Istanbul, Dubai, Schokolade: Trend, Hintergrund und umfassende Informationen

Die Dubai‑Schokolade ist eine relativ neue Kreation, die durch ihre ungewöhnlichen Zutaten und ihr luxuriöses Image sehr schnell an Popularität gewonnen hat. Was als innovativer Versuch in einer aufstrebenden Stadt begann, hat sich dank sozialer Medien in kürzester Zeit zu einem weltweiten Trend entwickelt. Immer mehr Schokoladenliebhaber entdecken die außergewöhnliche Schokolade aus Dubai und teilen ihre Erfahrungen online und dadurch wächst der Hype um dieses besondere Dessert unaufhaltsam.

Was ist „Dubai‑Schokolade“?

Dubai‑Schokolade ist Schokolade, die mit Pistaziencreme und Kadaifi (Teigfäden, die man vom türkischen Gebäck Baklava kennt) gefüllt ist. Sie verbindet schmelzende Schoki mit einer knusprig‑süßen Füllung bestehend aus arabischem Kadayif, auch Engelshaar genannt, und Pistaziencreme. Die Schokolade des Originals wird vom Schweizer Hersteller Max Felchlin AG produziert. Die Füllung besteht aus geröstetem und gehacktem Kadaifi („Engelshaar“), gehackten Pistazien bzw. Pistaziencreme.

Dubai Schokoladentafel mit pistaziengrüner Füllung

Ursprung und Erfinderin

Erfunden wurde das Produkt von einem Unternehmen aus Dubai mit dem Namen FIX Dessert Chocolatier. „Can’t Get Knafeh Of It“ wurde 2021 von Sarah Hamouda, der Gründerin von Fix Dessert Chocolatier, in Dubai entwickelt. Sarah Hamouda kreierte den Schokoriegel, um eine Heißhunger‑Attacke während ihrer Schwangerschaft zu stillen. Ein Experiment, das binnen kürzester Zeit eine weltweite Hysterie entfachte. Sie war von ihrer Kreation dermaßen begeistert, dass sie im Jahre 2021 beschloss, diese durch die Gründung eines Online‑Shops mit der Welt zu teilen.

Textur und Geschmack: Warum der Hype?

Bei Dubai‑Schokolade steht vor allem die außergewöhnliche, knusprige Textur im Mittelpunkt. Zurückzuführen ist diese auf den Einsatz von Kadayif (auch Kadaifi). Die fadenförmige Backware ist vor allem aus der Kulinarik der Levante und dem Balkan bekannt. Dabei handelt es sich um feine Teigfäden, welche dem Produkt den Beinamen Engelshaar einbrachten. Der Dubai‑Schokolade verleiht das Engelshaar einen einzigartigen Crunch und harmoniert geschmacklich wunderbar mit dem nussigen Aroma der Pistazie.

In Dubai hergestellte Schokoladen können zudem auf das „weiße Gold aus der Wüste“ - sprich die Kamelmilch - setzen. Hierzulande produzierte hochwertige Vollmilch‑Schokoladen enthalten jedoch meist Kuhmilch, in manchen Fällen auch Ziegenmilch. Alle Varianten sind geschmacklich top und zartschmelzend und daher als Basis für Dubai‑Schokolade bestens geeignet.

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Rezeptur und Herstellung (Kurzfassung)

Bei den meisten Dubai‑Schokoladen handelt es sich um feine, handgefertigte Patisserie - und diese hat ihren Preis. Die Herstellung von Kadayif ist aufwendig. Deshalb lohnt es sich, hier auf Convenience‑Produkte aus dem arabischen Supermarkt zurückzugreifen. Das Engelshaar wird mit feiner Pistaziencreme vermischt. Um Dubai‑Schokolade herzustellen, gibt man zunächst ein wenig geschmolzene Schokolade in eine Form. Darauf kommt eine Schicht der bereits angefertigten Füllung, welche anschließend erneut mit flüssiger Schokolade abgedeckt wird. Sobald die Flüssigkeit abgekühlt und vollständig getrocknet ist, kann die Schoki vorsichtig aus der Form entfernt werden.

