Meine Tiere im Winter (Coppenrath): Inhalt, Aufbau und naturkundlicher Kontext

Winter heißt: Draußen ist es kalt, es schneit, regnet oder stürmt, und es bleibt lange dunkel. Was aber machen die Tiere im Winter? Tiere haben ganz verschiedene Überlebenstricks für die kalte Jahreszeit auf Lager. Das geht vom Winterschlaf über Winterruhe und Winterstarre bis hin zur Flucht vor der Kälte in wärmere Regionen.

Für Kinder ab 18 Monate habe ich aber noch eine tolle Winterlektüren-Empfehlung: „Meine Tiere im Winter“. Es handelt sich hier um ein Pappbilderbuch mit über 80 Tierfotos. Winterliches Tier-Fotobuch: Über 60 Tiere entdecken und staunenÜber 60 Tiere in stimmungsvollen WinterszenenStabiles Pappbilderbuch für kleine KinderhändeKurze Texte mit Fragen zum Suchen, Finden und EntdeckenFördert erstes Erzählen und gemeinsames Betrachten.

Cover und ausgewählte Seiten des Coppenrath-Pappbilderbuchs „Meine Tiere im Winter“

Was zeigt das Buch „Meine Tiere im Winter“?

Dieses winterliche Pappbilderbuch versammelt über 60 Tiere in liebevoll ausgewählten Fotos aus verschneiten Landschaften. Ob im Winterwald, auf frostigen Wiesen oder bei der Futtersuche im Schnee - jede Seite lädt Kinder dazu ein, genau hinzuschauen, Tiere zu benennen und spannende Details zu entdecken.

Auf jeder Doppelseite gibt es auch einen Text mit wenigen Sätzen. Der Text ist soweit in Ordnung, allerdings bezieht er sich nicht immer direkt auf das tierische Leben im Winter, sondern beschreibt eher die Fotos (z.B. „Die Rehe schauen wachsam über das Feld“ oder „Fuchs und Hase haben es sich gemütlich gemacht“). Größere Kinder stört zudem, dass nicht alle Tiere, von denen ein Foto abgebildet ist, im Text Erwähnung finden.

Ganz schön ist dann wiederum, dass man beispielsweise beim Eichhörnchen erfährt, dass es seine Vorräte ausgräbt, oder dass die Vögel im Winter gerne zum Futterhäuschen kommen. Aber letztendlich ist der Text in diesem Buch eindeutig zweitrangig. Es ist eine Sammlung an tollen Winterfotos von verschiedenen Tieren, die man auch mit kleineren Kindern schon benennen kann. Wer möchte, kann dann die Texte noch zusätzlich lesen, oder aber man spricht ein wenig über das, was man auf den Seiten sieht.

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Blättervorschau: Durchblättern von „Meine Tiere im Winter“ mit Fokus auf Tierfotos und Suchfragen

Für wen eignet sich das Coppenrath-Pappbilderbuch?

Liebevoll gestaltetes Pappbilderbuch für die WinterzeitMit dem liebevoll gestalteten Pappbilderbuch 'Meine liebsten Tiere im Winter' aus dem Coppenrath Verlag begleiten Sie und Ihr Kind heimische Tiere durch die kalte Jahreszeit. Auf 28 stabilen Seiten entdecken schon die Kleinsten ab 18 Monaten, wie Eichhörnchen, Rehe und Vögel den Winter verbringen. Die kindgerechten Illustrationen laden zum gemeinsamen Betrachten, Erzählen und Entdecken ein.

Das handliche Format von 16 x 16 cm ist perfekt auf kleine Kinderhände abgestimmt. Dank der robusten Pappe übersteht das Buch auch intensivere Nutzung problemlos. Für die ganz Kleinen ist das fast ein wenig zu viel, aber auch etwas größere Kinder haben noch jede Menge Spaß an dem Buch. Und selbst ich schaue es mir sehr gerne an, denn die scharfgeschossenen Fotos der Tiere sind einfach richtig klasse.

Stärken und didaktische Elemente

  • Jedes Tier ist namentlich gekennzeichnet, so dass auch Leser, die sich in der Tierfeld nicht so gut auskennen, nicht in die Verlegenheit geraten, dem Kind nicht sagen zu können, um welches Tier es sich gerade handelt.
  • Die kurzen Texte mit Suchfragen regen zum Mitmachen an und unterstützen spielerisch Sprachentwicklung und erstes Erzählen.
  • Hier kann man sich einfach viele Tiere im Schnee anschauen, sie benennen und überlegen, was diese Tiere im Winter bei Schnee und Eis machen.
Beispiel-Doppelseite: Rehe im Schnee mit Suchfragen und Tiernamen

Inhaltlich-thematische Einordnung: Wie Tiere überwintern

Echte Winterschläfer wie Murmeltiere, Fledermäuse, Igel, Siebenschläfer oder Hamster verschlafen einfach die kalte Jahreszeit an frostgeschützten Plätzen, zum Beispiel in Höhlen oder Baumhöhlen. Dafür haben sie im Herbst viel gefressen und sich ein Fettpolster zugelegt. Im Winter müssen sie sehr sparsam damit umgehen, weil es unter Umständen für mehrere Monate reichen muss.

