König Ludwig Torte Rezept — Die Prinzregententorte ausführlich erklärt
Die Prinzregententorte hat einen auffälligen Namen und einen noch besseren Geschmack. Sie besteht aus mehreren Schichten von dünnem Biskuitboden, die mit Schokoladenbuttercreme bestrichen und aufeinander gesetzt werden. Mit unserem Rezept kannst du einen fürstlichen Nachmittag bei einem Stück Adelsgeschichte und einer Tasse Kaffee verbringen!
Geschichte und Hintergrund
Die Prinzregententorte wurde zu Ehren Luitpolds von Bayern kreiert, wahrscheinlich von seinem Hofkonditor. Luitpold war der dritte Sohn des Königs Ludwig I. von Bayern und stand damit recht weit hinten in der Thronfolge. Als sein Neffe, der Märchenkönig Ludwig II. wegen seiner Verschwendungssucht entmündigt wurde, übernahm er zunächst stellvertretend für ihn die Regentschaft. Doch nur drei Tage später ertrank Ludwig II. unter mysteriösen Umständen in einem See. Der legitime Thronfolger Otto I. befand sich zu diesem Zeitpunkt bereits in einer psychiatrischen Klinik, was sich auch nicht mehr ändern sollte. Also übernahm Luitpold die Regentschaft auch für ihn. Allgemein nannte man ihn in Bayern den „Prinzregenten“.
Seine Regierungszeit war das „goldene Zeitalter“ Bayerns und besonders München erlebte eine große kulturelle Blüte. Zu seinen Errungenschaften zählte unter anderem die Öffnung der Universitäten für Frauen. Luitpold von Bayern (1821-1912), der Namensgeber unserer Schule, übernahm 1886 als Prinzregent die Regierungsgeschäfte nach dem mysteriösen Tod seines Neffen König Ludwig II. Für die nach ihm benannte Torte soll der Prinz eine große Schwäche gehabt haben, umstritten ist allerdings, wer ihr Erfinder war.
Heutzutage weiß keiner so genau, wer ihr Erfinder war. Zwei Namen werden dabei immer wieder erwähnt, der Hofkonditor Heinrich Georg Erbshäuser (war wohl der Urheber) und der Bäcker Anton Seidl. Heinrich Georg Erbshäuser gründete 1875 eine Konditorei, dessen Café es heute noch gibt. Im Jahre 1886 kreierte er anlässlich des 65. Geburtstages des Prinzregenten Luitpold eine Torte, sie diente auch gleichzeitig als Widmung an das Land Bayern.
Ursprünglich bestand die Prinzregententorte aus acht Schichten, was die Zahl der acht Regierungsbezirke in Bayern repräsentierte. Die acht dünnen Biskuitböden symbolisierten die damals acht bayrischen Regierungsbezirke: Oberbayern, Niederbayern, Schwaben, Oberpfalz, Oberfranken, Mittelfranken, Unterfranken und die Rhein-Pfalz. Nach dem Zweiten Weltkrieg gehört die Rheinpfalz nicht mehr dazu - deshalb besteht die Torte heutzutage nur noch aus sieben Schichten.
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Was macht die Prinzregententorte aus?
- Die Torte besteht traditionell aus acht dünnen Biskuitböden mit geschmeidiger Schokoladenbuttercreme und einer buttrigen Schokoladenglasur.
- Die Torten-Böden sind sehr dünn, ca. 25 cm Durchmesser, und werden nacheinander mit Buttercreme bestrichen und aufgeschichtet.
- Auf den obersten Torten-Boden wird meist Aprikosen- bzw. Marillenmarmelade gestrichen; die ganze Tortenspezialität erhält einen Schokoüberzug.
- Die historische Rezeptur wird heute noch verwendet, doch in modernen Rezepten nimmt man für die Böden oft einen Rührteig. Die Anzahl der Böden ist nicht streng festgelegt, es sollten aber grundsätzlich mindestens sechs sein.
Zutaten (klassische Variante)
Für die Buttercreme:
- 1 Pck. Puddingpulver Schokolade
- ca. 40-70 g Zucker
- 500 ml Milch
- 250 g Butter weich
Für den Teig:
- 250 g Butter weich
- 200 g Zucker
- 2 Pck. Vanillinzucker
- 4 Eier
- 250 g Weizenmehl
- 1 TL Backpulver
Für die Glasur:
- 300 g Zartbitterschokolade
- 1 EL Speiseöl
Schritt-für-Schritt Zubereitung
- Rühre das Puddingpulver mit 100 g Zucker und 6 EL der Milch an. Koche die übrige Milch in einem Topf sprudelnd auf und nimm ihn vom Herd.
- Rühre die Puddingpulver-Mischung mit einem Schneebesen in die heiße Milch ein. Stell den Topf wieder auf den Herd und lass den Pudding bei mittlerer Hitze für 1 min unter kräftigem Rühren aufkochen.
- Fülle den Pudding in eine Schüssel, bedecke sie mit einer Frischhaltefolie und lass ihn bei Zimmertemperatur erkalten.
- Fette die Springform ein und lege sie mit Backpapier aus. Heize den Backofen auf 180 °C Ober-/Unterhitze vor.
- Rühre die Butter in einer Schüssel mit einem Handrührgerät geschmeidig. Gib nach und nach unter ständigem Rühren Zucker und Vanillinzucker dazu. Rühre nach und nach die Eier unter.
