Krawall und Kekse: Eine Analyse von Herkunft und Bedeutung

Der Titel „Krawall und Kekse“ mag auf den ersten Blick widersprüchlich erscheinen, doch er birgt eine tiefere Bedeutung, die sich in verschiedenen Kontexten entfaltet. Dieser Artikel untersucht die Herkunft des Ausdrucks und seine vielfältigen Interpretationen, insbesondere im Hinblick auf die Werke der amerikanischen Autorin Shirley Jackson und die Darstellung von Familienleben.

Ursprung und literarische Bedeutung

Der Ausdruck „Krawall und Kekse“ erlangte vor allem durch Shirley Jacksons gleichnamiges Buch „Krawall und Kekse“ (Originaltitel: „Life Among the Savages“) aus dem Jahr 1953 Bekanntheit. Jackson, die für ihre Werke im Horrorgenre bekannt ist, beleuchtete in diesem humorvollen Werk ihr eigenes Familienleben. Das Buch schildert auf absurd-komische Weise den Alltag einer Ehefrau und Mutter von vier Kindern in einem baufälligen Herrenhaus in Vermont.

Der Titel „Krawall und Kekse“ spiegelt die Gegensätze im Familienleben wider: Einerseits den „Krawall“, der durch den turbulenten Alltag mit Kindern, unerwartete Ereignisse und die Herausforderungen des Haushalts entsteht. Andererseits die „Kekse“, die für die kleinen Freuden, die Geborgenheit und die Liebe innerhalb der Familie stehen.

Shirley Jackson: Chronistin des Familienlebens

Shirley Jackson (1916-1965) war eine vielseitige Autorin, die sowohl im Horrorgenre als auch in der humorvollen Darstellung des Familienlebens brillierte. Neben „Krawall und Kekse“ schrieb sie weitere bekannte Werke wie „Spuk in Hill House“ und „Wir haben schon immer im Schloss gelebt“.

Jacksons Fähigkeit, das Absurde und Komische im Alltag zu erkennen, machte sie zu einer beliebten Chronistin des Familienlebens. Ihre Werke spiegeln die Herausforderungen und Freuden wider, die mit der Erziehung von Kindern, der Bewältigung des Haushalts und der Suche nach der eigenen Identität verbunden sind.

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In „Krawall und Kekse“ hadert Jackson mit liegengebliebenen Autos, Haushaltshilfen, die nicht wiederkommen, und einem selbstvergessenen Ehemann. Die altklugen Kinder tanzen ihr auf der Nase herum: Sohn Laurie erfindet einen aufmüpfigen Klassenkameraden, dem er seine eigenen Streiche anhängt. Tochter Jannie geht nirgends hin ohne ihre Puppen-Entourage, Baby Sally isst eine Spinne und grinst triumphierend.

Die Rolle der Frau in den 1950er Jahren

„Krawall und Kekse“ bietet auch einen Einblick in die verkrusteten Geschlechterrollen der 1950er Jahre. Die Erzählerin, eine Professorengattin, scheint sich für nichts anderes zu interessieren als ihre Kinder und die Arbeit ihres Ehemanns. Jackson selbst war jedoch eine Frau, die entgegen den Widerständen ihrer Zeit in den Rollen als Mutter, Ehefrau und Autorin brillierte.

Nicole Seifert, Autorin und Übersetzerin, untersucht in ihrem Buch „Frauen Literatur. Abgewertet, vergessen, wiederentdeckt“ die Position von Frauen und Autorinnen im Literaturbetrieb. Jacksons Werk ist ein Beispiel für die Herausforderungen, mit denen Frauen konfrontiert waren, die versuchten, ihre kreativen Ambitionen mit den Erwartungen der Gesellschaft in Einklang zu bringen.

„Krawall und Kekse“ als Spiegelbild des Lebens

Der Ausdruck „Krawall und Kekse“ kann als Metapher für das Leben selbst interpretiert werden. Das Leben ist oft eine Mischung aus turbulenten Ereignissen, Herausforderungen und kleinen Freuden. Es ist wichtig, die „Kekse“ zu schätzen, die uns Freude und Geborgenheit geben, während wir gleichzeitig den „Krawall“ bewältigen, der uns herausfordert und wachsen lässt.

Weitere literarische Empfehlungen

Neben Shirley Jackson gibt es viele andere Autorinnen und Autoren, die sich mit den Themen Familie, Identität und den Herausforderungen des Lebens auseinandersetzen. Christine Westermann, Journalistin und Autorin, empfiehlt „Schlichte Wut“ des italienischen Autors Davide Longo, einen Krimi aus dem Piemont, der eine Mischung aus Poesie und Derbheit, Familiengeschichte und sich anbahnender Liebesgeschichte bietet.

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Peter Graf, Verleger und Gründer des Verlags Walde + Graf, empfiehlt „Alles ist Jazz“ von Lili Grün, einen Roman, der im Berlin der 30er-Jahre spielt und die Erfahrungen der Autorin im literarisch-politischen Kabarett beschreibt. Eine weitere Empfehlung ist „Berliner Briefe“ von Susanne Kerckhoff, ein halbfiktiver Briefroman, der eine aufrichtige und beklemmende Selbstbefragung und ein beeindruckendes Zeitzeugnis darstellt.

Die Bedeutung von Büchern

Bücher sind wie Fenster, durch die man in andere Leben guckt, sagt Christine Westermann. Sie ermöglichen es uns, neue Perspektiven kennenzulernen, uns mit anderen Menschen zu identifizieren und über unser eigenes Leben nachzudenken. In einer Zeit, in der es mehr als 60.000 Neuerscheinungen pro Jahr gibt, ist es wichtig, sich auf bestimmte Auswahlkriterien zu beschränken und Bücher zu finden, die uns wirklich berühren und inspirieren.

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