Winterschläfer senken ihre Körpertemperatur bis auf wenige Grad ab und setzen alle Lebensfunktionen auf Sparflamme: Ihr Herz schlägt nicht mehr so oft und sie atmen auch nur noch ganz selten, manchmal sogar minutenlang nicht. Aufwachen bedeutet immer Aufwärmen und kostet viel Energie, die für die Tiere in dieser Zeit sehr kostbar ist. Wer in den Wintermonaten einen tierischen Schläfer entdeckt, sollte ihn nicht stören und schon gar nicht ins Warme tragen.

Winterruhe: häufiges Aufwachen und kleine Ausflüge

Eichhörnchen, Dachs, Waschbär und Braunbär halten Winterruhe. Dabei wird die Körpertemperatur nicht abgesenkt und die Schlafphasen sind auch viel kürzer als bei einem Tier im Winterschlaf. Die Tiere wachen öfter auf, manchmal schon nach wenigen Tagen, manchmal auch erst nach ein bis zwei Wochen. Sie wechseln dann die Schlafposition oder fressen etwas.

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Zwar haben sich auch die Winterruher im Herbst schon ein Fettpolster angefressen, zusätzlich haben sich manche aber noch einen Futtervorrat angelegt. Eichhörnchen beispielsweise haben meist irgendwo Eicheln und Nüsse vergraben.

Infografik: Unterschied zwischen Winterschlaf, Winterruhe und Kältestarre

Kältestarre: Überwintern mit „Frostschutzmittel“

Fische, Frösche, Eidechsen, Schildkröten und Insekten fallen im Winter in Kältestarre oder Winterstarre. Das heißt: Diese Tiere werden bei Kälte stocksteif. Sie atmen kaum und auch ihr Herz schlägt nur alle paar Minuten. In ihrem Körper haben sie allerdings eine Art Frostschutzmittel - ähnlich dem Mittel, das in der Scheibenwaschanlage eines Autos verhindert, dass das Wasser gefriert.

Tiere in der Kältestarre können auch Temperaturen unter dem Gefrierpunkt aushalten. Eine Art Frostschutzmittel in ihrem Körper verhindert, dass ihr Blut gefriert. All die wechselwarmen Tiere erwachen erst aus der Kältestarre, wenn es im Frühjahr draußen wieder wärmer wird.

Aktiv im Winter: Energie sparen und Nahrungssuche

Auch Tiere, die im Winter aktiv sind, verhalten sich in dieser Jahreszeit ruhiger als in den wärmeren Monaten. Um nicht unnötig Energie zu verschwenden, fahren sie ihren Stoffwechsel herunter und bewegen sich nur, wenn es wirklich nötig ist. Ob Gras und Blätter oder Beutetiere - bei Schnee und Eis kommen viele Tiere nicht mehr an ihre übliche Nahrung.

Hirsche und Rehe halten weder Winterschlaf noch Winterruhe. Allerdings müssen auch sie Energie sparen, weil sie sehr viel weniger Futter finden. Dafür können sie ihre Körpertemperatur ein wenig absenken auf etwa 15 Grad und damit sozusagen auf Sparflamme laufen.

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Szene: Rehe und Hirsche auf frostiger Wiese bei der Nahrungssuche

Praxisbezug: Mit dem Buch Tiere erkennen und Verhalten besprechen

Hier wird keine fortlaufende Geschichte erzählt, sondern es werden Wintererlebnisse aneinandergereiht. Um den Winter zu thematisieren, um miteinander ins Gespräch zu kommen und um Winteratmosphäre aufkommen zu lassen, ist das wirklich schön, aber für meinen Sohn fehlt dann doch die Geschichte um wirklich Spaß an dem Buch zu haben.

Dieses Buch kann einen ganz in seinen Bann ziehen, wenn man sich darauf einlässt und man den Winter mit allen Sinnen wahrnehmen möchte. Die Bilder sind liebevoll gezeichnet und kommen ein wenig nostalgisch daher. Alles wirkt ganz ruhig, eben genau so wie sich die Welt unter einer Schneedecke zeigt. Ein winterlicher Zauber breitet sich aus.

Wer möchte, kann dann die Texte noch zusätzlich lesen, oder aber man spricht ein wenig über das, was man auf den Seiten sieht. Die kindgerechten Illustrationen laden zum gemeinsamen Betrachten, Erzählen und Entdecken ein.

Eltern-Tipp: Gemeinsames Betrachten und Benennen von Wintertieren mit Kleinkindern

Zusatzwissen für große und kleine Entdecker

Was genau passiert beim Winterschlaf?

Was genau passiert beim Winterschlaf? Tiere, die Winterschlaf halten, senken ihre Körpertemperatur meist um fünf bis zehn Grad Celsius! Sie verlangsamen ihren Stoffwechsel, den Herzschlag und die Atmung. Der Körper läuft nun sozusagen im „Sparmodus“. Dadurch verbrauchen die Tiere nur sehr wenig Energie und müssen, solange die Fettreserven ausreichen, nicht fressen.

