Marabou Schokolade und Lakritz bei IKEA: Hintergrund und aktuelle Informationen zum Sortiment

Die schwedische Möbelhaus-Kette IKEA ist für ihre einzigartigen Einrichtungsgegenstände ebenso bekannt wie für ihre Angebote im Lebensmittelbereich, darunter auch süße Spezialitäten wie Marabou-Schokolade und Lakritz. Aktuell sorgt die Entscheidung, diese bekannten Produkte aus dem Sortiment zu nehmen, für Aufsehen. Im Folgenden werden die Hintergründe und Entwicklungen rund um das Thema umfassend erläutert.

Was ist Marabou-Schokolade und warum ist sie bei IKEA beliebt?

Marabou-Schokolade ist eine Marke des US-Lebensmittelkonzerns Mondelez, dessen Produkte seit Jahren zum Standard-Sortiment in den „Schwedenshops“ von IKEA gehören. Insbesondere in Deutschland wird sie als „Schokoladenlegende“ beschrieben und erfreut sich bei vielen Kunden großer Beliebtheit.

  • Die Marke umfasst neben klassischen Schokoladentafeln häufig auch weitere Sorten und Mischprodukte.
  • Die Abteilungen für schwedische Lebensmittel gelten bei IKEA als beliebte Anlaufstelle für Fans nordischer Spezialitäten.

Auch Daim gehört zu den bekannten Mondelez-Produkten, die bislang in den IKEA-Filialen erhältlich waren.

Marabou Schokolade Verpackung und Präsentation im IKEA-Schweden-Shop

Warum verschwinden Marabou-Schokolade und Lakritz aus dem IKEA-Sortiment?

Seit einigen Jahren bereits fokussiert sich IKEA vermehrt auf die Produktion eigener Süßwaren, teilte eine IKEA-Sprecherin auf dpa-Anfrage mit. Derzeit umfasst das Sortiment noch verschiedene Schokoladenprodukte von Lieferanten, die zu Mondelez gehören - IKEA wird diese Produkte jedoch nach und nach aus dem Sortiment nehmen, das gilt auch für den deutschen Markt.

Nach Angaben von IKEA Deutschland betrifft der Schritt grundsätzlich Produkte der Mondelez-Marken Marabou und Daim. Diese werden demnach noch bis Ende August abverkauft. Die Süßigkeiten sollen schon bald aus den Regalen des sogenannten Schwedenshops verschwinden.

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Der Hintergrund: Aktivitäten von Mondelez in Russland

Der US-Lebensmittelkonzern Mondelez, zu dessen Marken unter anderem auch Milka gehört, ist wegen seiner Aktivitäten in Russland von der ukrainischen Antikorruptionsbehörde auf eine sogenannte schwarze Liste gesetzt worden. Seit dieser Maßnahme hatten sich einige Unternehmen, Behörden und Verbände in Skandinavien dazu entschlossen, Produkte des Konzerns zu boykottieren oder eine Zusammenarbeit auszusetzen.

  • Die russische Tochtergesellschaft von Mondelez zahlte im Jahr 2022 rund 56 Millionen Euro an Steuern an die russische Regierung und erwirtschaftete in dem Land rund 310 Millionen Euro Gewinn.
  • Die Nationale Agentur für Korruptionsprävention (NACP) der Ukraine nahm Mondelez in ihre Liste der „internationalen Sponsoren des Krieges“ auf.
Infografik: Übersicht der Aktivitäten und Boykotte von Mondelez in Russland

In Skandinavien weitet sich der Boykott von Mondelez-Schokoladen aus. Dutzende von skandinavischen Unternehmen brachen ihre Beziehungen zu Mondelez wegen der im letzten Jahr an die russische Regierung gezahlten Steuern ab. In Schweden und Norwegen hatte IKEA bereits Mitte Juni das Aus für Mondelez-Produkte angekündigt.

Weder IKEA Schweden noch IKEA Deutschland wollten allerdings kommentieren, inwiefern der Boykott eine Rolle bei der Entscheidung gespielt habe. Von IKEA Deutschland hieß es jedoch, die Entscheidung, die Produkte auslaufen zu lassen, bestehe schon länger und sei Teil der langfristigen Fokussierung auf eigene Süßwaren.

Zeitplan des Sortimentswechsels bei IKEA

Derzeit umfasst das Sortiment noch verschiedene Schokoladenprodukte von Lieferanten, die zu Mondelez gehören. Allerdings wird IKEA diese Produkte nach und nach aus dem Sortiment nehmen. Das sei auch für den deutschen Markt geplant, hieß es. Der Abverkauf entsprechender Süßigkeiten soll bis Ende August laufen.

