Karren und Kekse: Bedeutung und Herkunft im Spiegel der Sprache und Kultur
In der deutschen Sprache und Kultur stehen die Begriffe "Karren" und "Kekse" als interessante Beispiele für Bedeutungswandel, Herkunft und gesellschaftliche Entwicklung. In diesem Artikel klären wir detailliert ihre Etymologie, ihre Bedeutungen und ihre Rolle in Alltagssprache sowie Popkultur. Dabei werfen wir auch einen Blick auf das berühmte "Karen"-Meme und ordnen die Wortursprünge von "Kekse" und "Karren" historisch sowie sprachwissenschaftlich ein.
1. Karen: Meme-Kultur und gesellschaftliche Bedeutung
Haben Sie sich auch schon mal gefragt, wer eigentlich Karen ist und warum sie den Manager sprechen möchte? Das Karen-Meme beschreibt einen privilegierten Typ Frau, die ohne Rücksicht ihre Interessen durchsetzen will.
Vor allem in Amerika ist der Name "Karen" zu einem Synonym für einen bestimmten Typ Frau geworden, die sich in der Öffentlichkeit wegen Lappalien unmöglich aufführt. Der Name wurde durch die Netzkultur aufgrund von zahlreichen viralen Handyvideos geprägt, in denen vor allem Frauen gegenüber verschiedensten Personengruppen Rechte einfordern, die über das normale Maß hinaus gehen. Zu den absurden Auslösern wird meist die Polizei oder bei Konflikten mit Mitarbeitern auch der Vorgesetzte hinzugezogen, was dem Karen-Meme den Slogan "Can I speak to your manager?" bescherte.
Entwicklung und Verbreitung des Karen-Memes
- Das Karen-Meme hat sich im Internet über die Jahre durch verschiedene virale Ereignisse entwickelt, die von der Netzkultur stetig neu aufgegriffen und dem Namen Karen zugeordnet wurden.
- Primär steht der Name "Karen" für eine Persönlichkeit, die von der Netz- und Meme-Kultur folgenden Merkmale zugesprochen bekommen hat: Karen ist mittleren Alters. Einer der häufigsten Namen dieser Altersgruppe.
- Im Jahre 2020 erlebte das Karen-Meme den Höhepunkt seiner Bekanntheit in Verbindung mit den Corona-Maßnahmen und der Black Lives Matter Bewegung in den USA.
Als ab dem Jahr 2018 die ersten zahlreichen viralen Videos mit dem Namen in Verbindung gebracht wurden, sind vor allem Frauen zu sehen, die übertrieben auf alltägliche Situationen reagieren und diese durch die eigenen Reaktionen erst zu teilweise ernsten Konflikten werden lassen. Immer wieder geraten auch diskriminierende Videos unter die Überschrift des Karen-Memes in die Netzöffentlichkeit. Die bekanntesten sind: Permit Patty, BBQ-Becky, Pool Patrole Paula und Cornerstore Caroline.
- Durch den Höhepunkt der Black-Lives-Matter-Bewegung bekamen im Jahr 2020 vermehrt diskriminierende "Karen-Vorfälle", wie Central Park Karen, die Aufmerksamkeit der Netzwelt.
- Außerdem brachten die Corona-Maßnahmen in den USA ebenfalls zahlreiche Maskengegnerinnen in das Rampenlicht des Karen-Memes (allen voran "Covid Karen").
Der genaue Ursprung der Karen-Memes kann nicht genau bestimmt werden. Vielmehr haben über die Jahre verschiedene Ereignisse den Namen Karen geprägt und so nach und nach das Profil des Karen-Memes geformt. Eine verbreitete Meinung ist, dass der Ursprung der negativen Konnotation des Namens Karen in dem Film Mean Girls aus dem Jahr 2004 durch den Satz "Oh my God, Karen, you can't just ask someone why they're white" seinen Ursprung hat. Andere sind wiederum der Meinung, dass die Popularität des Namens in das Jahr 1989 auf eine Szene des Filmes Goodfellas zurückgeht.
