Herkunft und Geschichte der Marke Milka Schokolade
Zart, zarter, Milka. Jedes einzelne Stück köstlicher Milka Schokolade zergeht so exquisit auf der Zunge, dass wahre Schokoladen-Liebhaber sofort erkennen: Das muss Milka sein! Diese Zartheit ist unverwechselbar - sie sorgt für einzigartigen Geschmack, höchste Qualität und ganz besondere Genussmomente, die den Alltag versüßen.
Milka ist eine der bekanntesten Schokoladenmarken in Deutschland und vielen anderen Ländern weltweit. Im Jahr 1901 erblickte Milka das Licht der Welt. Schon damals war die verführerische Schokolade in das berühmte lila Papier eingeschlagen - so begann ihr Aufstieg zu einer der begehrtesten Schokoladenmarken weltweit.
Die Ursprünge: Von Philippe Suchard zur Marke Milka
Am 17. November 1825 gründete der Schweizer Zuckerbäcker Philippe Suchard eine Confiserie in Neuenburg. Er warb für ein neuartiges handgemachtes Dessert, die «chocolat fin de sa fabrique» (französisch für „feine Schokolade aus eigener Herstellung“), deren Rezept jedoch nicht überliefert ist.
1826 erwarb Suchard im Nachbardorf Serrières eine ehemalige Wassermühle und baute dort eine maschinelle Produktion von Tafelschokolade auf. Ende des 19. Jahrhunderts ist Suchard nicht nur eine der renommiertesten Marken, sondern auch der größte Schokoladenhersteller seiner Zeit.
Die Schokolade war erfolgreich, aber es begann gegen Ende des 19. Jahrhunderts auch ein Verdrängungswettbewerb unter den Schweizer Schokoladenherstellern. In den 1880er-Jahren brachte Suchard als erstes Unternehmen im größeren Stil Milchschokolade auf den Markt. Die wurde schnell zum beliebtesten Produkt des Unternehmens.
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Am Ende des 19. Jahrhunderts folgten auch andere Marken dem Trend zur Milchschokolade. Der gute Geschmack allein reichte also nicht zur Differenzierung.
Die Geburt der Marke Milka und das lila Erfolgsgeheimnis
Die gelang Suchard 1901 mit einem doppelten Marketing-Clou: Zum einen gab das Unternehmen der Milchschokolade einen eigenen Namen, nämlich Milka - abgeleitet von „Milch“ und „Kakao“. Zum anderen erhielt die Verpackung einen lilafarbenen Aufdruck eines Alpenpanoramas mit Kuh.
Im Jahr 1901 wurde der Markenname „Milka“ registriert; das Akronym bildet sich aus den ersten Silben der Wörter „Milch“ und „Kakao“. Seitdem wird die Milka-Schokolade in Lörrach hergestellt und in einem lilafarbenen Umschlag angeboten, versehen mit dem Bild einer Kuh im Alpenpanorama.
Das Design der Schokoladentafel hat sich im Laufe der Jahre geändert. Lila war sie schon immer.
Dazu muss man wissen, dass Lila zu Anfang des letzten Jahrhunderts eine No-Go-Farbe war. Dunkles Lila (Violett) trugen katholische Geistliche zur Advents- und Fastenzeit, und helles Lila galt bei Frauenkleidung als „letzter Versuch“. Aber „Marke sein“ heißt eben „anders sein“ und von diesem mutigen Schritt, der Verbindung der Farbe Lila mit Milka, profitiert die Marke noch heute.
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Schutz der Marke Milka und ihrer Farbe
Im Deutschen Reich wurde das Warenzeichen "Milka" am 12. Oktober 1904 beim Reichspatentamt zum Schutz angemeldet und zum 8. Oktober 1905 in das Warenzeichenregister eingetragen.
Der vom Konzern gewählte lila Farbton spielt eine zentrale Rolle für die Marke Milka. Laut Angaben der Firma Kraft war das sogenannte Milka-Lila 1995 die erste abstrakte Farbmarke, die im weiten Sinn europaweit geschützt wurde.
Seit 1995, direkt nach der Reform der Markengesetzgebung, wurde das „Milka-Lila“ als eine der ersten Farbmarken registriert. Seitdem darf keine andere Schokolade ohne Lizenz von Milka in einer lila Verpackung verkauft werden.
In ihrem Rechtsstreit gegen die Verdener Keks- und Waffelfabrik Hans Freitag, die einen ähnlichen lilafarbenen Grundton verwendete, entschied der Bundesgerichtshof 2004 in einem Grundsatzurteil, dass die Farbe Lila und verwechselbare Farbtöne bei Verpackung von Schokoladenwaren weiterhin nur für Milka-Produkte verwendet werden dürfen.
