Lebkuchen Schmidt: Geschichte und Besonderheiten der Schmuckdosen
Lebkuchen Schmidt ist ein legendärer Name, wenn es um Nürnberger Lebkuchen geht. Die traditionsreiche Herkunft dieser köstlichen Spezialität reicht bis ins Mittelalter zurück, während Lebkuchen Schmidt im 20. Jahrhundert zu einem der bekanntesten Hersteller und Genuss-Botschafter Nürnbergs aufstieg. Neben dem unverwechselbaren Geschmack begeistern auch die kunstvoll gestalteten Schmuckdosen, die bei Sammlern und Liebhabern kultische Verehrung genießen. In dieser ausführlichen Artikel beleuchten wir die Historie des Betriebs, die Entwicklung der Lebkuchentradition in Nürnberg und gehen detailliert auf die Besonderheiten der bekannten Dosen ein.
Die jahrhundertealte Lebkuchentradition Nürnbergs
In fränkischen Klöstern nahm die traditionsreiche Geschichte des Lebkuchens ihren Anfang: Abgeschirmt von der Öffentlichkeit wurde nach streng geheim gehaltenen Rezepturen und unter Beimengen von erlesenen Zutaten der "Lebkuchen" geboren. Gegen Ende des 14. Jahrhunderts taucht in Urkunden erstmalig die Bezeichnung "Lebkuchen" auf; in Rechnungsbüchern von 1395 wird ein "Lebküchner" besteuert.
Urkundlich nachgewiesen ist ein Nürnberger Lebküchner in der Schmidgassen im Jahre 1395. Ein besonders denkwürdiger Tag für die Nürnberger Lebküchner war im Jahre 1487, als Kaiser Friedrich III - er hielt damals gerade einen Reichstag in Nürnberg ab - sämtliche Nürnberger Kinder "so schon zu gehen vermögen..." zu einer großen Bewirtung auf die Kaiserburg einlud. Nahezu 4000 Kinder wurden damals mit einem Lebkuchen beschenkt, auf dem das Bildnis des Kaisers aufgedruckt war.
Seit 1441 waltete in Nürnberg eine Gewürzschau ihres Amtes. Vereidigte Prüfer kontrollierten die Qualität der angelieferten Gewürze. Die Herstellung von Lebkuchen hat in Nürnberg eine lange Tradition: Seit dem Mittelalter ist Nürnberg weit über die Grenzen der Stadt hinaus bekannt für seine köstlichen Lebkuchensorten.
Ruhm und Tradition als Lebkuchen-Metropole verdankt Nürnberg nicht zuletzt seiner verkehrsgünstigen Lage: Am Kreuzungspunkt vieler Handelswege und alter Gewürzstraßen gelegen, war Nürnberg der ideale Ort für die Lebkuchenbäckerei.
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Der dreißigjährige Krieg brachte einen schweren Niedergang für die Nürnberger Lebküchner, denn sie bekamen keine Gewürze mehr. Durch die jahrelange zweimalige Belagerung Nürnbergs (Tilly und Wallenstein) war die Stadt von der Außenwelt so gut wie abgeschnitten.
Vom eigentlichen Handwerk der Lebküchnerei wird offiziell erst im 17. Jahrhundert gesprochen. Bis heute ist die Tradition der Lebkuchenbäckerei in Nürnberg lebendig. Trägt ein Produkt die Bezeichnung "Nürnberger Lebkuchen", ist dies die Garantie dafür, dass der Lebkuchen auch tatsächlich aus der Lebkuchenmetropole Nürnberg stammt.
Die Besonderheit der Rohstoffe und der Elisenlebkuchen
- Die Sortenvielfalt der Nürnberger Lebkuchen ist durch RAL-RG 0131 beschrieben.
- Genau festgelegte Normen bestimmen die Auswahl und Zusammensetzung der edlen Rohstoffe.
- "Feinste Oblaten-Lebkuchen" werden auch unter der Bezeichnung "Elisenlebkuchen" angeboten.
- Den edlen "Elisenlebkuchen" kennt man seit 1808 als Meisterstück der Zunft.
- Von Generation zu Generation überliefert, werden die Rezepturen für Oblaten-Lebkuchen bis heute in der Lebküchnerei angewandt.
Der Weg von Emil Otto Schmidt zum Traditionsunternehmen
1926 fing alles an: Da hat Emil Otto Schmidt die Idee seines Lebens. Eine Waggonladung Lebkuchen teilt der Nürnberger Kaufmann in einzelne Sortimente auf und inseriert diese in Zeitungen. Dessen Bruder, ebenfalls ein Kaufmann, erhielt die hochwertige Ware unvermittelt von einem säumigen Schuldner. Der Clou: Schmidt verschickt die Pakete direkt nach Hause. Das kommt so gut an, dass er im kommenden Jahr selbst eine kleine Backstube übernimmt - die Geburtsstunde von Lebkuchen-Schmidt.
