Ist Honig gleich Honig? Unterschiede, Sorten und Qualitätsmerkmale
Ob als süßer Brotaufstrich oder wohltuende Zutat im Tee - Honig erfreut sich in Deutschland großer Beliebtheit. Doch Honig ist nicht gleich Honig. Es gibt erhebliche Unterschiede in Qualität, Sorte und Herkunft. Dieser Artikel beleuchtet die Vielfalt von Honig, gibt Tipps zur Erkennung von Qualität und zeigt, wie man ihn vielseitig in der Küche verwenden kann.
Herkunft und Qualität: Worauf man achten sollte
Nur etwa 20 Prozent des in Deutschland verkauften Honigs stammen aus heimischer Produktion. Der Großteil wird importiert, vor allem aus Mexiko, Argentinien und Rumänien. Beim Kauf sollte man daher genau auf die Herkunft achten.
Günstige Honige werben oft mit Begriffen wie "Landhonig" oder "Imkerhonig", die eine deutsche Herkunft suggerieren sollen. Ein genauer Blick auf das Kleingedruckte offenbart jedoch oft, dass es sich um eine "Mischung von Honig aus EG-Ländern und Nicht-EG-Ländern" handelt.
Der Deutsche Imkerbund (DIB) hat Qualitätsstandards für seine Honige festgelegt, die über die Anforderungen der EU-Honigverordnung hinausgehen. Honig mit dem Gütesiegel "Echter deutscher Honig" stammt ausschließlich aus Deutschland und ist naturbelassen. Das bedeutet, dass ihm nichts entzogen oder hinzugefügt werden darf. Honigeigene Bestandteile wie Pollen dürfen nicht herausgefiltert und der Honig darf nicht wärmebehandelt werden. Der Imker füllt ihn direkt aus den geschleuderten Waben ab.
Industriell hergestellter Honig wird dagegen in der Regel aus verschiedenen Honigen gemischt.
Lesen Sie auch: Gesundheitliche Lage von Heinz Hoenig im Detail
Vielfalt der Honigsorten: Ein Überblick
Die Welt des Honigs ist überraschend vielfältig. Es gibt unzählige Sorten, die sich in Geschmack, Farbe, Geruch und Konsistenz unterscheiden. Diese Vielfalt macht jede Sorte einzigartig. Für Honigliebhaber lohnt es sich, die verschiedenen Sorten zu probieren und ihre individuellen Merkmale kennenzulernen. Je nach persönlicher Vorliebe eignen sich manche Sorten besser als Brotaufstrich, andere als Süßungsmittel oder zum direkten Verzehr vom Löffel.
Allgemeiner Einblick in Honigsorten
Jede Honigsorte ist einzigartig, sowohl innerhalb ihrer Art als auch in sich selbst. Der Blütennektar eines Jahres wird nie exakt wie der des Vorjahres schmecken. Dies hängt vom Trachtangebot ab, das den Bienen zusagt. Bienen sind blütenstet, das heißt, sie fliegen solange zu derselben Nektarquelle, bis diese versiegt ist. Wenn also in einem Jahr vermehrt Kornblumen blühen, suchen die Sammlerinnen diese Nektarspender auf, bis sie ausgeschöpft sind. Erst dann wenden sie sich der nächsten Quelle zu. Im nächsten Jahr können Anteile von Löwenzahn oder Brombeeren dominieren, was bedeutet, dass sich jeder Blütenhonig in jeder Saison neu zusammensetzt.
Auch beim Waldhonig gibt es Unterschiede. Stammt der Honigtau vermehrt von Zikaden oder von Blattläusen? Welche Pflanze gab vermehrt ihren Siebröhrensaft preis? All dies ist unvorhersehbar und wird unter anderem vom Wetter beeinflusst. Honigsorten sind so vielfältig wie die Pflanzen, von denen sie stammen.
Inhaltsstoffe: Was steckt im Honig?
In jedem Honig verbergen sich etwa 200 Inhaltsstoffe. Zucker ist der Hauptbestandteil, setzt sich aber wiederum aus zahlreichen Molekülen zusammen. Hinzu kommen Wasser, Aminosäuren, Pollenanteile, Vitamine und Enzyme. Das Verhältnis zwischen Wasser, Frucht- und Traubenzucker ist entscheidend für die Konsistenz des Honigs. Ein hoher Anteil an Traubenzucker führt dazu, dass der Honig schneller auskristallisiert. Rapshonig ist ein typisches Beispiel dafür. Er wird innerhalb kürzester Zeit steinhart, wenn er nicht gerührt wird. Generell werden die meisten Frühtrachthonige gerührt, da sie - genau wie Raps - einen hohen Glucoseanteil (Traubenzucker) enthalten. Durch das Rühren verhindert der Imker das Aushärten des Honigs, indem er die Zuckerkristalle in der Phase der Kristallisation bewegt und so ihre Verbindung untereinander verhindert.
