Traditionelles Rezept Linzer Torte wie bei Oma: Nussmürbteig, rote Marmelade und das berühmte Gitter
Die Linzer Torte ist eine der traditionellen Torten, die man kaum verändern kann. Sie ist zeitlos und immer gut. In vielen Regionen gehört die Original Linzer Torte seit Generationen zu Weihnachten dazu. Das traditionelle österreichische Gebäck ist zwar mit etwas Aufwand verbunden. Es gibt recht unterschiedlichste Rezepte für Linzer Torte. Typisch ist die Optik des Kuchens mit einer Füllung aus roter Konfitüre sowie gitterförmig gelegten Teigstreifen.
Ich finde, die Linzer Torte wird zu oft in die Winterzeit gedrängt. Vielleicht liegt das an Gewürzen wie Nelke und Zimt. Denn auch bei uns gibt es den Kuchen meist zur Weihnachtszeit und steht bei Treffen mit alten Freunden oft auf der Kuchentafel. Doch dieses Jahr hab ich es mal gewagt und hab den Kuchen auch im Mai gebacken. Da die Hochzeit allerdings nicht in München war, sondern im schönen Rheinland-Pfalz musste etwas her, was a) für 2 Tage nicht unbedingt gekühlt werden muss und b) einen Transport im Auto gut übersteht. Dafür ist die Linzer Torte quasi prädestiniert.
Was macht die Linzer Torte so besonders?
Schon gewusst? Das älteste überlieferte Rezept datiert aus dem 17. Jahrhundert. Linzer Torte, das berühmte österreichische Traditionsgebäck, wird aus aromatischem Nuss-Mürbeteig gebacken, der mit Zimt und Nelken verfeinert wird. Per Definition ist Linzer Torte in Österreich ein Kuchen aus einem besonders schweren Mürbeteig mit Gewürzen (Zimt, Nelken, manchmal auch Kardamom, Vanille oder Tonkabohne) und geriebenen Nüssen, der mit einer roten Marmelade bestrichen und anschließend mit einem Gitter aus Mürbeteig dekoriert wird. Im Originalrezept für Linzer Torte wird Ribiselmarmelade, also Johannisbeergelee bzw. Johannisbeermarmelade verwendet.
Keine Linzer Torte ohne das charakteristische Nussaroma! Ob die Original Linzer Torte allerdings traditionell mit gemahlenen Haselnüssen oder Mandeln gemacht wird, ist und bleibt bei vielen Bäckern ein Streitgespräch. Lasst also eure eigenen Vorlieben entscheiden: Mandeln verleihen der Linzer Torte ein mildes Nussaroma, während Haselnüsse die Linzer Torte kräftiger und vollmundiger machen. Letztlich ist es doch immer eine Sache des persönlichen Geschmacks oder der überlieferten Vorlieben, welche Marmelade man am liebsten genießt.
Familienrezept und regionale Vorlieben
Manchmal ist ein traditionelles Rezept einfach unschlagbar und wird von Generation von Generation „vererbt“. Mein Familienrezept für die Linzer Torte. Bei der Linzer Torte haben viele Familien ihr eigenes Rezept, so auch bei uns. Mein Rezept ist auch eine Überlieferung von meiner Tante und ich würde nie etwas daran ändern. In der schönen Kurpfalz, wo ich wohne, füllen wir die Linzertorte mit Zwetschgenmus. Klassischerweise wird eine „Ribiselmarmelade“, also eine Johannisbeermarmelade, verwendet. Ich habe bereits mehrfach mit der Zwetschge überrascht, und alle waren davon begeistert.
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Zutaten-Überblick (wie bei Oma, für eine Springform 26 cm)
- Mehl, Nüsse, Backpulver, Zucker sowie Gewürze in einer Rührschüssel mischen.
- Die Butter (kalt) zerhacken und alles vermengen.
- Die gemahlenen Haselnüsse schmecken besonders intensiv, wenn sie geröstet werden.
- In eine Mulde 1 Eigelb und das Kirschwasser geben, alles verkneten und daraus einen Teigklumpen formen.
- Die Marmelade leicht erwärmen, kurz mit einer Gabel glattrühren und gleichmäßig auf dem Teigboden verteilen.
