Die süße Geschichte von Lohmann Schokolade: Ein Emmericher Familienunternehmen

Einleitung

Im Jahr 1852 begann in Emmerich eine fast 120-jährige Erfolgsgeschichte, als die Schwäger Georg Neugebaur und Hugo Lohmann eine Schokoladenfabrik gründeten. Will man der Geschichte der fünftältesten Schokoladenfabrik in Deutschland nachgehen, stellt man jedoch schnell fest, dass dafür die Quellenlage denkbar schlecht ist, denn von der vor bald 50 Jahren geschlossenen Firma existiert kein Archiv mehr. Informationen über die Firmengeschichte bietet vor allem die Chronik, die die Firma 1952 anlässlich ihres 100-jährigen Bestehens bei Sepp Hutt in Auftrag gegeben hat. Schon damals war die Quellenlage schwierig, da im Bombenkrieg fast alle Unterlagen aus der Zeit vor 1944 vernichtet worden sind, wie der Chronik zu entnehmen ist: „Mit der Zerstörung unseres Werkes im Jahre 1944 ging auch unser Archiv fast vollständig verloren.“

Der Standort Emmerich am Rhein

Emmerich wird 828 erstmals urkundlich erwähnt. 1233 erhob Graf Otto II. von Geldern (Regierungszeit 1229-1271) den Ort zur Stadt. Bereits 1142 ist für Emmerich die Existenz von Kaufleuten nachzuweisen. Tuchgewerbe, Brauerei, Ackerbau und Viehwirtschaft, vor allem aber die Lage am Rhein und der Handel prägten jahrhundertelang das Wirtschaftsleben Emmerichs. Ursprünglich mehr am Nah- und Zwischenhandel beteiligt, war die Stadt seit Ende des 14. Jahrhunderts Mitglied der Hanse und erlebte bis ins 16. Jahrhundert hinein eine wirtschaftliche Glanzzeit. Während die Stadt im 17. Jahrhundert unter Kriegen, Naturkatastrophen und Seuchen zu leiden hatte, erlebte sie im 19. Jahrhundert im Zuge der Industrialisierung einen erneuten Aufschwung. Die Nähe zu den Niederlanden beeinflusst bis heute maßgeblich die Entwicklung der Stadt. Zahlreiche niederländische Firmen gründeten hier im 19. Jahrhundert Zweigniederlassungen. Auch die Firma Neugebaur & Lohmann profitierte von diesen Vorzügen. Für den gebürtigen Rotterdamer Georg Neugebaur bot sich ein Standort nahe der holländischen Grenze und mit direktem Zugang zum Schiffsverkehr für eine Firmengründung an. Als nördlichste Stadt des Niederrheins war Emmerich besonders frachtgünstig zu den großen Seehäfen Rotterdam, Amsterdam und Antwerpen gelegen, woher die Rohstoffe für die Schokoladenproduktion bezogen wurden. Als Georg Neugebaur und Hugo Lohmann ihre Schokoladenfirma gründeten, bauten sie keine neue Fabrikanlage, sondern übernahmen die einer Lackmusfabrik, die im selben Jahr ihre Produktion hatte aufgeben müssen. Zu der Fabrik gehörte eine Balancier-Dampfmaschine - die erste in Emmerich -, die 50 Jahre lang im Einsatz war, bis sie 1902 durch eine modernere Hoch- und Niederdruck-Dampfmaschine ersetzt wurde. Die Fabrik lag gegenüber dem Nonnenplatz, direkt in der Emmericher Innenstadt. Mit ihrem hohen Schornstein und ihrem wuchtigen Bau prägte sie das Stadtbild mit.