Klassifizierung: Blütenhonig vs. Honigtauhonig
Honigsorten unterscheiden sich grundlegend in ihrem Ursprung. Es gibt Blütenhonig und Honigtauhonig. Blütenhonig ist der Oberbegriff für alle Honigsorten, die aus Blütennektar gewonnen werden. Honigtauhonig hingegen ist der beliebte Waldhonig. Hier spielen Kleinstlebewesen eine große Rolle, denn die winzigen Waldbewohner nehmen den süßen Saft der Waldpflanzen auf und verstoffwechseln ihn. Dabei nehmen sie mehr auf, als sie verarbeiten können, und geben einen Teil wieder ab. Diese "Abgabe" wird von Bienen eingesammelt und zu Honig verarbeitet. Waldhonig kristallisiert sehr spät aus und hat eine dunkle Farbe - im Gegensatz zu Blütenhonig, der meist sehr hell ist. Unter den Waldhonigen gibt es weitere Sorten wie Tannenhonig, Fichtenhonig oder Edelkastanienhonig.
Lesen Sie auch: Herstellungsprozess von Blaue Biene Honig detailliert erklärt
Sortenreiner Honig: Wie erkennt man ihn?
Wenn die Bienenstöcke inmitten einer bunten Blumenwiese stehen, ist es einfach: Im Normalfall sollte der gewonnene Honig entweder Blütenhonig, Frühjahrs- oder Sommertrachthonig sein. Aber woher weiß der Imker, dass er beispielsweise reinen Lindenblütenhonig geerntet hat? Immerhin lassen sich Bienen nicht "vorschreiben", welchen Nektar sie anfliegen. Nur weil sie in der Nähe von Lindenbäumen stehen, sichert das noch keine reine Ernte. Die Honigverordnung besagt, dass ein Honig nur dann als Sortenhonig (Rapshonig, Edelkastanienhonig, Buchweizenhonig…) bezeichnet werden darf, wenn er ganz oder überwiegend aus dem Nektar der genannten Pflanze besteht.
Das Verhalten der Bienen
Da Bienen blütenstet sind, fliegen sie solange zu einer Quelle, bis diese versiegt. Für den Imker, dessen Bienenstöcke beispielsweise in der Nähe eines Rapsfeldes stehen, bedeutet das, die Tiere, die Natur und die Blütenstände zu beobachten. Hier kommt die Erfahrung ins Spiel - ein Jungimker wird mit seinen ersten Bienenvölkern kaum die Nektarquelle exakt und völlig sicher bestimmen können. Haben die Bienen den Nektar eingetragen und die Pflanzen stellen die Produktion ein, wird der Honig nach der Reife geerntet. So entsteht sortenreiner Honig.
Analyse im Labor
Viele Imker sparen sich den Aufwand, ihren Honig im Labor auf die Sorte untersuchen zu lassen. So kann es sein, dass man zwar einen "Blütenhonig" gekauft hat, es sich aber in Wahrheit um einen astreinen Kornblumenhonig handelt, um ein Beispiel zu nennen. Andersherum wäre es natürlich überhaupt nicht zulässig: Wenn der Honig als Buchweizenhonig deklariert ist, muss er überwiegend aus dem Nektar des Buchweizens bestehen. Eine Pollenanalyse gibt hier genau Aufschluss. Im Labor kann anhand des Pollenabbildes genau festgestellt werden, ob überhaupt und wenn ja, um welchen Sortenhonig es sich handelt.
Auswahl verschiedener Honigsorten und ihre Eigenschaften
- Deutscher Akazienhonig: Dieser Honig stammt in Deutschland von der Robinie. Sein Geschmack ist lieblich-mild, die Farbe hellgelb und die Konsistenz dünnflüssig. Interessanterweise darf diese Honigsorte als "Akazienhonig" bezeichnet werden, auch wenn er von der Robinie stammt. Der Grund liegt im allgemeinen Sprachgebrauch, denn obwohl Akazien und Robinien nicht einmal miteinander verwandt sind, ähneln sie sich vom Blattaufbau. So wurde im Laufe der Jahrhunderte aus der Robinie die "falsche Akazie".
- Echter Akazienhonig: Er stammt aus tropischen oder subtropischen Regionen, also von dort, wo sich Akazienwälder angesiedelt haben. Er schmeckt mild und süß.
- Alpenrosenhonig: Er ist besonders mild im Geschmack und Geruch. Er überzeugt in erster Linie durch seine gelborange Farbe. Mit beginnender Kristallisation erhält der Honig einen perlmuttfarbenen Schleier. Vollkommen kandiert (fester Zustand) ist der Honig knallig-gelb. Dieser Honig stammt häufig aus den Alpenregionen, beispielsweise Südtirol.
