Lindt Dubai Schokolade Rückruf Informationen

Eine Dubai Schokolade ist von einem Rückruf betroffen - betroffen sind Produkte, bei denen Allergene nicht korrekt auf der Verpackung angegeben wurden oder bei denen gesundheitsschädliche Rückstände nachgewiesen wurden. Personen mit einer Sesam-Allergie sollten besonders aufmerksam sein, weil der Verzehr für sie lebensgefährlich sein kann.

Welche Produkte sind aktuell vom Rückruf betroffen?

Das vom Rückruf betroffene Produkt in der Übersicht:

Produkt Hersteller Verpackungseinheit Mindesthaltbarkeitsdatum Verkaufsgebiete Kennzeichen
Bergmann Dubai Schokolade Firma AY Großhandel, Krumbach 9, 88348 Bad Saulgau 220 Gramm 10.06.2025 Baden-Württemberg, Sachsen-Anhalt, Sachsen (später erweitert auf weitere Bundesländer) Gold Verpackt

Update vom 6. Februar: Der Hersteller Bergmann hat erneut auf den Rückruf seiner Dubai Schokolade hingewiesen. Lebensmittelwarnung.de informierte darüber, dass nun mehr Bundesländer betroffen sind als ursprünglich angegeben. Zunächst war nur Baden-Württemberg betroffen, doch mittlerweile zählen auch Berlin, Schleswig-Holstein, Sachsen-Anhalt und Sachsen dazu. Seit dem 3. Februar ist auch Nordrhein-Westfalen in die Liste der betroffenen Gebiete aufgenommen worden. Insgesamt erstreckt sich der Rückruf inzwischen auf sechs Bundesländer.

Grund des Rückrufs: nicht deklarierter Allergenstoff (Sesam)

Die Firma „AY Großhandel“ aus Bad Saulgau ruft ihre „Bergmann Dubai Schokolade“ zurück, da bei der Angabe der Inhaltsstoffe nicht alle Zutaten korrekt angegeben wurden. Der enthaltene Sesam ist nicht aufgeführt. Betroffen ist die 220-Gramm-Packung und das Mindesthaltbarkeitsdatum 10.06.2025. Verkauft wurde die Dubai Schokolade in den Bundesländern Baden-Württemberg, Sachsen-Anhalt und Sachsen. Allerdings war das Produkt eventuell auch über den Onlinehändler Amazon zu kaufen.

Personen ohne eine entsprechende Allergie können die Dubai Schokolade ohne Probleme verzehren. Wie der Deutsche Allergie- und Asthmabund informiert, zählt Sesam zu den 14 Hauptauslösern für allergische Reaktionen. Es muss daher bei verpackten Lebensmitteln und auf losen Waren ausnahmslos deutlich hervorgehoben gekennzeichnet werden.

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Mögliche Symptome bei Sesam-Allergie

  • Hautausschläge und Rötungen
  • Erbrechen und Durchfall
  • Atembeschwerden bis hin zur Atemnot
  • Im schlimmsten Fall eine lebensgefährliche anaphylaktische Reaktion

Welche Reaktionen durch einen Verzehr bei Allergikern ausgelöst werden, variieren. Es ist jedoch eine Überreaktion des Immunsystems möglich. Im schlimmsten Fall kann es durch Sesam zu einer lebensgefährlichen anaphylaktischen Reaktion kommen, so ein Experte von mein-allergie-portal.com. Andere Symptome können Hautausschläge, Atembeschwerden oder Magen-Darm-Probleme sein.

Was Verbraucher jetzt tun sollten

  • Kunden, die das betroffene Produkt gekauft haben und eine Allergie auf Sesam haben, sollten es nicht verzehren.
  • Die Schokolade kann in den Verkaufsstellen zurückgegeben werden; der Kaufpreis wird erstattet.
  • Die Schokolade kann auch ohne Vorlage des Kassenbons in der Verkaufsstelle zurückgegeben oder im Online-Shop reklamiert werden.
  • Verbraucher können sich für Rückfragen an die Firma AY Großhandel, Krumbach 9, 88348 Bad Saulgau wenden.