Hausgemachtes Basisrezept (aus dem Material)

  1. 200 g Zartbitterkuvertüre
  2. 100 g Kadayif (Engelshaar)
  3. 100 g Pistaziencreme
  4. 50 g Butter

Zuerst 2/3 der Kuvertüre über einem Wasserbad schmelzen. Die flüssige Schokolade in eine Form gießen und aushärten lassen. Butter schmelzen, Kadayif goldbraun anbraten, Pistaziencreme unterrühren. Die Füllung auf der Schokoladenschicht verteilen, mit restlicher Schokolade bedecken und erneut aushärten lassen.

Herstellung einer Dubai‑Schokolade: Schritt für Schritt

Kulinarischer Hintergrund: Knafeh, Künefe, Kadayif

In der Theorie wird Knafeh, oder auf Türkisch: Künefe, als Teil der arabischen Küche verhandelt. Manche verorten den Ursprung in Palästina, im Libanon, in Syrien. Von Nablus ist die Rede. Doch das ursprüngliche Kadayif in der arabischen Küche ist flachgewalzt, fast pancake‑artig. In der türkischen Küche ist diese spezielle Form, die gebacken und anschließend mit Zuckersirup übergossen wird, auch als „Steinbrot“ bekannt.

In der mittelalterlichen arabischen Küche ist Knafeh/Künefe ein dünnes Teigblatt, im Osmanischen Reich erst bekam es die Kadayif‑Fädenform. Flüssiger Teig wird hierfür durch einen siebartigen Topf auf ein erhitztes Kupferblech gepresst. Das älteste Rezept stammt aus dem Jahr 1430 und ist auf Türkisch. Bleibt zu erwähnen, dass die Dubai‑Schokolade von „Fix“ zwar auf dem Engelshaar basiert, aus dem die heute türkische und arabische Süßspeise Knafeh/Künefe besteht - aber keineswegs Knafeh ist. Knafeh nämlich enthält traditionellerweise Käse, das süße Engelshaar wird damit überbacken. Und trotzdem steht Knafeh auf der Fix‑Dubai‑Schokoladenpackung. Hier wird kommunikativ verwirrt.

Marketing, Medien und der Einfluss von Influencern

Die schnelle Verbreitung des Trends ist vor allem der Macht der sozialen Medien zu verdanken. Social Media wirkt als Katalysator: Innerhalb weniger Tage erreich­te der Trend weltweit Konsumenten, „die immer auf der Suche nach dem nächsten großen Genusserlebnis sind“. Ohne Social Media wäre dieser rasante Erfolg undenkbar. Vor allem Videos und Posts von Influencer:innen verhalfen der Tafel zu globaler Bekanntheit. Das Video der Influencerin Maria Vehera hatte einen entscheidenden Einfluss auf die Popularität, in Deutschland trugen Food‑Influencer:innen wie Kiki Aweime zur Verbreitung bei.

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„FIX wird im Internet als ‘Dubai Chocolate’ bezeichnet, aber wir selbst haben es nie so genannt“, sagt Hamouda. „Als die Leute anfingen, Videos im Internet zu sehen und feststellten, dass sie nur in Dubai erhältlich ist, blieb der Name scheinbar auf diese Art hängen. Es wurde zu einer Art Kult.“