- Blütenhonig: Blütenhonig ist jeder Honig, der aus dem Nektar von Blüten hergestellt wird. Gibt es neben der Bezeichnung als Blütenhonig keine genaue Benennung nach einer bestimmten Pflanzenart, ist es eventuell kein sortenreiner Honig oder er ist als solcher nicht deklariert. Das kann aber auch daran liegen, dass einfach die Analyse im Labor nicht gemacht wurde, denn für viele kleinere Imkereien lohnt sich das nicht. Ergo verkaufen sie ihren Honig als Blütenhonig, einfach um kein Risiko einzugehen. Es kann aber natürlich auch sein, dass die Bienen bei verschiedenen Blüten den Nektar gesammelt haben. Eine genauere Charakterisierung bzgl. Farbe, Geschmack etc. ist hier dann nicht möglich. Blütenhonig ist immer fruchtig, immer mild und immer aromatisch - egal, welche Pflanzen letztlich dominierten. Guter Blütenhonig aus einer nachhaltig agierenden Imkerei wird meist cremig gerührt, da er sehr schnell kristallisieren würde. Das prädestiniert ihn natürlich auch dazu, dass ihm andere Bienenprodukte wie Gelée Royal oder Blütenpollen untergemischt werden - so vereinen sich also zwei gute Bienenerzeugnisse in einem naturbelassenen Produkt.
- Edelkastanienhonig: Die Farbe dieses Honigs ist braun, der Geschmack leicht herb bis bitter. Der Honig ist dünnflüssig und kristallisiert nur sehr langsam. Es gibt in Deutschland nur wenige Regionen, in denen es große Bestände an Edelkastanien gibt, so beispielsweise im Schwarzwald oder am Oberrhein noch teilweise zusammenhängende Bestände.
- Eukalyptushonig: Eukalyptushonig hat einen sehr intensiven Geruch und schmeckt würzig und malzig zugleich. Der Honig ist bernsteinfarben, leicht braun. Er wird sehr schnell fest und bekommt dann eine matt-gelbe, braun-malzige Farbe. Eine typische Region, in der Eukalyptus-Honig erzeugt wird, ist die Insel Sardinien.
- Heidehonig: Herb und würzig ist der Geschmack dieses Honigs. Er hat eine goldbraune Farbe und schimmert leicht rötlich. Die Konsistenz ist leicht zäh. Der Nektar stammt von der Besenheide oder von Erikapflanzen. Er darf als einziger Honig einen geringfügig höheren Wassergehalt aufweisen, denn er ist in seinem Ursprung geleeartig. Deswegen ist Heidehonig auch sehr schwer zu ernten. Eine echte "Heidenarbeit" eben.
- Kleeblütenhonig: Dieser Honig ist mild und süß zugleich. Die Kristallisation setzt schnell ein. Die Farbe ist weiß bis beige und die Konsistenz leicht cremig.
- Lavendelhonig: Honig von der Lavendelblüte hat einen blumigen, charakteristischen Geschmack und einprägsamen Duft. In flüssigem Zustand schimmert der Honig goldgelb. Während der Kristallisation bilden sich dann feine Zuckerflocken und er wird cremig. Eine traditionelle Region für den Anbau von Lavendel ist Südfrankreich - dort wird auch Lavendelhonig geimkert.
- Lindenblütenhonig: Dieser Honig wird, wie der Name schon sagt, aus Lindenblüten gewonnen und hat eine gelbgrünliche Färbung. Der Geschmack ist mild, die Konsistenz ist flüssig. Es ist eine hauptsächlich norddeutsche Spezialität, da dort zahlreiche Linden die Abgrenzung zwischen Straße und Feld oder Acker und Acker darstellen.
- Löwenzahnhonig: Löwenzahn blüht schon früh im Jahr. Daher ist er sehr wichtig für die Entwicklung der Bienen. Die Farbe ist in flüssigem Zustand hellgelb, in festem Zustand (kandiert) ist das Gelb kräftig. Löwenzahnhonig ist körnig und zudem sehr aromatisch im Geschmack.
- Pinienhonig: Wie die anderen Waldhonige, ist auch Pinienhonig kräftig-dunkel in seiner Farbe. Allerdings sind in diesem Honig oft auch Nektaranteile vorhanden. Der Geschmack ist würzig.
