Lebkuchen Schmidt Neuss Geschichte: Eine Reise durch Tradition und Wandel
Lebkuchen und Weihnachtsgebäck sind untrennbar mit der Vorweihnachtszeit verbunden. Besonders die aufwendig gestalteten Lebkuchentruhen und -dosen haben in vielen Familien Tradition. Doch was steckt hinter der Geschichte der Lebkuchenhersteller und ihrer Produkte? Dieser Artikel beleuchtet die Geschichte von Lebkuchen Schmidt, insbesondere im Bezug auf den Standort Neuss, und wirft einen Blick auf weitere Traditionsunternehmen der Süßwarenindustrie.
Die Tradition der Lebkuchentruhen
Blecherne Lebkuchentruhen und Dosen sind in vielen Familien ein fester Bestandteil der Vorweihnachtszeit. Oft sind sie kunstvoll gestaltet, mit Ornamenten verziert und zeigen Motive wie die Nürnberger Kaiserburg. Diese Dosen dienen nicht nur zur Aufbewahrung von Lebkuchen und Spekulatius, sondern sind oft auch begehrte Sammlerobjekte. Die Lebkuchenhersteller investieren viel Zeit in die Gestaltung dieser Truhen und Dosen, fast so viel wie in die Herstellung des Inhalts selbst.
Besonders aufwendig gestaltete Exemplare haben längst Kultstatus erreicht, wie man beispielsweise beim Nürnberger Lebkuchen-Hersteller Schmidt-Lebkuchen weiß. Allerdings eignen sich diese Truhen nicht als Geldanlage, wie ein Blick auf Online-Auktionshäuser zeigt.
Bei Schmidt-Lebkuchen hat sich die Motivwahl in den letzten 50 Jahren kaum verändert. Traditionelle Nürnberger Motive wie die Frauenkirche, der Schöne Brunnen oder der Henkersteg sind Standard. Auch beim Aachener Lebkuchen-Hersteller Lambertz setzt man auf Romantik bei der Gestaltung. Truhen mit Nürnberger Motiven, Weihnachts- und Wintermotiven, verziert mit Prägungen und Ornamenten, sind besonders beliebt.
Die Gestaltung der Lebkuchenkisten ist ein langwieriger Prozess. Bertram Trattmann, der seit 15 Jahren die Lebkuchenkisten für Lebkuchen-Schmidt gestaltet, arbeitet bereits an den Entwürfen für die Weihnachtssaison 2014. Er lässt sich von Ornamentik-Büchern, Möbelornamentik und Schmiedekunst inspirieren.
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Obwohl es einen Trend zu preiswerteren kartonverpackten Lebkuchen gibt, bleibt die Nachfrage nach den aufwendig gestalteten Blechkisten bestehen.
Lebkuchen Schmidt: Eine Spurensuche in Neuss
Der Artikel erwähnt einen Fabrikverkauf von Haribo in Neuss, Ruwerstraße 6. Interessanterweise gehörte der Lebkuchenproduzent Bären-Schmidt seit 1971 zum Haribo-Konzern. Dies wirft die Frage auf, ob es eine Verbindung zwischen Lebkuchen Schmidt und Neuss gibt, möglicherweise durch den Fabrikverkauf oder frühere Produktionsstätten.
Eine Recherche nach "Lebkuchen Schmidt Neuss Geschichte" liefert jedoch keine direkten Informationen über eine Niederlassung oder Produktion von Lebkuchen Schmidt in Neuss. Es ist möglich, dass der Fabrikverkauf in Neuss lediglich Produkte von Lebkuchen Schmidt vertreibt, ohne dass das Unternehmen selbst eine lange Geschichte vor Ort hat.
Haribo und Bären-Schmidt: Eine Verbindung mit Folgen
Die Übernahme von Bären-Schmidt durch Haribo im Jahr 1971 ist ein wichtiger Aspekt der Geschichte. Bären-Schmidt wurde 1863 gegründet und produzierte lange Zeit Lebkuchen und Zuckerwaren. Im Jahr 2009 wurde die Backwarensparte verkauft, wodurch bereits Arbeitsplätze verloren gingen. Danach wurden ausschließlich Gummibärchen produziert.
Im Februar wurde die Gummibärchen-Produktion bei Haribo in Mainbernheim eingestellt, womit die Firma Bären-Schmidt nicht mehr existiert. Das Werk in Mainbernheim war das kleinste im Haribo-Konzern und hatte über 150 Jahre Tradition. Die Schließung des Standorts erfolgte aufgrund der veralteten Infrastruktur. Den Mitarbeitern wurden zwar Jobs in anderen Werken angeboten, was jedoch auf Kritik stieß, da viele Mitarbeiter im Landkreis Kitzingen verwurzelt sind.
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Weitere Traditionsunternehmen der Süßwarenindustrie
Neben Lebkuchen Schmidt und Haribo gibt es weitere Traditionsunternehmen der Süßwarenindustrie in Deutschland:
- Aachener Printen- und Schokoladenfabrik Henry Lambertz GmbH & Co.