Historischer Abriss der Firmengeschichte

Die Anfänge

Die Schwäger Georg Neugebaur und Hugo Lohmann betraten mit ihrer Firmengründung unternehmerisches Neuland. Zu der Zeit gab es in Deutschland nur wenige Unternehmen, die Rohkakao verarbeiteten, während sich in den Niederlanden bereits eine Kakaoindustrie entwickelt hatte, die insbesondere in der Herstellung von Kakaopulver der deutschen voraus war. Der 1822 in Rotterdam geborene Georg Neugebaur kannte sich mit der holländischen Kakaoindustrie aus und sein Schwager Hugo Lohmann, 1826 im westfälischen Schwelm geboren, wird in der Firmenchronik als „geborener Kaufmann“ beschrieben. Diese Kombination führte das gemeinsame Unternehmen zum Erfolg. Die Unternehmensgründung fiel außerdem in die „Durchbruchsphase der Industrialisierung“, eine Zeit, in der sich Wieland Sachse zufolge das Familienunternehmen in seiner idealtypischen Form etablierte. Ihren Rohkakao bezogen die Unternehmer in der Anfangszeit aus Holland und England, erst 1859 kamen mit den Hamburger Firmen Albrecht & Dill und Rimpau deutsche Lieferanten hinzu. Die Kakaobohnen selbst stammten aus „äquatorialen“ Gebieten, ohne weitere geographische Angabe. Hieraus stellten Neugebaur & Lohmann anfangs hauptsächlich Kakaomasse her, die sie an Konditoren zur Weiterverarbeitung verkauften. Außerdem unterhielt das Unternehmen gute Beziehungen zur Firma Blooker in Amsterdam. In enger Verbindung mit den Brookers begannen Neugebaur & Lohmann mit der Herstellung von Kakaopulver. Das zeigt, wie international ausgerichtet die Firma bereits Mitte des 19. Jahrhunderts war. Wie Margrit Stefanie Schulte Beerbühl feststellt, sind berühmte Schokoladenfirmen bereits zu Beginn der industriellen Schokoladenproduktion nicht mit nationalen Kategorien zu erfassen, sondern wurden auch immer gesamteuropäisch beeinflusst. Seit den 1860er Jahren kam zur Kakaomasse und dem Kakaopulver als drittes Produkt die Kuvertüre hinzu. Bis in die 1880er Jahre hinein beschränkten sich Neugebaur & Lohmann auf die Herstellung dieser drei Produkte und schafften sich damit einen großen und treuen Kundenkreis im gesamten Deutschen Reich.

Die Zeit bis zum Zweiten Weltkrieg

Als Georg Neugebaur 1889 - zwölf Jahre nach Hugo Lohmann - starb, fand sich in seiner Familie kein Nachfolger und die Neugebaurs schieden aus der Firma aus. Auf Lohmannscher Seite übernahmen die Witwe Hugo Lohmanns, Christine Lohmann (gestorben 1910), geborene van Eyck, und ihr Sohn Georg Lohmann die Firmenleitung. Georg Lohmann, geboren 1859 in Emmerich, modernisierte die Firma und erweiterte erfolgreich die Produktpalette. So wurde ab den 1880er Jahren die Produktauswahl vergrößert und fortan auch Tafelschokolade hergestellt. 1888 wurde Neugebaur & Lohmann zum Hoflieferanten des Großherzogs von Sachsen-Weimar ernannt. Außer dieser Ehre erhielt die Firma mehrfach goldene und silberne Medaillen für ihre Produkte auf in- und ausländischen Ausstellungen in Berlin, Köln, Würzburg, Antwerpen, Brüssel, Nizza und Paris. 1908 zog sich Christine Lohmann aus der Firma zurück und übergab sie ihrem Sohn Georg. Dieser engagierte sich neben seiner Tätigkeit als Unternehmer auch im öffentlichen Leben und war Mitglied der Handelskammer zu Wesel, Stadtverordneter und Handelsrichter. In der Fabrik führte er erneut eine Produkterweiterung ein. So begann die Firma im Jahr 1909 mit der Herstellung hochwertiger Pralinen, die sie bereits 1912 über eine eigene Vertretung nach England exportierte. 1914 verstarb Georg Lohmann noch vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs im Alter von 54 Jahren. Neue Firmeninhaber wurden seine Frau Emilie Lohmann, geborene Richter, und sein Sohn Hugo (geboren 1889). Dieser führte die Firma erfolgreich durch beide Weltkriege und den Wiederaufbau nach 1945. In den Jahren 1914-1919 musste ihn jedoch sein Prokurist Stephan Heuvelmann vertreten, da Hugo Lohmann als Soldat eingezogen war und schließlich in Kriegsgefangenschaft geriet. Auch für die wirtschaftliche Entwicklung des Unternehmens stellte der Erste Weltkrieg einen Einschnitt dar. In den Jahren 1921-1936 wurde Neugebaur & Lohmann als Familien AG geführt, deren Gesellschafter Emilie Lohmann und ihre Kinder waren. Ab 1936 war Hugo Lohmann wieder Alleininhaber. Nach der Inflation konnte die Firma für einige Jahre frei wirtschaften und so beispielsweise 1928 mit der Herstellung von Saisonartikeln, also Weihnachts- und Osterprodukten, beginnen. Der Zweite Weltkrieg schränkte die Produktion dann wieder erheblich ein. In der Unternehmenschronik heißt es: „Wegen angeblicher Feindnähe wurde unser Betrieb überraschend früh stillgelegt. Die vorhandenen Rohstoffe mussten an andere Fabriken im Rheinisch-Westfälischen Industriegebiet abgegeben werden. Wir erhielten einen größeren Wehrmachtauftrag in Komprimaten, der jedoch plötzlich abgebrochen wurde.“ Wann genau der Betrieb wegen „angeblicher Feindnähe“ stillgelegt wurde, geht aus der Chronik nicht hervor. Das Wort „angeblich“ spricht jedoch einerseits dafür, dass das Unternehmen sich zu Unrecht beschuldigt fühlte und in der NS-Zeit keine Kontakte zu „Feinden“ hatte, sich also gemäß den Vorgaben des NS-Staates verhielt. Andererseits könnte die vermeintliche „Feindnähe“ auch als Abgrenzung der Firma vom Nationalsozialismus in der Chronik angeführt worden sein. Zur Rolle der Firma Neugebaur & Lohmann im Nationalsozialismus ist so gut wie nichts bekannt. Im Bundesarchiv in Berlin befindet sich allerdings ein Dokument der Reichsarbeitskammer, in dem die Firma genannt wird. Dabei handelt es sich um die Abschrift einer Ansprache, die auf der „Tagung der Reichsarbeitskammer am 01. Mai 1940 zur Auszeichnung „Nationalsozialistischer Musterbetriebe“ in Essen“ gehalten wurde. Darin heißt es, dass das Unternehmen Neugebaur & Lohmann im Arbeitsjahr 1940/1941 zum ersten Mal die Auszeichnung „Nationalsozialistischer Musterbetrieb“ erhielt und damit zu den 297 Betrieben gehörte, die diese „höchste Auszeichnung“ trugen. 1940 zählte die Familie Lohmann also wie es scheint noch zur Elite des nationalsozialistischen Unternehmertums. Ob und warum sich dies änderte, ist nicht zu ermitteln.