In einer kleinen Backstube in einem Hinterhaus in Nürnberg, Voltastraße 91, wurden auf einer Fläche von 50 Quadratmetern die Lebkuchen von 10 Arbeitskräften her- und zu Sortimenten zusammengestellt.
Die Firmengründung des Unternehmens war Zufall und Wagnis zugleich. Die Keimzelle expandierte bald: Der Unternehmer erwarb ein Grundstück in der Gyulaer Straße und errichtete dort ein kleines Fabrikgebäude.
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Der Verkauf war so erfolgreich, dass von der damaligen Firma Zucker-Bär sogar Lebkuchen nachgekauft werden mussten. Beflügelt von dem Erfolg begann E. Otto Schmidt, das Versandgeschäft fortzuführen. Das Unternehmen florierte.
Die schwierigen Jahre: Enteignung, Krieg und Wiederaufbau
1938 schied E. Otto Schmidt nach der Enteignung aus dem Unternehmen aus und nach schweren Bombenschäden am Firmengebäude musste 1943 die Lebkuchenproduktion eingestellt werden. In der verhängnisvollen Nacht des 2. Februar 1945 zerstörten alliierte Bomben beim Angriff auf Nürnberg das Werk - es brannte bis auf die Grundmauern nieder. Nach Kriegsende wurde von den Alliierten zunächst ein Treuhänder eingesetzt.
1949 erfolgte der Wiederaufbau der zerstörten Gebäude und 1950 arbeiteten bereits wieder 300 Beschäftigte bei Lebkuchen-Schmidt. Mit Beginn der Wirtschaftswunder-Zeit entwickelte sich das Unternehmen weiter.
Martin Burkhardt trat in die Firma ein und übernahm den Bereich Werbung und Gestaltung. 1955 wurde sein Bruder, Dipl.-Ing. Rudolf Burkhardt, als Leiter des technischen Betriebes eingesetzt. Bereits 1956 deckte man den Personalbedarf durch Mitarbeiter ab, die mit Bussen aus der Nürnberger Umgebung abgeholt wurden.
Da sich zu dieser Zeit erneut Kapazitätsgrenzen abzeichneten, erwarb man 1959 ein Grundstück an der Zollhausstraße. Emil Otto Schmidt verstarb als 69-Jähriger am 31. Dezember 1961 und erlebte die Einweihung nicht mehr.
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Familiäre Führung und Expansion
Die folgenden Jahrzehnte expandierte das Unternehmen kontinuierlich. Nachdem ihr Ehegatte Rudolf Schmidt-Burkhardt 1980 verstarb, gefolgt vom Tod ihres Schwagers 1983, führte Frau Henriette Schmidt-Burkhardt von 1983 bis zu ihrem Tod 2014 das Unternehmen. Schicksalsschläge für die Familie setzten sich fort, doch Henriette prägte das Unternehmen mehr als drei Jahrzehnte und formte mit liebevoller Entschlossenheit und kaufmännischem Geschick ein weltbekanntes Unternehmen, das in vielen Ländern als Genuss-Botschafter Nürnbergs betrachtet wird.
Die gemeinnützige "Rudolf und Henriette Schmidt-Burkhardt Stiftung" - kurz: Schmidt-Stiftung - ist seit dem Jahr 2014 Hauptgesellschafterin des Unternehmens Lebkuchen-Schmidt mit seinen berühmten Marken. Sie bewahrt Haltung, Ideale und Werte des Firmengründers Emil Otto Schmidt und seiner Nachkommen. Dadurch gewährleistet sie die Eigenständigkeit des Betriebs sowie die Sicherung der Arbeitsplätze auch für künftige Generationen.
Charakter als Familien-Unternehmen
- Die Wurzeln von Lebkuchen-Schmidt und damit auch der Schmidt-Stiftung liegen von Beginn an in einem klassischen Familienunternehmen mit einer hohen sozialen, ethischen und gesellschaftlichen Verantwortung für alle Kunden, die eigenen Beschäftigten und sämtliche Handelspartner.
- Neben der Stiftung gehören heute noch die Nachkommen von Martin Schmidt-Burkhardt zum Gesellschafterkreis - und die Gründerfamilie ist inzwischen in vierter Generation vertreten.
- Leidenschaft für unsere Erzeugnisse, Verlässlichkeit im geschäftlichen Handeln sowie ein respektvoller Umgang mit Mensch und Natur sind die obersten Prinzipien unseres Handelns.
Lebkuchen-Schmidt heute: Nürnberger Genuss und weltweiter Versand
Der legendäre Ruf von Schmidt basiert vor allem auf dem unverwechselbaren Geschmack und der außergewöhnlichen Qualität seiner weltberühmten Nürnberger Lebkuchen und der anderen feinen Gebäckspezialitäten. Die bekannten Produkthighlights und Klassiker werden auch heute noch mit viel Leidenschaft nach überlieferten Rezepten aus hochwertigsten Zutaten hergestellt.