Produktionsstandorte und die besondere Milka-Rezeptur
Milka ist eine Marke für Schokoladenprodukte des US-amerikanischen Nahrungsmittelkonzerns Mondelez International. Die Schokolade wird unter anderem im baden-württembergischen Lörrach, im vorarlbergischen Bludenz und im bulgarischen Swoge hergestellt.
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Seit 1880 wird in Lörrach Schokolade hergestellt, seit 1901 heißt sie Milka. Philippe Suchard gründete einst die Schokoladenfabrik. Heute gehört sie zum internationalen Konzern Mondelēz und ist einer der größten Arbeitgeber in der Kreisstadt. Die Tafelschokolade wird großteils weiterhin im Werk Lörrach (Deutschland) an der „Milkastraße“ hergestellt.
Mit rund 500 Mitarbeitern zählt die Schokoladenfabrik zum größten Arbeitgeber in Lörrach. Bis zu 4,5 Millionen Tafeln pro Tag: Eine Erfolgsgeschichte in lila. 70 Prozent der Produktion gehen in den Export.
Von der Bohne zur Tafel: Die Rezeptur von Milka ist geheim, die Zutaten sind es nicht und bestehen aus Kakao, Zucker und Milchpulver, hergestellt aus Milch aus der Alpenregion. Milka legt Wert auf Tradition. Daher steckt von Anfang an nur hochwertige Milch aus der Alpenregion in der köstlichen Schokolade. In Milka ist einfach bester Geschmack der Täler, Hochtäler und des Alpenvorlandes von Österreich, Deutschland und Italien drin!
Die Kakaobohnen kommen von der Elfenbeinküste, aus Ghana sowie Indien, Indonesien, Brasilien und der Dominikanischen Republik. Dabei bezieht Milka in Lörrach Kakao aus dem nachhaltigen Beschaffungsprogramm Cocoa Life. Im Jahr 2020 hat Mondelēz 68 Prozent des Kakaos für alle seine Schokoladensorten nachhaltig beschafft.
| Jahr | Meilenstein |
|---|---|
| 1825 | Gründung der Confiserie durch Philippe Suchard in Neuenburg |
| 1880 | Produktionsverlagerung nach Lörrach |
| 1901 | Einführung der Marke Milka |
| 1904/1905 | Markenschutz für Milka |
| 1972/73 | Einführung des Logos der lila Kuh, erste TV-Werbung |
| 1995 | Schutz der Farbe Milka-Lila als Farbmarke |
| 2000 | Übernahme durch Mondelez/Kraft Foods |
Der Geschmack und die Vielfalt von Milka
Das Sortiment der Tafelschokolade umfasst verschiedene Geschmacksrichtungen, z. B. Nuss, Alpenmilch, Milka & Oreo, Milka & Daim, Milka & TUC Crackers oder Milka & LU Kekse.
Das Sortiment ergänzen Sonderproduktionen in exotischen und anlass- oder saisonal bezogenen Geschmacksrichtungen (z. B. Popcorn oder Crème Brûlée). Zu Ostern werden große Schokohasen und kleine Schokoeier (zum Auslöffeln) angeboten.
Darüber hinaus gibt es eine breite Produktpalette: Nussini (seit 1986), I love Milka (herzförmige Schokopralinen, 1987), Tender (Biscuitrolle im Schokoriegelformat, seit 1993), Milka Leo (seit 1993), Milka Luflée (Luftschokolade als Schokoriegel, seit 1998), Milka Schoko & Keks Minis (seit 1999), Milka M-joy (in vier Sorten, 2004), Milka Snax (seit 2011, in vier Sorten), Milketten und Milka Haselnusscreme als Brotaufstrich oder Zutat für Crêpes.
Werbung & Markenkultur: Die lila Kuh und kreative Kampagnen
Das bekannte lila Kuh-Logo wurde im Jahr 1972 eingeführt und hat sich seitdem zu einem der bekanntesten Markenzeichen in der Schokoladenindustrie entwickelt.
1972 kreierte die Agentur Young & Rubicam die lila Kuh. Ein Jahr später wurde sie zur zentralen Werbefigur und hatte ihren ersten TV-Auftritt. Im kollektiven Bewusstsein der Verbraucher ist die lila Kuh fest verankert.
In den 1960er- und 70er-Jahren gestaltete die in Bludenz lebende Grafikerin und Kinderbuch-Illustratorin Susi Weigel für jene Milka-Schokolade-Tafeln, die zu Ostern und Weihnachten in den Handel kamen, saisonale Schmuckhüllen. Der Dino auf der Werbung und auch das Packungsbild selbst stammen von Susi Weigel. Eine ganze Comic-Serie um diesen Dino hat sie wohl auch gestaltet.
