Lindt Schokolade 60 Prozent Test: Ein kritischer Blick auf Qualität und Nachhaltigkeit
Schokolade ist nicht nur eine beliebte Süßigkeit, sondern wird oft auch als Stimmungsaufheller angepriesen. Insbesondere Zartbitterschokolade mit einem Kakaoanteil von mindestens 60 Prozent erfreut sich großer Beliebtheit, da sie als gesündere Alternative zu Vollmilchschokolade gilt. Doch wie gut sind die verschiedenen Produkte auf dem Markt wirklich? Dieser Artikel wirft einen kritischen Blick auf Tests von Lindt Schokolade mit 60 Prozent Kakaoanteil und beleuchtet Aspekte wie Inhaltsstoffe, Schadstoffbelastung, Transparenz und Nachhaltigkeit.
Die Verlockung der Schokolade: Mehr als nur Geschmack
Schokolade soll aufgrund des enthaltenen Tryptophans, das im Körper zu Serotonin umgewandelt wird, die Stimmung heben. Ob es tatsächlich die chemischen Prozesse sind oder vielmehr die Kombination aus Geschmack, Geruch und Konsistenz, die Schokolade so verführerisch macht, ist wissenschaftlich noch nicht vollständig geklärt. Unbestritten ist jedoch, dass viele Menschen Schokolade genießen und sie als kleinen Luxus im Alltag empfinden.
Testberichte im Fokus: Was steckt wirklich in der Schokolade?
Verschiedene Testinstitute wie ÖKO-TEST und Stiftung Warentest haben in den vergangenen Jahren regelmäßig Schokoladen, darunter auch Zartbitterschokoladen, unter die Lupe genommen. Die Ergebnisse zeigen, dass es große Unterschiede in Bezug auf Qualität, Inhaltsstoffe und Schadstoffbelastung gibt.
ÖKO-TEST: Kritik an Inhaltsstoffen und Transparenz
ÖKO-TEST hat in der Vergangenheit mehrfach Bitterschokoladen getestet und dabei kritische Inhaltsstoffe wie Mineralölbestandteile gefunden. In der Ausgabe 12/2019 wurden beispielsweise 25 Milchschokoladen untersucht, von denen nur zwei eine Empfehlung erhielten. Auch bei Zartbitterschokoladen wurden Rückstände von Mineralöl, Pestiziden und Schwermetallen wie Cadmium festgestellt.
Ein weiterer Kritikpunkt von ÖKO-TEST ist die mangelnde Transparenz vieler Hersteller hinsichtlich ihrer Lieferketten. So lehnten es beispielsweise 22 von 25 Schokoladenherstellern im Test 12/2019 ab, ihre Lieferketten offenzulegen. Dies erschwert die Beurteilung der Arbeitsbedingungen auf den Kakaoplantagen und des Engagements für fairen Handel.
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Stiftung Warentest: Weniger strenge Bewertung
Stiftung Warentest geht mit Schokolade nicht ganz so hart ins Gericht wie ÖKO-TEST. In einem Test aus dem Jahr 2018 schnitten 15 von 25 getesteten Schokoladensorten mit einer guten Note ab. Allerdings auch hier gab es Produkte, die aufgrund von Schadstoffbelastung oder mangelnder Qualität negativ auffielen.
Konsument: Ergebnisse ähnlich wie in Deutschland
Auch das österreichische Magazin Konsument hat Zartbitterschokoladen getestet und ähnliche Ergebnisse erzielt wie die deutschen Testinstitute. Hier erhielten neun von 20 Sorten die Note "gut", während andere aufgrund von Schadstoffrückständen oder anderen Mängeln schlechter bewertet wurden.
Lindt Schokolade im Test: Durchwachsene Ergebnisse
Lindt Schokolade, insbesondere die Sorte "Excellence Mild 70% Cacao Edelbitter Mild", ist in Tests mehrfach negativ aufgefallen. ÖKO-TEST bemängelte in einem Test erhöhte Mineralölbestandteile und fehlende Transparenz des Herstellers. So wurden beispielsweise die Ursprungsländer der Kakaobohnen nicht angegeben und keine Belege für faire und sichere Arbeitsbedingungen vorgelegt.
