Ist Zucker schädlich für Katzen? Eine umfassende Analyse

Zucker im Katzenfutter ist ein kontroverses Thema, das sowohl Tierbesitzer als auch Experten beschäftigt. Wie beeinflusst Zucker die Gesundheit unserer Katzen und warum finden wir ihn überhaupt in ihrem Futter? Dieser Artikel liefert eine detaillierte Übersicht über die Bedeutung, die Risiken und die Mythen rund um Zucker für Katzen.

Warum wird Zucker ins Katzenfutter gemischt?

Herkömmliches Katzenfutter enthält oft einen hohen Zuckeranteil, der aber lediglich dem menschlichen Auge dient. Das Auge isst mit: Der Zucker im Katzenfutter dient in den meisten Fällen gar nicht dem Wohlgefallen der Katzen, sondern dem ihrer menschlichen "Dosenöffner", denn: Zucker karamellisiert bei hohen Temperaturen und verleiht dem Feuchtfutter bzw. der Soße eine hübsche karamellbraune Farbe. Ohne Karamell bleibt die Soße hell.

Farbwirkung von Zucker im Katzenfutter

Die Fleischfarbe geht beim Zerkochen des Fleisch/Gemüse-Gemischs oft verloren. Damit das Futter ansprechend aussieht, wird Karamellfarbe zugesetzt, die meist Zucker enthält. Hersteller wissen, dass eine schöne Optik die Kaufentscheidung beeinflusst. Für die Katze selbst hat Zucker keinen ernährungsphysiologischen Nutzen.

Zucker als Konservierungsmittel

Bei manchen halbfeuchten Futtermitteln (Wassergehalt von 15 bis 35 %) wird der Zucker allerdings zur Konservierung eingesetzt, da sie leichter verderblich sind als ein Trockenfutter. Halbfeuchte Futtermittel sind meist Snacks, die als Leckerli zwischendurch gegeben werden. Der Zuckergehalt zur Konservierung ist höher, weshalb diabetische Katzen lieber keine halbfeuchten Snacks bekommen sollten.

Trockenfutter wird kein Zucker zugesetzt, es sind jedoch geringe Mengen Zuckerverbindungen enthalten, die natürlicherweise in den verwendeten Getreideprodukten vorkommen. Der Gesamtzuckergehalt im Produkt liegt unter 1 Prozent (pro 100 g OS).

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Zucker als Konservierungsmittel in Tiernahrung

Kann eine Katze Zucker schmecken?

Viele Katzenfreunde vermuten, dass der Zuckerzusatz dazu dient, den Geschmack zu verbessern. Der süße Geschmack mache die Katzen süchtig und verleite sie dazu, mehr zu fressen als gut für sie ist, heißt es oft. Doch Katzen besitzen keine Geschmacksrezeptoren für Süßes, sie nehmen also den Zucker in ihrem Katzenfutter gar nicht direkt wahr. Geschmacklich ist ihnen der Zuckergehalt im Katzenfutter also völlig egal.

Katzen verfügen insbesondere über Geschmacksrezeptoren für "bitter" (Rezeptor TAS2R (T2R)), sowie für "sauer", "salzig" und "umami". Die mit Zucker einhergehende Geschmacks- bzw. Geruchsverbesserung des Futters kann jedoch die Akzeptanz erhöhen, sodass das Futter lieber gefressen wird. Als Geschmacksverbesserer werden allerdings auch Hefen, Fett-, Protein- oder Aminosäurenzusätze eingesetzt.

Wie wirkt Zucker im Katzenstoffwechsel?

Deine Katze hat einen sehr geringen Glukosebedarf, den sie komplett über das Fleisch abdecken kann. Ihre Energie zieht sie aus tierischen Proteinen und Fetten. Um Zucker oder Stärke zu verdauen, fehlen Deiner Samtpfote aber notwendige Enzyme in ausreichender Menge. Zur Zersetzung von Zucker in verwendbare Bestandteile ist ein hochsensibles und abgestimmtes System verschiedener Enzyme notwendig (Amylasen, Glukokinase u.a.). Doch die Glukokinase weist nur eine sehr geringe Aktivität im Katzenorganismus auf. Im Speichel vorhandene Amylasen zur Stärkeverdauung fehlen ganz - in der Bauchspeicheldrüse sind sie fast inaktiv.

Die Fähigkeit, Milchzucker aus der Muttermilch zu verwerten, verlieren Katzen mit der Pubertät. Erst bei relativ hohen Stärke- oder Zuckergehalten zeigen Katzen Verdauungsprobleme wie z. B. Durchfall.

Mythen und Fakten zu Zucker in Katzennahrung

Führt Zucker zu Übergewicht und Diabetes?

Auch unter Tierfreunden wird der Einsatz von Zucker in Futtermitteln verteufelt. Doch wie schädlich ist Zucker im Katzenfutter überhaupt - oder wird die Kraft der süßen Kristalle überschätzt?

