Meerschweinchen Kekse selber machen Rezept
„Muig, wir wollen ein Leckerli“, schreit es täglich durch den Meerschweinchenstall. Sie müssen sich also abheben vom normalen täglichen Gemüse und Heu, natürlich schmecken und dabei meinem Meerschweinchen nicht schaden. Beim Leckerli-Kauf achte ich darauf, dass diese aus natürlichen Inhaltsstoffen bestehen. Auf Zucker, Milch und Honig muss das gesunde Leckerli verzichten.
Warum selbstgemachte Meerschweinchenkekse?
Leckerli selbst zu machen ist nicht nur günstiger, sondern auch gesünder. Es macht auch Spaß und du weißt genau, was drin ist. Fertigprodukte aus dem Fachhandel enthalten Zusatzstoffe wie Farbstoffe, Konservierungsmittel, Füllstoffe und Zucker. Selbst hergestellte Leckerlis enthalten nur die von dir verarbeiteten Inhaltsstoffe. Diese kannst du zudem individuell auf dein Tier und eventuelle Unverträglichkeiten abstimmen.
Die Kunst besteht darin, es in kleinen Mengen und bewusst einzusetzen. Nicht viel auf einmal, sondern gerade genug, um einen positiven Moment zu schaffen. Kekse und Süßigkeiten sind Extras. Kekse und Süßigkeiten ersetzen weder Heu noch Meerschweinchenfutter oder die tägliche Vitamin-C-Gabe. Geben Sie Leckerlis in kleinen Mengen und nur gelegentlich.
Allgemeine Hinweise zur Fütterung
- Bei der Fütterung gilt natürlich: Immer in Maßen füttern.
- Insbesondere in Obst ist Fruchtzucker enthalten, der auch dick machen kann.
- Führen Sie neue Leckerlis schrittweise ein und beobachten Sie die Reaktion Ihres Meerschweinchens genau. Frisst Ihr Meerschweinchen plötzlich weniger, gar nicht mehr oder deutlich anders als sonst?
- Meerschweinchenkekse und -leckerlis sollten an einem trockenen, kühlen und dicht verschlossenen Ort aufbewahrt werden.
- Die tägliche Grundversorgung besteht nach wie vor aus Meerschweinchenheu, artgerechtem Meerschweinchenfutter, Wasser und der täglichen Zufuhr von Vitamin C.
Mein persönliches, getreidefreies Rezept
Ich habe dieses Jahr versucht, gesunde Knabber-Kekse für meine Meerschweinchen zu "backen". Das bedeutet für mich natürlich getreidefrei, ohne Zucker, ohne Farbstoffe und wenig stärkehaltig. Der Schweinebande schmecken die Kekse gut (Meine Mama hat sie auch probiert, bevor sie wusste, dass es Kekse für die Schweinchen sind und fand sie auch ganz lecker…).
Was man benötigt
- 1/2 Tasse Chia-Samen
- 1/2 Tasse Leinsamen (falls keine Chiasamen, 1 Tasse Leinsamen)
- 1 Tasse verschiedener Saaten, Blüten etc. (z.B. Fenchelsamen, Schwarzkümmelsamen, Kümmel, Negersaat, Quinoa, Kamillenblüten, getrocknete Rote Beete Streifen)
- 1 Tasse Sonnenblumenkerne (und optional eine viertel oder halbe Tasse Erbsenflocken, sofern die Tiere eine gesunde Darmflora haben)
- 1 Möhre, 1 Apfel, 1 Rote Beete (man kann sicher auch noch anderes Obst oder Gemüse verwenden, wenn man mag)
Wie man die Kekse herstellt (Schritt-für-Schritt)
- Chia- und Leinsamen mit ca. 2 Tassen Wasser ein paar Minuten quellen lassen.
- Die Sonnenblumenkerne (und ggf. bei Tieren mit gesunder Darmflora auch Erbsenflocken) mit etwas Wasser pürieren, danach Möhre, Apfel und Rote Beete dazu geben und ebenfalls pürieren. (Wir haben dazu einen Smoothie-Mixer genommen.)
- Alles zusammengeben und vermengen. Wenn man den „Teig“ eine Weile ruhen lässt, geht es noch besser.