Hype, Knappheit und Ökonomie

Das war das Startzeichen für die Schokolade, für die sich Menschen derzeit weltweit in Schlangen anstellen. Das Video der Marke „Fix“ wurde bereits über 101,6 Millionen Mal gesehen. Die Dubai‑Schokolade hat der Süßwarenwelt einen neuen Drive beschert, und die Chocolatiers dieser Welt werden wieder erfinderisch. Die Beliebtheit des Produkts hat sogar Auswirkungen auf den Tourismus: Es gäbe immer mehr Besuchende, die den Erwerb einer Dubai‑Schokolade als wesentlichen Bestandteil und Grund für den Besuch des Emirates sehen. „FIX ist mehr als nur ein virales Dessert. Es erzählt eine Geschichte von Unternehmergeist, handwerklicher Qualität und kosmopolitischer Anziehungskraft, die alle das Wesen Dubais widerspiegeln.“

Nachahmungen, Markenrecht und Verwirrung

Der Markt wurde binnen kürzester Zeit mit Produkten geflutet, die anfangs den Namen Dubai‑Schokolade trugen. Bis dann im Januar 2025 ein Gericht in Köln entschied, dass sich nur im Emirat hergestellte Produkte Dubai Chocolate oder Dubai‑Schokolade nennen dürfen. Dennoch bezeichnet der Bundesverband der deutschen Süßwarenindustrie „Dubai‑Schokolade“ als Gattungsbezeichnung, die weltweit hergestellt werden darf. Im Dezember 2024 mahnte ein Importeur andere Hersteller ab, da deren Dubai‑Schokolade nicht in Dubai produziert wird. Trotz der Abmahnungen vertreiben zahlreiche Hersteller weiter unter der Bezeichnung Dubai‑Schokolade.

Die originale Dubai‑Schokolade gibt es nur in Dubai an wenigen Orten zu kaufen: offiziell über Deliveroo in Dubai und Abu Dhabi, am offiziellen FIX‑Stand im Duty Free des Dubai International Airport Terminal 3, in den Minibars des Jumeirah Marsa Al Arab Resorts und bei angekündigten Events. Es gibt keine autorisierten Vertriebshändler:innen oder FIX‑Franchises außerhalb Dubais.

Sicherheitsbedenken und Qualität: Untersuchungen in Europa

Bei einer Stichprobe von acht Schokoladeprodukten, die als Dubai‑Schokolade beworben wurden, sind bei einer Untersuchung alle durchgefallen. Drei Chemische und Veterinäruntersuchungsämter des Landes (CVUA) in Stuttgart, Freiburg und Sigmaringen entdeckten in sämtlichen Proben Verunreinigungen, Farbstoffe, Allergene und Fremdfett in Form von Palmöl. Fast alle Proben hätten mit künstlichen Farbstoffen einen höheren Anteil an qualitativen Zutaten vorgetäuscht.

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In fünf der acht Proben sei keine Schokolade enthalten gewesen, sondern Palmöl. Bei einem stichprobenartigen Screening seien in einer Probe mit Pistazienfüllung hohe Anteile an Schimmelpilzgiften (Mykotoxine), vor allem Aflatoxine, festgestellt worden. Die Waren dürfen bis zur endgültigen Ergebnisermittlung nicht verkauft werden. Laut Kakaoverordnung müssen in einer Schokolade mindestens 35 Prozent Kakaotrockenmasse sein. Produkte, die anstatt Kakaobutter andere pflanzliche Fette enthalten, sind keine Schokolade und stellen Verbrauchertäuschung dar.

Geschmackstypen und warum manche den Hype verstehen

Wissenschaftlichen Erkenntnissen zufolge gibt es drei Grundtypen von Geschmackssensorik: 25 Prozent sind sogenannte „Non‑Taster“, etwa die Hälfte sind „Medium‑Taster“, und 25 Prozent sind „Super‑Taster“. Die Dubai‑Schokolade hat der Süßwarenwelt einen neuen Drive beschert, und die Chocolatiers dieser Welt werden wieder erfinderisch. Wie gut das Produkt ist - etwas für Medium‑Taster, oder für die Feinschmecker? Für viele Konsument:innen ist die Zugehörigkeit zum Trend wichtiger als die kritische sensorische Bewertung: „Solange der Reiz der Exklusivität und das Gefühl, Teil eines besonderen Trends zu sein, bestehen bleiben, dürfte die Nachfrage anhalten.“

