Plätzchen mit Marmelade füllen: Ausführliche Anleitung, Tipps und klassische Varianten

Plätzchen mit Marmelade sind absolute Klassiker, die nicht nur zur Weihnachtszeit begeistern, sondern das ganze Jahr über als süße Nascherei beliebt sind. Sie vereinen mürbes Gebäck mit einem fruchtigen Kern und lassen sich ganz nach Geschmack variieren. Doch wie füllt man Marmelade richtig in Kekse? In diesem ausführlichen Artikel erfährst du alles rund um die Fülltechniken, die besten Tipps zum Eindicken, das richtige Trocknen und Aufbewahren - samt vielen Varianten und Rezepten.

Welche Plätzchensorten werden mit Marmelade gefüllt?

Der Klassiker schlechthin sind die Spitzbuben: Sie bestehen aus zwei Schichten Mürbeteig, wobei die obere Schicht mit kleinen Ausstechmotiven versehen ist, die die fruchtige Füllung sichtbar machen. Neben Spitzbuben erfreuen sich Husarenkrapferl (Engelsaugen), Linzer Plätzchen und Ischler Törtchen großer Beliebtheit. Besonders zur Weihnachtszeit, aber auch im Frühling und Sommer kannst du mit verschiedenartigen Marmeladen abwechslungsreiche Plätzchen zaubern.

  • Spitzbuben: mit Keksdeckel und Ausstechmotiv
  • Husarenkrapferl und Engelsaugen: mit Mulde gefüllt
  • Ischler Plätzchen: doppelt mit Marmelade und Schokoladenglasur
  • Terrassenplätzchen: Schichten mit Marmelade dazwischen
Verschiedene Plätzchensorten mit Marmeladefüllung

Wann und wie füllt man Marmelade in Kekse?

Die Frage, ob Marmelade vor oder nach dem Backen in die Plätzchen gegeben wird, hängt von der Rezeptart ab. Besonders bei Husarenkrapferl oder Engelsaugen empfiehlt es sich, die Marmelade direkt nach dem Backen zu füllen, solange die Plätzchen noch warm sind. Die Wärme hilft, die Marmelade leichter zu verteilen und sorgt dafür, dass sie gut haftet. Bei Doppelschicht-Plätzchen (z.B. Spitzbuben) füllt man Marmelade meist erst nach dem vollständigen Auskühlen der Plätzchen, da so ein besseres Ergebnis erzielt und die Plätzchen nicht matschig werden.

  • Bei Plätzchen mit Mulde: Marmelade direkt nach dem Backen in die Mulde geben
  • Bei Doppelschicht-Keksen: Marmelade erst nach dem Abkühlen zwischen die Schichten streichen
Plätzchentyp Füllzeitpunkt Vorteil
Engelsaugen / Husarenkrapferl Direkt nach dem Backen Marmelade haftet gut, schmilzt leicht
Spitzbuben / Terrassenplätzchen Erst nach dem Abkühlen Kein Verschmieren, stabile Schichten
Schema zur Fülltechnik von Marmeladenplätzchen

Techniken zum Füllen: Dosierhilfen und Präzision

Für präzises und sauberes Arbeiten empfiehlt sich eine Dosierflasche, ein Spritz- oder Gefrierbeutel oder - wie von erfahrenen Bäcker:innen empfohlen - eine große, sterile Einwegspritze vom Arzt. Damit lassen sich Mulden und Hohlkörper besonders gleichmäßig befüllen. Beim Zusammenfügen der Plätzchen hilft das Erwärmen der Marmelade. Die Marmelade wird kurz aufgekocht, dann lauwarm abgekühlt und erst dann verwendet. Der Gebrauch von passierten Marmeladen ohne Kerne oder Stückchen sorgt für ein gleichmäßiges Ergebnis.

Dosierflasche und Einwegspritze zum Befüllen von Keksen

Warum sollte man die Marmelade erwärmen?

Erwärmte Marmelade lässt sich leichter verstreichen und bildet eine glattere Oberfläche. Sie wird flüssiger, haftet besser am Gebäck und sorgt dafür, dass die Plätzchen länger schön aussehen und nicht auseinanderfallen.

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Tipps zum Eindicken der Marmelade

  • Pektin verwenden: Kommerzielles oder Zitrusfruchtschalen
  • Gelierzucker oder andere Geliermittel nutzen
  • Maizena oder Speisestärke unterrühren
  • Marmelade abkühlen lassen, bevor du sie auf das Gebäck gibst
Zubereitung einer Marmelade mit Geliermittel

Das richtige Trocknen von Marmelade auf Plätzchen

Ein häufiges Problem ist, dass die Marmelade nicht ausreichend trocknet und die Plätzchen deshalb nicht in Dosen geschichtet werden können. Das Trocknen dauert 2-3 Tage, manchmal sogar länger! Nach dem Füllen empfiehlt es sich, die Plätzchen offen liegen zu lassen. Erst wenn die Marmelade getrocknet ist, können sie eingedost werden. Besonders hilfreich ist das Bestäuben mit Puderzucker, da dies die Oberfläche der Marmelade weniger klebrig macht und ein schönes Glänzen erzeugt.