Zerstörung und Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg

Die Stadt Emmerich war bereits 1940 erstmals bombardiert worden. Bis Kriegsende gab es weitere Bombenangriffe. Den letzten und schwersten Angriff auf Emmerich flogen am 7.10.1944 britische Lancaster-Bomber: Die Stadt brannte tagelang, am Ende war sie zu 97 Prozent zerstört. Auch die Fabrik- und Bürogebäude der Firma Neugebaur & Lohmann brannten bis auf die Grundmauern nieder. Am Tag des Angriffes wurde noch gearbeitet, doch kamen keine Menschen in der Fabrik ums Leben, da die Arbeit eine Stunde vor der Bombardierung eingestellt worden war. Nach der Bombardierung lagen alle Betriebe in Emmerich still. Hugo Lohmann sorgte dafür, dass die Betriebsangehörigen, die noch nicht evakuiert worden waren, gemeinsam mit ihren Familien ins sauerländische Meggen (heute Stadt Lennestadt) gebracht wurden und dort vorübergehend Zuflucht fanden. Hier versuchten sie in einer Gastwirtschaft einen kleinen Ausweichbetrieb weiterzuführen, doch solange der Krieg andauerte, war dies nicht wirklich möglich. Nach Kriegsende wurde in einem anderen Ausweichbetrieb in Duisburg-Meiderich weiterproduziert. Die Zwieback-Fabrik Thomas stellte Neugebaur & Lohmann hier einen Raum zur Verfügung, in dem mit den einfachsten Mitteln wieder etwas hergestellt werden konnte. Gleichzeitig fanden sich in Emmerich einige Mitarbeiter ein, um die Trümmer und den Schutt der alten Fabrik wegzuräumen und aus Allem, was noch halbwegs brauchbar war, neues Baumaterial zu schaffen. So konnten noch vor der Währungsreform 1948 der Keller und zwei Geschosse der Fabrik wiederhergestellt werden. Bereits im darauf­folgen­den Jahr verließ die erste Tafel Schokolade wieder die Emmericher Fabrik. Beim Wiederaufbau der Fabrik soll Hugo Lohmann besonderen Wert auf den Innenausbau gelegt und die Gestaltung der äußeren Fassade zurückgestellt haben. Die neue Fabrik sollte in Bezug auf Technik, Hygiene und Betriebswirtschaft den neuesten Standards entsprechen. Die neuen sozialen und hygienischen Einrichtungen sollten die Arbeitsfreude und -leistung steigern und äußerste Sauberkeit gewährleisten.

