Lebkuchen Schmidt: Geschichte und Besonderheiten

Eine geniale Idee am Anfang: Ein Eisenbahnwaggon voller Lebkuchen bildete 1926 die Grundlage für einen genialen Einfall unseres Gründers Emil Otto Schmidt. Als er eine Wagenladung voller Lebkuchen verkaufen sollte, die sein Bruder von einem Kunden in Zahlung genommen hatte, stellte Unternehmensgründer E. Otto Schmidt die einzelnen Produkte zu vielseitigen Sortimenten zusammen, die man sich nach Hause bestellen konnte.

Doch anstatt die feinen Gebäcke in einem Laden zu verkaufen, verpackte E. Otto Schmidt diese zu Sortimentspaketen, die er reichsweit in Zeitungen inserierte und auf Bestellung den Kunden direkt nach Hause schickte. Vor die Aufgabe gestellt, diesen Waggon voller Lebkuchen nun schnell an den Mann zu bringen, kam E. Damit war der Lebkuchenversand-Gedanke geboren. Der Verkauf war so erfolgreich, dass von der damaligen Firma Zucker-Bär sogar Lebkuchen nachgekauft werden mussten.

Das funktionierte so gut, dass er sich schnell auf dieses Geschäft konzentrierte: 1927 war die Geburtsstunde unseres Unternehmens, das somit auch eines der ersten Versandhäuser Europas war. Also begann er selbst in einer kleinen Nürnberger Backstube mit der Lebkuchen-Produktion. In einer kleinen Backstube in einem Hinterhaus in Nürnberg, Voltastraße 91, wurden auf einer Fläche von 50 Quadratmetern die Lebkuchen von 10 Arbeitskräften her- und zu Sortimenten zusammengestellt. Vertrieben wurde weiterhin über den Versandweg an Endverbraucher.

Historische Ansicht der Voltastraße Backstube

Wachstum, Standortwechsel und Aufbau

In den folgenden Jahren wurde die „Keimzelle“ in der Voltastraße zu klein, so dass der Unternehmer ein Grundstück in der Gyulaer Straße erwarb und dort ein kleines Fabrikgebäude errichtete. Da sich zu dieser Zeit erneut Kapazitätsgrenzen abzeichneten, erwarb man 1959 ein Grundstück an der Zollhausstraße. Bereits 1956 deckte man den Personalbedarf durch Mitarbeiter ab, die mit Bussen aus der Nürnberger Umgebung abgeholt wurden.

1950 - es begann die Wirtschaftswunder-Zeit. 1949 erfolgte der Wiederaufbau der zerstörten Gebäude und 1950 arbeiteten bereits wieder 300 Beschäftigte bei Lebkuchen-Schmidt. 1950 - es begann die Wirtschaftswunder-Zeit. Martin Burkhardt trat in die Firma ein und übernahm den Bereich Werbung und Gestaltung. 1955 wurde sein Bruder, Dipl.-Ing. Rudolf Burkhardt, als Leiter des technischen Betriebes eingesetzt. Die beiden Brüder müssen es E. Das Unternehmen florierte.

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Enteignung, Zerstörung und Wiederaufbau

Weil er sich vehement weigerte, die Produktion seiner Backstube auf Kriegswirtschaft umzustellen, wurde Emil Otto Schmidt 1938 aus der Firma gedrängt und enteignet. 1938 schied E. Otto Schmidt nach der Enteignung aus dem Unternehmen aus und nach schweren Bombenschäden am Firmengebäude musste 1943 die Lebkuchenproduktion eingestellt werden. In der verhängnisvollen Nacht des 2. Februar 1945 zerstörten alliierte Bomben beim Angriff auf Nürnberg das Werk - es brannte bis auf die Grundmauern nieder.

Nach Kriegsende wurde von den Alliierten zunächst ein Treuhänder eingesetzt. Erst drei Jahre nach Kriegsende konnte Schmidt seine Geschäfte wieder aufnehmen und den Wiederaufbau starten. 1949 erfolgte der Wiederaufbau der zerstörten Gebäude und 1950 arbeiteten bereits wieder 300 Beschäftigte bei Lebkuchen-Schmidt.

Ruinen und Wiederaufbau nach dem Bombenangriff

Schicksalsschläge und Führung durch Henriette Schmidt-Burkhardt

Die Schicksalsschläge für die Familie setzten sich fort: 1980 starben überraschend Rudolf, drei Jahre später auch Martin Schmidt-Burkhardt viel zu früh. Nachdem ihr Ehegatte Rudolf Schmidt-Burkhardt 1980 verstarb, gefolgt vom Tod ihres Schwagers 1983, führte Frau Henriette Schmidt-Burkhardt von 1983 bis zu ihrem Tod 2014 das Unternehmen. Diese tragischen Ereignisse riefen in Rudolfs Witwe Henriette Schmidt-Burkhardt eine starke Frau auf den Plan: Sie übernahm quasi über Nacht die alleinige Geschäftsführung. Anfangs belächelt, brachte die gelernte Grundschullehrerin jedoch schnell alle Skeptiker zum Schweigen. Sie prägte das Unternehmen mehr als drei Jahrzehnte und formte mit liebevoller Entschlossenheit und kaufmännischem Geschick ein weltbekanntes Unternehmen, das in vielen Ländern als Genuss-Botschafter Nürnbergs betrachtet wird.