Verwendung in der Gastronomie und Produktvarianten

Dubai‑Schokolade schmeckt sowohl mit Milchschokolade als auch mit Zartbitter. Möglichkeiten für die Verwendung der angesagten Süßigkeit gibt es viele: als Dessert in Tiramisu‑Varianten, als Topping für Eis, in Muffins, Cupcakes oder Cookies. Dubai‑Schokolade kann für Gastronomie‑Betriebe deshalb zum Alleinstellungsmerkmal werden. Gerade eine luxuriöse Präsentation sorgt für besondere Aufmerksamkeit.

Ökologische und ökonomische Aspekte

Die Delikatesse mag schmecken, ist aber leider auch eine Kalorienbombe: Der 200‑Gramm‑Riegel „Can’t Get Knafeh Of It“ von FIX kommt mit 992 Kalorien und 60 Gramm Fett daher. Wenn die Preise für Kakaobohnen und Pistazien, die beide derzeit hoch sind, weiter steigen, wird dies wahrscheinlich die Attraktivität der Luxusschokolade auf der ganzen Welt beeinträchtigen. Zudem gab es Berichte über Pistazienknappheit und Auswirkungen auf Lieferketten.

Kulturelle und mediale Beobachtungen

Die Dubai‑Schokolade wurde in zahlreichen Medien zum Phänomen erklärt: Der Google‑Bericht “Year In Search” zeigte, dass “Dubai Chocolate Bar” 2024 weltweit eine der häufigsten Suchanfragen in der Kategorie Rezepte, Lebensmittel und Getränke war. Die Beliebtheit hat sie teilweise zu einem Kulturgut Dubais gemacht, vergleichbar mit Datteln und Gold: „Sie stärkt den Ruf Dubais als Reiseziel für einzigartige, hochwertige Erlebnisse“, so eine Vertreterin des Dubai Department of Economy and Tourism.

Selber machen oder Original suchen?

Wer die originale Rezeptur nicht verhimmelt, kann die Leckerei selber machen. Günstig ist die eigene Herstellung jedoch nicht, da hochwertige Pistaziencremes teuer sind und günstigere Produkte oft weniger Pistazienanteil und mehr pflanzliche Öle enthalten. Wer das Original sucht, muss nach Dubai reisen oder Glück bei limitierten Verkaufsaktionen internationaler Anbieter haben. Viele Nachahmungen und „Dubai‑Style“ Produkte sind inzwischen auf dem Markt.

Pistazien und Kadayif als Hauptzutaten

Kurze Faktenübersicht (Tabelle)

Aspekt Kurzinfo
Erfinderin / Marke Sarah Hamouda, FIX Dessert Chocolatier
Erstveröffentlichung 2021 (Markteinführung 2022)
Hauptzutaten Schokolade, Pistaziencreme, Kadayif (Engelshaar)
Besonderheit Knusprige Textur + nussige Pistazienfüllung
Originalverkauf Nur vereinzelt in Dubai (Deliveroo, Duty‑Free, Resorts, Events)
Sicherheitsbedenken Untersuchungen: Palmöl statt Kakao, Aflatoxine, unerklärte Farbstoffe

Wohin führt der Trend?

Ob der Hype weiter wachsen wird oder das Ende bereits erreicht ist, bleibt abzuwarten. Der Trend zeigt exemplarisch, wie schnell Food‑Trends heute entstehen und sich weltweit verbreiten. Entscheidend für die Nachhaltigkeit des Trends wird sein, ob das Geschmackserlebnis die hohen Erwartungen erfüllt und ob die Qualität und Sicherheit der Produkte gewährleistet bleibt. Solange Exklusivität und das Gefühl, Teil eines besonderen Moments zu sein, bestehen bleiben, dürfte die Nachfrage jedoch weiter anhalten.

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