Veganer Kakao: Welche Milch‑Alternativen eignen sich am besten?

„Gibt’s auch mit Hafer?“ - Wenn Du diesen Satz in Cafés öfter hörst als „Mit Sahne, bitte“, dann weißt Du: Die Ära der Kuhmilch ist vorbei. Ich habe mein ganzes Leben lang morgens eine Tasse Kakao getrunken. Dafür braucht man Milch. Dass es aber nicht zwangsläufig Kuhmilch sein muss, die im Zuge des Veganismus-Trends in Verruf geraten ist, das wollte ich genauer wissen. Also habe ich mich mal quer durchs Sortiment der pflanzlichen Alternativen probiert.

Warum pflanzliche Drinks?

Der wichtigste Unterschied zuerst: Milchalternativen sind rein pflanzlich. Sie kommen ohne Tier aus - und das macht sie für viele zur ersten Wahl. Hinter der Kaufentscheidung für Milchersatzprodukte stehen häufig Gründe wie Klima- und Tierschutz, aber auch die Gesundheit spielt eine Rolle. Klimaschutz ist einer der wichtigsten Gründe für den Kauf von Pflanzendrinks. Sie verursachen pro Liter nur etwa ein Viertel bis die Hälfte der Treibhausgasemissionen von Kuhmilch. Selbst Pflanzendrinks auf Basis von Kokosnüssen, die nur in tropischen Regionen wachsen, schneiden hinsichtlich der CO2-Bilanz besser ab als Kuhmilch.

Haferdrink im Kaffeeschaum

Welche Sorten gibt es und wie eignen sie sich für Kakao?

Das Angebot an Pflanzendrinks ist mittlerweile groß und die Vielfalt wächst. Statt Kuhmilch schwenken Verbraucher:innen immer häufiger auf pflanzliche Alternativen um. Die Vielfalt der Produkte wächst stetig, mittlerweile gibt es u. a. Drinks auf Basis von Hafer, Soja, verschiedenen Nüssen, Reis, Dinkel, Hirse, Erbsen, Buchweizen und Kokos. Aber welche Sorte kann was - speziell für Deinen Kakao?

Haferdrink - der Allrounder

Wenn Milchalternativen ein Dorf wären, wäre Hafer der sympathische Typ vom Bauernhof nebenan: bodenständig, immer freundlich, mit leicht süßlichem Humor - und alle mögen ihn. Egal ob Öko‑Markt, Barista‑Bar oder Großstadt‑Supermarkt: Hafer ist da. Ohne Allüren. Ohne Drama. Hafer ist wie Tobi etwas kantig, aber durch und durch verlässlich. Für Euch. Für Dein Kakao. Rosi: „Und wenn’s einfach nur schmecken soll? Dann Hafer.“

Hafer überzeugt geschmacklich oft durch eine angenehme, leicht süßliche Note und liefert in Barista‑Form meist guten Schaum. Während Mandel & Co. durch halbe Kontinente reisen, bleibt Hafer oft ganz lokal - aus Deutschland, Schweden oder Österreich. Für eine nachhaltige Wahl sind Produkte aus möglichst regional angebauten Zutaten die beste Wahl. Das kann im Falle von Hafer durchaus Deutschland sein.

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Sojadrink - die proteinreiche Option

Wenn Milchalternativen eine Schulklasse wären, wäre Soja der Typ mit den besten Noten, dem vollgepackten Terminkalender und der Protein‑Shaker‑Flasche in der Hand. Sojadrinks gehören zu den ältesten pflanzlichen Milchalternativen auf dem Markt - und sind vor allem in Sachen Eiweiß die ungeschlagene Nummer Eins. Während andere Drinks mit Geschmack oder Cremigkeit punkten, liefert Soja zuverlässig pflanzliches Eiweiß - ideal für alle, die ihren Proteinhaushalt auch beim Trinken im Blick haben. Sojadrinks eignen sich gut für Sportler:innen, für Saucen und für alle, die etwas Substanz im Kakao wollen.

Mandeldrink - das It‑Girl

Wenn pflanzliche Milchalternativen auf dem Laufsteg wären, käme der Mandeldrink wahrscheinlich zuerst: perfekt gestylt, leicht parfümiert, ein bisschen elitär - und mit einem auffälligen Glanz. Mandeldrink ist das It‑Girl im Regal: Instagram‑tauglich, trendy und irgendwie immer dabei. Obwohl Mandeldrink in Sachen Nährstoffdichte und Umweltbilanz nicht ganz vorn mitspielt, bleibt er für viele die erste Wahl - aus Geschmacksgründen, aus Gewohnheit oder wegen der ästhetischen Wirkung im Latte Macchiato. Unser Tipp: Wer Mandeldrink mag, sollte mal nach europäischen Marken Ausschau halten - oder zumindest auf Bio achten.

