Rezept für Kekse mit Schneehaube (Baiser‑Marmeladenplätzchen)
Diese Plätzchen verbinden einen zarten Mürbeteigboden mit einer luftigen Baiserhaube und einer fruchtigen Füllung - bekannt unter Namen wie Spitzbuben mit Baiser, Hildabrötchen, Linzer Kekse mit Schneehaube oder einfach Baiser‑Mürbchen. Im Folgenden finden Sie ausführliche Hintergrundinfos, Zutatenlisten, mehrere Schritt‑für‑Schritt‑Varianten und praktische Tipps zur Zubereitung, Backzeit und Aufbewahrung.
Kurz zur Herkunft und Namen
Ein Spitzbuben‑Rezept mit Baiser - Marmeladenplätzchen (oder auch Linzer Kekse oder Hildabrötchen). Der Begriff Spitzbube bedeutete früher Spion oder Spitzel. Weil die Löcher im oberen Keks ausschauen wie Türspione, durch die man die fruchtige Marmeladenfüllung beobachten kann, wurden diese Kekse Spitzbube genannt. Hildabrötchen hingegen stammen aus dem süddeutschen Raum, benannt nach Hilda von Nassau, einer Großherzogin.
Grundprinzip und Varianten
Die Baiser‑Mürbchen sind kleine Kunstwerke auf dem Plätzchenteller: Ein zarter Mürbeteigboden, darauf ein luftiger Baiserkranz und in der Mitte ein fruchtig‑säuerlicher Klecks Konfitüre - mehr Textur in einem Keks geht kaum. Die Hildabrötchen, Spitzbuben oder Linzer können statt mit Marmelade natürlich auch mit Nougat, Karamell oder Lemon Curd gefüllt werden. Ihr seid der Chef eurer Plätzchendose.
Zutaten (klassisches Rezept für ca. 40-60 Stück, je nach Ausstecher)
- Für den Mürbeteig:
- 300 g Mehl (plus etwas mehr zum Ausrollen)
- 100 g Puderzucker
- 1 TL Bourbon‑Vanillezucker
- 200 g sehr sehr kalte Butter in Würfeln
- 1 Eigelb (Gr. M)
- Für die Baiserhaube:
- 1 Eiweiß (Gr. M)
- 100 g Puderzucker (evtl. gesiebt)
- Außerdem: Lieblingskonfitüre (z. B. Erdbeere, Johannisbeere) oder alternative Füllungen
Alternative Varianten aus dem Material
- Burgenländer‑Variante (größere Mengen): Plätzchen: 250 g Butter, 250 g Puderzucker, 1 Pck. Vanillezucker, 2 Eier, 1 TL Vanilleextrakt, 500 g Mehl, ½ Pck. Backpulver; Baiser: 6 Eiweiß, 500 g Puderzucker; Füllung: 1 Glas Erdbeermarmelade ohne Stücke.
- Kleine Last‑Minute‑Variante: Teig aus 150 g Mehl, 90 g Butter, 20 g Puderzucker, 1 Eigelb; Baiser: 2 Eiweiß, 110 g feiner Zucker; Füllung 50-80 g Marmelade.
- Zwickerbusserl (österreichisch): Mürbteig mit 150 g Mehl, 150 g Butter, 2 Dotter; Baiserhaube: 2 Eiklar, 150 g Zucker; Füllung: 100 g heiße Marillenmarmelade.
Schritt‑für‑Schritt‑Anleitung (klassische Version)
- Für den Mürbeteig Mehl, Puderzucker und Vanillezucker vermengen. Wer möchte, knetet auf dem Küchentisch, ich bearbeite Mürbeteig gerne in meinem Food Processor mit Schneideeinsatz, denn hierin wird das Mehl blitzschnell in die übrigen Zutaten eingearbeitet, ohne die Butter durch Kneterei aufzuweichen.
- Kalte Butterwürfel sowie das Eigelb hinzufügen und alles sehr rasch zu einem Teig verkneten. Sehr sehr kalte Butter werden rasch in die übrigen Zutaten eingearbeitet, ohne, dass man sie zu weich werden lässt.
- Diesen dann in Frischhaltefolie gewickelt eine Stunde lang im Kühlschrank platzieren. Der fertige Teig darf sich dann noch mal im Kühlschrank entspannen, bevor er ausgerollt und ausgestochen wird. Wie bei vielen Mürbeteigrezepten sollte der Teig so kühl wie möglich bearbeitet und auch gehalten werden. Dies sorgt auch dafür, dass die Plätzchen beim Backen nicht zu dolle verlaufen und ihre Form wahren.
- Unterdessen den Backofen auf 160° Umluft (oder 180° Ober‑/Unterhitze) vorheizen. Zwei Backbleche mit Backpapier versehen. Wer nur ein Backblech hat, muss in zwei Fuhren backen. Dann jedoch nach der ersten Fuhre erst das Blech wieder vollständig abkühlen lassen, bevor die neuen Kekse darauf Platz nehmen (der Teig sollte so lange unbedingt noch mal in den Kühlschrank).
- Den Teig auf leicht bemehlter Unterlage oder zwischen zwei Lagen Backpapier ca. 3-4 mm dünn ausrollen. Mit runden Ausstechern so viele Plätzchen ausstechen, wie es der Teig nur hergibt. Aus der Hälfte der Plätzchen dann zentriert "Löcher" ausstechen. Restlichen Teig kann man rasch noch mal zusammenkneten und neu ausstechen.
