Michael Fraunholz — Lebkuchen: Geschichte und Herstellung

21. November 2025 | Lesezeit: 8 Min.

Spätestens im Oktober bilden sich vor dem Werksverkauf der „Gebrüder Fraunholz Elisenlebküchnerei“ in Nürnberg regelmäßig Warteschlangen. Die Leute stehen dann auf dem Gehweg, wenn es sein muss, in Regen und Kälte. Denn nach Meinung vieler Nürnberger und Nürnbergerinnen, und die müssen es wissen, findet man hier die besten. Fragt man bei denen nach, die hier anstehen, und probiert dann schließlich selbst, lässt sich die Begründung dafür ungefähr so zusammenfassen: Fraunholz-Lebkuchen sind saftig, süß, aber nicht zu sehr; würzig, aber nicht aufdringlich. Man schmeckt die Mandel- und Haselnusstücke heraus, die noch dazu genau den richtigen Biss haben. Und manche Fans prophezeien sogar: Wer einmal probiert hat, wird von da an alle anderen mit ihnen vergleichen.

Werksverkauf Fraunholz Warteschlange

Die Manufaktur und ihr Anspruch

Seit über hundert Jahren backt der Nürnberger Familienbetrieb Fraunholz Elisenlebküchnerei Lebkuchenspezialitäten vom Feinsten. Jetzt in der vierten Generation folgen die gingerbread bakers of Fraunholz Elisenlebküchnerei strikten Qualitätsvorgaben. Sie sorgen dafür, dass die feinen Lebkuchenteige mit fast 50 Prozent Mandeln und Haselnüssen, sowie ganz ohne Mehl eine besonders hohe Qualität haben.

Was macht den Elisenlebkuchen bei Fraunholz so besonders? Es ist die hohe Qualität, die den Elisenlebkuchen einzigartig macht. Die Besonderheit ist, dass bei der Herstellung der verschiedenen Teige auf die Zugabe von Mehl verzichtet wird. Dafür kommt mit fast 50 Prozent ein extrem hoher Anteil von Haselnüssen und Mandeln in den würzigen Mix, was wiederum für den fantastischen Geschmack sorgt. Die Hersteller sorgen dafür, dass die delikaten, mehlfreien Teige mit fast 50 Prozent Mandeln und Haselnüssen besonders hochwertig sind.

Schüssel mit Mandeln und Haselnüssen

Rezeptur und gesetzliche Vorgaben

Dazu kommen Mandeln, Nüsse, Orangeat und Zitronat, Marzipan, Honig und Zucker. Laut Gesetz darf dem Elisenlebkuchen maximal 10 Prozent Mehl beigemischt werden……sonst darf er nicht “Elisen” heißen. Ebenso müssen mindestens 25 Prozent Edelkerne enthalten sein. Der Bestseller ist natürlich der originale Elisen Lebkuchen, der klassisch auf eine Oblate gesetzt ist.

Lesen Sie auch: Mehr über Essverhalten

Die berühmten Nürnberger Elisen-Lebkuchen gibt es heute auch in den Geschmacksrichtungen Apfel, Eierlikör, Glühwein und Orange. Heute wird er als Weihnachtsdelikatesse mit Schokoladen- und Zuckerglasur oder auch unglasiert zubereitet.

Herstellungsmerkmale der Fraunholz-Produktion

  • Verzicht auf Mehl, hoher Anteil an Edelkerne (Mandeln und Haselnüsse).
  • Traditionelles Setzen auf Oblaten, damit der Teig nicht auf dem Backblech anklebt.
  • Auswahl hochwertiger Zutaten: Honig aus den Wäldern rund um Nürnberg, Orangeat, Zitronat, Marzipan und Gewürze.
  • Strikte Qualitätsvorgaben über Generationen hinweg.
Herstellung Elisenlebkuchen in der Manufaktur

Geschichte des Lebkuchens - von der Antike bis Nürnberg

Die Geschichte des Lebkuchens ist uralt. Schon die alten Ägypter würzten vor 2.000 Jahren ihre Kuchen und bestrichen sie mit Honig. Und auch die alten Griechen und Römer buken Honigkuchen. Im Mittelalter erfanden Mönche das Gebäck aus Edelkernen und Gewürzen als Nahrungsmittel für den Winter. Die besondere Würze des Lebkuchens stammt von vielen Gewürzen aus dem Orient.