- Den „Teig“ dünn auf einem Backblech mit Backpapier ausstreichen (nicht dicker als einen halben cm, besser dünner, sonst trocknet es nicht gut).
- Mit einem Messer Kerben in den ausgestrichenen Teig einfügen, um die Kekse nachher gut trennen zu können.
- Ca. 45 - 60 Minuten bei 150°C Backen, ggf. den Teig einmal umdrehen zwischendurch und die andere Seite ebenfalls backen (unser Ofen hält die Temperatur manchmal nicht, bei uns hat es etwas länger gedauert und ich kann daher keine gute Temperaturangabe machen).
- Kekse auseinander brechen und noch ein paar Tage gut trocknen lassen, wenn sie noch nicht ganz fest und trocken sind.
Ich habe sie bisher erst einmal gebacken und daher gibts keine Garantie, dass das Rezept immer so klappt. Hatte auch zuerst den "Teig" zu dick ausgestrichen und ihn beim Backen mal gedreht und zum Schluss nochmal die Kekse durchgeschnitten und gebacken, weil ich Angst hatte, sie trocknen sonst nicht und werden gut. Aber auch dickere sind noch gut fest geworden.
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Tipps zur Rezeptvariation und Zutatenwahl
Wenn man viele Sonnenblumenkerne und stärkehaltige Saaten verwendet, sollten die Kekse natürlich trotzdem nur als seltenes Leckerchen verwendet werden. Bestehen sie nur aus aromatischen und Öl-Saaten, können sie immer angeboten werden. Wichtig ist, dass diese Kekse nur als Leckerlies und selten gefüttert werden, da einige der Zutaten über einen hohen Fett- beziehungsweise Zuckergehalt verfügen und in größeren Mengen ungesund sind (Nüsse und Rosinen).
Man kann vor dem Backen auch ein kleines Loch in die Herzen stechen, dann kann man sie später aufhängen und die Meerschweinchen haben eine Beschäftigung, wenn sie sich ihr Futter „angeln“ müssen. Leckerlis und Kekse für Meerschweinchen lassen sich gut mit der Futtersuche kombinieren. Legen Sie zum Beispiel ein kleines Stück zwischen Heu oder Kräuter, damit Ihr Meerschweinchen danach suchen muss.
Alternativen: Gemüsechips, Obstchips und Cracker
Wenn du beim Füttern der Leckerli die allgemeinen Ernährungsregeln für Meerschweinchen beherzigst, kannst du nicht viel falsch machen. Gemüsechips kann man leicht selber machen: Schneide beispielsweise eine Möhre in dünne Scheiben und lasse diese auf der Heizung trocknen, bis sie knusprig sind. Du kannst das Gemüse auch bei ca. 50-70 °C in den Backofen geben. Damit das Kondenswasser abziehen kann, musst du den Ofen leicht geöffnet lassen.
Obstchips eignen sich ebenfalls, jedoch enthalten Obstsorten deutlich mehr Zucker; nach dem Trocknen steigt die Zuckerkonzentration noch weiter. Verfüttere Obstchips deshalb nur gelegentlich und in sehr kleinen Mengen.
Obst-Gemüse-Cracker kannst du selbst herstellen, indem du das gewünschte Obst und Gemüse raspelst, vermengst und daraus kleine Häufchen formst. Backe diese dann bei 70 °C Umluft für mehrere Stunden im etwas geöffnetem Backofen.
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Beschäftigung und Präsentation der Leckerlis
Oft ist es gar nicht der Umstand, was die Meerschweinchen als Leckerlies präsentiert bekommen, sondern wie. Es reicht aus, einfaches Obst und Gemüse in einer interessanten „Verpackung“ zu präsentieren und schon sind die kleinen Nager hellauf begeistert. Beispielsweise könnten Sie kleine Obst- und Gemüsestückchen an einem Ast aufspießen, sodass die Meerschweinchen die Leckerlies abknabbern müssen. Auch eine Schatzkiste eignet sich hervorragend, um gesunde Leckerlies zu verpacken. Verwenden Sie hierfür einfach einen unbehandelten Pappkarton und geben Sie getrocknetes Laub oder zerknülltes Papier hinein. Außerdem fügen Sie ein paar gesunde Snacks hinzu.