- Jetzt muss alles ganz flott gehen, denn der Teig sollte sobald wie möglich in den Ofen. Wer die Möglichkeit hat, kühlt ihn vorher noch mal im Kühlschrank oder auf der Terrasse, denn jetzt muss die Baisermasse aufgeschlagen werden.
- Das Eiweiß aufschlagen, dabei den Puderzucker einrieseln lassen. Den Eischnee so steif schlagen, dass er glänzend und standfest ist. Das Baiserhäubchen wird nach der Mürbeteigausstecherei rasch so steif geschlagen, dass es auf dem dünnen Rand der oberen Kekse Platz nehmen kann und dabei nicht herunterrutscht.
- Den Eischnee in einen Spritzbeutel (alternativ Gefrierbeutel) füllen, eine kleine Ecke abschneiden und die gelöcherten Kekse nun vorsichtig mit dem Baiser bedecken.
- Die Teiglinge mit etwas Abstand zueinander auf den Blechen verteilen und auf mittlerer Einschubleiste ca. 11-13 Minuten lang backen (bei einigen Rezepten wird bei sehr niedriger Temperatur (100 °C Umluft) getrocknet - Backzeit und Temperatur hängen von Größe und Ofentyp ab). Dann aus dem Ofen holen und abkühlen lassen. Die Baiser‑Mürbchen sollten hell bleiben; sobald der Rand leicht goldfarben wird, sind sie perfekt.
- Konfitüre etwas verrühren (eventuell leicht erwärmen, damit sie glatter wird) und jeweils auf die unteren, nicht gelöcherten Kekshälften klecksen. Den oberen Baiserkeks mit Puderzucker bestäuben und auf die untere Hälfte setzen.
Kurzvariante für kleinere Mengen
Für das schnelle Rezept: Aus Mehl, Butter, Puderzucker und Eigelb einen glatten Teig herstellen, ca. 1 Stunde kühlen, 3 mm ausrollen, 4 cm Kreise ausstechen, 5 Min. vorbacken bei 180 °C, Eischnee spritzen, 1 Stunde bei 100 °C trocknen. Marmelade erwärmen, füllen, abkühlen lassen.
Tipps für das perfekte Ergebnis
- Teig gut durchkühlen lassen: Der Mürbeteig lässt sich nach der Kühlschrankzeit besser ausrollen und behält beim Backen seine Form.
- Baiser richtig aufschlagen: Schlage das Eiweiß so lange, bis es wirklich standfest und glänzend ist. So behält der Baiserrand beim Backen seine schöne Struktur.
- Backzeit im Blick behalten: Die Baiser‑Mürbchen sollten hell bleiben; zu dunkles Baiser wird schnell trocken.
- Konfitüre nach Wunsch kernlos: Wenn du die Konfitüre lieber ohne Kerne magst, streiche pürierte Beeren durch ein Sieb.
- Konfitüre kurz anziehen lassen: Fülle die Konfitüre in die Mulde, solange die Mürbchen noch leicht lauwarm sind. So verbindet sich alles gut und der Kern bleibt schön saftig.
- Variationen: Dem Teig könnte zudem ein Esslöffel gemahlener Mohn oder geriebene Schale einer halben Biozitrone untergemengt werden.
Aufbewahrung
Wie bewahrt man die Spitzbuben am besten auf? Am besten halten sich die Spitzbuben in einer luftdicht verschlossenen Keksdose. So behalten sie ihren Geschmack und werden mit der Zeit schön mürbe. Aufbewahrt man sie stapelweise, legt man am besten Backpapier zwischen die Lagen.
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Serviervorschläge und Anlässe
Die Baiser‑Mürbchen sind ideal für die Kaffeetafel, den Adventsteller oder als kleines Mitbringsel - hübsch arrangiert auf einer Etagere kommen die Schichten aus Teig, Baiser und Konfitüre besonders gut zur Geltung. Sie passen wunderbar zu Kaffee, Tee oder Kakao und harmonieren auch toll mit weiteren Beerendesserts auf dem Tisch.
Zusätzliche Rezepttabellen (Mengenübersicht)
| Rezepttyp | Mehl | Butter | Puderzucker (Teig) | Eiweiß für Baiser | Baiser‑Zucker |
|---|---|---|---|---|---|
| Klassisch (Mittel) | 300 g | 200 g | 100 g | 1 Eiweiß | 100 g |
| Burgenländer (groß) | 500 g | 250 g | 250 g | 6 Eiweiß | 500 g |
| Kleine Variante | 150 g | 90 g | 20 g | 2 Eiweiß | 110 g |
Weitere Ideen und Inspiration
Baiser‑Plätzchen lassen sich vielfältig variieren: mit Nüssen (Makronen‑Stil), Kakao im Teig, Lebkuchengewürz im Baiser oder mit Schokolade überzogen. Beispiele aus der Sammlung: Schoko‑Nuss‑Busserl, Lebkuchen‑Baiser‑Tuffs mit Kardamom‑Creme, Baiser‑Schoko‑Honigwaffel‑Türmchen, Nuss‑Zimt‑Sternschnuppen und Pinien‑Baiser.
Wenn ihr möchtet: Probiert unterschiedliche Marmeladen und Füllungen (Johannisbeere, Marille, Erdbeere, Lemon Curd, Nougat) und findet euren Favoriten - die zarten Baisertuffs verbinden sich so wunderbar mit dem Mürbeteig und der fruchtigen Mitte.
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