Lesen Sie auch: Osterhasen-Kekse ohne Zucker
Chronologie der wichtigsten Karen-Ereignisse
| Jahr | Ereignis | Beschreibung |
|---|---|---|
| 2008 | Comedy-Routine | Dan Cook benutzt "Karen" als Freund, den niemand mag. |
| 2015 | StandUp Jay Pharoah | "It's always a Karen." |
| 2016 | Nintendo Switch Werbung | Tumblr-Post über "Nintendo Switch Karen". |
| 2017 | Subreddit Entstehung | Erste Karen-Frisuren-Memes verbreiten sich. |
| 2018-2020 | Virale Karen-Videos | Diskriminierende, konfliktgeladene Zwischenfälle werden viral. |
Primär steht der Name "Karen" als Platzhalter für eine Persönlichkeit, die im Grunde sowohl männlich als auch weiblich sein kann. Karens halten sich für aufgeklärt, sind allerdings durch ihr Verhalten eines überstiegenen Anspruchs für sich und einer Sicht auf die Welt als Bedrohung auch Auslöser für Diskriminierungen.
2. Karren: Begriff, Herkunft und Bedeutung in der deutschen Sprache
Karre f. (besonders mitteldeutsch und norddeutsch), Karren m. (besonders süddeutsch und östlich) ‘einfaches, ein- bis vierrädriges Gefährt (zum Schieben oder Ziehen von Lasten)’, umgangssprachlich auch abschätzig ‘(altes) Fahrzeug’.
Das Wort stammt ab von ahd. karro m., karra f. (10. Jh.), mhd. karre f., karre(n) m., mnd. karre f., mnl. carre, kerre, nl. kar und ist Entlehnung aus lat. carrus bzw. mlat. carrus, carra ‘eine Art vierrädriger Transportwagen’. Diese Wörter gehen auf gall. carros (aus *k̑ṛsos) zurück und sind mit lat. currus ‘Wagen’, Verbalnomen zu lat. currere ‘laufen, rennen, eilen’, verwandt.
Eine Nebenform zu Karre ist das heute vorwiegend noch im Südwestdeutschland übliche Karch, ebenfalls abgeleitet aus lat. car(r)ūca, car(r)ūcha ‘Reisewagen’ bzw. ‘Staatskarosse (in der Kaiserzeit)’. Kärrner ist ein heute seltenes, von Karren abgeleitetes Substantiv, das ursprünglich ‘Fuhrmann’, dann ‘mit einem Karren umherziehender Hausierer’, später auch ‘Karrenschieber’ und schließlich ‘harte körperliche Arbeit verrichtender Tagelöhner, Arbeiter’ (um 1500) bedeutete.
Weitere Ableitungen im Deutschen
- karren (Verb): ‘mit einer Karre, einem Karren befördern’ (um 1500).
- karriolen: ‘schnell umherfahren, herumkutschieren’, abgeleitet vom französischen carriole (kleiner zweirädriger Wagen).
3. Kekse: Herkunft, Entwicklung und Kulturgeschichte
Keks wurde abgeleitet vom englischen Begriff "cakes" (Kuchen). Bei dem Wort handelt es sich um eine im 19. Jahrhundert erfolgte Entlehnung des englischen cakes ‘Kuchen-, (süße) Gebäckstücke, kleine Kuchen’, der Pluralform von cake ‘Kuchen, (süßes) Gebäck’.
Lesen Sie auch: Kinder Duo Kekse: Eine detaillierte Analyse
Als Herrmann Bahlsen 1911 die Idee fertiger Kuchen und Biskuits nach Deutschland brachte, gab es hierzulande noch keine passende Bezeichnung für dieses Gebäck. Eine eindeutschende Schreibweise wurde bereits um die Jahrhundertwende von den Sprachpuristen des Allgemeinen Deutschen Sprachvereins vorgeschlagen („englischer Zwieback; Keeks“); bereits 1899 hatte Hermann Dunger festgestellt, dass das Wort, das eigentlich eine Pluralform ist, wie in der Einzahl gebraucht wurde: „Gieb mir ein Keeks“, mit der Pluralform Keekse.
1915 wurde es in der Schreibweise „Kek“ in die 9. Auflage des Duden aufgenommen, und zwar mit der Ermahnung: „Diese Eindeutschung des engl. cake ist annehmbar, aber es muß in der Ez. [Einzahl] Kek gesagt werden, nicht Keks.“ Indessen setzte sich diese Auffassung nicht durch, so dass in der 10. Auflage (1929) bereits die Anmerkung „fast nur Mz.“ (Mehrzahl) stand.