Familienunternehmen, Stiftung und heutiger Charakter

Die Wurzeln von Lebkuchen-Schmidt und damit auch der Schmidt-Stiftung liegen von Beginn an in einem klassischen Familienunternehmen mit einer hohen sozialen, ethischen und gesellschaftlichen Verantwortung für alle Kunden, die eigenen Beschäftigten und sämtliche Handelspartner. Die gemeinnützige "Rudolf und Henriette Schmidt-Burkhardt Stiftung" - kurz: Schmidt-Stiftung - ist seit dem Jahr 2014 Hauptgesellschafterin des Unternehmens Lebkuchen-Schmidt mit seinen berühmten Marken. Sie bewahrt Haltung, Ideale und Werte des Firmengründers Emil Otto Schmidt und seiner Nachkommen. Dadurch gewährleistet sie die Eigenständigkeit des Betriebs sowie die Sicherung der Arbeitsplätze auch für künftige Generationen.

Leidenschaft für unsere Erzeugnisse, Verlässlichkeit im geschäftlichen Handeln sowie ein respektvoller Umgang mit Mensch und Natur sind die obersten Prinzipien unseres Handelns. So können die Tradition und der Geist dieses einzigartigen Familienunternehmens erhalten werden. Wo anonyme Großkonzerne bedingungslos auf die Steigerung ihrer Renditen achten, bewältigen wir Herausforderungen gemeinsam, fördern soziale oder gesellschaftliche Projekte und bieten unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ein überaus attraktives und vielseitiges berufliches Umfeld.

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Logo der Schmidt-Stiftung und historisches Familienfoto

Produktion, Sortiment und Innovation

Heute ist aus Lebkuchen-Schmidt der erfolgreichste Lebkuchen-Versandhändler überhaupt geworden. Diese Liebe zu Lebkuchen verlangt jedoch einer vollautomatisierten Produktion absolute Höchstleistungen ab: Im 3-Schicht-Betrieb werden so rund um die 60 Tonnen Rohstoffe verarbeitet und bis zu 3 Mio. Neben Lebkuchen-Schmidt wird die Nürnberger Köstlichkeit auch noch von anderen Betrieben gebacken. Dabei bringt jeder Lebküchner seine ganz persönliche Note mit.

Die Palette der Köstlichkeiten reicht von Oblaten-Lebkuchen über die besonders feinen Elisen-Lebkuchen bis hin zu knusprigem Weihnachtsgebäck. Viele seiner Lebkuchen-Köstlichkeiten bietet Lebkuchen-Schmidt in eigens gestalteten Truhen und Dosen mit Nürnberg Motiven an. Besondere Sorgfalt verwenden die Hersteller auf die Auswahl von Lebkuchendosen und Lebkuchentruhen.

Ausgewählte Lebkuchen-Sortimente in Truhen und Dosen

Andere Nürnberger Lebküchner und ihre Besonderheiten

Fraunholz: Der Familienbetrieb stellt bereits seit 1911 Lebkuchen her. Woitinek: Hier gibt es saftigen Lebkuchen mit einem etwas gröberen Nussanteil nach Familienrezept. Mitten in der Nürnberger Südstadt werden sie produziert und verkauft. Witte: Innovation wird hier groß geschrieben! Nusselt: Seit 4. Generationen wird die Lebküchnerei schon betrieben und dabei wurden die Trends nie aus den Augen gelassen. Dabei geht’s vor allem um die Glasur, wie z.B. bei der Geschmacksrichtung „Salted Caramel“.

Marx: Eine besondere Form der Leckerei sind die Lebkugeln von Wolgang Marx. Jede Saison gehen Zehntausende der handgefertigten Trüffel-Pralinen aus Schokolade, original Nürnberger Elisenlebkuchen, Sahne und Gewürzen über die Theke. Düll: Als Verkaufsschlager in der Lebküchnerei Düll zählt die Variante mit Zartbitterschokolade - das Sortiment lässt aber keine Wünsche offen.

Kultur, Tradition und Schutz

Was wäre der stimmungsvolle Christkindlesmarkt ohne fein schmeckende, duftende Nürnberger Lebkuchen? Schließlich wurde der Lebkuchen im Mittelalter hier in Nürnberg „erfunden“! Ruhm und Tradition als Heimat der Lebkuchen verdankt die Reichsstadt seiner verkehrsgünstigen Lage - am Schnittpunkt der alten Gewürz- und Handelsstraßen. Da Nürnberg eines der bedeutendsten Handelszentren war, konnten die exotischen Gewürze wie Zimt, Nelken, Kardamom, Muskat und die fremdländischen Mandeln leicht erworben werden.