Reisdrink - die hypoallergene Wahl

Wenn Milchalternativen ein Fitnessstudio wären, würde der Reisdrink wahrscheinlich im Yogakurs sitzen - in der letzten Reihe, ruhig, unauffällig, ein bisschen süß. Reisdrink ist das stille Wasser unter den Milchalternativen. Er ist extrem gut verträglich, frei von Laktose, Soja, Gluten und Nüssen. Für Menschen mit vielen Unverträglichkeiten ist sie eine gut bekömmliche Option. Geschmacklich? Mild, leicht süß - ohne aufdringlich zu sein. Schaumverhalten: schwierig. Reisdrink eignet sich besonders gut für Menschen mit multiplen Unverträglichkeiten oder bei Schonkost. Auch Kinder kommen mit dem sanften, süßlichen Geschmack oft gut zurecht. Rosi: „Wenn’s draußen stürmt und Du Kakao brauchst, der Dich umarmt - dann ist Reisdrink eher der schüchterne Handschlag.“

Haselnuss, Kokos & Co.

Haselnussdrink: Nougat sagt: der beste Freund von Schoko. Wer Schoko‑Aromen liebt, findet in Haselnussdrinks eine natürliche Ergänzung. Kokos‑Drinks bringen oft eine exotische Note ins Getränk, sind aber nicht jedermanns Sache: Ich bin eh kein großer Kokos‑Fan. Andere Sorten wie Dinkel oder Hirse existieren ebenfalls, schmecken jedoch deutlich „getreidiger“ und sind eher eine Frage persönlichen Geschmacks.

Verschiedene Pflanzendrinks im Regal

Wie gesund sind Pflanzendrinks als Milchersatz?

Das Wichtigste in Kürze: Der Nährstoffgehalt von Pflanzendrinks ist nicht mit dem von Kuhmilch vergleichbar. Milch und Milchprodukte sind wichtige Quellen für Calcium, Jod, Vitamin B12 und B2. Pflanzendrinks enthalten ohne Anreicherungen in der Regel keine relevanten Mengen dieser Nährstoffe. Pflanzendrinks enthalten zudem kein Cholesterin, haben oft einen geringeren Gehalt an gesättigten Fettsäuren und liefern Ballaststoffe, auch wenn die Gehalte meist nicht hoch sind.

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Wer nur geringe Mengen oder gar keine Milch und Milchprodukte zu sich nimmt, sollte darauf achten, den Bedarf einzelner Nährstoffe aus anderen Quellen zu decken. Eine naheliegende Möglichkeit sind gezielt angereicherte Pflanzendrinks. Pflanzendrinks, die mit Calcium, Jod, Vitamin B12 und B2 angereichert sind, unterstützen bei der Deckung des Nährstoffbedarfs, wenn keine oder nur wenige Milchprodukte gegessen werden. Solche Drinks findet man allerdings nur als konventionell hergestellte Produkte.

Ergebnisse aus Marktstudien

Im Sommer 2024 führte die Verbraucherzentrale NRW eine Marktstichprobe zu pflanzlichen Milchersatzprodukten durch. Von Juli bis September 2024 nahm das Team 160 Pflanzendrinks von 22 verschiedenen Herstellern unter die Lupe. Mit 76 Prozent stammte der Großteil der betrachteten Produkte aus kontrolliert ökologischer Landwirtschaft. Nur 6 Prozent der Bio‑Produkte konnten mit Calcium angereichert werden; die anderen betrachteten Nährstoffe wurden in keinem Biodrink zugesetzt. Bei konventionellen Drinks wurde zu 87 Prozent Calcium hinzugefügt. Nur 29 Prozent der betrachteten konventionellen Drinks waren mit Jod angereichert.

Die Diskussion der Stichprobe machte deutlich, dass nur ein eher kleiner Teil der Pflanzendrinks mit potentiell kritischen Nährstoffen angereichert ist. Da Bioprodukte einen Großteil der auf dem Markt befindlichen Pflanzendrinks ausmachen und einem generellen Anreicherungsverbot unterliegen, können Pflanzendrinks ohne Anreicherungen die teilweise große Bedeutung von Milch bei der Versorgung mit einzelnen Nährstoffen nicht ohne Weiteres ersetzen.

Praktische Tipps für Deinen Kakao

  • Welchen Drink wählst Du? Überlege: Schaum? Eiweiß? Verträglichkeit? Nachhaltigkeit & Herkunft? Regional? Bio?
  • Für warmen Kakao eignet sich Hafer hervorragend: guter Geschmack, häufig Barista‑Versionen mit stabilem Schaum.
  • Für proteinreichere Varianten nutze Sojadrink - besonders, wenn Du beim Trinken auch Nährstoffe aufnehmen willst.
  • Mandeldrink gibt dem Kakao eine nussige Note und sieht im Latte Macchiato oft besonders ansprechend aus.
  • Reisdrink ist mild und gut verträglich, schäumt aber schlecht und eignet sich weniger für sahnigen Kakao.
  • Bei Barista‑Versionen: Achte auf Zusatzstoffe wie Stabilisatoren und Emulgatoren - sie verhindern oft das Flocken.
  • Wenn Du Bio‑Drinks bevorzugst: Prüfe zusätzliche Versorgung mit Calcium, Jod und Vitamin B12 über andere Lebensmittel oder Supplemente.
  • Beim Erhitzen: Pflanzliche Alternativen in der Mikrowelle bei gleichen Einstellungen wie Kuhmilch können schneller überkochen. Daher im Topf kurz aufkochen oder Mikrowellenzeit reduzieren.
  • Schüttel angereicherte Drinks vor dem Verzehr gut, da sich Calcium am Boden absetzen kann.
Zubereitung von veganes Kakao mit Haferdrink

