Kamillentee mit Zucker: Wirkung und gesundheitliche Vorteile

Kamillentee ist mehr als nur ein Getränk für Krankheitstage. Er kann ein vielseitiger Helfer für Schönheit, Wohlbefinden und sogar beim Abnehmen sein. Seit der Antike ist der Kräutertee aus den Blüten der Kamille für seine heilende Wirkung bekannt.

Herkunft und Qualität der Kamille

Die Kamille (Matricaria recutita) zeichnet sich durch einen strahlend gelben Blütenkopf und längliche weiße Blütenblätter aus. Sie wächst in freier Natur in vielen Regionen. Im Handel stammt die Kamille meist aus industriellen Plantagen, vor allem aus Ägypten, Argentinien und Südosteuropa. Da in diesen Plantagen der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln nicht immer kontrollierbar ist, sollte man beim Kauf auf zertifizierte Produkte aus ökologischem Anbau und fairer Entlohnung der Arbeiter achten. Diese sind in Apotheken oder Reformhäusern erhältlich.

Inhaltsstoffe und gesundheitliche Wirkung

Kamillenblüten enthalten Bisabolol und Chamazulen, die hauptsächlich aus Flavonoiden bestehen. Diese Pflanzenstoffe wirken antioxidativ, entzündungshemmend, krampflösend und antibakteriell.

Kamillentee bei Entzündungen

Kamillentee kann bei Zahnfleischentzündungen lindernd wirken. Durch mehrmaliges tägliches Spülen des Mundes mit Kamillentee können die Beschwerden gelindert werden.

Kamillentee für die Schönheit

Regelmäßiger Genuss von Kamillentee kann sich positiv auf das Hautbild auswirken. Die heilenden, klärenden und feuchtigkeitsspendenden Wirkstoffe der Kamillenblüte machen den Tee zu einer Beauty-Wunderwaffe. Ein Gesichtsdampfbad mit Kamillentee kann wahre Wunder wirken.

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Kamillentee zum Abnehmen

Kamillentee kann den Schlaf fördern und somit indirekt beim Abnehmen helfen. Ausreichender und ruhiger Schlaf unterstützt die Fettverbrennung. Zudem enthält Kamillentee den Neurotransmitter Glycin, der die Nerven entspannt und den Körper beruhigt. Kamillentee stabilisiert auch den Blutzucker und kann so Heißhungerattacken verhindern.

Kamillentee zur Blutzuckersenkung

Kamillentee kann sich positiv auf einen gesunden Blutzucker- und Cholesterinspiegel auswirken. Eine Studie aus dem Jahr 2016 belegt, dass Kamille die Insulinproduktion fördert und damit den Blutzuckerspiegel im Körper reguliert. Es wird empfohlen, frische oder getrocknete Kamillenblüten aufzubrühen und 15 Minuten ziehen zu lassen.

Anwendungsmöglichkeiten von Kamille

Die Heilwirkung der Kamille lässt sich innerlich und äußerlich nutzen. Aus den Blüten werden Tees, Dampfbäder, Tinkturen, Öle und Cremes hergestellt.

Kamillentee als Hausmittel

Ein bewährtes Hausmittel ist Kamillentee. Übergießen Sie einen gehäuften Esslöffel der Blüten mit einer Tasse kochendem Wasser und lassen Sie den Aufguss zehn Minuten zugedeckt ziehen, bevor Sie die Blüten abseihen. Sie können drei- bis viermal täglich eine Tasse Kamillentee zwischen den Mahlzeiten trinken.

Gurgel- und Mundspüllösung mit Kamille

Kamillentee kann auch zum Gurgeln oder als Mundspüllösung verwendet werden. Mehrmals täglich angewendet kann dies bei Schleimhautentzündungen in Mund und Rachen helfen, zum Beispiel bei Hals- und Rachenentzündung sowie Zahnfleischentzündung.

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Inhalation mit Kamille

Bei gereizten Luftwegen und Atemwegsinfekten können Sie die Heilkraft der Kamille auch durch Inhalieren nutzen. Geben Sie zwei Handvoll getrocknete Kamillenblüten in einen Topf mit einem Liter kochendem Wasser. Nehmen Sie den Topf vom Herd und beugen Sie Ihren Kopf darüber. Legen Sie dann ein Handtuch so über Kopf und Schüssel, dass kein Dampf entweichen kann. Nun sollten Sie wiederholt langsam und tief die aufsteigenden Kamillendämpfe über Mund und Nase einatmen, kurz die Luft anhalten und dann rasch ausatmen. Inhalieren Sie etwa 10 bis 20 Minuten lang.

Bad oder Sitzbad mit Kamille

Ein (Teil-)Bad oder Sitzbad mit Kamille empfiehlt sich bei diversen Haut- oder Schleimhautschäden (wie Sonnenbrand, Ekzemen, Neurodermitis etc.). Beispielsweise können Sie sich bei Neurodermitis einen Badezusatz nach folgendem Rezept zubereiten: 100 Gramm Kamillenblüten mit einem Liter heißem Wasser übergießen, zehn Minuten ziehen lassen, dann abseihen und ins Badewasser (38 bis 39 Grad) geben. Einmal täglich für zehn Minuten darin baden. Für ein Sitzbad bei entzündlichen Erkrankungen im Genital- und Analbereich (z.B. Hämorrhoiden, Pilzerkrankungen) setzen Sie 50 Gramm Kamillenblüten mit einem Liter Wasser an.

