Rezept für bittere Orangenmarmelade mit Ingwer
Bittere Orangen-Marmelade mit Ingwer ist ein echter Klassiker für alle, die es herber mögen: Die Schale und das Fruchtfleisch von Orangen treffen auf frisch geriebenen Ingwer und Diamant Gelierzucker 1:1.
Das Ergebnis ist eine Marmelade mit intensiver Citrus-Note, feiner Bitternote aus der Schale und einer warmen Schärfe vom Ingwer - perfekt für einen britisch inspirierten Frühstückstisch oder als würziger Akzent in der Küche.
Zutaten (ca. 4-6 Gläser, abhängig von Glasgröße)
- 1000 g Bio-Bitterorangen (oder eine Mischung aus bitteren und süßeren Orangen, je nach Wunsch)
- 300-500 ml Wasser (je nach Rezeptvariante und gewünschter Kochdauer)
- 500 g Zucker + 500 g Gelierzucker 2:1 (alternativ Gelierzucker 1:1 oder nur Gelierzucker 2:1 je nach Vorliebe)
- Saft 1 Bio-Zitrone (zur Unterstützung des Gelierens und als Säurezugabe)
- frisch geriebener Ingwer nach Geschmack (Ingwer im Rezept gibt eine deutliche, aber noch verträgliche Schärfe)
- optional: Kerne der Orangen in einem Gewürzsäckchen (zum Auskochen als natürliche Pektinquellen)
Wichtiges zur Auswahl der Früchte
Die im Rezept vorgesehenen Bio-Orangen sind ideal, weil die Schale genutzt wird.
Bittere und „normale“ Orangen lassen sich kombinieren. Bittere bringen ein markantes Aroma, süßere Orangen machen das Ergebnis zugänglicher.
Bitterorangen werden manchmal auch Pomeranzen genannt und sind nicht ganz einfach zu bekommen.
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Vorbereitung
Bio-Orangen abwaschen, abtrocknen, dünn schälen (ohne die weiße Haut) und Schale in feine Streifen schneiden.
Die Orangen unter fließendem Wasser gründlich abbürsten, dann abtrocknen.
Orangen halbieren und den Saft auspressen und beiseite stellen.
Jetzt die ausgepressten Orangen in feine Streifen schneiden - es wird alles verwendet.
Die Schale abreiben, den Saft auspressen.
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Einmachgläser sterilisieren
Inzwischen die Gläser sterilisieren. Meine kommen ja aus der Spülmaschine, ich spüle sie nur kurz aus und stelle sie dann mitsamt ihren Deckeln in den auf 110°C heißen Ofen. Da warten sie auf ihren Einsatz.
Die vorbereiteten Einmachgläser in einen Topf mit kochendem Wasser geben, um sie zu sterilisieren.
Nur saubere, gewaschene und unverletzte Früchte verwenden und die Gläser und Deckel gut und heiß ausspülen oder sogar auskochen, damit die Haltbarkeit der Marmelade sichergestellt ist.
Zubereitung - Grundtechnik in zwei Phasen (Pektin lösen, dann kandieren)
Das Ganze wird in zwei Phasen gekocht: In Phase 1 werden die Pektine gelöst, dafür wird auf hoher Hitzestufe aufgekocht (ohne Zucker) und etwa 10 bis maximal 15 Minuten kochen gelassen. In Phase 2 wird sanft geköchelt, so dass Flüssigkeit verdampft und die Orangenstücke durch den Kandiervorgang eine schöne Textur erhalten.
Variante A (klassisch, mit Gewürzsäckchen und langer Kochzeit)
- Die in Streifen geschnittenen Orangen zusammen mit dem ausgepressten Saft und ca. 2,5 l Wasser in eine große Schüssel geben (oder je nach Rezeptvariante 1250 ml bis 2 l Wasser verwenden).
- Jetzt geht es ans Kochen. Ihr braucht einen sehr großen Topf. Da kommen die Orangenschalen mitsamt der Flüssigkeit hinein. Hitze an und die Schalen weich kochen.
- Die Schalen weich kochen; wie lange das dauert, hängt davon ab, wie fein oder grob die Orangen geschnitten sind.
- Die in Streifen geschnittenen Orangen zusammen mit dem ausgepressten Saft und dem Wasser aufkochen und auf hoher Hitze etwa 10-15 Minuten köcheln lassen, damit das Pektin gelöst wird.
- Die Kerne meiner Eltern enthalten viele Kerne, was für die Marmeladenherstellung natürlich von Vorteil ist. Ich habe sie im Anschluss in einem Gewürzsäckchen verpackt und mitgekocht und das Säckchen nach etwa 15 Minuten entnommen und ausgewrungen, um so viel Pektin wie möglich im Topf zu behalten.
- Nun die Hitze reduzieren und die Mischung leicht köchelnd zwei Stunden lang einkochen lassen (oder je nach Rezept etwa 1-3 Stunden), bis die Flüssigkeit deutlich reduziert ist und die Streifen leicht glasig aussehen.
- Wenn die Schalen weich sind, Zucker und Zitronensaft in den Topf geben. Alles wieder zum Kochen bringen.
- Gut drei Stunden hat die Orangenmarmelade nach dem Hinzufügen des Zuckers geköchelt (Stufe 2-3 von 9). Dabei gilt: Je mehr Zeit ihr dem Ansatz gebt, desto süßer wird die Marmelade.
Variante B (schneller mit Gelierzucker)
- Orangenfilets und geschnittene Schale zusammen mit 300 ml Wasser in einen Topf geben und mit Zucker für ca. 60 Minuten lang kochen. Die Masse sollte dann deutlich an Flüssigkeit verloren haben.
