Die Wirkung von Kurkuma auf den Blutzuckerspiegel und Insulinresistenz
Kurkuma (Curcuma longa) ist eine leuchtend gelbe Wurzel, die - frisch oder getrocknet und fein gerieben - aus vielen asiatischen Gerichten nicht mehr wegzudenken ist. Auch die westliche Forscherwelt interessiert sich seit vielen Jahren für die asiatische Wurzel und konnte bereits zahlreiche ihrer positiven Eigenschaften auch wissenschaftlich erklären. Besonders im Mittelpunkt stehen dabei die Curcuminoide - eine Stoffgruppe, die für die heilsamen Wirkungen von Kurkuma verantwortlich sein soll. Meist wird nur ein Vertreter, das Curcumin, genannt, jedoch sind stets alle Curcuminoide gemeinsam wirksam.
Curcumin: Regulierung des Blutzuckerspiegels
Die Kontrolle von Blutzuckerwerten und Entzündungen ist ein zentraler Ansatz in der Behandlung von Typ-2-Diabetes (T2D). Natürliche Pflanzenstoffe, insbesondere Curcumin aus der Curcuma-Wurzel, wurden intensiv auf ihre Wirksamkeit untersucht.
Erste Studien zeigten, dass sich Curcumin sehr positiv auf einen erhöhten Blutzuckerspiegel auswirkt - zumindest bei Tieren. Wissenschaftlern aus Thailand ging es in ihrer Studie darum, herauszufinden, welchen Effekt Kurkumin bei Patienten mit Diabetes hat. Die Einnahme von Curcumin reduzierte bei Personen mit Prädiabetes den Langzeitblutzuckerwert (bekannt als HbA1c-Wert) um durchschnittlich 0,9 %. Auch bei Patienten mit Typ-2-Diabetes hatte die Kurkumin-Zufuhr positive Effekte: der HbA1c-Wert wurde durchschnittlich um 0,5 % gesenkt und der Blutzucker im Nüchternzustand um 11,7 mg/dl.
| Parameter | Effekt bei Kurkuma-Einnahme |
|---|---|
| Nüchternblutzucker | -8,129 mg/dL (bis -14,26 mg/dL je nach Studie) |
| HbA1c | -0,134 % bis -0,54 % |
| Insulinspiegel | Verringerung |
| Entzündungswert (CRP) | -0,59 |
Kurkuma kann vorbeugend eingesetzt werden, da viele Studien zeigen, dass Curcumin vor Diabetes schützen kann. Am Ende der Studie konnte man feststellen, dass diejenigen Probanden, die das Curcumin genommen hatten, seltener einen vollständigen Diabetes entwickelten als die Placebo-Gruppe. In der Curcumingruppe waren die Entzündungswerte genauso zurückgegangen wie die Werte der Insulinresistenz, während diese Marker in der Placebo-Gruppe kontinuierlich gestiegen waren.
Kurkuma und Insulinresistenz
Curcumin erhöht die Empfindlichkeit von Zellen gegenüber dem Insulin, sodass vermehrt Zucker aufgenommen und umgesetzt wird - mit der Folge, dass der Blutzuckerspiegel sinkt. Übergewicht begünstigt die Entwicklung einer Insulinresistenz, einer Vorstufe der Erkrankung. Durch eine Gewichtsabnahme verbessern sich unter anderem die Blutzuckerwerte.
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Eine Metaanalyse zeigt, dass Kurkuma-Zubereitungen den Nüchternblutzucker und HbA1c Werte sowie weitere relevante Stoffwechselparameter bei Diabetes mellitus Typ II signifikant senken.
Studienlage und wissenschaftliche Evidenz
Die Ergebnisse einer Metaanalyse, die 18 Studien mit insgesamt 1382 Patienten umfasst, zeigen, dass die Einnahme von Curcumin zu einer signifikanten Senkung des Nüchternblutzuckers und des Langzeitblutzuckerwertes (HbA1c) führte. Zudem wurde eine deutliche Reduktion von Entzündungswerten (gemessen durch C-reaktives Protein) im Vergleich zu einem Placebo beobachtet. Die Ergebnisse deuten auf eine Dosis-Wirkungs-Beziehung hin, wobei höhere Dosen stärkere Effekte hervorrufen.