Die betroffene Charge wurde bereits vorsorglich aus den Regalen entfernt, um Risiken für Allergiker auszuschließen. Die Schokolade kann auch ohne Vorlage des Kassenbons erstattet werden.

Packung der Bergmann Dubai Schokolade (symbolisch)

Weitere Rückrufe und Qualitätswarnungen im Zusammenhang mit Dubai-Schokolade

Neben dem oben beschriebenen Allergen-Rückruf gab es auch weitere Warnungen: Behörden fanden bei Untersuchungen sogar schädliche Stoffe in einigen der Produkte. Kontrolleure fanden in verschiedenen Tafeln gesundheitsgefährdende Rückstände - unter anderem Schimmelpilz-Gifte (Mykotoxine), die den Höchstwert überschreiten können. Wegen eines Schimmelpilz-Befalls haben die Grossverteiler Spar und TopCC die Orient Delight Dubai-Schokolade zurückgerufen. Bei betroffenen 200-Gramm-Tafeln wurde der Höchstwert an Mykotoxinen überschritten; die Schokolade könne nicht konsumiert werden.

Schock für Schoggi-Fans: Spar und TopCC haben Schimmelpilz in ihrer Dubai-Schokolade festgestellt. Die Kunden können die Ware zurückbringen und erhalten den Kaufpreis erstattet. Die Schokolade wurde in der Schweiz zurückgerufen, und die Meldungen über problematische Rückstände kursierten auch in Deutschland.

Schimmelpilz-Mykotoxine (Symbolbild)

Risikokommunikation und Verbraucherhinweise

Verbraucher werden gebeten, Schokolade, die von dem Rückruf betroffen ist, in die Verkaufsstelle zurückzubringen. Wer sie online gekauft hat, soll sich an den Shop wenden. Der Kaufpreis wird auch ohne Vorlage des Kassenbons erstattet. Die Schokolade gab es online und bundesweit im Einzelhandel zu kaufen.

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Die Schokolade kann auch ohne Vorlage des Kassenbons in der Verkaufsstelle zurückgegeben oder im Online-Shop reklamiert werden. Sie können sich auch an den dortigen Kundenservice wenden. Er ist unter der Telefonnummer 0176 60366629 zwischen 10 Uhr und 17 Uhr erreichbar.

Hintergrund: Der Hype um die Dubai-Schokolade

Ende 2024 war er plötzlich da, der Hype um die sogenannte „Dubai Schokolade“. Und das für einen stolzen Preis: 100 Gramm Dubai-Schokolade kosteten bis zu 20 Euro. Obwohl der Hype laut Trendforschern Anfang 2025 schon wieder vor dem Ende steht, schwören viele immer noch auf die Schokolade mit Pistazie und Engelshaar. Seit mehreren Monaten wird das Internet geflutet von der sogenannten „Dubai-Schokolade“, bestehend aus Schokolade, Pistaziencreme und Engelshaar. Zahlreiche Unternehmen wie Lindt, Lidl oder Aldi sprangen mit auf den Erfolgszug, stellten eigene Kreationen der Trend-Schokolade her und verkauften diese oder planten einen Verkauf.

Der Hype um die Dubai Schokolade nahm Ende 2024 solche Ausmaße, dass die Süßigkeit sogar zur Schmugglerware wurde. Als Lindt das Produkt in das Portfolio aufnahm, wurden die Stores regelrecht überrannt. Um die mit Pistaziencreme und knusprigen Teigfäden gefüllte Schokolade war zuletzt ein Hype entstanden. Die Schokolade sorgte für meterlange Warteschlangen vor Geschäften, Weiterverkäufe im Internet erzielten teilweise Preise von Hunderten Euro.

Menschen an einer Lindt-Filiale (Schlangen vor Verkaufsstart)

Rechtsstreit um die Bezeichnung "Dubai-Schokolade"

Der Verkauf und die Bezeichnung der Schokolade führten zu rechtlichen Auseinandersetzungen. Ein Produkt darf in Deutschland demnach nur dann als "Dubai-Schokolade" oder ähnlich bezeichnet werden, wenn es in Dubai hergestellt wurde oder einen sonstigen geografischen Bezug zu Dubai hat. Aldi Süd durfte seine Dubai-Schokolade laut einem Gerichtsbeschluss nicht mehr verkaufen, weil die Schokolade in der Türkei hergestellt wurde, aber als „Dubai“ bezeichnet wurde.