Zum Süßen verwende ich am liebsten Vollrohrzucker, Kokoszucker oder braunen Zucker. Die haben ein herrliches Karamell-Aroma. Achtung: Sehr viele Linzer-Torte-Rezepte beinhalten über 250 Gramm Zucker auf insgesamt 450 Gramm Mehl und Nüssen. Das finden wir viel zu viel!
Schritt-für-Schritt: Omas traditionelle Zubereitung
Teig herstellen und ruhen lassen
Eine Linzertorte wird aus einem Mürbeteig hergestellt. Das bedeutet, dieser Teig muss ruhen, um dann verarbeitet zu werden. Das gibt Euch die Chance, den Teig evtl. am Abend vorher herzustellen. Wer Knethaken verwendet, sollte am Schluss trotzdem nochmal mit den Händen nacharbeiten. Aus dem Teig eine Kugel formen, in Frischhaltefolie wickeln und für rund 1 Stunde kühlstellen. Den Teig 1 Stunde im Kühlschrank ruhen lassen.
Teig herstellen: Die Zutaten für den Teig in eine Schüssel geben und die Butter in kleine Flocken dazu geben. Daraus mit kalten Händen oder einer Maschine einen glatten Teig herstellen. In einer Frischhaltefolie wickeln und für 1-2 Stunden, besser über Nacht kühl stellen. Alle Zutaten außer der Marmelade und dem Eigelb zu einem glatten Teig kneten. Zu Beginn können die Knethaken des Handrührgerätes verwendet werden. Anschließend mit den Händen weiter kneten. Den Teig kühl stellen, am besten über Nacht in den Kühlschrank.
Form vorbereiten und Boden auslegen
Backofen auf 180 Grad Ober- und Unterhitze vorheizen. Die Springform entweder mit Backpapier auslegen oder einfetten und mit etwas Nüssen bzw. Mehl bestäuben. Backform einfetten und mehlieren. Der Teiges zwischen zwei Klarsichtfolien etwa 0,5 cm dick ausrollen. Für den Boden etwas weniger als die Hälfte des Teigs zwischen Folie oder auf einer mit Mehl bestäubten Arbeitsfläche rund in Backform-Größe ausrollen.
Ungefähr 2/3 vom ausgerollten Teig auf dem Boden der Springform auslegen. Für den Rand etwas von dem restlichen Teig zu einer Rolle formen und einen dünnen Streifen ausrollen. Den Streifen die Wand der Form drücken und mit dem Boden verbinden. Der Rand sollte rund 1.5-2 cm hoch sein. Boden mit einer Gabel mehrmals einstechen.
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Füllen und Gitter legen
Die Marmelade in einer kleinen Schüssel geschmeidig rühren und auf dem Boden verteilen. Dabei ca. 1 cm Rand lassen. Die Marmelade leicht erwärmen, kurz mit einer Gabel glattrühren und gleichmäßig auf dem Teigboden verteilen. Aus dem restlichen Teig nun Streifen für das Rautenmuster schneiden. Den jetzt noch übrigen Teig ebenfalls in Springformgröße ausrollen und mit einem scharfen Messer oder Teigrädchen in lange Streifen schneiden. Diese vorsichtig gitterförmig auf den Kuchen legen.
Alternativ mit einem Plätzchen Ausstecher verschiedene Motive ausstechen und die Marmelade damit belegen. Wer noch etwas Teig übrig haben sollte, kann diesen zu einer sehr dünnen Rolle formen und als abschließenden Rand auflegen, um die abgeschnittenen Enden des Gitters abzudecken. Ansonsten die Enden leicht am Rand festdrücken.
Bestreichen und backen
Das Eigelb verquirlen und mit der Milch verrühren. Eigelb und mit der Sahne mischen und den Teig damit bestreichen. Aber nur den Teig!!!! Auf der Marmelade hinterlässt das Ei unschöne Flecken. Darauf achten, dass möglichst wenig auf die Konfitüre tropft. Im vorgeheizten Backofen bei 175°C ca. 25-30min. backen. Linzertorte rund 30 Minuten backen.