Kamillen-Umschlag

Ebenfalls hilfreich bei verschiedenen Hautverletzungen und Hauterkrankungen kann ein Kamillen-Umschlag sein: Etwa zur Wundbehandlung (z.B. bei Schürfwunden) können Sie einen Esslöffel Kamillenblüten mit einer Tasse kochendem Wasser (ca. 150 ml) übergießen, zugedeckt fünf bis zehn Minuten ziehen lassen, dann abseihen und abkühlen lassen. Tauchen Sie ein- bis zweimal täglich ein Leinentuch in diesen Kamillenauszug ein, legen Sie es (leicht ausgedrückt) auf die verletzte Stelle auf und wickeln Sie ein trockenes Tuch herum. Lassen Sie den Umschlag etwa 20 Minuten einwirken. Auch bei anderen Hautproblemen wie Akne, Nesselsucht und Neurodermitis kann ein solcher Kamillen-Umschlag hilfreich sein.

Auflage mit Kamillentee

Bei Bauchkrämpfen (z.B. während der Regelblutung), Blähungen oder Unruhe (etwa bei Kindern) kann eine feucht-heiße Auflage mit Kamillentee hilfreich sein.

Kamillensäckchen

Ein anderes äußerlich angewendetes Hausmittel mit Kamille ist das Kamillensäckchen - ein Stoffsäckchen, das mit getrockneten Kamillenblüten gefüllt ist. In der Volksmedizin wird es schon seit Jahrhunderten auf schmerzende Körperstellen aufgelegt, beispielsweise auf schmerzende Ohren (z.B. bei Mittelohrentzündung). Zuvor wird es allerdings erwärmt.

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Kamille in der Aromatherapie

Das ätherische Öl der Kamille trägt den Namen "Kamille blau". Es wird äußerlich zur (unterstützenden) Behandlung verschiedener Beschwerden und Erkrankungen angewendet, etwa in Form von Auflagen, Massagen, Bädern oder Inhalationen.

Auflage mit Kamillenöl

Beispielsweise wird eine Auflage bzw. Kompresse mit Kamillenöl bei Hauterkrankungen (wie Akne, Neurodermitis, Ekzeme), Wunden (z.B. Schnittwunden, Verbrühungen), Gelenk- und Muskelentzündung sowie Blasenentzündung empfohlen.

Massage mit Kamillenöl

Eine Massage mit Kamillenöl kann zum Beispiel Verdauungsstörungen, Blähbauch, nervöse Anspannung, Schlaflosigkeit und Stress lindern. Auch bei Hautproblemen, Muskelverspannungen, Gelenkschmerzen und Menstruationsbeschwerden kann eine solche Massage gut tun.

Bad mit Kamillenöl

Ein Bad mit Kamillenöl kann ebenfalls bei Verdauungsstörungen, Blähbauch, nervöser Anspannung, Schlaflosigkeit und Stress helfen.

Inhalation mit Kamillenöl

Eine "feuchte Inhalation" mit Kamillenöl wird etwa bei Entzündungen der oberen Atemwege (Erkältung, Schnupfen etc.) angeraten. Für unterwegs oder schnell zwischendurch eignet sich die "trockene Inhalation" mit Kamillenöl, etwa bei Nervosität, Stress oder Schlaflosigkeit. Eine andere Möglichkeit ist, das Kamillenöl in die Duftlampe zu geben.

Fertigpräparate mit Kamille

Es gibt verschiedene Fertigpräparate auf der Basis von Kamille. Dazu zählen zum Beispiel Fluidextrakte in Form von Tropfen zur Einnahme, Trockenextrakte in Dragees sowie alkoholische Auszüge in Salben, Cremes und Bädern. Darüber hinaus wird das aus den Blüten extrahierte Kamillenöl zur Herstellung von Heilsalben, Bädern und Lösungen zur äußerlichen Anwendung verarbeitet.

Risiken und Nebenwirkungen

Wie bei jedem Arzneimittel ist auch Kamillentee nicht für jeden geeignet. Personen, die unter starken Allergien, insbesondere unter Pollenallergien leiden, sollten vorsichtig sein. Kamillenblüten können mit Pollen belastet sein und allergische Reaktionen auslösen. Bei Allergien gegen Korbblütler ist Vorsicht geboten, Kamille kann dann zum Beispiel Hautreizungen verursachen. Wenden Sie Kamille niemals am Auge an, da sie eine Bindehautentzündung auslösen kann.

Wechselwirkungen mit Medikamenten

Es gibt Hinweise auf mögliche Wechselwirkungen zwischen Kamille und Warfarin (Gerinnungshemmer) beziehungsweise Ciclosporin (nach Organtransplantationen und bei Autoimmunerkrankungen). Generell wird empfohlen, Kamille vorsichtshalber nur nach Rücksprache mit dem Arzt anzuwenden, wenn jemand andere Medikamente einnimmt.

Kamille selbst sammeln

Wer Kamillenblüten selbst sammeln möchte, findet das anspruchslose Kraut in fast ganz Europa an Wegrändern, auf Brachen, Feldrainen oder in Getreidefeldern. Beim Sammeln muss man allerdings die heilkräftige Echte Kamille von der unwirksamen Hundskamille unterscheiden. Ausschlaggebend für einen möglichst hohen Wirkstoffgehalt ist der richtige Erntezeitpunkt, optimal am dritten bis fünften Tag nach dem Aufblühen.

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