Nachhaltigkeit und Herkunft beachten

Wichtig zur Einschätzung der Nachhaltigkeit ist die Herkunft der Zutaten, die jedoch nicht immer angegeben wird. Lassen Sie sich nicht von Angaben wie "Hergestellt in Deutschland" auf den Holzweg führen. Für eine nachhaltige Wahl sind Produkte aus möglichst regional angebauten Zutaten die beste Wahl. Im Falle von Reisdrinks ist es besonders sinnvoll, auf die europäische Herkunft zu achten. Reis aus Europa wird in der Regel im Trockenanbau‑Verfahren erzeugt und ist dadurch deutlich klimafreundlicher als asiatischer Reis. Mandeldrinks haben den Nachteil, dass für den Anbau der Mandeln sehr viel Wasser verbraucht wird.

Woran Du beim Kauf erkennst, ob ein Drink als Milchersatz taugt

  • Achte auf Anreicherungen: Calcium, Jod, Vitamin B12 und B2 sind wichtig, wenn Milchprodukte wegfallen.
  • Sieh auf die Zutatenliste: Welche Calciumverbindung wurde verwendet? Calciumcarbonat wird besser aufgenommen als Tricalciumphosphat.
  • Beachte den Zuckergehalt: „Ohne Zuckerzusatz“ bedeutet nicht automatisch zuckerarm - immer Blick auf die Nährwerttabelle werfen.
  • Regionalität: Herkunft der Rohstoffe ist oft nicht auf den ersten Blick ersichtlich; „Hergestellt in…“ kann irreführend sein.
  • Wechsel die Sorte: Abwechslungsreich zu trinken reduziert die mögliche Belastung durch Schimmelpilzgifte.

Persönliche Erfahrungen und Geschmack

Am Anfang war es schon ein bisschen schwierig, sich an den Geschmack von pflanzlicher Milch zu gewöhnen. Ich mein: Schüttel mal 25 Jahre Milch‑Gewohnheit einfach so ab! Von daher waren die ersten Versuche noch eher durch Ablehnung geprägt als die späteren. Geschmacklich kommen für mich v. a. Mandel und Soja in Frage. Soja hingegen ist für mich persönlich die neutralste und leckerste Möglichkeit, Kuhmilch zu umgehen. Wer Bedenken hinsichtlich Soja hat und lieber Mandel verwenden möchte: Das Alnatura‑Produkt ist etwas süßer und cremiger und für mich persönlich deutlich leckerer. Wer sich deshalb aber nicht in die Kalorienfalle begeben will, kann den Drink ganz einfach ein bisschen strecken.

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Die Varianten aus Hafer, Dinkel und Reis sind nicht so mein Ding. Den Reis‑Drink vertrage ich einfach nicht besonders gut, der treibt mich innerhalb kürzester Zeit Richtung Badezimmer. Hafer und Dinkel schmecken mir nicht. Aber das ist natürlich ganz subjektiv und vielleicht kommt jemand anderes gerade mit diesen Sorten wunderbar zurecht. Der getreidige Geschmack des Hafer‑Drinks wird sogar auf der Verpackung angepriesen. Für mich ist das muffiger Stallgeruch, den ich nicht in meinem Frühstückskakao haben möchte.

Kurz gefasst: Welche Milchalternative für welchen Anspruch?

Drink Stärken Eignung für Kakao
Hafer regional, guter Geschmack, schäumt meist gut Sehr gut - cremig, rund
Soja reich an Eiweiß, neutral Gut - besonders wenn Proteingehalt wichtig ist
Mandeln nussiger Geschmack, optisch ansprechend Gut - passt zu Schokolade, kann aber dünner sein
Reis sehr verträglich, mild Begrenzt - schäumt schlecht, mildes Aroma
Kokos/Haselnuss exotisch bzw. schokoladig-kompatibel Geschmacksfrage - passt zu bestimmten Kakao‑Stilen

„Was brauchst Du wirklich?“ - Schaum? Eiweiß? Verträglichkeit? Nussallergie? Wofür nutzt Du’s am häufigsten? Kaffee? Kochen? Wie wichtig sind Dir Nachhaltigkeit & Herkunft? Probier ein paar Sorten: Manchmal dauert’s ein paar Sorten, bis Du Deinen Drink findest. Tobi: „Es ist wie beim Nussvorrat: Du musst wissen, was Du brauchst.“ Rosi: „Dann wär’s: Ja. Milchalternativen bieten heute eine große Vielfalt - für Geschmack, Gesundheit, Umwelt.“

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