Den Kuchen auf der zweiten Schiebeleiste von unten 35-40 Minuten bei 180 Grad Ober-/Unterhitze backen, dann je nach Bräunungsgrad für weitere 5 Minuten backen oder aus dem Ofen holen. In der Backform auskühlen lassen. Linzer Torte aus dem Ofen nehmen und nach dem Backen auf einem Kuchengitter vollständig auskühlen lassen.
Reifen lassen: Das Geheimnis von Aroma und Textur
Nach dem Backen darf sie sich noch einige Wochen Zeit nehmen, um richtig durchzuziehen und ihr ganzes Aroma zu entfalten. Wer die Linzer Torte direkt nach dem Backen essen will, bekommt einen festen Kuchen. Wer seine Linzertorte gern ein bisschen weicher mag, backt sie - genau wie ich - schon ein bis zwei Wochen vorher und gönnt ihr dann eine Ruhepause an einem kühlen Plätzchen. Nach dem Abkühlen sollte die Torte vor dem Anschneiden am besten in Alufolie gewickelt 1-2 Tage durchziehen lassen.
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Ich hülle sie fest in Alufolie ein und lege sie dann an einen kühlen Ort. Gut in Alufolie verpackt und an einem kühlen Ort gelagert hält sie sich durchaus bis zu 1-2 Wochen. Nach 1 Woche ist die Linzer Torte schön mürbe und weich. Die Linzer Torte hält sich an einem kühlen Ort bis zu 2 Wochen lang frisch.
Hinweise zu Marmelade, Zucker und Gewürzen
- Im Originalrezept für Linzer Torte wird Ribiselmarmelade, also Johannisbeergelee bzw. Johannisbeermarmelade verwendet.
- Mir persönlich schmeckt die Linzer Torte am Besten mit Himbeer- oder Sauerkirschmarmelade, aber auch Zwetschenmus schmeckt hervorragend!
- Der Geschmack, der Marmelade ist wichtig.
- Zimt und Nelken gehören unbedingt in den Teig.
- Man kann zum Würzen gut eine fertige Mischung verwenden.
- Das Kirschwasser könnt Ihr auch weg lassen.
Die Grundlage des Rezepts ist wie schon gesagt der Linzer Teig, ein Nussmürbteig oder Mandelmürbteig. Für mich als bekennenden Zimt-Aholic 😉 sind zudem die weihnachtlichen Gewürze im Teig sehr wichtig. Die haben ein herrliches Karamell-Aroma.
Haltbarkeit, Vorrat und Versand
Die Linzer Torte lässt sich super vorbereiten: Gut in Alufolie verpackt und an einem kühlen Ort gelagert hält sie sich durchaus bis zu 1-2 Wochen. Ihr könnt die fertig Linzer Torte aber auch auf Vorrat backen und einfrieren. Das funktioniert bestens! Möchte man Freunden und Familie z. B. zum Weihnachtsfest einen selbstgebackenen Kuchen per Post schicken, eignet sich die Linzer Torte geradezu hervorragend. Sie ist sehr gut haltbar und schmeckt nach dem Backen sogar erst nach etwa 1 Woche Lagerung besonders mürbe.
Da dieses Familienrezept für ein 26-28 cm große, runde Springform gedacht ist, backe ich meist aus der Menge 2-3 kleine Linzer Torten in einer 18 cm großen, runden Springform oder Tarteform und friere sie ein. Man kann ihn am gleichen Tag oder schon am Tag davor backen. Die Torte hält leicht gekühlt mindestens 4 Tage und schmeckt mit jedem Tag besser.
Alternative: Linzerschnitten vom Blech
Diese Linzerschnitten werden auf einem Bachblech wie ein Blechkuchen gebacken und in Stücke geschnitten. Der Vorteil ist, dass die Linzerschnitten direkt nach dem Backen gegessen werden können. Die saftige Linzer Torte steht bei mir ganz oben.
Omas Rezept: Kompakte Anleitung im Überblick
- Mehl, Nüsse, Backpulver, Zucker sowie Gewürze in einer Rührschüssel mischen. Die kalte Butter in Flöckchen bzw. kleinen Stückchen darauf geben. Zusammen mit dem Eigelb zu einem homogenen Teig verkneten.