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Die florierende Nachkriegszeit

Obwohl die Firma in der Nachkriegszeit zunächst Mühe hatte, an Rohstoffe für die Produktion zu gelangen, konnte sie ab dem Jahr 1950 wieder alle Produkte anbieten, die sie vor dem Krieg hergestellt hatte und für die sie bekannt war. Im gleichen Jahr wurde neben der Einzelfirma die Neugebaur & Lohmann GmbH gegründet, zu deren Gesellschaftern neben Hugo Lohmann seine Söhne Joachim (geboren 1923) und Georg (geboren 1927) zählten. Diese arbeiteten seit den 1950er Jahren mit in der Geschäftsleitung, Hugo Lohmann zog sich jedoch bis zuletzt nicht vollständig aus dem Geschäft zurück. Wie sein Vater Georg engagierte sich auch Hugo Lohmann im öffentlichen Leben. Er war Mitglied der Vollversammlung der Niederrheinischen Industrie- und Handelskammer Duisburg-Wesel, Vorstandsmitglied des Verbandes Deutscher Schokoladenfabrikanten e.V. Im Jahr 1952 beging die Familie Lohmann ihr 100-jähriges Firmenjubiläum. Aus diesem Anlass veranstaltete sie eine große Feier, zu der viele hochrangige Ehrengäste aus Politik und Süßwarenwirtschaft eingeladen waren. Zu den Gastrednern zählten der Vorsitzende des Verbandes Deutscher Schokoladenfabrikanten e.V., Kommerzienrat Dr. H. Staehle, der stellvertretende Vorsitzende des Fachverbandes der Süßwaren-Industrie August Becker und der Präsident der Niederrheinischen Industrie- und Handelskammer zu Duisburg-Wesel E. Schultze. Auch in der Fachpresse erfuhr das Lohmannsche Firmenjubiläum ein großes Echo. Mitte der 1950er Jahre liefen die Geschäfte der Firma Neugebaur & Lohmann hervorragend. In einem Fotoalbum, in dem die einzelnen Arbeitsschritte in der Fabrik festgehalten wurden, findet sich ein handschriftlicher Vermerk, der die belieferten Exportländer dieser Zeit aufzählt: Die USA, Kanada, Australien, England, Holland, Belgien, Frankreich und Dänemark. Zu Spitzenzeiten im Jahr 1955 waren über 1.000 Menschen bei Neugebaur & Lohmann beschäftigt, was die Fabrik zum größten Arbeitgeber Emmerichs machte. Trotzdem fehlte es seinerzeit an Saisonarbeitskräften für das Weihnachts- und Ostergeschäft.

Das Ende einer Ära

Ende der 1960er Jahre verschlechterte sich die wirtschaftliche Lage des Unternehmens und die Mitarbeiterzahl musste stark vermindert werden. Am 23.1.1970 informierte die Firma ihre Kunden schließlich in einem Brief darüber, dass das Unternehmen aufgrund hoher Kostensteigerungen die Eröffnung eines Vergleichsverfahrens beantragt hatte. Die Firma Wissoll aus Mühlheim an der Ruhr kaufte den Namen Lohmann und die Rezepte des Unternehmens und führte die Produktion der berühmten Ma-Mi-Nu-Schokolade (Mandel-Milch-Nuss-Schokolade) mehr als 30 Jahre weiter. Noch 1997 wurden bis zu 3 Millionen Ma-Mi-Nu-Tafeln jährlich produziert.

Lohmann lebt weiter

Anneliese Heering schmilzt immer noch dahin, wenn sie auf Lohmann angesprochen wird. In der legendären Schokoladenfabrik hatte die heute 75-Jährige in den 50ern angefangen. Sie erinnert sich noch sehr genau an die goldenen Zeiten: an die aufwändigen Pralinenschachteln mit Seidenüberzug und Polsterkissen, an das 100-jährige Firmenjubiläum, zu dem sogar Ministerpräsident Karl Arnold anreiste, an die Anfänge von Fließband und Akkordarbeit, daran, wie sie vom damaligen Personalchef Heinz Jenster die Lohntüte bekam und sich bei Schichtende einer Leibesvisitation unterziehen musste, damit nur ja niemand die heißgeliebte Schokolade vom Werksgelände am Nonnenplatz schmuggelte.

