Lebkuchenhaus aus Schokolade bauen: Eine detaillierte Schritt-für-Schritt-Anleitung

Ein Kindertraum! Meine Kinder lieben es zwar die Lebkuchenhäuser zu dekorieren, aber am Ende haben sie immer nur die Süßigkeiten abgenibbelt und den Lebkuchen stehen lassen. Am Ende landete der gute Lebkuchen stets in den Müll. Dieses Jahr habe ich, inspiriert von einem Internet-Video, ein Haus aus Schokoladentafeln gebaut und siehe da, noch vor Silvester war es komplett aufgegessen.

Da dieses Haus aus 5 Tafeln Schokolade besteht, habe ich nur eins für meine drei Kinder zusammen gebaut. In den Internet-Videos geht der Zusammenbau recht schnell und sieht sehr einfach aus. So ist mir zum Beispiel beim Schneiden aufgefallen, dass es normale Schokolade ohne Füllung am besten geeignet ist. Dann könnte man auch versuchen die Tür und Fenster auszuschneiden. Aus Angst, dass die Schokolade beim Schneiden wieder brechen würde, habe ich mich fürs Aufspritzen mit Zuckerguss entschieden. Für das Dach habe ich mit Milka-Sweet-Winter-Schokolade gearbeitet und das Tannenbaum-Muster gefällt mir sehr gut, so brauchte ich fast gar keine weitere Deko auf dem Dach.

Materialien und Grundkonzept

Der Lebkuchenhaus-Teig besteht aus den klassischen Zutaten, die z.B. auch in Lebkuchenmännern oder Lebkuchenplätzchen stecken, aber eben in der fürs Bauen richtigen Kombination. Neben Basics wie Weizenmehl, Butter, Zucker, Ei und Co benötigt ihr Honig für den feinen Geschmack und eine leichte Karamellnote. Lebkuchengewürz und Kakao beeinflussen die Farbe und das typische würzige Aroma. Das Eiweiß im Zuckerguss ist das „Geheimnis für Stabilität“: Es härtet schnell aus und macht den Kleber extrem haltbar. Für die Glasur wird Royal Icing eingesetzt, um Tür und Fenster sauber zu verkleben.

Teig und Formen vorbereiten

Der Teig ist überraschend unkompliziert - und schmeckt so gut, dass man fast vergisst, dass er eigentlich zum Bauen gedacht ist. Der Geheimtipp liegt im Verhältnis von Mehl, Butter, Honig und Zucker. Wenn ihr die Masse kurz erhitzt, bis sich der Zucker auflöst, und sie dann mit den trockenen Zutaten verknetet, bekommt ihr einen wunderbar geschmeidigen Teig. Nach der Kühlzeit lässt er sich gut ausrollen - ohne zusätzliches Mehl und ohne zu bröseln. Für ein einfaches Zelthaus braucht ihr nur vier Grundteile: zwei Dreiecke und zwei Rechtecke. Eine Vorderseite bekommt noch eine Tür (und ggf. ein rundes Fenster). Der übrige Teig kann für eine Bodenplatte sowie Figuren wie Bäumchen verwendet werden.

Schablonen, Backen und Trocknen

Legt zwei Dreiecke (Vorder- und Rückwand) sowie zwei Rechtecke (linke und rechte Dachseite) fest. Optional könnt ihr zusätzlich ein Quadrat für die Bodenplatte verwenden. Den gekühlten Teig kurz durchkneten, dann in 1-2 Etappen auf Backpapier oder Silikonmatte mind. 0,5 cm dick ausrollen. Schneidet die Teigstücke entlang der Papierschablonen aus, damit die Stücke exakt passen. Backofen auf 180 Grad Ober- und Unterhitze vorheizen. Die Teile vorsichtig lösen und auf dem Backblech legen. Die übrigen Teigreste könnt ihr für Bodenplatte und Dekorationen verwenden. Backzeit beträgt ca. 9-13 Minuten, bis die Teile goldbraun sind. Nach dem Backen vollständig an der Luft auskühlen und aushärten lassen, mindestens einige Stunden, am besten über Nacht.

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Glasur und Verklebung

Die Glasur für das Zusammenbauen wird als Royal Icing zubereitet: Eiweiß schaumig schlagen und langsam Puderzucker unterrühren, bis eine zähe, feste Masse entsteht. Die Glasur direkt in einen Spritzbeutel füllen, damit sie nicht antrocknet. Die Vorder- und Rückwand sowie die Dachplatten erst liegend verzieren, dann die fertigen Teile zusammenbauen. Zunächst zwei Zuckerguss-Linien auf die Bodenplatte spritzen, die Wände daraufstellen und von beiden Seiten abstützen, bis die Glasur fest ist. Danach die Dachplatten aufkleben und die First-Fuge großzügig verkleben. Falls Lücken bleiben, kaschiert ihr sie mit weiterer Deko. Die Glasur zieht zügig an, daher arbeiten einige Tropfen Wasser bei Bedarf helfen.