- Aus dem Teig eine Kugel formen, in Frischhaltefolie wickeln und für rund 1 Stunde kühlstellen.
- Backofen auf 180 Grad Ober- und Unterhitze vorheizen. Springform fetten und mehlieren.
- Für den Boden etwas weniger als die Hälfte des Teigs rund ausrollen, in die Form legen und einen 1,5-2 cm hohen Rand formen.
- Marmelade leicht erwärmen, glatt rühren und gleichmäßig aufstreichen, 1 cm Rand frei lassen.
- Restlichen Teig ausrollen, in Streifen schneiden und gitterförmig auflegen. Enden am Rand andrücken.
- Eigelb mit Milch verrühren und Teigstreifen bestreichen, ohne die Marmelade zu benetzen.
- Bei 175-180 °C etwa 25-35 Minuten backen, bis das Gitter goldbraun ist. In der Form auskühlen lassen.
- In Alufolie wickeln und 1-7 Tage reifen lassen - jeden Tag wird sie besser.
Tipps für das perfekte Ergebnis
- Röste die Haselnüsse oder Mandeln, bevor sie im Teig untergemengt werden. Durch das Rösten intensiviert sich der Geschmack.
- Verrühre die Teig-Zutaten nur kurz, bis sie sich gerade so verbunden haben, damit der Mürbeteig nicht zäh wird.
- Nimm hochwertige Marmelade bzw. Konfitüre für dieses Rezept, das schmeckt man einfach!
- Bestreiche das Teig-Gitter vor dem Backen mit verquirltem Eigelb.
- Anstelle eines Teiggitters kannst du auch Sterne oder andere Motive ausstechen und auf die Marmelade legen.
Nährwerte (Beispiel aus einem Familienrezept)
| Kalorien | Kohlenhydrate | Protein | Fett | Gesättigte Fettsäuren |
|---|---|---|---|---|
| 4945,53 kcal | 515,63 g | 78,65 g | 293,32 g | 120,57 g |
Nährwerte pro Portion: Durchschnittliche Schätzung für eine Portion, basierend auf den Zutaten dieses Rezepts.
Warum Linzer Torte nicht nur an Weihnachten passt
Linzer Torte ist herrlich: Sobald sie im Backofen steht, schwebt der herrliche Duft von Zimt und Muskat, von viel Butter und karamelligem Zucker in der Luft. Da kommen schnell Herbst-Winter-Weihnachtsgefühle auf! Doch dieses Jahr hab ich es mal gewagt und hab den Kuchen auch im Mai gebacken. Und so hab ich auch im Mai eine Linzer Torte gebacken und hatte dabei überhaupt nicht einen Gedanken an Weihnachten.
Die Linzer Torte wird gerne in der Weihnachtszeit gebacken. In der Weihnachtszeit darf sie auf keiner Kaffeetafel fehlen. Wenn die Pflaumen an den Bäumen hängen und später geerntet werden. Dann wird daraus auch das leckere Pflaumenmus hergestellt. Mit etwas Zimt bekommt es schon den winterlichen Touch. Dann beginnt die Zeit der Linzertorte!
Kleine Varianten und Oma-Wissen
- Manche spritzen das Teiggitter aus einer Art Makronenmasse auf die Marmeladenschicht, andere verwenden dafür denselben Teig wie für den Boden. Ich finde letzteres am schönsten und einfachsten.
- Neben der Mürbeteig-Variante kann man auch Linzer Torte aus Rührteig herstellen.
- Das Kirschwasser könnt Ihr auch weg lassen. Bei mir ist es im Rezept drin und der Alkohol verdampft beim Backen aber das Aroma bleibt.
- Die Linzer Torte hält sich nicht nur gute 4 Tage, sondern schmeckt auch mit jedem Tag besser!
Wer mich kennt, der weiß, na logisch bring ich einen Kuchen mit. Kuchen verschicken per Post: Daher kann man sie nach dem Auskühlen direkt verpacken (in Alufolie) und in einer gut ausgepolsterten Verpackung verschicken. Viel Genuss!
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