Andere Tests zeigen jedoch auch positive Ergebnisse für Lindt Schokolade. So schnitt beispielsweise die "Lindt Excellence Edelbitter Mild" in einem Test der Stiftung Warentest gut ab. Es ist also wichtig, die Ergebnisse verschiedener Tests zu berücksichtigen und die einzelnen Produkte genau zu vergleichen.
Schadstoffe in Schokolade: Ein Gesundheitsrisiko?
In Schokolade können verschiedene Schadstoffe enthalten sein, die potenziell gesundheitsschädlich sein können. Dazu gehören:
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- Mineralölbestandteile (MOSH/MOAH): Diese können sich im Körper anreichern und möglicherweise krebserregend sein.
- Pestizide: Rückstände von Pestiziden, die im Kakaoanbau eingesetzt werden, können in die Schokolade gelangen.
- Schwermetalle (Cadmium, Blei, Arsen): Diese können aus dem Boden von Kakaobohnen aufgenommen werden und sich im Körper anreichern.
Die gefundenen Schadstoffmengen liegen in der Regel unter den gesetzlichen Grenzwerten. Dennoch ist es ratsam, Schokolade in Maßen zu genießen und auf Produkte mit geringer Schadstoffbelastung zu achten.
Nachhaltigkeit und fairer Handel: Ein wichtiger Aspekt
Neben der Qualität und den Inhaltsstoffen spielt auch die Nachhaltigkeit eine wichtige Rolle beim Schokoladenkauf. Viele Verbraucher legen Wert darauf, dass die Kakaobohnen unter fairen Bedingungen angebaut und gehandelt werden.
Kinderarbeit: Ein Problem im Kakaoanbau
Ein großes Problem im Kakaoanbau ist die Kinderarbeit. Laut einer Studie der Uni Chicago von 2020 schuftet an der Elfenbeinküste und in Ghana beinahe jedes zweite Bauernkind auf den Kakao-Feldern der Familie. Viele Testinstitute prüfen daher, ob die Hersteller Maßnahmen zur Bekämpfung von Kinderarbeit ergreifen und ihre Lieferketten transparent gestalten.
Siegel für fairen Handel und Bio-Qualität
Es gibt verschiedene Siegel, die auf fairen Handel und Bio-Qualität hinweisen. Dazu gehören:
- Fairtrade-Siegel: Garantiert einen Mindestpreis für die Kakaobauern und fördert soziale Projekte.
- EU-Bio-Siegel: Besagt, dass mindestens 95 Prozent der Zutaten aus biologischer Landwirtschaft stammen.
- Rainforest Alliance: Setzt sich für nachhaltige Landwirtschaft und den Schutz der Umwelt ein.
Beim Kauf von Schokolade ist es ratsam, auf diese Siegel zu achten, um sicherzustellen, dass die Kakaobohnen unter fairen und nachhaltigen Bedingungen angebaut wurden.
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Tipps für den Schokoladenkauf: Worauf Sie achten sollten
Um качественную und nachhaltige Schokolade zu kaufen, sollten Sie folgende Tipps beachten:
- Testberichte lesen: Informieren Sie sich über die Ergebnisse von Tests verschiedener Testinstitute.
- Inhaltsstoffe prüfen: Achten Sie auf eine kurze Zutatenliste und vermeiden Sie Produkte mit unnötigen Zusatzstoffen.
- Schadstoffbelastung beachten: Wählen Sie Produkte mit geringer Schadstoffbelastung.
- Auf Siegel achten: Achten Sie auf Siegel für fairen Handel und Bio-Qualität.
- Transparenz prüfen: Informieren Sie sich über die Lieferkette des Herstellers.
- Preis vergleichen: Qualität hat ihren Preis, aber teuer ist nicht immer gleich gut.
- Bewusst genießen: Schokolade ist eine Süßigkeit, die man in Maßen genießen sollte.
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