Ergebnisse (Auswahl): Bei Diabetikern verbesserte die zusätzliche Curcuminoid-Gabe (500 mg/d, C3 Complex®) über zwölf Wochen die Werte von Gesamt-Cholesterin, LDL-Cholesterin, Triglyzeride und Lipoprotein C signifikant. In einer weiteren Studie verringerten sich die HbA1c-Werte im Vergleich zu Placebo unter Curcuminoid-Gabe (1000 mg/d, C3 Complex®) über 12 Wochen signifikant.
Die Effekte bei den Probanden mit Diabetes waren stärker ausgeprägt, wenn die Einnahme von Kurkuma länger als 22 Wochen andauerte, mit einem durchschnittlichen Gewichtsverlust von rund 2,5 kg. Höhere Dosierungen von etwa 1500 mg Curcumin täglich erwiesen sich als besonders effektiv.
Diabetes-Typen und Kurkuma-Einsatz
Curcumin könnte sogar gemeinsam mit den bei Diabetes Typ 1 verordneten immunmodulierenden Medikamenten eingenommen werden, da es deren Wirkung sogar noch verstärken kann. Curcumin reduziert die Aktivität der T-Zellen (einer Gruppe von Immunzellen), was bedeuten könnte, dass Curcumin das Immunsystem so regulieren kann, dass die für Diabetes Typ 1 typische Autoimmunreaktion gemildert wird.
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Lediglich Schwarzkümmel und Ingwer konnten den Langzeitzuckerwert HbA1c erniedrigen, was auf eine anhaltende Wirkung hindeutet. Zimt und Ingwer senkten den Insulinspiegel. Dem liegt vermutlich eine Verbesserung der Insulinsensitivität zugrund.
Entzündungshemmende und antioxidative Wirkung
Gerade aufgrund ihrer entzündungshemmenden und antioxidativen Wirkung wird Kurkuma oft regelmäßig in den Speiseplan integriert, um chronische Entzündungen zu lindern oder oxidativen Stress zu reduzieren, der bei nahezu jeder chronischen Erkrankung vorliegt. Die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln mit Kurkuma soll Verdauungsbeschwerden lindern, die Leberfunktion unterstützen und das Immunsystem stärken.
Diese doppelte Wirkung ist besonders wichtig, da chronische Entzündungsprozesse eine zentrale Rolle bei der Entstehung und Verschlechterung von Insulinresistenz und damit des Krankheitsverlaufs spielen.
Kurkuma bei Folgeerkrankungen
Diabetes geht nicht nur mit schwankendem Blutzuckerspiegel einher, es können sich zusätzlich verschiedene Folgeerkrankungen entwickeln, wie Polyneuropathie, Augenprobleme, Niereninsuffizienz, kognitive Beschwerden und Leberbeschwerden. Wenn Diabetiker jedoch regelmäßig und über einen langen Zeitraum Curcumin einnahmen, litten diese Personen unter deutlich weniger stark ausgeprägten Diabetes-Folgeerkrankungen.
Curcumin ist außerdem wirksam bei diabetesbedingten Gefäßkrankheiten und kann zusätzlich die Wundheilung beschleunigen, was bei Diabetikern besonders wichtig ist, da sie häufig an offenen Wunden leiden.
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Bioverfügbarkeit, Dosierung und Kombinationsmöglichkeiten
An manchen Stellen wird die Bioverfügbarkeit des Curcumins bemängelt, also die Menge, die davon vom Körper überhaupt aufgenommen und verwertet werden kann. Diese würde stark variieren. Auch Curcuminkapseln sollten immer mit dem Essen eingenommen werden und nicht etwa nur mit einem Glas Wasser oder Saft. Genauso soll die Mischung mit schwarzem Pfeffer bzw. Piperin die Bioverfügbarkeit des Curcumins erhöhen. Allerdings kann Piperin auch Nebenwirkungen begünstigen, wie Juckreiz, Schwindel und Bauchschmerzen. Zusammenfassend berichten die Forscher von einem moderaten, klinisch relevanten Effekt.
