Absatzzahlen Schoko-Osterhasen vs. Weihnachtsmänner: Ein detaillierter Vergleich

Schokoladen-Osterhasen und Schoko-Weihnachtsmänner/Nikoläuse gehören zur festen Tradition von Ostern und Weihnachten. Jahr für Jahr bevölkern sie ab Saisonbeginn die Regale in deutschen Supermärkten. Doch welche Figur ist beliebter, welche wird mehr produziert und verkauft, und wie haben sich die Absatzzahlen im Laufe der Jahre entwickelt? In diesem Artikel werden alle relevanten Aspekte - von Produktion über Export bis hin zu Preisen und Mythen - rund um Schoko-Osterhasen und ihre weihnachtlichen Pendants beleuchtet.

Aktuelle Produktionszahlen: Schoko-Hasen überholen Schoko-Weihnachtsmänner

Die deutsche Süßwarenindustrie hat im aktuellen Jahr etwa 228 Millionen Schoko-Osterhasen produziert, wie der Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie (BDSI) mitteilt. Damit sind es zwar fünf Prozent weniger als im Vorjahr, als etwa 240 Millionen Hasen gefertigt wurden, doch immer noch deutlich mehr als die Anzahl produzierter Schoko-Weihnachtsmänner und Nikoläuse.

Schoko-Hasen und -Weihnachtsmänner: Produktionsmengen Vergleich, Infografik

Zum Weihnachtsfest produzierten die Hersteller 2023 rund 167 Millionen Schoko-Weihnachtsmänner und -Nikoläuse. Im Jahr zuvor lag deren Produktionsmenge noch bei 146 Millionen Stück, allerdings mit einem Minus von 11% zum jeweiligen Vorjahr. Somit bleibt die Hasenzahl weiterhin deutlich vorne.

Wie eine Grafik von Statista zeigt, schlugen die Schoko-Osterhasen mit 206 Millionen Exemplaren die Schoko-Weihnachtsmänner (144 Millionen) bereits im Jahr 2013 deutlich. Die Produktionsmengen bewegen sich jedes Jahr im dreistelligen Millionenbereich.

Jahr Schoko-Osterhasen (Mio.) Schoko-Weihnachtsmänner/Nikoläuse (Mio.)
2013 200 144
2014 213 146
2015 213 144
2023 240 167
2024 228 n. v.

Export: Schoko-Hasen sind internationale Exportschlager

Ein wesentlicher Unterschied zeigt sich im Exportanteil: Während rund 44 % (etwa 64 Millionen) der in Deutschland hergestellten Schoko-Weihnachtsmänner ins Ausland gehen - vor allem in die europäischen Nachbarn sowie die USA, Kanada, Großbritannien, Australien und Südafrika -, ist der Exportanteil bei Schoko-Hasen noch größer.

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Von ca. 228 Millionen Osterhasen werden mehr als die Hälfte exportiert, insbesondere in die Europäische Union, die USA, Kanada, Australien sowie Südafrika. Im Jahr 2024 gingen laut BDSI rund 108 Millionen Stück in den deutschen Handel, der Rest in den Export. Zu Ostern ist der Schokohase - meist aus Vollmilchschokolade - international gefragt und hat weniger Konkurrenz als der Schoko-Nikolaus.

Wichtige Exportmärkte für deutsche Schoko-Osterhasen und Weihnachtsmänner

Die Schoko-Nikoläuse sind besonders in Frankreich, Österreich und Großbritannien beliebt. Nach Abzug der Exportmengen landen somit etwa gleich viele Hasen und Weihnachtsmänner im deutschen Handel - zuletzt 108 Millionen Hasen versus 110 Millionen Weihnachtsmänner bzw. Nikoläuse.

Der Grund, dass mehr Hasen produziert und exportiert werden, liegt laut BDSI darin, dass der Schokohase weniger Konkurrenzprodukte hat: Zu Weihnachten gibt es Lebkuchen, Stollen, Dominosteine und viele weitere saisonale Gebäcke - zu Ostern hingegen dominiert der Schokohase als Klassiker.

Warum gibt es mehr Schoko-Osterhasen?

Eine zentrale Erklärung für die Mengenunterschiede ist das geringere Konkurrenzangebot zu Ostern: In der Weihnachtszeit greifen Verbraucher neben Schoko-Weihnachtsmännern auch gern zu anderen Spezialitäten wie Lebkuchen, Stollen, Printen oder Dominosteinen. Im Osternest dagegen darf der Schokohase, 1950er-Jahren als Massenprodukt eingeführt, nicht fehlen.

Die Nachfrage nach Schoko-Hasen ist stetig hoch: In einer repräsentativen YouGov-Umfrage gaben 38 % der Deutschen an, 2024 Schokolade in Form von Osterhasen verschenken zu wollen.