Wer hat's erfunden? Erfunden haben den Lebkuchen, wie wir ihn heute kennen, nicht die Franken, sondern im Mittelalter ein Belgier aus der Stadt Dinant. Vielleicht hatte er einfach kein Mehl zur Hand und nahm daher stattdessen Nüsse, viel Honig und ein paar Gewürze: Zimt, Anis und Ingwer, etwas Nelken, Kardamom und Pfeffer. Aachner Printen sind eine spezielle Sorte brauner Lebkuchen. Nicht weit von Dinant liegt die Stadt Aachen und deswegen dauerte es nicht lange, da kam der Lebkuchen auch dorthin, wurde ein bisschen verändert und hieß dann Printen. Und von Aachen aus wanderte das Rezept dann in andere große Städte, zum Beispiel nach Nürnberg. Da wurde das Rezept dann wieder etwas geändert.

Ruhm und Tradition als Heimat der Lebkuchen verdankt die Reichsstadt seiner verkehrsgünstigen Lage - am Schnittpunkt der alten Gewürz- und Handelsstraßen. Da Nürnberg an wichtigen Handelsstraßen lag, war es der ideale Ort für die Lebkuchenbäckerei. Da Nürnberg eines der bedeutendsten Handelszentren war, konnten die exotischen Gewürze wie Zimt, Nelken, Kardamom, Muskat und die fremdländischen Mandeln leicht erworben werden. Den Honig bezog man aus den Wäldern rund um Nürnberg.

Mittelalter und frühe Neuzeit

Urkundlich nachgewiesen ist ein Nürnberger Lebküchner in der Schmidgassen im Jahre 1395. Schon seit über 600 Jahren backen Lebküchner in Nürnberg Lebkuchen. Vom eigentlichen Handwerk der Lebküchnerei wird offiziell erst im 17. Jahrhundert gesprochen. Seit 1441 waltete in Nürnberg eine Gewürzschau ihres Amtes. Vereidigte Prüfer kontrollierten die Qualität der angelieferten Gewürze. Die dreißigjährige Krieg brachte einen schweren Niedergang für die Nürnberger Lebküchner, denn sie bekamen keine Gewürze mehr. Durch die jahrelange zweimalige Belagerung Nürnbergs (Tilly und Wallenstein) war die Stadt von der Außenwelt so gut wie abgeschnitten.

Lesen Sie auch: Halloween Torte: Michael Myers

Ein besonders denkwürdiger Tag für die Nürnberger Lebküchner war im Jahre 1487, als Kaiser Friedrich III. - er hielt damals gerade einen Reichstag in Nürnberg ab - sämtliche Nürnberger Kinder "so schon zu gehen vermögen..." zu einer großen Bewirtung auf die Kaiserburg einlud. Nahezu 4000 Kinder wurden damals mit einem Lebkuchen beschenkt, auf dem das Bildnis des Kaisers aufgedruckt war. Der Lebkuchen wurde zu besonderen Anlässen gegessen, an Feiertagen oder wenn der Kaiser in der Reichstadt Nürnberg war.

Industrialisierung, Kriege und Schutz

Ende des 19. Jahrhunderts begann man dann allmählich Lebkuchen nicht mehr von Hand, sondern mit speziellen Maschinen herzustellen. Die Zutaten blieben aber weitgehend die gleichen. Die Gewerbefreiheit im Jahr 1867 brachte dann eine glückliche Wende, auch wenn der Übergang von der handwerklichen zur industriellen Herstellung nicht von heute auf morgen vor sich ging. Die beiden Weltkriege brachten aber noch einmal harte Schläge für die Nürnberger Lebkuchenindustrie. Im ersten Weltkrieg herrschte eine unvorstellbare Rohstoff-Knappheit. Im Dezember 1916 wurde das Backen feiner Lebkuchensorten als Luxus untersagt. Den zweiten Weltkrieg überstand praktisch keine der Nürnberger Lebkuchenfabriken ohne Schaden.

Seit 1. Juli 1996 ist der Nürnberger Lebkuchen als „geschützte geografische Angabe" europaweit geschützt und darf das Siegel der EU tragen. Der Nürnberger Lebkuchen ist wie der Parmaschinken von der EU als regionale Marke geschützt. So werden die echten und besten Lebkuchen immer noch innerhalb der Nürnberger Stadtgrenze hergestellt.

Historische Lebkuchenfabrik Ansicht

Elisenlebkuchen - Legenden und Name

Nach der wunderschönen Tochter eines Nürnberger Lebküchner sind die sogenannten „Elisenlebkuchen“ benannt - die Meisterstücke der Zunft. Und wer ist Elise, die den Lebkuchen den Namen gegeben hat? Es gibt dazu verschiedene Legenden. Wir vertreten die der Burggräfin Elise. Elisabeth von Hohenzollern-Nürnberg, Stammmutter des deutschen Kaiserreichs der Hohenzollern, zog im 14. Jahrhundert von Nürnberg in die Mark Brandenburg.