Ein Leckerli gibt es nicht so oft und sollte daher etwas besonders fürs Meerschweinchen und auch für den Gurkengeber sein. Eine Fütterung wird umso schöner, je vorhersehbarer und freundlicher sie abläuft. Geben Sie Ihrem Meerschweinchen beispielsweise immer ein kleines Stückchen am selben Ort oder während des gleichen Rituals.
Sicherheit, Lagerung und Haltbarkeit
Lagere deine selbstgemachten Snacks an einem kühlen, trockenen, dunklen Ort. Vermeide dort große und plötzliche Schwankungen der Temperatur. Deine Leckerlis sollten so wenig Restfeuchtigkeit wie möglich enthalten. Meerschweinchenkekse und -leckerlis sollten an einem trockenen, kühlen und dicht verschlossenen Ort aufbewahrt werden.
Wie oft darf man Leckerli geben?
Ein bis zwei kleine Leckerli pro Woche pro Tier sind vollkommen ausreichend. Meerschweinchen lieben Leckerlies. Allerdings sollten diese zum einen nur in geringen Mengen und selten angeboten werden und zum anderen sollte es sich um gesunde Snacks handeln. Meerschweinchenkekse und -leckerlis eignen sich vor allem für kleine Zwischenmahlzeiten. Sie sind praktisch, wenn Sie Ihrem Meerschweinchen etwas Schmackhaftes geben möchten, ersetzen aber nicht Heu, Meerschweinchenfutter, Kräuter oder Trockengemüse.
Weiterführende Ideen und Rezepte
Zuerst wollen wir dir ein flexibles und schmackhaftes Rezept für Leckerlis für Kleinnager vorstellen, was man du an die Vorlieben deines Haustieres anpassen kannst. In diesem Vorschlag werden Karotten als Gemüse-Zutat für die Plätzchen vorgeschlagen, man kann aber ebenso gut beispielsweise Äpfel, Birnen oder Bananen verwenden. Nehme 100 g des ausgewählten Lieblingsobstes-/ beziehungsweise Gemüses, dazu 100 g Bruchmais, 100 g Hirse, 100 g geschälte Sonnenblumenkerne, 100 g gehackte Erdnüsse, 2 Eier und 2 Esslöffel Honig. Alle diese Zutaten gut vermengen und aus dem Teig mit einem Löffel kleine Plätzchen formen. Diese auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen. Das Ganze dann bei 180°C Umluft ca. …
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Unser zweiter Vorschlag sind Knabberringe: Durch das Loch in der Mitte kann man sie ideal an einem Faden aufhängen, so dass dein Tier sich strecken und balancieren muss, um an das Leckerli zu kommen. Dafür 100 g Haferflocken, 40 g Sesam, 1 Karotte, 1 Ei, eventuell etwas Wasser und 1 TL Honig vermischen, dick ausrollen und Ringe mit Loch in der Mitte ausstechen. Diese dann auf Backpapier packen und bei 175°C eine Viertelstunde backen.
Beobachtungen und Erfahrungsaufruf
Falls es wer ausprobiert, würde ich mich über Erfahrungsberichte freuen, um das Rezept zu optimieren. Wir haben uns vorher informiert und dann munter zusammengemischt. Meine Cousine hat kräftig geholfen, vor allem hat sie den doch sehr klebrigen Teig gebändigt und später die Meerschweinchen bei ihrem Modeljob unterstützt. Das Mädel und die drei Jungs haben übrigens ganz schön reingehauen, die Kekse waren ein voller Erfolg.
| Aspekt | Empfehlung |
|---|---|
| Häufigkeit | 1-2 sehr kleine Leckerli pro Woche |
| Lagerung | Kühl, trocken, dunkel |
| Wichtig | Ersetzen nicht Heu/Grundfutter; Vitamin C sicherstellen |
| Vorsicht | Obst wegen Zucker nur selten; fettreiche Saaten sparsam |
Dieser Artikel dient der reinen Information und ersetzt keine tiermedizinische Beratung.
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