„Vor allem die Ma-Mi-Nu esse ich immer noch gerne, die ist so lecker“, schwärmt die Emmericherin, fügt aber hinzu: „Sie ist anders als früher“. Die angeblich neue Note mag Geschmackssache sein, die Verpackung hat sich auf jeden Fall verändert. Die Ma-Mi-Nu, dieser edle Schmelz aus Mandel, Milch und Nuss, ist mit rotem, nicht mehr mit dunkelbraunem Papier ummantelt. Ein Schelm, wer hier eine Verbeugung vor dem Osten vermutet, der bekanntlich einst rot war und wo heute die Ma-Mi-Nus vom Band gehen. Die goldenen Lettern, das Wappen und die Inschrift „Seit 1852“ sind geblieben, Neugebaur & Lohmann selbst ist schon lange Geschichte. Das Aus kam vor 40 Jahren, zu Zeiten der Schokoladen-Überproduktion, die zu Absatzeinbußen führte. Als die Firma 1971 schloss, nahm ein Lohmann-Sohn das Rezept mit zur Firma Wissoll nach Mülheim/R. Aber längst werden die süßen Tafeln auch nicht mehr am Rande des Ruhrgebietes hergestellt, sondern im Sächsischen, bei der Delitzscher Schokoladenfabrik. Dieses Werk wiederum ist 2008 in höchster Not dem Firmenverbund der Halloren Schokoladenfabrik AG einverleibt worden, Deutschlands ältester Schokoladenfabrik. Sie wurde schon 1804 in Halle gegründet, 48 Jahre vor Neugebaur & Lohmann.

Die Lohmann-Schokoladen haben sich allen Eigentümerwechseln zum Trotz als unverwüstlich erwiesen und sind immer noch ein Renner in den süßen Regalen der Einkaufshäuser. Die meisten Liebhaber der Ma-Mi-Nu und der Za-Mi-Nu, der Zartbitter-Milch-Nuss-Schokolade, dürften dabei immer noch in der Heimat der Kalorienbomben leben. Die Niederrheiner sind halt auch in punkto Verführung durch Schokoladengenuss treu - so wie Anneliese Heering: „Die Ma-Mi-Nu zergeht immer noch auf der Zunge.“ Wie Anneliese Heering werden viele an Emmerichs gute, alte Schokoladenzeit denken, wenn sie heute ein wenig wehmütig am PAN kunstforum vorbeigehen.

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Das PAN Kunstforum erinnert an die Schokoladenfabrik Lohmann

Wer sich mit der Emmericher Geschichte ein wenig auskennt der weiß, dass auf dem Gelände des PAN kunstforum bis 1970 die ehemalige Schokoladenfabrik Lohmann ihren Firmensitz hatte. Noch hängen längst nicht alle Exponate an den Wänden, ein Teil der Lohmann-Geschichte ist mit großen Fotos aber bereits dokumentiert. Natürlich darf die Originalschokolade dabei nicht fehlen. Eine Firma aus Sachen Anhalt stellt die schmackhafte Tafel nach den Originalrezepten aus Ememrich her. So hat die Ausstellung Bittersüß auch den Zusatz: Schokoladengeschichten aus Emmerich und aller Welt. Zum zehnjährigen Bestehen des PAN kunstforum erinnert die Ausstellung zugleich an die eigentlichen Wurzeln des Hauses. Lohmann hatte seinen Firmensitz von 1852 bis 1970 in der Stadt mit dem Eimer im Wappen. „Wir möchten die Besucher mit auf eine kleine Schokoladenreise nehmen“, bemerkte die Vorsitzende des Kuratoriums der Stiftung, Irene Möllenbeck. Den Ureinwohner Mittelamerikas widmet man ebenfalls eine Ecke. Denn sie genossen den Kakao in flüssiger Form. Die Mayas tranken es gerne mit Chili scharf gewürzt. Verschiedene Geschmäcker dürften die zahlreichen Tafeln aus der Schokoladenfabrik getroffen haben. Um die Lohmann-Geschichte zu dokumentieren begaben sich Gabriele Krafft, Beisitzerin im Kuratorium der Stiftung und Irene Möllenbeck auf eine abenteuerkliche Reise. Denn mehr als ein paar Fotos in zwei kleinen Kistchen im Archiv war nicht zu finden. Natürlich hat die Schokolade nicht nur für Gaumenfreuden gesorgt, sie regte auch die Fantasie zahlreicher Plakatkünstler an. Originale von 1876 bis zur heutigen Zeit sind im Museum zu sehen.

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