Lebkuchen als saisonales Geschäft und heutige Herausforderungen

Schon seit über 600 Jahren backen Lebküchner in Nürnberg Lebkuchen. Aber was machen die Bäckereien und Verkaufsstände nach Weihnachten, wenn der weltberühmte Nürnberger Christkindlesmarkt verschwunden ist und die Leute doch vielleicht lieber Schokohasen naschen? Herstellung und Verkauf ganzjährig: Fabrikverkauf im Stadtteil St. Johannis. Wir finden: Die köstlichsten Lebkuchen backt die Lebküchnerei Fraunholz, eine kleine Manufaktur im Stadtteil St. Johannis.

Lesen Sie auch: Elegante Michael Kors Taschen in Trüffel

Nicht nur deshalb werden die berühmten Honigkuchen offensichtlich immer teurer. Die Preisanstieg bei dem süßen Kassenschlager aus Franken bekommen die Fans der Weihnachtsspezialität ausgerechnet jetzt zu spüren. „Viele Rohstoffe zur Lebkuchen-Herstellung wie etwa Haselnüsse haben sich teilweise um mehr als das Doppelte verteuert“, teilt Firmensprecher Andreas Hock auf Anfrage mit. Um bis zu zehn Prozent habe Fraunholz seine süßen Versuchungen verteuern müssen, um nicht alleine auf den höheren Ausgaben sitzen bleiben zu müssen.

Um die treue Kundschaft mit saftigen Preisen nicht zu vergraulen, setzt Fraunholz auf noch mehr Effizienz in der Backstube. Besonders kostspielige weil beispielsweise in der Herstellung besonders zeitintensive Produkte seien aus der Angebotspalette verschwunden, um die Verbraucher nicht mit Mondpreisen zu verschrecken. Mit Rabattaktionen wollen Hersteller den Kunden die Vorfreude auf Weihnachten trotz gestiegener Preise nicht verderben. Nach dem Motto: Mehr Lebkuchen essen, um weniger zu bezahlen.

Wirtschaftliche Rahmenbedingungen und Forderungen

Von der Politik würde sich die bekannte Lebkuchen-Manufaktur in der inflationären Großwetterlage aus wachsenden Kosten für Energie, Löhnen und Zutaten und sinkende Kaufkraft und verringerte Konsumlust durch weniger zusätzliche Ballast wünschen. Die Stadt könnte beispielsweise den Gewerbesteuersatz senken und der Staat könnte mit seiner Bundesagentur für Arbeit eine „wesentlich bessere Personalvermittlung“ auf die Reihe bekommen, findet Fraunholz.

„Dazu kommen ständig neue bürokratische Widrigkeiten wie das geplante Werbeverbot für Süßwaren. Ein solches Gesetz bringt laut allen ernstzunehmenden Studien rein gar nichts, wird aber viele Unternehmen unserer Branche und auch die Werbewirtschaft extrem schädigen. Hier wäre mehr gesunder Menschenverstand statt pure Ideologie gefragt“, findet Hock von Lebkuchen-Schmidt und freut sich, dass zumindest die Herkunftsbezeichnung geschützt ist. „Schließlich dürfen original Nürnberger Lebkuchen nur von hier kommen, und das ist auch gut so“, freut sich Hock von Lebkuchen-Schmidt.

Verpackte Elisenlebkuchen in Lebkuchendose

Tradition bewahren - Qualität als Versprechen

Die Lebküchnerei Fraunholz stellt nach eigenem Rezept ein traditionsreiches Gebäck in Nürnberg her, das die Menschen lieben. Besondere Sorgfalt verwenden die Hersteller auf die Auswahl von Lebkuchendosen und Lebkuchentruhen. Die Hersteller sorgen dafür, dass die feinen Lebkuchenteige eine besonders hohe Qualität haben. Von der hohen Qualität wollen und können viele Hersteller deshalb nicht abrücken.

Merkmal Beschreibung
Edelkerne Mindestens 25% Mandeln/Haselnüsse, bei Fraunholz fast 50%
Mehlanteil Max. 10% laut Gesetz für „Elisen“
Bindemittel Honig, Zucker, Marzipan
Tradition Über 600 Jahre Lebküchnerei in Nürnberg, EU-Schutz seit 1996

Die Fraunholz Elisenlebküchnerei produziert im 3-Schicht-Betrieb eine große Menge, doch kein Wunder, dass die Traditionslebküchner mit der Produktion kaum mehr nachkommen. All dies müsse das Traditionsunternehmen in der Kalkulation berücksichtigen. Die Preiserhöhungen seien „so moderat wir nur möglich“ ausgefallen.

tags: #Michael #Fraunholz #Lebkuchen #Geschichte #und #Herstellung

Populäre Artikel: