Marmelade aus eingekochten und gefrorenen Früchten herstellen – ausführliche Anleitung

Marmelade selber einkochen ist eine der besten Möglichkeiten, Sommergeschmack für den Vorrat zu konservieren. Diese Anleitung erklärt Schritt für Schritt, wie ihr Marmelade aus gefrorenen Früchten herstellen könnt, welche Zutaten und Verhältnisse sich bewährt haben, wie das Gelieren funktioniert und worauf ihr beim Sterilisieren und Lagern achten müsst.

Gleichgewicht: Frische vs. gefrorene Früchte - wiegen sie gleichviel?

1 kg Erdbeeren sind 1 kg Erdbeeren, egal ob frisch oder gefroren. 1kg frische Erdbeeren wiegen genau soviel wie 1kg TK-Erdbeeren. Tiefgekühlte Früchte abwiegen. Wenn ich Marmelade aus gefrorenen Früchten kochen möchte, wiegen die gefrorenen Früchte genausoviel wie frische? Ja. Dosenobst würde ich nicht nehmen, da es ja schon eingekocht und gezuckert ist.

Vorbereitung: Auftauen, Mischen und Marinieren

Ich würde sie vorher auftauen, so lassen sich die Früchte gleichmässiger und schneller erwärmen und weitere Zutaten (zB. mit dem Wasser ist vermutlich die Auftauflüssigkeit gemeint, aber das ist ja nur der ausgetretene Erdbeersaft, der vorher halt IN den Beeren war. Ich friere auch immer Obst aus dem Garten ein und mache dann unterm Jahr Marmelade davon. Kein Problem. Früchte mit Gelierzucker in Topf und auftauen lassen - gerne auch etwas länger. Dann ganz normal kochen. Genau so wird es richtig gemacht. Früchte müssen unbedingt mit dem Gelierzucker einige Stunden durchziehen, wenn man gute Marmelade haben möchte. Marmelade mit Fruchtstückchen sollte vor dem Kochen 3-4 Stunden mit dem Gelierzucker vermischt stehen gelassen werden, da so den Früchten Wasser (in Form von Fruchtsaft) entzogen wird. Ich gebe in der Früh 1kg tiefgefrorene Früchte und den Gelierzucker in einen Topf. Untertags zieht es durch und taut auf. Dann ganz normal kochen.

Grundzutaten und Gelierzucker: Welche Verhältnisse gibt es?

Die perfekte Marmelade gelingt euch, wenn ihr auf das Verhältnis zwischen Zucker und Früchten achtet. Dabei gibt es verschiedene Verhältnisse, 1:1 (500g Früchte & 500g Zucker), 2:1 oder 3:1. Achtet daher immer auf die Angaben der jeweiligen Mischverhältnisse des Gelierzuckers. Im Verhältnis 1:1 bekommt ihr eine süße und haltbare Marmelade, ideal für alle, die zum ersten Mal Marmelade einkochen. Wenn ihr Gelierzucker mit einem Verhältnis von 3:1 oder 2:1 verwendet kann es passieren, dass die Erdbeermarmelade nach längerer Lagerung ihre frische Farbe verliert. Dabei gilt, je weniger Zucker verwendet wird, desto eher kann es zu einer Farbveränderung kommen. Die Marmelade wirkt nicht mehr so rot wie beim Einkochen.

Gelierzucker hat reichlich Kalorien und enthalten meist Konservierungsstoffe oder Palmöl. Ihr könnt ihr stattdessen auch normalen Zucker oder andere Geliermittel verwenden. Einige Beispiele sind zum Beispiel Apfelpektin oder Agar Agar, das aus Meeresalgen gewonnen wird. Ich nehme prinzipiell Gelierzucker 1:1. das klappt immer und schmeckt uns am besten. Du kannst auch wunderbar Apfelgelee aus gekauftem Apfelsaft herstellen. Bei Verwendung eines anderen Zuckers im falschen Verhältnis, wird die Marmelade zu flüssig, da sie nicht richtig gelieren kann.

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Alternative Geliermethoden und Süßungsmittel

Gelierzucker erfordert keine zusätzlichen Geliermittel, sofern man das Frucht-Zucker-Verhältnis genau wie auf der Verpackung beschrieben beachtet. Marmeladen kann man aber auch bedenkenlos mit normalem Zucker einkochen. Ja sogar brauner Zucker oder alternative Süßungsmittel wie Xucker sind möglich. Damit die Marmelade allerdings geliert, benötigt man extra Geliermittel wie z.B. Gelierfix. Alternativ kann auch Agar Agar verwendet werden. Hierzu habe ich allerdings noch keine Erfahrungen.