Dann schlafen sie wie betäubt. Es gibt nur kurze Wachphasen. Die dürfen aber nicht zu oft vorkommen, denn Aufwachen strengt Winterschläfer sehr an und verbraucht Energie. Im Frühjahr wird es wärmer, heller und lauter. Die Körpertemperatur der Winterschläfer steigt wieder langsam an.

Winterruhe kurz erklärt

Schon gewusst? Tiere, die Winterruhe halten, bewegen sich weniger als sonst und verlangsamen den Herzschlag und die Atmung. Allerdings reduzieren sie beides nicht so stark wie Winterschläfer. Auch sie sparen dadurch Energie.

Kältestarre kurz erklärt

Viele wechselwarme Tiere fallen im Winter in eine Kältestarre. Dabei senkt sich ihre Körpertemperatur mit der Außentemperatur. Durch die Kälte werden sie starr und unbeweglich. Herzschlag und Atmung werden dabei extrem verlangsamt.

Hilf Tieren durch den Winter - Impulse aus dem Buchkontext

  • Tieren ihre Ruhe lassen: Im Winter solltest du auch Tiere, die aktiv sind wie der Feldhase, nicht in ihrem Lebensraum stören. Die Anwesenheit von Menschen kann sie stressen.
  • Nagern Nüsse und Kerne anbieten: Du kannst ihnen helfen, indem du Futter für sie bereitstellst. Das können zum Beispiel Haselnüsse, Walnüsse und Sonnenblumenkerne sein.
  • Hungrige Vögel füttern: Viele Vögel finden im Winter zu wenig Nahrung. Mit Vogelfutter kannst du ihnen helfen, gut durch die kalte Jahreszeit zu kommen.
Praktische Hilfe: Futterhäuschen für Vögel und Eichhörnchen im verschneiten Garten

Tabellarische Übersicht: Winterstrategien wichtiger Tiergruppen

Strategie Beispiele Merkmale
Winterschlaf Murmeltiere, Fledermäuse, Igel, Siebenschläfer, Hamster Körpertemperatur bis auf wenige Grad; Herzschlag und Atmung stark verlangsamt
Winterruhe Eichhörnchen, Dachs, Waschbär, Braunbär Keine starke Temperaturabsenkung; häufiges Aufwachen, kurze Aktivitätsphasen
Kältestarre Fische, Frösche, Eidechsen, Schildkröten, Insekten Stocksteif; Herzschlag nur alle paar Minuten; „Frostschutzmittel“ im Körper
Aktiv bleiben Hirsche, Rehe, viele Vögel Energie sparen, reduzierte Aktivität, alternative Nahrungssuche

Abgrenzung und Ergänzung: Weitere Winter-Bilderbücher

So, wo nun endlich der Winter Einzug gehalten hat und die Kinder im Schnee toben können, kann ich ja nun auch mal zwei Winter-Bilderbücher vorstellen. Auch das Buch „So ist der Winter“ stellt den Schnee und die Erlebnisse, die man im und mit dem Schnee hat, in den Mittelpunkt. Hier wird keine fortlaufende Geschichte erzählt, sondern es werden Wintererlebnisse aneinandergereiht.

Um den Winter zu thematisieren, um miteinander ins Gespräch zu kommen und um Winteratmosphäre aufkommen zu lassen, ist das wirklich schön, aber für meinen Sohn fehlt dann doch die Geschichte um wirklich Spaß an dem Buch zu haben. Dabei ist das Buch wirklich wunderschön.

Vergleich: „Meine Tiere im Winter“ (Fotos) vs. „So ist der Winter“ (Illustrationen)

Exkurs: Sommerschlaf als Gegenstück

So wie es Winterschläfer gibt, die sich vor der Kälte durch Schlaf schützen, gibt es auch Sommerschläfer. Die fallen in eine Art Schlaf, wenn es heiß ist und zugleich sehr trocken. Das ist vor allem in tropischen Gegenden der Fall und in der Wüste. Das sind vor allem Reptilien wie Schlangen, Schildkröten und Echsen.

Aber jetzt hat man herausgefunden, das sogar der Maki, ein kleiner Affe (also ein Säugetier wie wir), wenn es ihm zu heiß wird, einen Sommerschlaf hält. Und selbst bei uns in Deutschland gibt es einen Sommerschläfer: die Weinbergschnecke.

Hinweise zum verantwortungsvollen Beobachten

Wenn Tiere zum Beispiel durch Licht oder Lärm gestört werden und dadurch zu früh aufwachen, kann das sehr gefährlich für sie sein. Verlieren die Tiere vorher zu viel Energie, können sie sterben. Wer in den Wintermonaten einen tierischen Schläfer entdeckt, sollte ihn nicht stören und schon gar nicht ins Warme tragen.

Nahrungsmangel Für viele Tiere bei uns in Deutschland wird es immer schwieriger, vor dem Winter ausreichend Nahrung zu finden, um sich eine Speckschicht anzufuttern. Fehlende Schlafplätze Manche Tiere finden keine geeigneten Plätze für ihren Winterschlaf.

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