  • Bis Ende August sollen die Marabou-Schokolade, Daim-Produkte und auch ein Schokoladen-Mix von Mondelez aus dem Sortiment verschwinden.
  • Es werden nur noch Restbestände verkauft.
Video: IKEA Deutschland streicht Marabou-Schokolade - Hintergründe

Blick auf die Filialen und das Sortiment

IKEA betreibt in Deutschland 54 Einrichtungshäuser, darunter zwei in Köln mit den Standorten Godorf und am Butzweilerhof, wo das zweitgrößte Möbelhaus des Konzerns in Deutschland steht. Die Mondelez-Produkte gehören seit Jahren zum Standard-Sortiment in der Lebensmittelabteilung, in der viele schwedische Lebensmittel angeboten werden.

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  • Besonders im Bereich Süßwaren waren Marabou und Daim fester Bestandteil der Auswahl.
  • Mit Möbeln und Einrichtungsgegenständen verdient IKEA sein Geld, kann aber auch in der Lebensmittelsparte Erfolge verzeichnen.
Standorte: IKEA-Filialen in Deutschland und ihre Schweden-Shops

Wie reagiert IKEA auf den Wegfall der Markenprodukte?

Das Unternehmen wolle sich stärker auf die Produktion eigener Süßwaren mit IKEA-Label konzentrieren, erklärte der schwedische Pressesprecher Matthias Hennius der Zeitung „Göteborgs Posten“, die zuerst über das Aus der Mondelez-Produkte berichtet hatte. „Dahinter steckt vor allem das langfristige Bestreben, so viele IKEA-Produkte wie möglich in unserem Sortiment zu haben“, sagte Hennius weiter.

IKEA plant nun mit einer Alternative zu den bisherigen Markenprodukten. Man habe sich seit einigen Jahren vermehrt auf die Produktion eigener Süßwaren konzentriert, gab die IKEA-Sprecherin in einem Statement an.

  • Die Entscheidung sei getroffen worden, weil man versuche, einen Teil der verkauften Produkte durch Eigenmarken zu ersetzen.
  • Langfristig sollen Eigenmarken den Platz der bekannten Markenprodukte einnehmen.
Neue IKEA-Süßwaren: Beispiele für Eigenmarken im Sortiment

Boykott und internationale Reaktionen auf Mondelez

Viele Unternehmen, Behörden und Verbände in Skandinavien boykottieren seit dem Eintrag von Mondelez auf die schwarze Liste Produkte des Konzerns oder setzten ihre entsprechende Zusammenarbeit aus. Unter den Boykottierenden befinden sich die Schifffahrtsgesellschaft Stena Line und das schwedische Bahnunternehmen SJ. In Schweden und Norwegen weitet sich derzeit ein Boykott von Produkten des Unternehmens hinter Cadbury's aus.

  • Einige Geschäftsbeziehungen und Partnerschaften wurden aus Protest beendet.
  • Inwieweit der Boykott eine Rolle bei dem Entschluss von IKEA spielte, kommentierte der Konzern nicht.

Auch Mondelez hatte unlängst Kritik geerntet, als bekannt wurde, dass das Unternehmen die Schweizer Toblerone-Schokolade nicht mehr in Bern, sondern künftig in der Slowakei produzieren wolle. Die Verpackung der Schokolade muss deswegen geändert werden, da Toblerone nicht mehr nach dem „Swissness“-Prinzip überwiegend in der Schweiz hergestellt wird und deswegen nicht mehr mit „Made in Switzerland“ werben darf.

Tabelle: Liste der Mondelez-Marken und Boykotte in Europa

Überblick über die wichtigsten Fakten zum Sortimentswechsel

Produkt Hintergrund Abverkaufszeitpunkt Ersatz
Marabou-Schokolade Fokussierung auf IKEA-Eigenmarken, Boykott von Mondelez Bis Ende August IKEA-Eigenprodukte
Daim Teil des Mondelez-Konzerns, Boykott wegen Russland-Aktivitäten Bis Ende August IKEA-Eigenprodukte
Schokoladen-Mix Mondelez Im Rahmen der Sortimentveränderung betroffen Bis Ende August Alternativen in Planung

Die Traditionsprodukte werden bei IKEA-Plänen durch neue Eigenmarken-Süßwaren ersetzt, was das Sortiment langfristig verändern wird. Die aktuellen Entwicklungen im Zusammenhang mit internationalen Boykotten und Eigenmarken sind prägend für die künftige Ausrichtung der Lebensmittelabteilung von IKEA.

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