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Urkundlich nachgewiesen ist ein Nürnberger Lebküchner in der Schmidgassen im Jahre 1395. Ein besonders denkwürdiger Tag für die Nürnberger Lebküchner war im Jahre 1487, als Kaiser Friedrich III… Nahezu 4000 Kinder wurden damals mit einem Lebkuchen beschenkt, auf dem das Bildnis des Kaisers aufgedruckt war. Vom eigentlichen Handwerk der Lebküchnerei wird offiziell erst im 17. Jahrhundert gesprochen. Seit 1441 waltete in Nürnberg eine Gewürzschau ihres Amtes. Vereidigte Prüfer kontrollierten die Qualität der angelieferten Gewürze.

Die dreißigjährige Krieg brachte einen schweren Niedergang für die Nürnberger Lebküchner, denn sie bekamen keine Gewürze mehr. Die Gewerbefreiheit im Jahr 1867 brachte dann eine glückliche Wende, auch wenn der Übergang von der handwerklichen zur industriellen Herstellung nicht von heute auf morgen vor sich ging. Die beiden Weltkriege brachten aber noch einmal harte Schläge für die Nürnberger Lebkuchenindustrie. Im ersten Weltkrieg herrschte eine unvorstellbare Rohstoff-Knappheit. Im Dezember 1916 wurde das Backen feiner Lebkuchensorten als Luxus untersagt. Den zweiten Weltkrieg überstand praktisch keine der Nürnberger Lebkuchenfabriken ohne Schaden.

Auf den alten Handelsstraßen gingen Nürnberger Lebkuchen "in alle Land" und mit ihnen der gute Ruf dieses Nürnberger Erzeugnisses. Sie sind weltbekannt und für die meisten Menschen untrennbar mit Weihnachten verbunden - die Nürnberger Lebkuchen! Nach der wunderschönen Tochter eines Nürnberger Lebküchner sind die sogenannten „Elisenlebkuchen“ benannt - die Meisterstücke der Zunft. Seit 1. Juli 1996 ist der Nürnberger Lebkuchen als „geschützte geografische Angabe" europaweit geschützt und darf das Siegel der EU tragen.

Einblick in die Lebküchnerei: Herstellung und Tradition

Erlebnis, Vertrieb und Besucherangebot

Bei einem Nürnberg-Besuch begegnen Ihnen die Läden von Lebkuchen-Schmidt in der Winterzeit im gesamten Stadtgebiet. Ganzjährig stehen Ihnen beiden sympathischen Geschäfte im Herzen der Altstadt am Hauptmarkt, sowie der große Werksverkauf am Firmensitz in der Zollhausstraße zur Verfügung. Auf den Internet-Seiten von Lebkuchen-Schmidt können Sie die süßen Köstlichkeiten aber natürlich zu jeder Jahreszeit direkt nach Hause bestellen - so, wie es sich E. Urkundlich nachgewiesen ist ein Nürnberger Lebküchner in der Schmidgassen im Jahre 1395.

Inmitten der Buden und Stände ist das neben dem Schönen Brunnen gelegene "Hexenhaus" von Lebkuchen-Schmidt ein beliebtes Fotomotiv und Anziehungspunkt. Verbinden Sie Ihren Aufenthalt in der Lebkuchen-Hauptstadt mit einem Besuch bei Schmidt, dem wohl bekanntesten Hersteller der berühmten Spezialität! In unserer weihnachtlichen Lebkuchenwelt können Gruppen ab 15 Personen den Lebkuchen mit allen Sinnen erleben: In einem Film erhalten Sie spannende Einblicke in die Geheimnisse der Lebküchnerei, außerdem gibt es eine Live-Backshow mit Verkostung.

Jubiläum und heutige Anerkennung

Stolz auf 90 Jahre Tradition: 2017 blickt die ganze Lebkuchen-Welt auf Lebkuchen-Schmidt und gratuliert zum Jubiläum. Zu diesem Anlass veröffentlicht das Unternehmen ein besonderes Sortiment und feiert mit vielen Aktionen seinen Geburtstag. Emil Otto Schmidt erlebte die Einweihung nicht mehr, er verstarb als 69-Jähriger am 31. Dezember 1961. In den folgenden Jahrzehnten expandierte das Unternehmen kontinuierlich.

Jahr / Ereignis Kurzbeschreibung
1926-1927 Verkauf der Wagladung Lebkuchen, Gründung als Versandhaus
1938-1945 Enteignung, Zwangsverwaltung, Zerstörung im Bombenangriff
1949-1950 Wiederaufbau, 300 Beschäftigte, Start der Wirtschaftswunder-Expansion
1983-2014 Leitung durch Henriette Schmidt-Burkhardt
2014 Schmidt-Stiftung wird Hauptgesellschafterin
2017 90-Jahr-Jubiläum mit Sonderaktionen

Heute verbinden sich bei Lebkuchen-Schmidt Tradition, Familienidentität und moderne Versandlogistik zu einem Unternehmen, das die Nürnberger Lebkuchenkultur weltweit repräsentiert. Die Liebe zu handwerklicher Qualität und das Bewahren von Rezepturen stehen dabei bis heute im Mittelpunkt.

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