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Beliebtheit verschiedener Schoko-Formen zu Ostern und Weihnachten

Nicht zu vergessen: Auch Ostereier sind aus Sicht der Verbraucher ein Muss - ohne sie wäre die Enttäuschung groß.

Preisunterschiede und Einfluss der Rohstoffkosten

Die Preise für Schoko-Hasen und auch Schoko-Weihnachtsmänner schwanken stark. Laut Verbraucherzentrale NRW kostete ein Kilo Schoko-Hasen 2024 zwischen 9,93 Euro und 37,90 Euro; Schokoladeneier lagen zwischen 7,25 und 29,90 Euro. „Die Vollmilchschokoladentafel kann vom gleichen Hersteller pro 100 Gramm weniger als die Hälfte eines Osterhasen kosten. Die Schokolade wird also in Hasenform teils doppelt so teuer verkauft“, so die Verbraucherschützerin Silvia Monetti.

Diese großen Preisspannen entstehen einerseits durch die aktuell stark gestiegenen Rohstoffkosten, andererseits durch aufwendigeres Produktdesign, höhere Anforderungen an Lagerung, Personaleinsatz und Logistik. Kakao ist einer der Hauptkostentreiber: Im Jahr 2023 lag der Preis für eine Tonne Kakao laut ICCO bei 3000 Euro, 2024 schon über 6600 Euro. Das hat zur Folge, dass gleich mehrere Hersteller, darunter Lindt, Hershey und Nestlé, die Preise für Schokoladenprodukte erhöhten.

Preissteigerung von Kakao und deren Einfluss auf Schokoladenpreise

Der Herstellungsaufwand für Osterhasen, Küken oder Lämmer aus Schokolade ist höher als bei Tafelschokolade. Darüber hinaus sorgt das sogenannte Forward-Selling-System der wichtigsten Anbauländer Ghana und Côte d’Ivoire für Verzögerungen bei der Preisweitergabe an Endverbraucher.

Trotz gesunkener Kakaopreise an den internationalen Rohstoffbörsen bleibt das Niveau hoch, und Preissenkungen erreichen die Endkunden erst mit Verzögerung - sofern überhaupt.

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Der Mythos vom eingeschmolzenen Schoko-Weihnachtsmann

Jahr für Jahr hält sich der Mythos, dass nicht verkaufte Schoko-Weihnachtsmänner für Schoko-Hasen eingeschmolzen und umgegossen werden - und umgekehrt. Der BDSI stellt jedoch klar: Die Hersteller fertigen ihre Saisonartikel grundsätzlich aus frisch hergestellter Schokoladenmasse.

Wie entstehen Schoko-Osterhasen und -Weihnachtsmänner in der Produktion?

Einschmelzen und Wiederverwerten ist zwar technisch möglich und wird von kleinen Konditoreien auch praktiziert (sofern die Schokolade frisch ist), in der Massenproduktion aber nicht wirtschaftlich und auch aus Hygienegründen nicht angezeigt. Eine Rückführung der Ware von Händlern, Auspacken, Einschmelzen und Neuformung sind schlicht zu teuer und zu aufwendig.

Zudem können mehrfaches Erhitzen und der hohe Fettgehalt, etwa bei Vollmilchschokolade, den Geschmack beeinträchtigen. Deswegen bleibt die Reinkarnation vom Weihnachtsmann zum Osterhasen im Großhandel ein Märchen.

Kurzüberblick: Geschichte und Varianten

Erfunden wurden die Schokohasen Mitte des 19. Jahrhunderts, damals noch massiv, schwer und vor allem als Schaufensterdekoration in den Läden. Als Vorlage für die maschinelle Produktion dienten sogar Geräte aus der Imkerei. Heute gibt es den Osterhasen von günstig bis exklusiv, flach oder massiv, zum Beispiel mit Logogravur für Unternehmen.

Historische und moderne Schoko-Osterhasen-Formen

Die beliebtesten Sorten sind weiterhin aus Vollmilchschokolade, aber auch Varianten aus Zartbitter oder Weißer Schokolade werden produziert.

Fazit: Die wichtigsten Unterschiede in Zahlen und Fakten

  • Schoko-Osterhasen werden jährlich in größeren Mengen produziert als Schoko-Weihnachtsmänner/Nikoläuse.
  • Einer der Hauptgründe ist der geringe Konkurrenzdruck zu Ostern und die internationale Beliebtheit der Hasen-Figur.
  • Exportiert werden sowohl Hasen als auch Weihnachtsmänner - der Exportanteil ist bei Hasen jedoch meist noch höher.
  • Preise für Saisonartikel sind stark gestiegen, nicht zuletzt durch deutlich teureren Kakao.
  • Der Mythos des wiederverwendeten Schoko-Weihnachtsmanns hält sich, ist aber in der Masse nicht realistisch.

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