Marzipan Museum Wien — Geschichte und Informationen

Das Medizinhistorische Museum Josephinum ist ein prächtiger denkmalgeschützter Bau des Klassizismus im 9. Bezirk und beherbergt weltweit bekannte Sammlungen. Nach knapp vierjährigen Renovierungsarbeiten öffnete das Josephinum im September 2022 wieder seine Tore. Das rundumerneuerte und vergrößerte Museum in Wien-Alsergrund, das die Sammlungen der Medizinischen Universität Wien beherbergt, bietet nach der Sanierung rund 1.000 Quadratmeter Ausstellungsfläche.

Architektur und Wiederherstellung des Josephinums

Das denkmalgeschützte Baujuwel aus der Zeit des Klassizismus wurde umfassend saniert und weitestgehend in seinen Originalzustand versetzt. Das Josephinum wurde 1785 nach Plänen des Hofarchitekten Isidor Canevale fertiggestellt. Ein besonderes Highlight ist der halbrunde, neun Meter hohe historische Hörsaal. Dessen Zwischendecke aus den 1940er-Jahren wurde entfernt und originale Wandmalereien freigelegt.

Fassade des Josephinums, klassizistischer Bau mit historischer Hörsaalansicht

Sammlungsumfang und Bedeutung

Das 1785 eröffnete Josephinum beheimatet eine der herausragendsten medizinhistorischen Sammlungen der Welt. Die Medizinische Universität Wien verfügt über ein reiches kulturelles Erbe, das zum großen Teil in den Sammlungen der Medizinischen Universität Wien zusammengefasst ist. Europaweit einzigartig ist die medizinhistorische Sammlung der MedUni Wien. Sie repräsentiert die traditionsreiche 650-jährige Geschichte dieser Institution und ihr kulturelles Erbe.

Die "Gesamtheit des kulturellen Erbes" der Medizinischen Universität Wien gehört zu den größten gewachsenen Sammlungsbeständen der Welt und setzt sich aus vielen verschiedenen "Quellen" zusammen wie z.B. Architektur, Lehrmittel, Instrumente, Handschriften, Literatur, Archivalien und Bildmaterial. Das 1785 unter Joseph II. erbaute frühklassizistische Josephinum ist das architektonische Highlight der MedUni Wien. Die Sammlungen im historischen "Josephinum" in der Währingerstraße können auch besichtigt werden.

Die Wachsmodelle: Herzstück der Sammlung

Zentraler Bestandteil sind die 1.200 weltberühmten anatomischen Wachsmodelle, die von Kaiser Joseph II. in Florenz bestellt und angekauft wurden. Die kostbaren Objekte wurden einst mühsam nach Wien transportiert und sind heute in sieben Räumen in Original-Vitrinen aus Rosenholz und venezianischem Glas ausgestellt. Präsentiert werden die anatomische Wachsmodelle aus dem 18. Jahrhundert sowie die Geschichte Josephs II., jene der I. und II. Wiener Medizinischen Schule bis hin zu den dunkelsten Seiten unseres Landes im Nationalsozialismus.

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Anatomische Wachsmodelle in Original-Vitrinen

Weitere bedeutende Bestände

Darüber hinaus können zahlreiche weitere medizinhistorisch bedeutende Bestände besichtigt werden, etwa Instrumente, Bilder, Bücher, Archivalien, Handschriften und Nachlässe. Rund 2.500 Objekte befinden sich in den Schau- und Depot-Kästen der Instrumentensammlung.

Objektgruppe Anzahl / Bemerkung
Wachsmodelle 1.200, aus Florenz, 18. Jh.
Instrumentensammlung Rund 2.500 Objekte
Ausstellungsfläche Ca. 1.000 m² nach Sanierung

Besondere Exponate und Kuriositäten

Besonders bekannte Ausstellungsstücke: das erste Endoskop der Welt (1806), der präparierte Magen, an dem Theodor Billroth 1880 die weltweit erste erfolgreiche Magenresektion vornahm, die chirurgische Instrumentensammlung von Giovanni Alessandro Brambilla, Leibarzt des Kaisers und erster Direktor des Hauses, der berühmte Gall´sche Schädel sowie die Seligmann-Fragmente, die mutmaßlichen Schädelteile von Ludwig van Beethoven.

Aber auch ein handgeschriebener Lebenslauf von Sigmund Freud und die Feile, mit der Kaiserin Elisabeth 1898 in Genf ermordet wurde, zählen zur bedeutsamen Sammlung. Zahlreiche Objekte sind nach der Wiedereröffnung erstmals ausgestellt.

Historische chirurgische Instrumente und das erste Endoskop (1806)

Museumskonzept und Vermittlung

Neben der Präsentation historischer Objekte vereint das Museumskonzept ein universitäres Sammlungsdepot mit einer wandelbaren Ausstellungsfläche und thematisiert auch aktuelle bioethische Debatten. Ebenso wird die heutige Hightech-Medizin präsentiert. Das Symposium bietet Einblicke in die Geschichte der Anatomie während der NS-Zeit und deren aktuelle Relevanz.

Führung durch das Josephinum und Einblicke in die Wachsmodell-Sammlung

Josephinum im historischen Kontext Wiens

Das Josephinum blickt auf eine lange Tradition zurück: Joseph II. ließ hier 1785 eine medizinisch-chirurgische Militärakademie errichten, um Ärzte und Hebammen für den zivilen und militärischen Bereich nach einem neuen Modell auszubilden. Das Josephinum zählt neben der pathologisch-anatomischen Sammlung im sogenannten Narrenturm (ebenfalls von Joseph II. gegründet) zu den wichtigsten medizinhistorischen Zentren Wiens. Die Vertreter der "Wiener Schule", die in Wien forschten und praktizierten, leisteten zwischen dem 18. und 20. Jahrhundert bedeutende Beiträge zur Medizingeschichte.

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Besuchen Sie das Medizinhistorische Museum Wien - jetzt auch sonntags geöffnet. Das Josephinum ist das bedeutendste Beispiel klassizistischer Architektur sowie ein wichtiges Zeugnis der Aufklärung in Österreich.

Sammlungs- und Museumspolitischer Hintergrund

Die Medizinische Universität Wien verfügt über umfangreiche Bestände und eine Sammlungsstrategie, die das kulturelle Erbe bewahrt und der Öffentlichkeit zugänglich macht. Die Sammlungen setzen sich aus vielen Quellen zusammen und gehören zu den größten gewachsenen Sammlungsbeständen der Welt. Viele Objekte dienen Forschung, Lehre und Vermittlung gleichermaßen.

Historische Architekturpläne und Detailansichten des Josephinums

Praktische Hinweise für Besucher

  • Das Josephinum bietet nach der Sanierung rund 1.000 m² Ausstellungsfläche.
  • Gezeigt werden sowohl historische Objekte als auch gegenwartsbezogene Themen der Medizin und Bioethik.
  • Die Ausstellung umfasst 1.200 Wachsmodelle, zahlreiche Instrumente, Handschriften und Archivmaterialien.
  • Das Museum ist sonntags geöffnet (aktuelle Öffnungszeiten bitte vor Besuch prüfen).

Die Kombination aus einem denkmalgeschützten Architekturdenkmal, herausragenden medizinhistorischen Sammlungen und einem modernen Vermittlungskonzept macht das Josephinum zu einem unverzichtbaren Ziel für alle, die sich für die Geschichte der Medizin und Wiens kulturelles Erbe interessieren.

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