Starten Sie in jedem Fall mit einer kleinen Dosis, z. B. nur mit einem Viertel der empfohlenen Tagesdosis und beobachten Sie, wie Sie persönlich Curcumin vertragen. Steigern Sie die Dosis dann bei guter Verträglichkeit langsam immer weiter, bis Sie die vom Arzt/Heilpraktiker empfohlene Dosis erreichen.
Langfristige Anwendung und Nebenwirkungen
Kurkuma gilt als sicher und kann regelmäßig in die Ernährung integriert werden. Lediglich bei sehr grossen Dosen könnte es mögliche Nebenwirkungen geben. Menschen mit bestimmten Gesundheitsproblemen sollten Kurkuma vermeiden, z. B. bei Vorliegen von Gallensteinen. Da Curcumin die Wirkungen mancher Diabetesmedikamente verstärken kann, könnte es bei einer Curcumin-Einnahme zu einer Unterzuckerung (Hypoglykämie) kommen (nicht aber bei küchenüblichen Kurkuma-Mengen). Auch hier sollte mit dem Diabetologen besprochen werden, wie man am besten vorgeht, um beide Mittel kombinieren zu können, wenn man Curcumin einnehmen möchte.
Ernährung, Bewegung und Kurkuma
Während Kurkuma eine positive Wirkung auf den Blutzucker und die Insulinresistenz zeigt, ist eine umfassende Therapie empfehlenswert. Dazu gehören eine gesunde Ernährung, ausreichend Bewegung und genügend Entspannungsmomente. Sie sollten einen Ernährungsplan erhalten, ein Sportprogramm sowie einen genauen Plan, der zeigt, wann Sie welche Nahrungsergänzung und Arzneimittel einnehmen müssen. In jedem Fall sollten Sie stark verarbeitete Lebensmittel wie Süssigkeiten, Wurst, Fertigprodukte sowie Back- und Teigwaren aus Auszugsmehlen (Weissmehl) meiden.
Auf diese Weise nehmen Sie reichlich Ballaststoffe zu sich, die nicht nur den Anstieg des Blutzuckerspiegels bremsen, sondern auch Ihre Darmgesundheit verbessern. Neben Kurkuma können noch weitere Gewürze in die Ernährung eingebaut werden, wie Schwarzkümmel, Zimt, Ingwer, Safran, Thymian, Rosmarin, Basilikum, Oregano. Die stärkste Wirkung zeigte Schwarzkümmel, gefolgt von Zimt und Ingwer.
Regelmäßige Bewegung verbessert die Insulinsensitivität und metabolischen Parameter bei Patienten mit Diabetes mellitus. Auch von Curcuma sind positive Effekte auf Blutzuckerspiegel, Insulinresistenz und Entzündungsmediatoren bekannt. Diabetes-Patienten könnten von der Kombination von Curcuma und Bewegung zusätzlich profitieren.
Zusammenfassung der aktuellen Studiendaten
Die Auswertung von zahlreichen Reviews und Meta-Analysen zeigt, dass Kurkuma insbesondere als Curcumin und in Dosierungen von 300 bis 1950 mg/Tag signifikant den Blutzucker, HbA1c, Insulinspiegel und Entzündungswerte senken kann. Höhere Dosierungen und längere Einnahmezeiten verstärken die Effekte, wobei neben Blutzucker auch Gewichtsreduktion und Taillenumfang verringert werden können.
Die Ergebnisse legen nahe, dass Curcumin sowohl den Blutzucker als auch Entzündungen bei Menschen mit Typ-2-Diabetes wirksam senken kann. Sie sind allerdings kein Ersatz für eine gesunde Ernährung und regelmäßige Bewegung.
Wichtige Hinweise zum therapeutischen Einsatz
- Kurkuma ist kein Arzneimittel, sondern eine Ergänzung zur Therapie.
- Die Qualität der ausgewerteten Reviews variiert, und die Parameter wurden nicht in allen Studien berichtet.
- Verschiedene Zubereitungen und Extrakte können unterschiedlich wirken.
- Unterschiede in den Dosis- und Einnahmedauern beeinträchtigen die Aussagekraft der Ergebnisse.
- Die Effekte sind klinisch relevant, insbesondere zur Prävention und Therapieunterstützung.
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