Geröstete Kaffeebohnen mit Zucker: Ein süßes Geheimnis für Kaffeeliebhaber
Kaffee ist für viele Menschen ein unverzichtbarer Bestandteil des Alltags. Ob als Muntermacher am Morgen, als Begleiter durch den Tag oder als Genussmittel nach dem Essen - Kaffee ist vielseitig und beliebt. Neben den klassischen Zubereitungsarten gibt es unzählige Möglichkeiten, den Kaffeegenuss zu variieren und zu verfeinern. Eine besondere Methode, die in einigen Ländern sehr populär ist, ist das Rösten von Kaffeebohnen mit Zucker. Dieses Verfahren, bekannt als Torrefacto, verleiht dem Kaffee eine einzigartige Note und reduziert gleichzeitig den Säuregehalt. In diesem Artikel werden wir uns eingehend mit dem Rösten von Kaffeebohnen mit Zucker beschäftigen, die Hintergründe erläutern und ein Rezept für eine köstliche Kaffeecreme vorstellen, die mit diesen Bohnen zubereitet werden kann.
Was ist Torrefacto?
Torrefacto ist ein spezielles Röstverfahren, das vor allem in Spanien, Frankreich, Costa Rica, Argentinien und Portugal verbreitet ist. Das Besondere an dieser Röstung ist die Zugabe von Zucker während des Röstprozesses. Der Zucker karamellisiert dabei und überzieht die Kaffeebohnen mit einer süßen Glasur.
Vorteile des Torrefacto-Verfahrens
Die Karamellisierung der Kaffeebohnen hat mehrere Vorteile:
- Reduzierung des Säuregehalts: Durch die Zuckerglasur wird der Säuregehalt des Kaffees reduziert, was ihn milder und verträglicher macht.
- Milderung des bitteren Geschmacks: Der bittere Geschmack des Kaffees wird durch die Süße des Zuckers gemildert.
- Verlängerung der Haltbarkeit: Die Zuckerversiegelung sorgt dafür, dass die Torrefacto-Bohnen länger haltbar sind als herkömmlich geröstete Bohnen.
Wie erkennt man Torrefacto-Bohnen?
Torrefacto-Bohnen sind leicht an ihrem Aussehen zu erkennen:
- Dunkle Farbe: Sie haben eine dunklere Farbe als herkömmliche Kaffeebohnen.
- Stärkerer Glanz: Die Zuckerglasur verleiht ihnen einen stärkeren Glanz.
Verwendung von Torrefacto-Bohnen
In Spanien bestehen typische Kaffeemischungen oft aus 20 Prozent Torrefacto-Bohnen und 80 Prozent konventionell gerösteten Bohnen. Generell können Sie mit diesen Bohnen alle Kaffeespezialitäten zubereiten, wobei sich der Geschmack leicht unterscheidet. Für Espresso, der manuell in der Siebträgermaschine zubereitet wird, ergibt sich mit Torrefacto-Bohnen eine ziemlich dominante Säure, die bei Kaffee aus einem Vollautomaten beinahe gar nicht ins Gewicht fällt, da hier das Getränk cremig und weich schmeckt.
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Ablagerungen am Mahlwerk
Es gibt Bedenken, dass die Zuckerschicht der Torrefacto-Bohnen zu mehr Ablagerungen am Mahlwerk einer Kaffeemühle führen könnte. Dies ist jedoch nur bei Mischungen mit mehr als 60 Prozent Torrefacto-Kaffee und bei haushaltsüblichen, eher preiswerten Kaffeemühlen ein Problem.
Kaffee selber rösten: Eine Einführung
Das Rösten von Kaffee zu Hause wird immer beliebter. Es ist eine Kunst, die einiges an Fingerspitzengefühl erfordert, aber mit einfachen Mitteln und etwas Übung kann man erstaunlich guten Röstkaffee in den eigenen vier Wänden zubereiten.
Die richtige Ausrüstung
Für das Rösten von Kaffee zu Hause gibt es verschiedene Möglichkeiten:
- Röstpfanne: Traditionell wurden Kaffeebohnen in Röstpfannen geröstet, was auch heute noch möglich ist.
- Backofen: Der Backofen kann ebenfalls zum Rösten verwendet werden, erfordert aber eine sorgfältige Kontrolle der Temperatur und des Röstvorgangs.
- Popcornmaschine: Eine Popcornmaschine mit Rührstab kann ebenfalls zum Rösten verwendet werden, da sie für eine gleichmäßige Umwälzung der Bohnen sorgt.
- Spezifische Kaffeeröster für zu Hause: Es gibt spezielle Kaffeeröster für den Heimgebrauch, die eine präzisere Steuerung des Röstprozesses ermöglichen.
Der Röstprozess
Die Temperatur ist beim Kaffee rösten von entscheidender Bedeutung für das Endergebnis. Sie sollte je nach gewünschtem Röstungsgrad gewählt werden. Generell sollte die Röstung bei etwa 180°C erfolgen.