Ein Keks ist ein ursprünglich englisches Gebäckstück. Er gehört zu den Dauerbackwaren, die meist aus fetthaltigem Teig mit mehr oder minder süßem Geschmack bestehen. Sie bestehen meist nur aus wenigen Zutaten wie Mehl, Zucker, Fett, Aromastoffen, Salz und Eiern und sind von mürber Konsistenz. Verwendet wird häufig eiweißarmes und helles Keksmehl. Verbreitet sind Keksmischungen, gefüllt, ungefüllt, mit Schokolade oder Zuckerguss überzogen.
Herstellung und Sorten von Keksen
- Butterkeks enthält auf 100 Teile Getreideerzeugnisse mindestens 10 Teile Butter.
- Für Eierkeks oder Milchkeks gelten die allgemeinen Regeln der Leitsätze für Feine Backwaren: mindestens 20 l standardisierte Vollmilch oder entsprechende Mengen Milchprodukte.
- In ihrer typischen rechteckigen Form mit den vier großen Ecken, 14 Zähnen in der Länge und 10 Zähnen in der Breite gibt es Butterkekse seit 1886.
| Keksart | Besonderheit | Beispiele |
|---|---|---|
| Hartkekse (Mürbegebäck) | Fest, wenig Zucker und Fett | Soldatenkekse, Zwieback |
| Mürbekekse | Viel Fett, mürbe, süß | Butterkeks, Vanillekipferl |
| Doppelkeks/Sandwichkeks | Mit Füllung, doppellagig | Prinzenrolle |
| Saisongebäck | Typisch zu Festen | Spekulatius, Lebkuchen |
In der deutschsprachigen Schweiz wird Cake für bestimmte Kuchenarten benutzt, für Kekse bzw. Hartkeksteig ist im Vergleich zu Mürbeteig fett- und zuckerärmer, enthält mehr Zucker als Fett und einen gewissen Anteil Flüssigkeit.
Die Herstellung von Waffeln läuft nach einem anderen Prinzip ab als bei Keksen oder Kuchen. Man benötigt statt eines Teiges eine Masse, andere Maschinen und andere Produktionsmethoden. Eine moderne Waffelbackmaschine gleicht zum Beispiel von Ferne einer riesigen Schaufelradmühle. Die Waffelmasse wird aus Düsen auf ein heißes Waffeleisen aufgebracht, das zweite Eisen klappt darauf (nach dem Prinzip der alten Waffeleisen von früher), und die Masse wird gebacken. Nach genau bestimmter Zeit werfen die Waffeleisen das nun fertig gebackene Waffelblatt aus.
Lesen Sie auch: Rezept für frische Zitronenkekse
Kekse im gesellschaftlichen und kulinarischen Kontext
Chips und Sticks? Zu ihnen zählen zum Beispiel Kekse, gleich ob mit oder ohne Schokolade, Mürbegebäck, Waffeln, Makronen, Lebkuchen, Stollen, Spekulatius und Biskuit.
Sandwichkekse gibt es in verschiedenen Formen, rund oder oval, mit Nougat- oder Kakaocreme oder anderer Füllung. Sind die Waffelblätter genügend abgekühlt, wird auf die unteren Waffelblätter die jeweilige Füllmasse aufgebracht und anschließend vom oberen Waffelblatt abgedeckt. Dann folgt die Kühlung, damit sich die Füllmasse verfestigt.
4. Fazit: Gemeinsamkeiten, Unterschiede und kulturelle Bedeutung
Ob als umgangssprachlicher Begriff für Fahrzeuge, als Meme oder als Gebäck: Die Wörter "Karren" und "Kekse" sind Beispiele für lebendige Wortentwicklungen zwischen Alltag, Geschichte und Popkultur. Die Bedeutung von "Karren" als einfaches Transportmittel erstreckt sich bis in die Gegenwart, ebenso wie Kekse als Dauergebäck und beliebtes kulinarisches Gut. Das Karen-Meme zeigt, wie Namen und Begriffe in der Netzkultur eine neue Konnotation erhalten können, während Karren und Kekse durch ihre Etymologie und Verwendungstiefe Sprachgeschichte und Alltagswelt bereichern.
tags: #Karren #und #Kekse #Bedeutung #Herkunft