Aufbewahrung und Haltbarkeit

Die selbst gebackenen Plätzchen mit Marmelade sind ungefähr 2-3 Wochen haltbar. Damit sie saftig und knusprig bleiben, solltest du das Gebäck vollständig auskühlen lassen und erst dann in eine luftdicht verschlossene Dose geben. Trenne die einzelnen Lagen am besten mit Backpapier, damit die Marmelade nicht verschmiert und die Plätzchen nicht zusammenkleben. Lagere sie kühl und trocken - so bleiben die Plätzchen lange frisch.

Aufbewahrung von Marmeladenplätzchen in Keksdosen

Das Basis-Rezept: Mürbeteigplätzchen mit Marmelade

Typische Zutaten

  • Mehl: Weizenmehl 405 oder Dinkel 630
  • Butter: Alternativ pflanzliche Margarine
  • Zucker: Haushaltszucker oder Rohrzucker/Brauner Zucker
  • Ei/Eigelb: Für die Bindung im Teig
  • Marmelade: Fruchtaufstrich nach Wahl (Himbeere, Johannisbeere, Aprikose, Quitte)
  • Optional: Vanille, Zitronenabrieb, Zimt, gemahlene Nüsse oder Mandeln

Schritt-für-Schritt-Anleitung

  1. Teig zubereiten: Mehl, Butter, Zucker und Ei zu einem glatten Teig verkneten. Optional mit Vanille oder Zitronenabrieb aromatisieren. Den Teig in Frischhaltefolie wickeln und mindestens 30-60 Minuten kaltstellen.
  2. Kekse formen: Teig ausrollen, passende Formen ausstechen (Herzen, Kreise, Sterne) oder kleine Kugeln mit Mulde rollen.
  3. Backen: Kekse auf Backpapier im Ofen bei ca. 175-180 Grad Umluft 10-15 Minuten goldgelb backen.
  4. Marmelade füllen:
    • Kekse mit Mulde: Marmelade direkt nach dem Backen einfüllen.
    • Doppelte Kekse: Marmelade nach dem Abkühlen auftragen, zusammenfügen.
  5. Optional Glasur: Mit Puderzucker bestäuben oder mit Kuvertüre überziehen (z.B. Ischler Plätzchen).
  6. Abkühlen lassen, stapeln und genießen!
Schritt-für-Schritt-Anleitung Marmeladenplätzchen

Bekannte Marmeladen-Plätzchen und kreative Variationen

Die Marmelade kannst du nach Wunsch variieren: Ob Himbeer-, Johannisbeer-, Marillen-, Erdbeer- oder sogar Glühwein-Gelee. Weihnachtliche Varianten entstehen durch Gewürze wie Zimt, Orangenschale oder Ingwer. Im österreichischen Raum sind auch Ischler Törtchen, Neros und „Steirerkekse“ mit Kürbiskernen in der Weihnachtsbäckerei beliebt. Für Ischler Plätzchen etwa werden kleine Mürbeteigplätzchen gebacken, mit Johannisbeer-Gelee gefüllt und mit Schokoladenglasur sowie gehackten Pistazien verziert.

  • Mit Schokoladeglasur und Pistazien (Ischler Törtchen)
  • Mit Mandeln, Haselnüssen oder Kürbiskernen
  • Mit Lemon Curd, Nuss-Nougat-Creme oder Schokolade statt Fruchtaufstrich
Kreative Marmeladenfüllungen und Dekorationen für Kekse

Häufig gestellte Fragen zu Plätzchen mit Marmelade

  • Warum erwärmen? Marmelade haftet besser, wird flüssiger und verhindert Beschädigungen am Gebäck.
  • Wie lange haltbar? 2-3 Wochen bei richtiger Aufbewahrung in luftdichter Dose und kühlem Ort.
  • Kekse zu weich? Schichte Lagen mit Backpapier und lasse die Marmelade vor dem Einpacken ausreichend trocknen.
  • Plätzchenteig auf Vorrat? Im Kühlschrank 2-3 Tage, im Gefrierfach bis zu 3 Monaten.
  • Marmelade zu flüssig? Mit Gelierzucker, Pektin oder Speisestärke eindicken.
  • Alternative Füllungen? Lemon Curd, Schokoladencreme, Nuss-Nougat, Glühwein-Gelee.

Zusätzliche Tipps für gelungenen Marmeladenplätzchen

  • Keksteig immer gut kühlen vor dem Ausrollen und Ausstechen
  • Immer gleiche Keksgrößen auf einem Blech backen, damit alles gleichmäßig backt
  • Mit Kindern backen: Marmeladenkekse eignen sich perfekt für ein gemeinsames Backerlebnis
  • Marmeladen vorher nach Geschmack passieren oder durchsieben, falls Kernchen oder Stückchen unerwünscht sind
Familienbacken mit Kindern: Marmeladenkekse

Fazit: Marmelade richtig in Kekse füllen!

Ob klassisch, kreativ oder mit eigenen Variationen: Mit der richtigen Technik und etwas Geduld beim Trocknen kannst du fruchtige Marmeladen-Kekse unkompliziert zubereiten. Plätzchen mit Marmelade sind ein Höhepunkt auf jedem Plätzchenteller - für die Adventszeit sowie darüber hinaus!

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