Ein Süßwarenimporteur, Andreas Wilmers, behauptet, nur seine Ware sei echte Dubai-Schokolade, weil sie tatsächlich in Dubai hergestellt werde. Wilmers hat Lindt & weitere Händler abgemahnt und fordert, dass die Bezeichnung nicht für Schokolade verwendet werden dürfe, die nicht aus Dubai stammt. Lindt verteidigte die Verwendung als Sortenbezeichnung: der Begriff "Dubai-Schokolade" stehe als Sortenbezeichnung für Schokolade mit der typischen Pistazien-Kadayif-Füllung und nicht für Schokolade, die aus Dubai stamme.

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Ob Wilmers mit seiner Ansicht im Falle eines Gerichtsverfahren Erfolg haben wird, bleibt fraglich. Es könnte sich bei dem Wort 'Dubai' gar nicht um eine Herkunftsangabe handeln, sondern um eine Hinweis auf die spezielle Herstellung. Die Bestimmung dessen richtet sich nach der Verkehrsanschauung. Es müsse sich gefragt werden, ob ein Käufer bei Kauf der in Frage stehenden Schokolade wirklich denkt, er kaufe ein Produkt aus Dubai. Insbesondere durch den Online-Hype könne der durchschnittliche Käufer eher an die Zubereitungsart und nicht an das Herkunftsland denken. Dennoch sieht der Berner Markenrechtler Stefan Hubacher Wilmers nicht chancenlos, weil geografische Angaben im Regelfall Erwartungen wecken.

Lindt reagiert

Immer mehr Marken, darunter Lindt & Sprüngli, setzen auf eigene Varianten des Trendprodukts. Lindt reagierte auf rechtliche Vorwürfe und hat die beliebte Schokolade umbenannt: Die „Lindt Dubai Style Chocolade“ solle mit neuer Rezeptur „noch mehr Kundinnen und Kunden glücklich machen.“ So will das Unternehmen wohl den bisherigen Erfolg fortsetzen, jedoch unter einem Namen, der keinen geografischen Ursprung impliziert.

Lindt Dubai Style Verpackung (symbolisch)

Hinweis zur Deklaration und Qualitätskontrolle

Die Dubai Style Chocolade enthält Zutaten wie Vollmilchschokolade, Pistazien-Engelshaar-Füllung (mit PISTAZIEN, Engelshaar Teigfäden aus WEIZENmehl), Zucker, BUTTERreinfett, Kakaobutter, VollMILCHpulver, MANDELN, HASELNÜSSE und kann andere SCHALENFRÜCHTE, ERDNÜSSE, SESAMSAMEN, andere GLUTENHALTIGE GETREIDE enthalten. Auf der Packung müssen Allergene wie Sesam ausdrücklich angegeben werden. Bei fehlender Kennzeichnung besteht für Allergiker eine reale Gesundheitsgefahr.

Zusammenfassung der wichtigsten Handlungsempfehlungen

  1. Prüfen Sie Ihre Verpackungen: Kontrollieren Sie das Mindesthaltbarkeitsdatum und die Produktbezeichnung.
  2. Verzehr vermeiden bei bekannter Sesam-Allergie: Bei Allergikern darf das Produkt nicht verzehrt werden.
  3. Rückgabe: Bringen Sie betroffene Ware in die Verkaufsstelle zurück oder wenden Sie sich an den Online-Shop; der Kaufpreis wird erstattet, auch ohne Kassenbon.
  4. Fragen an Hersteller: Kontaktieren Sie AY Großhandel bei offenen Fragen.
  5. Bei Symptomen: Suchen Sie bei allergischen Reaktionen oder Verdacht auf eine Anaphylaxie sofort medizinische Hilfe.
Informationen zum Rückruf und Allergiewarnung (Erklärvideo)

Autor: Redaktion (bw)

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