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  • Diabetes gilt als Folge des Übergewichts. Auch durch die konstante Zuckerzugabe ergeben sich erhöhte Blutzuckerwerte im Blut, die eine Entstehung von Diabetes möglich machen.
  • Die häufigste Ursache für Diabetes mellitus bei Katzen ist Übergewicht. Wissenschaftlich belegt ist, dass Adipositas (Übergewicht) das Risiko steigert, an Diabetes mellitus zu erkranken. Eine übermäßige Kalorienzufuhr über alle Nährstoffgruppen ist ein primärer Risikofaktor für Fettleibigkeit bei Katzen.
  • Der Zuckergehalt in Katzennahrung ist so gering, dass bei Katzen kein Zusammenhang zwischen Zucker und Übergewicht besteht.
Faktor Einfluss auf Diabetes-Risiko
Übergewicht Erhöht das Risiko
Zucker im Futter Kein direkter Zusammenhang
Bewegungsmangel Erhöht das Risiko

Der Verdacht, dass Kohlenhydrate im Trockenfutter für Übergewicht und Diabetes verantwortlich sind, wurde jedoch durch Studien widerlegt. Der natürliche Zuckergehalt im Trockenfutter, der bei weniger als 1% liegt, macht mit Sicherheit keine Katze dick.

Bei bereits an Diabetes erkrankten Katzen ist es allerdings sinnvoll, sie kohlenhydratarm zu ernähren, um den Blutzuckerspiegel konstanter zu halten.

Verursacht Zucker Zahnerkrankungen?

Jedes Kind weiß, dass Zucker Karies verursacht. So ist das beim Menschen, aber wie ist es bei der Katze? Eine dem Menschen vergleichbare Karieserkrankung wurde bei Katzen bisher nicht festgestellt.

Zahnerkrankungen, die bei Menschen mit Zucker in Zusammenhang stehen, wie z. B. Karies, sind bei Katzen (und auch Hunden) aufgrund einer anderen biologischen Zusammensetzung in der Maulhöhle unwahrscheinlich. Der hohe pH-Wert der Mundhöhle neutralisiert organische Säuren, die den Zahnschmelz sonst angreifen würden.

Die Bakterien (kariogene Mikroorganismen), die beim Menschen den Zucker abbauen und schädliche Säuren bilden, kommen bei Katzen gar nicht vor. Karies ist somit bei Katzen praktisch nicht existent.

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Zahngesundheit bei Katzen

Wie viel Zucker ist im Katzenfutter enthalten?

Die eingesetzten Mengen sind zudem so gering, dass auch kein suchtähnliches Verhalten auslöst wird. Die geringe Konzentration von Zucker in Katzenfutter hat keinen Einfluss auf die Zahngesundheit, zumal Karies bei Katzen praktisch nicht vorkommt.

Um Zucker im Futter zu erkennen, muss jeder Hersteller in der offenen Deklaration auflisten, was enthalten ist. Laut EU-Verordnung können verschiedenste Zuckerarten (z.B. karamellisierter Zucker, Traubenzucker, Fruktose und Glukosesirup) zusammengefasst werden. Selbst, wenn Zucker nicht in seiner reinsten Form verwendet wird, sind Spuren auch in vielen Farbstoffen wie beispielsweise Karamell versteckt.

Lebensmittelverordnung Katzenfutter Deklaration

Kohlenhydrate und ihre Rolle im Futter

Kohlenhydrate spielen eine wichtige Rolle bei der Ernährung von Haustieren. Glukose z. B. ist die primäre Energiequelle für die Körperzellen, während Laktose für die frühe Entwicklung entscheidend ist. Katzen sind strikte Karnivore (Fleischfresser), d. h. Kohlenhydrate sind für sie gänzlich verzichtbar, sofern ihnen genug Aminosäuren mit der Nahrung zugeführt werden.

Komplexe Kohlenhydrate stammen aus Getreide, Kartoffeln und bestimmten Hülsenfrüchten und werden oft als Stabilitätsgewinn für Kroketten im Trockenfutter verwendet. Wenn sie in Tiernahrung enthalten sind, machen "einfache Kohlenhydrate" (wie Saccharose, Dextrose, Fructose usw.) einen sehr kleinen Prozentsatz der gesamten verwertbaren Energie der Nahrung aus.

Obwohl Katzen Kohlenhydrate verdauen und als Energieträger nutzen können, zeigt sich erst bei relativ hohen Stärke- oder Zuckergehalten Verdauungsprobleme wie z.B. Durchfall.

Versierte Futterumstellung ohne Zuckerzusatz

Hochwertiges Katzenfutter mit hohem Fleischanteil erkennt man an der festen Konsistenz. Katzen sind clever und wissen genau, was sie durch Weinen erreichen können. Bei der Umstellung ist es wichtig, konsequent zu bleiben und nicht auf den „Hundeblick“ der Katze hereinzufallen.

  1. Methode der zwei Schüsselchen: Daneben wird das neue Futter angeboten, sodass sich die Katze langsam an den Geruch gewöhnt.
  2. Substitutionsmethode: Sehr kleine Mengen des neuen Futters werden langsam mit dem alten vermischt und die Beimischung über 14 Tage oder länger gesteigert.
Futterumstellung bei Katzen

Zusammenfassung: Was ist wirklich dran am Zucker im Katzenfutter?

Fakt ist, dass Zucker keinen ernährungsphysiologischen Wert für die Katze hat. Auch, wenn die Katze Kohlenhydrate zu einem geringen Teil verwerten kann, sind diese nicht unbedingt ein gesunder Bestandteil des Katzenfutters. Die geringe Menge von Zucker in Katzennahrung hat keinen Einfluss auf das Risiko an Diabetes oder Zahnerkrankungen zu erkranken.

Zucker wird nur eingesetzt, um Geschmack, Geruch und Farbe zu verbessern. So dient er letztlich also auch dazu, das Auge des Tierbesitzers als Futterkäufer anzusprechen. Katzen können „süß“ nicht schmecken und die eingesetzten Mengen sind so gering, dass kein suchtähnliches Verhalten ausgelöst wird.

Infografik: Zucker im Katzenfutter

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