Die Geschichte und Produkte des Leschanz Wiener Schokolade Königs
Die Schokoladenmanufaktur Leschanz zählt zu den renommiertesten Wiener Traditionsbetrieben und genießt einen besonderen Ruf für Originalität sowie Liebe zum Detail. Gegründet wurde die Manufaktur 1995 von Wolfgang Leschanz, der zuvor bei bekannten Konditoren wie dem Hotel Sacher und dem k.u.k. Hofzuckerbäcker Demel gelernt und gearbeitet hatte. Auch einige Jahre in den USA erweiterten seinen Erfahrungsschatz, bevor er in Wien einen wahren Schokoladentempel eröffnete. Hinter der Peterskirche, zwischen Graben und Stephansplatz, befindet sich das Schokoladenfachgeschäft, das mit seinem wahrlich außergewöhnlichen Interieur aus dem 19. Jahrhundert beeindruckt, und ein Touch von Geschichte und echter Atmosphäre bietet.
Vom Knopfkönig zum Schokoladenkönig
Seit 1844 befand sich im Laden in der Freisingergasse 1 das berühmte Knopffachgeschäft „Zum alten Knopfkönig“, das bis 1918 kaiserlicher und königlicher Hoflieferant war. Als die letzte Besitzerin Erika Frimmel nach 40 Jahren in Pension ging, blieben nicht nur 300.000 Knöpfe sondern auch der historische Verkaufsraum erhalten. Wolfgang Leschanz erkannte das Potential dieser einzigartigen Location und erfüllte sich mit dem „Wiener Schokoladenkönig“ seinen Traum, indem er die Einrichtung originalgetreu beließ. Lediglich eine Glasabdeckung über der Pralinentheke wurde aus hygienischen Gründen ergänzt.
Heute sind Knöpfe nicht mehr nur ein Relikt, sondern erhalten als „Knöpfe aus Schokolade“ ihre neue Bedeutung im Geschäft. Das Geschäft zählt zu den Sehenswürdigkeiten Wiens - mit wenig Aussicht auf ein weiteres Bestehen, so nicht ein Wunder geschehen mag. Doch das Wunder geschah: Wolfgang Leschanz bewahrte die wunderschöne Einrichtung und erschuf ein authentisches Schokoladenfachgeschäft.
Die Manufaktur: Handwerk, Qualität und Innovation
Wolfgang Leschanz ist stolz darauf, in seiner Wiener Schokoladenmanufaktur ausschließlich die besten und edelsten Rohstoffe zu verwenden. Er hat sich zum Ziel gesetzt, seine Feinschmecker-Kunden immer wieder mit neuen Köstlichkeiten zu überraschen. Neben handgefertigter Schokolade produziert die Manufaktur Marzipan, kandierte Blüten, Konfekt sowie vorzügliche Torten und Mehlspeisen. Die Auswahl an klassischen Torten eignet sich für Hochzeiten, Geburtstage oder Firmenfeiern - jede Kreation zeugt von größter Sorgfalt und handwerklichem Können.
- Schokoladen (Bio-Qualität, handgefertigt)
- Marzipan und kandierte Blüten
- Torten und Mehlspeisen für besondere Anlässe
- Schokoladenfiguren und Pralinen
- Schokolade-Knöpfe als Hommage an die Geschichte
Tradition und Handarbeit
Die Produktion bei Leschanz erfolgt bis heute in Handarbeit. In der Mollardgasse (6. Bezirk) arbeiten auf mehr als 700 Quadratmetern 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter - 15 davon in der Produktion. Hohle Formen aus Metall oder Plastik dienen für die Herstellung der schokoladigen Figuren, viele davon sind über 100 Jahre alt und werden heute nicht mehr produziert. Die Schokolade wird gewogen, flüssig handgeschöpft, in die Formen gegossen, gerüttelt und abgekühlt; anschließend werden die Hälften zusammengeklebt und die Dekorationen von Hand angebracht.