- Mische das Mehl mit dem Backpulver und gib es ebenfalls nach und nach dazu, während du alles gründlich verrührst.
- Entferne den Rand der Springform und gib gut drei Esslöffel des Teigs auf den Springformboden. Backe den Teig für etwa 8 min hellbraun. Wiederhole den Vorgang, bis du 7 oder 8 Schichten gebacken hast.
- Rühre Butter mit dem Handrührgerät in einer Schüssel geschmeidig. Rühre den erkalteten Pudding esslöffelweise unter. Achtung, beides sollte Zimmertemperatur haben, damit die Butter nicht gerinnt.
- Bestreiche die einzelnen Teigböden nacheinander mit der Buttercreme und setze sie aufeinander. Der oberste Tortenboden sollte oben nicht mit Buttercreme bestrichen werden. Streiche den Rand mit der restlichen Creme glatt. Stelle die Torte für mindestens 1 Stunde in den Kühlschrank.
- Zerkleinere die Schokolade grob, gib sie zusammen mit Öl in eine Schüssel und schmelze sie in einem warmen Wasserbad. Gieße sie auf die Mitte der Torte, die auf einem Kuchenrost steht. Bewege sie hin und her, damit sich der Guss gleichmäßig verteilt und die Torte vollständig bedeckt. Stelle sie bis zum Servieren kalt.
Tipps zur Zubereitung
- Die Buttercreme erst verarbeiten, wenn Pudding und Butter dieselbe Temperatur haben, damit die Butter nicht gerinnt.
- Die Böden nacheinander kurz backen und sofort mit dem nächsten Boden beginnen, da die Backzeit pro Boden nur etwa 8-10 Minuten beträgt.
- Wer keinen Biskuit bevorzugt, kann auch einen Rührteig oder andere Bodenvarianten verwenden; statt Butter kann auch Kokosfett die Creme länger haltbar machen.
- Die Torte für mindestens 8 Stunden, besser über Nacht, kalt stellen. Tipp: Mit einem Backblech und Gewichten beschweren, damit sich die Schichten setzen.
Alternative Rezepte und Varianten
Statt Biskuit kann auch ein anderer Teig verwendet werden: Butter (oder auch feine Margarine) schaumig rühren. Nacheinander acht Eidotter, Zucker, Vanillezucker und Salz hinzufügen. Den Saft der halben Zitrone dazugeben und etwas geriebene Schale (ungespritzt!). Das mit Speisestärke und Backpulver vermischte Mehl unterrühren. Schließlich den steifen Eischnee an den Teig geben.
Als moderne Abwandlung greife ich gerne zu Rührteigböden, und die Anzahl der Böden ist heute nicht streng festgelegt; es sollten aber grundsätzlich mindestens sechs sein. Heutzutage besteht die Prinzregententorte aus sieben Schichten und bildet damit noch immer die Anzahl der Regierungsbezirke ab.
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Kultureller Kontext und Anekdoten
Für München ist die Prinzregententorte, was die Sachertorte für Wien ist. Und das seit bald 130 Jahren. Um die Torte ranken sich so einige Geschichten. Die Torte wurde als Widmung an das Land Bayern verstanden und war in Münchens Konditoreien schnell populär.
König Ludwig II. gehört zu den schillerndsten Persönlichkeiten Bayerns: Die Reise beginnt bei dem weltbekannten "Märchenschloss" Neuschwanstein im Königswinkel, wo König Ludwig II. seine letzten Stunden in Freiheit verbrachte. Vom Königshaus am Herzogstand geht es weiter nach München zu Schloss Nymphenburg, dem Geburtsort des Königs und zur Roseninsel im Starnberger See.
Kulinarische Vorlieben des Königshauses
Durch die Memoiren des ehemaligen Hofkochs Theodor Hierneis und von alten Menükarten weiß man von einigen kulinarischen Vorlieben König Ludwig II. Der Küchenchef in der Nymphenburger Schlosswirtschaft widmet ihm eine Fasanenbrust, die mit einer köstlichen Farce gefüllt ist. Am Ostufer des Starnberger Sees wird eine erlesene Bouillabaisse in Gedenken an Ludwig II. Überhaupt hat ihn sein Hofkoch Theodor Hierneis als einen großen Genießer beschrieben, der viel und genussvoll speiste.
Kurze Tabelle: Vergleich klassische vs. moderne Variante
| Merkmal | klassisch | modern |
|---|---|---|
| Böden | 8 dünne Biskuitböden | 6-8 Rühr- oder Biskuitböden |
| Füllung | Schokoladenbuttercreme | Buttercreme, Schokoladenmousse oder Variationen |
| Glasur | Schokoladenglasur | Schokolade, Ganache oder moderne Spiegelglasur |
| Symbolik | 8 Bezirke (historisch) | heute meist 7 Schichten (Rheinpfalz entfällt) |
Servieren und Dekorieren
Die Torte vor dem Servieren gut kühlen. Die eingestrichene Prinzregententorte auf ein Glasurgitter mit einem Blech darunter stellen und mit der Glasur gleichmäßig übergießen. Wenn die Glasur fest und noch etwas Schokocreme übrig ist, kann diese nochmals aufgeschlagen und die Prinzregententorte damit verziert werden. Verzierungen mit dem Rest der Creme runden das Bild ab.
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