- Vor dem Rösten: Der Röster wird vorgeheizt, was für einen gleichmäßigen Prozess wichtig ist. Die Kaffeebohnen werden in die auf Betriebstemperatur gebrachte Rösttrommel über den Trichter gegeben.
- 1. - 3. Minute: In den ersten drei Minuten verdampft enthaltenes Wasser in der Kaffeebohne. Die Farbe verändert sich von grün, über gelb bis hellbraun. Ein Popcornduft liegt in der Luft.
- 3. - 6. Minute: In der Kaffeebohne baut sich Druck auf.
- 6. - 9. Minute: Die sogenannte „nichtenzymatische Bräunung” beginnt. Zucker wandeln sich in Melanoidine, stickstoffhaltige Verbindungen, um.
- 9. - 13. Minute: Der „First Crack” erfolgt. Die Bohnen verdoppeln ihr Volumen.
- 13. - 16. Minute: Die eigentliche Röstphase beginnt. Das Erscheinungsbild der Kaffeebohne hat sich von schrumpelig zu glatt gewandelt. Das Volumen der austretenden Röstgase nimmt zu, die Zellstruktur wird geschwächt, die Aromen entwickeln sich, Fruchtsäuren werden abgebaut, der Zucker karamellisiert. Der typische Kaffeeduft entsteht.
- 16. - 20. Minute: Nach ca. 16 Minuten entweicht abermals Gas aus der Bohne (Second Crack). Die Oberfläche der Bohne bekommt ihren typischen Glanz. Nach dem Rösten müssen die Bohnen schnell abgekühlt werden, um den Röstprozess zu stoppen.
Tipps für das Rösten zu Hause
- Gleichmäßige Röstung: Achten Sie auf eine gleichmäßige Umwälzung der Bohnen, um eine konsistente Röstung zu gewährleisten.
- Temperaturkontrolle: Die Temperatur kann je nach Wunsch eingestellt werden.
- Abkühlung: Nach dem Rösten sollten die Bohnen schnell abgekühlt werden, um den Röstprozess zu stoppen.
Rezept: Kaffeecreme mit Torrefacto-Bohnen
Kaffee eignet sich wunderbar zur Zubereitung einer Nachspeise. Hier ist ein Rezept für eine leckere Kaffeecreme, die mit Torrefacto-Bohnen zubereitet werden kann.
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Zutaten:
- 4 EL brauner Zucker
- 2 Scheiben Ingwerknolle
- 4 Tassen Espresso (mit Torrefacto-Bohnen zubereitet)
- 1 EL Kaffeelikör
- 2 Packungen Qimiq
- Puderzucker/Staubzucker
- 4 Stück Kaffeebohnen (zur Dekoration)
Zubereitung:
- Ingwer vorbereiten: Ingwer schälen und in feine Würfel schneiden. Wer keinen Ingwer mag, kann diesen auch weglassen und direkt mit dem Zucker karamellisieren.
- Zucker karamellisieren: Braunen Zucker in einem Topf erhitzen. Gewürfelten Ingwer zum Zucker geben und karamellisieren lassen.
- Ablöschen: Nach wenigen Minuten mit dem Espresso ablöschen. Die Zubereitung verrühren, bis sich das Zucker-Karamell auflöst. Etwas Kaffee-Likör zugeben und kurz abkühlen lassen.
- Qimiq einrühren: Das Qimiq in die warme Kaffee-Zubereitung einrühren. Die Creme lippenwarm rühren. Wer eine Creme ohne Ingwer-Stückchen bevorzugt, kann die Creme durch ein feines Sieb passieren.
- Abfüllen und Kühlen: Die Kaffeecreme Masse etwas kalt rühren, dann in Förmchen gießen und für 2 Stunden kalt stellen.
- Dekorieren und Servieren: Die schnelle Kaffeecreme mit Staubzucker und Kaffeebohne dekorieren und servieren.
Tipps und Variationen
- Qimiq ersetzen: Zwei Packungen Qimiq (500 g Masse) können durch 350 g Mascarpone und 150 g geschlagene Sahne ersetzt werden. Die Sahne als letzte Zutat unterziehen und dann abfüllen.
- Kindervariante: Für Kinder kann eine Variante ohne Kaffeelikör zubereitet werden.
- Zusätzliche Dekoration: Die Kaffeecreme kann zusätzlich mit Zucker karamellisiert werden.
Weitere Rezeptideen mit Kaffee
Neben der Kaffeecreme gibt es viele weitere köstliche Rezepte, die mit Kaffee zubereitet werden können:
- Kaffee-Käsekuchen (ohne backen)
- Cappuccinoplätzchen
- Espressocreme mit Kaffeesahne
- Kaffee-Haselnuss-Torte
- Weiße Kaffeemousse mit marinierten Früchten
- Crème Brûlée Kaffee
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