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Saisonale Spezialitäten und Produktion
In der Hauptsaison zu Weihnachten und Ostern beliefert Leschanz viele inländische Kunden. Während Corona stand das Geschäft vor dem Aus, doch laut Karin Leschanz ist jetzt ein Aufschwung zu beobachten, die Baustelle vor dem Laden ist endlich seit einem Jahr vorbei. Die Hauptklientel an ausländischen Touristen - insbesondere Japaner - fehlt aber, was sich auf die Umsätze außerhalb der Saison auswirkt. Zwischen Ostern und September lebt das Geschäft größtenteils von Touristen. Bis zu 1000 Osterhasen werden jährlich produziert, wobei zwei Leute in der Chocolaterie und zwei beim Verzieren arbeiten. Lehrlinge werden angelernt, und wenn es sich nicht ausgeht, helfen Konditoren aus der Backstube aus. Doch der Fachkräftemangel betrifft das Unternehmen, insbesondere beim Verkaufspersonal, das oft nicht gefunden oder nicht zu den gewünschten Bedingungen eingestellt werden kann.
Produktionsprozess: Vom Rohstoff zur edlen Schokolade
Die Schokolade für Krampus und Nikolo beispielsweise wird aus peruanischen Kakaobohnen hergestellt. Eine Maschine erwärmt die Bohnen, bis sie flüssig sind. Der Boden für die Figuren entsteht durch das Ausleeren eines Teils der Schokolade und das Platzieren der Form in die entstandene Lacke. Die Form wird auf den Kopf gestellt, damit sich die Schokolade gleichmäßig verteilt. Jede Figur wird individuell händisch verziert, und damit Form und Verzierung zur Geltung kommen, werden die Figuren in transparenten Beuteln verpackt und verkauft.
| Produkt | Rohstoff | Verarbeitungsschritte | Verpackung |
|---|---|---|---|
| Schoko-Osterhasen | Edle Bio-Schokolade | Handgegossen, bemalt, verziert | Transparentes Beutel |
| Krampus/Nikolo-Figuren | Peruanische Kakaobohnen | Flüssig gemacht, Lacke, händisch verziert | Kunststoffbeutel |
| Torten/Mehlspeisen | Hochwertige Zutaten aus Österreich | Handgemacht, individuell gestaltet | Box nach Anlass |
Die Formen stammen oft aus dem Besitz von ehemaligen Mitbewerbern, ein Großteil davon ist über hundert Jahre alt. Die Adventszeit ist die umsatzstärkste Zeit im Geschäft: Ein Drittel des Umsatzes mit Süßwaren entfällt auf die Vorweihnachtszeit, ein weiteres Highlight bildet das Ostergeschäft. Insbesondere die Schoko-Osterhasen wurden bei Rankings ausgezeichnet und belegten Platz vier.
Preis und Qualität: Ein exklusives Angebot
Dass Traditionen erhalten bleiben und Produkte aufwändig von Hand gefertigt werden, hat seinen Preis. Eine Schoko-Figur mittlerer Größe kostet bei Leschanz fast 20 Euro - ein Vielfaches der industriell gefertigten Ware, die etwa im Supermarkt erhältlich ist. Der Grund liegt nicht nur in der Handarbeit und den verwendeten Bio-Rohstoffen, sondern auch an den kleinen Produktionsmengen und an exklusiven Verzierungen. Bei größeren Mitbewerbern läuft vieles automatisiert und die Details der Verzierungen sind deutlich einfacher gehalten.
Nachhaltigkeit und lokale Produktion
Die Manufaktur Leschanz achtet darauf, lokal und nachhaltig zu produzieren und einzukaufen, was sich in der Qualität ihrer Produkte und ihrem Geschäftskonzept widerspiegelt. Dennoch sind die steigenden Rohstoffpreise auch hier spürbar - insbesondere, da Händler nicht nur in Österreich einkaufen und Verpackungsmaterial teurer wurde. Weil Leschanz nur Bio-Schokolade im höheren Preissegment anbietet, hat sich eine besondere Klientel gebildet, die sich erstklassige Ware leisten kann.
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Wolfgang Leschanz verkörpert wie kein zweiter Wiener Chocolatier die Verbindung von Tradition, Handwerk und Innovation. Sein Geschäft im ersten Bezirk ist ein authentischer Ort, an dem Geschichte und Genuss aufeinander treffen - und auch in Zukunft eine Heimat für feinste Schokolade, Torten und Konfekt bleibt.
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