Zusammenbauen und Stabilisieren

Plant den Ablauf: Am ersten Tag den Teig kneten, ca. 2 Stunden kühlen, dann ausrollen, ausschneiden und backen. Die Hausteile über Nacht trocknen lassen. Zum Bekleben und Zusammenbauen: Teile zunächst trocken legen, dann Dachplatten und Wände mit großzügiger Zuckergusslinie verbinden. Untergrund wie Holzbrett oder dicker Karton sorgt für Stabilität. Wenn das Dach sitzt, die Fuge am First mit Glasur verkleben und ggf. Plätzchen als Schnee aufsetzen. Falls der Spalt oben offen bleibt, lässt sich dieser mit Glasur oder Gebäck verdecken.

Tipps aus der Praxis

Wichtig ist, dass ihr Schokolade ohne harte Stückchen wählt, damit sie beim Schneiden nicht bricht. Schneidet das Dach etwa 1-2 cm breiter als die Seitenwand. Die Türen und Fenster könnt ihr aufspritzen. Das Dach kann auch aus KitKat hergestellt werden, wobei KitKat schiefe Kanten hat und nicht gut stehen kann. Ein überstehender Giebel wirkt oft schöner. Legt eine Schablone oder Papierschablonen bereit, um die Teigstücke exakt auszuschneiden. Die gebackenen Teile sollten über Nacht offen liegen, damit sie gut aushärten.

Variationen und Inspiration

Dieses Modell ist ein Zelthaus - vergleichsweise simpel, aber putzig und ideal für Familien. Ihr könnt das Haus je nach Vorliebe gestalten: Statt Milka-Sweet-Winter-Schokolade eignen sich auch andere Tafelschokoladen. Das Dach kann alternativ mit KitKat oder anderen Longpij-Schichten gebaut werden. DieTürn und Fenster lässt sich kreativ gestalten, und das Dekorieren macht Kindern besonders Spaß. Wer möchte, kann das Haus zum Nikolaus- oder Hexenhaus verwandeln - je nach Fantasie der Familie.

Fragen zur Aufbewahrung und Haltbarkeit

Wie lange hält ein Lebkuchenhaus? Trocken gelagert durchaus 1-2 Monate. Am besten offen - nicht luftdicht. Kann man ein Lebkuchenhaus essen? Ja! Der „Keks“ schmeckt leicht nach Spekulatius, ist wirklich unglaublich lecker und würzig, auch nach 5 Wochen noch. Egal, ob ihr es vernaschen oder nur anschauen wollt: Ein Lebkuchenhaus muss nicht perfekt sein. Hauptsache, es steht, ist kunterbunt, duftet und macht glücklich.

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Zutatenliste (Beispielrezept)

  • Für den Teig: 500 Gramm Weizenmehl, 180 Gramm Honig oder Zuckerrübensirup, 100 Gramm Zucker, 80 Gramm Butter, 1 mittelgroßes Ei, ½ Teelöffel Backpulver oder Natron, 10 Gramm Lebkuchengewürz, 1 Esslöffel Backkakao gestrichen
  • Für die Glasur: 1 großes Eiweiß, ca. 200-300 Gramm Puderzucker

Zubereitungsschritte im Überblick

  1. Honig, Zucker und Butter in einem Topf erwärmen, bis sich der Zucker vollständig gelöst hat. Lauwarm abkühlen lassen.
  2. Mehl, Lebkuchengewürz, Kakao und Backpulver mischen. Ei und Honigmasse dazugeben und alles zu einem glatten Teig verkneten.
  3. Teig in Folie wickeln oder in einer Dose ca. 2 Stunden kühlstellen.
  4. Schablonen vorbereiten, Teig ausrollen, ausschneiden und backen (180°C, ca. 9-13 Min.).
  5. Teile auskühlen lassen, Royal Icing herstellen, Teile verzieren.
  6. Waagerecht und senkrecht zusammenbauen, Dachplatten aufsetzen, Fugen mit Glasur kaschieren.
  7. Teile vollständig trocknen lassen, dann das Haus vorsichtig transportieren oder verschenken.
Infografik: Grundaufbau eines Lebkuchenhauses aus Schokolade
Schablonen-Beispiel für Vorder- und Rückseite
Kurzes Tutorial-Video: Schokoladentafeln zu einem Lebkuchenhaus formen

Egal, ob ihr das Haus als festliche Dekoration oder als Familienprojekt plant - mit dieser Anleitung gelingt euch ein stabiles, leckeres und liebevoll dekoriertes Lebkuchenhaus aus Schokolade. Im Ergebnis steht ein kunterbuntes Dach- und Wandensemble, das Kinderaugen zum Leuchten bringt.

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