- Zuletzt den Gelierzucker einrühren und alles noch einmal gut aufkochen. Die heiße Marmelade in die vorbereiteten Gläser füllen und verschließen.
- Alternativ: Den Sud durch ein Sieb in einen Topf passieren, mit dem Gelierzucker verrühren und für ca. 5 Minuten kochen.
Gelierprobe und Abfüllen
Nach ungefähr 30 min Kochzeit kann man die erste Gelierprobe wagen: den Unterteller aus der Tiefkühle holen und einen Tropfen Marmelade darauf geben. Eine Minute warten. Wenn man dann mit dem Finger durch die Marmelade fährt und es bilden sich Falten, dann ist sie geliert und kann abgefüllt werden.
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Einen kleinen Unterteller für ein paar Minuten ins Gefrierfach legen, darauf einen Teelöffel der Marmelade geben, kurz in den Kühlschrank (1 Minute) dann mit dem Löffel schieben, wenn sich eine Haut gebildet hat und der Löffel die Konfitüre wegschiebt ist sie fertig, ansonsten den Vorgang noch mal wiederholen - einkochen, Gelierprobe usw.
Wenn die Gelierprobe funktioniert, die Marmelade in die sterilisierten Gläser abfüllen. Sie hält sich ca. 2 Jahre (bzw. mehrere Monate, je nach Rezept und Lagerung).
Tipps zur Konsistenz und Aroma
Schalenstreifen im Blick behalten: Je feiner die Streifen, desto eleganter wirkt die Marmelade. Gröbere Streifen sorgen für eine rustikalere Optik und mehr „Biss“.
Ingwer als Stellschraube: Wenn du Marmelade auch in herzhaften Gerichten einsetzen möchtest, kannst du beim Kochen etwas mehr Ingwer einplanen.
Die Orangen sollten idealerweise nicht püriert werden; für mich braucht Orangenmarmelade auf jeden Fall dieses Spiel aus leichtem Gelée und spürbaren Zesten.
Orangenmarmelade wird am besten in einem breiten Topf mit dickem Boden und guter Hitzeleitfähigkeit gekocht. So verdampft auch bei geringer oder mittlerer Hitze viel Flüssigkeit und die Kochdauer kann entsprechend reduziert werden.
Tipps zum Kochgeschirr
Es gibt den traditionellen, sehr weiten Marmeladentopf aus Kupfer: Durch die große Bodenfläche und die noch größere Öffnung verdampft Flüssigkeit auch bei niedriger Flamme relativ schnell. Kupfer bietet sowohl eine gute und gleichmäßige Hitzeleitfähigkeit als auch eine kleine chemische Besonderheit: minimale Oxidation kann die Pektinstruktur verbessern.
Günstige Kupferware ist in der Regel sehr dünn gearbeitet und genau das können wir beim Marmeladekochen ganz und gar nicht gebrauchen. Deshalb gilt: Besser als dünnes Kupfer ist ein ordentlicher Gusseisenbräter, der durch seine dicken Wände die Hitze auch seitlich gut verteilt und auch am Boden nichts anbrennen lässt.
Serviervorschläge und Verwendung
Bittere Orangen-Marmelade mit Ingwer gehört klassisch auf Toast, Brioche oder Scones.
Sie ist außerdem ein tolles Topping für Naturjoghurt oder Porridge und macht sich als dünne Schicht in Biskuitrollen oder unter Käsekuchen sehr gut.
Vielseitig einsetzen: Der Aufstrich macht sich hervorragend als Glasur-Basis für Hähnchen, Entenbrust oder Ofengemüse: einfach mit etwas Öl und ggf. Sojasauce verrühren und zum Ende der Garzeit auftragen.
„Frühstücksprofil“ anpassen: Wenn dir der Aufstrich pur aufs Brot zu bitter ist, schmeckt er großartig in Kombination mit Frischkäse, Mascarpone oder Quark - die Cremigkeit nimmt dem Aufstrich die Kante.
Haltbarkeit und Lagerung
Die Marmelade in sterilen Gläsern hält sich je nach Rezept und Sterilisationssorgfalt mehrere Monate bis zu etwa 2 Jahren.
Vollständig abkühlen lassen und beschriften.
Varianten und Anregungen
Ihr könnt mir glauben: Es lohnt sich wirklich! Für die Rezepte greife ich immer auf meine Einmachbibel aus dem River Cottage zurück.
Ich liebe Lemon Curd - warum also nicht Pomeranzen Curd machen? Und das Beste ist…ich hab noch Früchte. Aber erst - Marmelade und Curd.
Nun gibt es ja schon einige Rezepte für Bitter- (oder Seville) Orangenmarmelade im Netz. Bisher hatte ich allerdings keine mit Whiskey gefunden und der scheint mir für eine Schottische Marmelade geradezu prädestiniert.
Praktische Checkliste vor dem Kochen
- Ausreichend Einmachgläser bereitstellen und sterilisieren.
- Orangen gründlich waschen und abtrocknen.
- Kerne sammeln und ggf. in ein Gewürzsäckchen geben.
- Entscheiden: Gelierzucker verwenden oder auf natürliche Pektinquellen (Schalen, Kerne) setzen.
- Thermometer bereithalten, wenn man den Temperaturverlauf beobachten möchte.
Kurzer persönlicher Exkurs
Jedes Jahr im Januar ist es wieder so weit - es gibt Bitterorangen. Und ich gestehe, ich fiebere der ganzen Angelegenheit etwas entgegen - ich habe ein Faible für Bitteres und Pomeranzen, die stehen ziemlich weit oben auf meiner Liste.
Ich achte inzwischen doch arg darauf, dass ich immer ordentlich Marmelade im Vorrat habe. Meist fange ich schon im Dezember an, den Bestand an leeren Gläsern zu sichten und aufzustocken - sicher ist sicher.
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