Weitere natürliche Alternativen zum Gelierzucker sind Apfelpektin oder Agar-Agar. Auch Flohsamenschalen und Guarkernmehl können als Bindemittel dienen. Marmelade ohne Einkochen ist mit Guarkernmehl möglich: Für Deine Marmelade musst Du nur die Zutaten miteinander verrühren. Bei 500 g Früchten benötigst Du gute 10 ml Limettensaft und ca. 4 g Guarkernmehl.

Rezept-Grundgerüst: Marmelade aus gefrorenen Beeren

Dieses Marmeladen-Rezept ist ein schnelles und einfaches Grundrezept. 1000 g Obst (TK) z.B. Obst, Gelierzucker und Zitronensaft in den Topf geben. Zum kochen bringen und kontinuierlich mit einem Holzlöffel umrühren. Für mindestens 15 Minuten auf mittlerer Hitze kochen. Gelierprobe machen: Einen Teelöffel Marmelade auf eine Untertasse geben und in den Gefrierschrank stellen. Sobald die Marmelade abgekühlt ist, sollte sie fest sein. Ist das nicht der Fall, muss sie etwas weiter gekocht werden. Die Marmelade in heiß ausgespülte Schraubgläser geben, verschließen und sofort die Gläser umdrehen. (Auf den Kopf stellen.) Nach 5 Minuten dann aufrecht stellen.

400 g gemischte, gefrorene Beeren, 60 g brauner Zucker, 1 Apfel, 1 Prise Salz: Die Beeren zusammen mit den Apfelstücken, dem Zucker und Salz in einen Topf geben und für 30 Minuten einkochen. Dann die Marmelade durch die Flotte Lotte pressen und heiß in die Gläser füllen. Sofort verschließen und abkühlen lassen.

Gemischte gefrorene Beeren im Topf

Praktisches Beispiel: Erdbeermarmelade mit Tee

Zutaten für 4 Gläser mit je 250 ml: 1 kg Erdbeeren, 500 g Gelierzucker (2:1), 2 EL Limettensaft einer Bio-Limette, 2 EL Tee (z.B. Earl Grey). Bio-Limette auspressen und den Saft zusammen mit Gelierzucker zu den klein geschnittenen Erdbeeren mischen und alles über Nacht ziehen lassen. Tee in einen Teebeutel oder Tee-Ei füllen, zur Fruchtmasse mit in einen großen Kochtopf geben und mitkochen. Unter ständigem Rühren aufkochen und mindestens 3 Minuten sprudelnd kochen lassen. Den gebildeten Schaum vorsichtig abschöpfen. Hat die Konfitüre die gewünschte Konsistenz, darf nun das Abfüllen beginnen.

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Erdbeermarmelade mit Tee im Glas

Gelierprobe und Konsistenz prüfen

Macht eine Gelierprobe. Dafür gebt ihr einen Löffel heißer Marmelade auf einen kalten Teller und lasst sie kurz abkühlen. Haltet den Teller leicht schräg. Wenn die Marmelade zerläuft, muss sie noch etwas länger eingekocht werden. Ist die Konfitüre noch zu flüssig, alles noch einige Minuten köcheln lassen und noch etwas mehr Limettensaft hinzugeben.

Sterilisation der Gläser und Abfüllung

Die Gläser und Deckel müssen ordentlich aufeinander passen, auch sollten die Deckel nicht beschädigt sein. Damit die Marmelade lange hält und nicht anfängt zu schimmeln, müssen die Gläser und Deckel ordentlich gereinigt und sterilisiert werden. Mithilfe von kochendem Wasser werden die Bakterien abgetötet. Das geht zum Beispiel im Geschirrspüler. Hier verwendet ihr die höchste Stufe, keinen Reiniger und es darf kein weiteres schmutziges Geschirr in die Maschine. Auch könnt ihr die Gläser für zehn Minuten in einen großen Topf mit kochendem Wasser geben. Sind die Gläser sterilisiert, sollten sie auch schnellmöglichst befüllt werden. Sobald der Deckel geschlossen ist, drehst Du das Marmeladeglas auf den Kopf und lässt es so für ca. eine halbe Stunde stehen. Somit wird die Restluft durch die heiße Masse nach oben gedrückt und dabei konserviert.

