelindustrie

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