- Alfred Ritter GmbH & Co.
- Bahlsen GmbH & Co. KG
- Chocoladefabriken Lindt & Sprüngli GmbH
- Confiserie Coppeneur et Compagnon GmbH
- Confiserie Heilemann GmbH
- Dr. Quendt GmbH & Co. KG
- Griesson - de Beukelaer GmbH & Co.
- Hachez
- Hans Riegelein & Sohn GmbH & Co. KG
- J. G. Niederegger GmbH & Co.
- Kathi Rainer Thiele GmbH
- Katjes Fassin GmbH + Co.
- Ludwig Schokolade GmbH & Co. KG
- Ludwig Weinrich GmbH & Co.
- Meybona-Schokoladenfabrik Meyerkamp GmbH & Co.
- Süsterfeldstr.
- Verdener Keks- und Waffelfabrik Hans Freitag GmbH & Co.
- Wilhelm Kinkartz GmbH & Co.
Diese Unternehmen haben oft eine lange Tradition und sind eng mit ihrer Region verbunden. Sie tragen zur Vielfalt und Qualität der deutschen Süßwarenindustrie bei.
Haribo: Eine Erfolgsgeschichte aus Bonn
Ein weiteres Beispiel für ein Traditionsunternehmen der Süßwarenindustrie ist Haribo. Das Unternehmen wurde 1920 von Hans Riegel in Bonn gegründet. Der Name Haribo ist ein Akronym aus "Hans Riegel Bonn". Der Hauptsitz wurde 2018 nach Grafschaft verlegt, Produktion und Werksverkauf befinden sich aber weiterhin in Bonn.
Haribo begann mit einer einfachen Ausrüstung: einem Sack Zucker, einem Kupferkessel, einer Marmorplatte und einer Walze. Hans Riegel war gelernter Bonbon-Kocher und hatte zuvor bei einem Süßigkeiten-Produzenten gearbeitet. Seine Frau Gertrud war die erste Mitarbeiterin.
Die ersten Gummibären kamen 1922 auf den Markt und wurden von Gertrud Riegel persönlich ausgeliefert. Die Tanzbären, wie sie damals hießen, waren größer und weicher als die heutigen Goldbären, da sie aus Gummi arabicum und nicht aus Gelatine bestanden.
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Die Lakritzherstellung begann 1925 mit Lakritzstangen und später den beliebten Lakritzschnecken. Der Tanzbär erhielt ein Pendant aus Lakritz, den Schwarzbären.
Die Süßwaren wurden Verkaufsschlager und das Unternehmen wuchs. Bis 1933 beschäftigte Haribo 400 Mitarbeiter. In dieser Zeit entstand der Werbeslogan "Haribo macht Kinder froh", der 1962 um "und Erwachsene ebenso" erweitert wurde.
Nach dem Zweiten Weltkrieg übernahmen Hans jun. und Paul Riegel die Geschäftsleitung. Die Goldbären kamen 1960 auf den Markt und wurden 1967 als Warenzeichen registriert. Haribo wuchs durch Firmenzukäufe und Expansionen.
Haribo: Zukäufe und Expansionen
Haribo übernahm im Laufe der Jahre zahlreiche Unternehmen, darunter:
- 1957 Kleutgen & Meier
- 1961 Bonera Industrie en Handelsmaatschappij NV (Haribo Nederland BV)
- 1967 Lorette (Haribo-France S.A.)
- 1968 Anteile an Dr. Hillers (vollständige Übernahme 1979)
- 1971 Anteile am Lebkuchenproduzenten Bären-Schmidt
- 1973 Anteile an Dunhills (vollständige Übernahme 1994)
- 1986 die Lizenzmarke MAOAM
- 1993 die Kaugummi-Marke Vademecum von Henkel
- 1996 die belgische Schaumspeck-Firma Dulcia
- 1998 den spanischen Süßwarenhersteller Geldul S.L
- 2000 den niederländischen Lakritzhersteller Hoepman
- 2001 den türkischen Fruchtgummiproduzenten Pamir Gida Sanayi A.S
Diese Zukäufe trugen zum Wachstum und zur Diversifizierung des Unternehmens bei.
Haribo heute
Haribo erwirtschaftete 2018 einen Umsatz von 2,8 Milliarden Euro. Das Unternehmen ist an vier Standorten in Deutschland tätig und hat zahlreiche Niederlassungen weltweit. Der langjährige Bonner Produktionsstandort wurde 2018 durch einen Neubau in Grafschaft ergänzt. Seit 1989 werden die Süßwaren auch im Werk in Linz / Oberösterreich produziert.
Haribo setzt auch am neuen Standort eine langjährige Tradition fort: Seit 1936 können Bürger Anfang Oktober gesammelte Kastanien und Eicheln gegen Haribo Süßigkeiten eintauschen.
Haribo Produkte sind in mehr als 100 Ländern weltweit erhältlich.
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