Haltbarkeit und Lagerung

Je mehr Zucker ihr beim Einkochen verwendet habt, desto länger ist sie haltbar (empfohlen 1:1). Habt ihr eure selbstgemachte Marmelade in sterile Gläser abgefüllt, sollten die Gläser an einem kühlen und dunklen Ort gelagert werden, idealerweise im Kühlschrank. So hält sich die selbstgemachte Marmelade ungeöffnet im Kühlschrank bis zu zwei Jahre. Ist die Marmelade einmal geöffnet, hält sie sich im Kühlschrank (4 Grad Celsius) etwa drei Monate.

Feintuning: Aromen, Alkohol und besondere Zutaten

Durch den Zusatz von Tee erhält die Marmelade einen interessanten Beigeschmack. Besonders gut eignet sich Schwarztee wie Earl Grey mit seinem besonderen Bergamotte-Geschmack. Probiert es direkt mal aus. Aber nicht nur Tee verleiht eurer Marmelade das gewisse Etwas. Mit Likören, Gewürzen oder auch anderen Obstarten, gelingen euch verschiedene Kreationen. Verfeinert eure Konfitüre zum Beispiel mit etwas Bourbon-Vanille, Ingwer, Anis, Zimt oder Muskatnuss. Mit Spekulatiusgewürz gelingt euch ein toller Aufstrich für die Winterzeit. Besonders intensiv schmecken Marmeladen mit einem Schuss Alkohol, ob mit Rum, Brand, Gin, Prosecco oder Champagner. Wichtig ist nur, dass ihr den Alkohol kurz vor dem Kochende hinzufügt. Andernfalls verdampft auch ein Teil des Aromas mit dem Alkohol.

Tipps & Tricks aus der Praxis

  • Die Früchte sollten immer in kleinen Mengen verkocht werden. Pro Topf ca. 3 kg, damit die Farbe und der Geschmack gut erhalten bleiben.
  • Vor dem Kochen wird das Obst mit dem Zucker „mariniert“. Das sollte am besten über Nacht passieren, mindestens aber 4 Stunden.
  • Die Marmelade während dem Kochen unbedingt abschäumen und nicht länger kochen als auf der Packung steht, da sonst das notwendige Pektin seine Wirkung verliert und die Marmelade nicht mehr richtig geliert.
  • Perfekt wäre dabei eine Temperatur von 15-20°C während des Marinierens.
  • Falls ihr zuviel Obst übrig habt: Früchte können bedenkenlos eingefroren und z.B. auch im Winter zu Marmelade eingekocht werden.
  • Wer mag kann vorher noch einen Schuß Likör oder Schnaps zugiessen - kurz vor Kochende.
  • Die Flotte Lotte oder ein Sieb können helfen, Kerne zu entfernen und eine feine Konsistenz zu erzielen.
Gelierprobe auf Teller

Kurzes Rezeptbeispiel - schnelles Basisrezept für TK-Beeren

Zutat Menge
Gefrorene Beeren 1000 g
Gelierzucker (2:1 empfohlen) 500 g
Zitronen- oder Limettensaft 1-2 EL (optional)

Zubereitung: Gefrorene Beeren abwiegen, mit Gelierzucker mischen und auftauen lassen. Aufkochen, unter ständigem Rühren mindestens 3 Minuten sprudelnd kochen lassen, Gelierprobe machen und in sterile Gläser füllen.

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Praktische Hinweise für größere Mengen und Geschenke

Wenn ihr viele Gläser als Gastgeschenk herstellen möchtet (z. B. Hochzeitsmarmelade für 50 Personen), nutzt mehrere Töpfe oder verarbeitet die Früchte in Portionen. Marmelade aus TK-Früchten ist praktisch, weil die Früchte ganzjährig verfügbar sind und das zeitaufwendige Waschen und Schneiden entfällt. Diese Methode erlaubt es, jederzeit unabhängig von der Jahreszeit Marmelade herzustellen.

Also ran an die Kochtöpfe, beginnt mit dem Einkochen und füllt den Geschmack des Sommers in die Gläser ab. Mit selbstgemachter Marmelade schafft ihr einen leckeren Vorrat für eure Speisekammer an. Auch als Geschenk kommen die selbstgemachten Köstlichkeiten gut an.

Marmelade kochen: Schritt-für-Schritt Anleitung

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