Diese Liebe zu Lebkuchen verlangt jedoch einer vollautomatisierten Produktion absolute Höchstleistungen ab: Im 3-Schicht-Betrieb werden rund um die 60 Tonnen Rohstoffe verarbeitet und bis zu 3 Mio. Lebkuchen hergestellt.
Durch den globalen Versand der Produkte versteht sich Schmidt zudem als Botschafter Nürnbergs in aller Welt. Verbinden Sie Ihren Aufenthalt in der Lebkuchen-Hauptstadt mit einem Besuch bei Schmidt, dem wohl bekanntesten Hersteller der berühmten Spezialität!
Christkindlesmarkt und das "Hexenhäuschen" von Lebkuchen-Schmidt
Was wäre der stimmungsvolle Christkindlesmarkt ohne fein schmeckende, duftende Nürnberger Lebkuchen? Inmitten der Buden und Stände ist das neben dem Schönen Brunnen gelegene "Hexenhaus" von Lebkuchen-Schmidt ein beliebtes Fotomotiv und Anziehungspunkt. Auf dem Christkindlesmarkt gehört das „Hexenhäuschen“ von Lebkuchen-Schmidt zu den bekanntesten und meistfotografierten Ständen.
Die Schmuckdosen: Geschichte, Design und Besonderheiten
Lebkuchen-Schmidt bietet viele seiner Lebkuchenköstlichkeiten in eigens gestalteten Truhen und Dosen mit Nürnberg Motiven an. Die Palette reicht von Oblaten-Lebkuchen über die besonders feinen Elisen-Lebkuchen bis hin zu knusprigem Weihnachtsgebäck, alles liebevoll arrangiert in kunstvollen Schmuckdosen.
Lebkuchendose der Nürnberger Lebkuchen- und Honigfabrik E. Otto Schmidt (um 1992)
Die Dose zeigt eine blaue Grundfarbe sowie eine zweifach gedruckte Ansicht der Nürnberger Pfarrkirche St. Sebald. Zwischen den sich wiederholenden Darstellungen der Pfarrkirche befindet sich ein Ornamentband mit barocken und klassizistischen Einflüssen. Am Rand des Dosendeckels sowie am oberen Rand des Dosenkörpers befinden sich auf blauem Grund zwei gleiche goldene Rahmen, in denen "6 Stück feine Nürnberger Lebkuchen 300g mindestens haltbar bis siehe Boden" sowie "Lebkuchen und Honig 8500 Nürnberg E. Otto Schmidt" geschrieben steht.
Die beiden Rahmen werden durch Bandelwerkornamente verbunden und durch das Firmenlogo, bestehend aus der Nürnberger Kaiserburg und dem Namen Schmidt, einmalig getrennt.
| Merkmal der Schmuckdose | Beschreibung |
|---|---|
| Grundfarbe | Blau |
| Motiv | Pfarrkirche St. Sebald, Ornamentband |
| Rahmen am Dosendeckel | Goldene Rahmen mit Aufschrift |
| Verbindung der Rahmen | Bandelwerkornamente, Firmenlogo mit Kaiserburg |
Für viele Generationen war und ist es etwas ganz Besonderes, eines der unverwechselbaren Pakete in den Händen zu halten und schon beim Auspacken Vorfreude auf den Inhalt zu bekommen. Die dekorativen Lebkuchendosen sind nicht nur Behälter für den Lebkuchen, sondern auch Sammelobjekte und Erinnerungen an festliche Traditionen.
Bedeutung und Nutzung der Schmuckdosen
Die Lebkuchendose ist häufig mit Motiven aus Nürnberg verziert, und die Gestaltung reflektiert barocke und klassizistische Einflüsse. Auf den Dosen befinden sich detaillierte Hinweise zur Füllmenge und Haltbarkeit, das Firmenlogo und weitere Ornamente, die das Premium-Feeling unterstreichen.
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Lebkuchen-Schmidt als Genussbotschafter und Markentradition
Stolz auf 90 Jahre Tradition: 2017 blickt die ganze Lebkuchen-Welt auf Lebkuchen-Schmidt und gratuliert zum Jubiläum. Zu diesem Anlass veröffentlicht das Unternehmen ein besonderes Sortiment und feiert mit vielen Aktionen seinen Geburtstag.
Die lebendige Tradition, die festliche Verpackung und die strengen Qualitätsnormen machen die Lebkuchen von Schmidt zu einem Produkt mit einzigartigem Ruf und besonderer Wertschätzung. Wo anonyme Großkonzerne bedingungslos auf die Steigerung ihrer Renditen achten, bewältigen wir Herausforderungen gemeinsam, fördern soziale oder gesellschaftliche Projekte und bieten unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ein überaus attraktives und vielseitiges berufliches Umfeld.
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