In den 1990er Jahren wurde durch die Milka-Fernsehwerbung der Werbeschauspieler und Musiker Peter Steiner bekannt, dessen Lied „It’s cool man“ es sowohl in die deutsche als auch in die österreichische und Schweizer Hitparade schaffte.
Produktinnovationen und Kritik der Gegenwart
Jährlich gibt es neue, limitierte Tafelsorten bei Milka - aktuell sind das zum Beispiel vier Alpenmilch-Schokoladentafeln mit „zarten Botschaften“ („Immer für Dich da“). Was sich von den limitierten Editionen bewährt, kann ins Standartsortiment aufgenommen werden, wie zum Beispiel die Kombination mit Oreo-Keks.
Milka ist eine der wenigen Schokoladen-Marken außerhalb des Hochpreissegmentes, von der Tafeln mit einem geringeren Gewicht als den üblichen 100-Gramm-Tafeln angeboten werden. Es wurden Sorten angeboten, deren Umverpackung zwar so groß wie die einer 100g-Tafel schienen, deren Inhalt aber 93, 90, 87 und dann 81 Gramm wog.
| Sortengewicht | Bemerkung |
|---|---|
| 100 g | ursprüngliches Standardgewicht |
| 90 g | aktuell, Preiserhöhung bleibt erhalten |
| 87 g, 81 g | reduzierte Sondereditionen |
Milka stand auch 2025 in der Kritik, als die 100-Gramm-Tafel auf 90 Gramm reduziert wurde, nachdem zuvor der Preis von 1,49 Euro auf 1,99 Euro erhöht worden war. Dabei ist die Größe der Packung gleich geblieben, die Tafel ist aber um 0,7 mm dünner geworden, sodass Kunden das geringere Gewicht kaum auffällt.
Darüber hinaus stand Milka dafür in der Kritik, dass sich bei einigen Schoko-Weihnachtsmännern die Gewichts- und sonstigen Pflichtangaben nicht direkt von außen erkennbar befinden.
Milka im Wandel: Eigentümerwechsel und Internationalisierung
1970 fusionierte Suchard mit Tobler zu der Firma Interfood S.A., was sich auch auf die Eigentumsverhältnisse von Milka auswirkte. Interfood wurde 1982 inklusive Milka durch den Kaffeehersteller Jacobs übernommen und die Firma Jacobs Suchard AG gegründet. Nach der Übernahme durch Kraft Foods wurde nach und nach auf den Namen „Suchard“ auf der Verpackung verzichtet.
Rezepturen wurden verändert. Die enge Verbindung von Milka, Kuh und Lila überstand eine Reihe von Besitzerwechseln. Seit dem Jahr 2000 gehört Milka zum Nahrungsmittelkonzern Mondelez (früher Kraft Foods).
Weitere bekannte Mondelēz-Marken sind u.a. Cadbury, Daim, Philadelphia, Oreo, TUC oder Toblerone.
Milka in der Gesellschaft und Arbeitskultur
Milka-Schokolade ist ein beliebter Bestandteil von Desserts, Eiscreme und Kuchen in Restaurants und Cafés. In Deutschland hat Milka auch im Außer-Haus-Markt eine bedeutende Rolle, insbesondere in der Gastronomie und als Snack unterwegs.
Mit 500 Mitarbeitern ist Milka ein wichtiger Arbeitgeber. Die Beschäftigten würden sich stark mit dem Unternehmen identifizieren. Es herrsche ein gutes Betriebsklima, das sich auch an der geringen Fluktuation von Personal zeige.
Um einem Fachkräftemangel vorzubeugen, investiere man in Ausbildungsprogramme und Kooperationen mit der Dualen Hochschule Baden-Württemberg Lörrach (DHBW) in den Fächern Elektrotechnik und Wirtschaftswissenschaften. Mondelēz ist einer der größten Arbeitgeber in Lörrach, der sich auch im Bereich Ausbildung stark engagiert und bei Ausbildungsbörsen präsent ist.
Lörrach und Schokolade haben eine gemeinsam lange Geschichte. Die Verwurzelung der Stadt mit dem Schokoladenhersteller zeigt sich an Beispielen wie der Kindertagesstätte Villa Lila und dem Schokoladen-Rundgang in Lörrach.
Kreative Impulse und das Milka-Fest
Die Feier zum 120-jährigen Milka-Jubiläum fiel aufgrund der Pandemie im letzten Jahr ins Wasser. Mondelēz ist sich dennoch eine Aktion ausgedacht und im Herbst mit Lastenrädern Schokolade in der Innenstadt verteilt. In den Vor-Coronajahren gab es jährlich ein Schokoladenfest mit Bühnenprogramm und Spielstationen.
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