- Manuka-Honig: Diesen Honig stellen die Bienen aus dem Nektar der Manuka-Blüte her. Das Ursprungsland dieses exotischen Honigs ist Neuseeland. Der Geschmack wird teilweise als leicht bitter beschrieben. Diesem Honig wird eine besondere Wirkung für die Gesundheit nachgesagt, da er eine nachgewiesene Wirkung gegen Bakterien und andere Keime enthält. Dafür verantwortlich ist der Gehalt an Methylglyoxal, der in dieser Form nur im Manuka Honig vorkommt. Leider gibt es sehr viele Fälschungen auf dem Markt, umso wichtiger ist es, Manuka Honig nur dann zu kaufen, wenn der Wert des als MGO abgekürzten Methylglyoxal deklariert ist. Zudem wächst die Südseemyrte bis auf einige nicht nennenswerte Bestände im südöstlichen Australien nur auf Neuseeland. Somit ist die Herkunft ebenfalls ein Indiz für die Echtheit des wertvollen Honigs.
- Rapshonig: Die Rapsblüte ist für die Bienen in Deutschland eine der ergiebigsten Nektarquellen. Der Honig hat eine hellgelbe (flüssig) bis weißliche Farbe (kandiert). Er kristallisiert schnell und wird aus diesem Grund cremig gerührt. Der Geschmack ist mild. Es ist einer der beliebtesten Honigsorten überhaupt und besonders Kinder mögen den unaufdringlichen, zarten Geschmack und die vollmundige Süße.
- Sonnenblumenhonig: Dieser Honig ist hellgelb bis orangegelb, mit einer cremigen Konsistenz und mildem Geschmack.
- Waldhonig: Waldhonig hat einen würzigen Geschmack und eine dunkelbraune Farbe. Es gibt Waldhonig von verschiedenen Waldpflanzen, etwa von Fichten oder Tannen. Im Ursprung wird Waldhonig aus Honigtau gewonnen und Imker, die diese leckere Spezialität herstellen, sind äußerst abhängig vom Wetter. So kann es passieren, dass ein einziges Wetter die winzigen Insekten von den Bäumen herunterspült.
- Weißtannenhonig: Diese Honigsorte ist in der Verfügbarkeit oft stark begrenzt, da die Gewinnung schwierig ist, denn diese hängt extrem von den äußeren Bedingungen ab. Der Honig bleibt sehr lange flüssig. Der Geschmack ist intensiv, kräftig-würzig. Der Honig hat eine edelbraune, rötliche bis leicht grünliche Farbe.
Natürlich gibt es noch unzählige weitere Honigsorten wie den exotischen Leatherwoodhonig aus Tasmanien, Quillaja Honig aus Chile, Maya-Honig aus Mexiko oder Korianderhonig vom Balkan. Die Welt der Honigsorten ist riesig und es lohnt sich absolut, hier in ferne Bienenstöcke zu schnuppern und eine außergewöhnliche Spezialität zu kosten. Dabei steht natürlich das Wohl der Tiere und der Schutz der Natur im Vordergrund. Für viele kleine Imker in armen Ländern ist der Honig die einzige Verdienstquelle. Diese Kleinbauern können es sich gar nicht leisten, schlecht zu Flora und Fauna zu sein, denn das würde den ohnehin schon kargen Verdienst noch weiter schmälern. Wer einmal die mühselige Arbeit des Imkers beobachten konnte, der Aufwand der Hege und Pflege der Bienenvölker, der wird sicher bereit sein, faire Preise für anständige, naturbelassene Produkte zu bezahlen. Egal für welche der vielen Honigsorten.
Regionale Unterschiede
Regionale Unterschiede wie Boden- und Klimaverhältnisse haben einen direkten Einfluss auf die Natur und somit auf das Trachtangebot (Nektar, Pollen und Honigtau) für Honigbienen. Deshalb ist Honig auch nie gleich Honig. Ähnlich wie bei einem guten Wein kann man auch beim Honig verschiedene Farben, Buketts, Geschmacksrichtungen und Aromanuancen erkennen und jeden "Jahrgang" neu genießen.
Lesen Sie auch: Natürliches Heilmittel bei Erkältung
Zusammensetzung und Inhaltsstoffe
Jeder Honig ist einzigartig. Im Wesentlichen unterscheiden sich die verschiedenen Honigsorten nach Herkunft, Gewinnungsarten, Geschmack und Farbe. Entscheidend ist dabei vor allem die Tracht eines Bienenjahres - keine Honigernte gleicht einer anderen.
Honig enthält:
- Kohlenhydrate: Sie finden sich in Honig mannigfach.
- Mineralstoffe: Wie zum Beispiel Kalium und Magnesium steuern die Muskel- und Nervenfunktionen.
- Enzyme: Sie wandeln den Zucker im Honig um und produzieren antibakterielle Stoffe.
- Aromastoffe: Sie stimulieren das Immunsystem.
Rohhonig vs. Verarbeiteter Honig
Was ist Rohhonig?
Roher Honig ist die naturbelassene Form von Honig. Er wird direkt aus den Waben gewonnen, nicht erhitzt und nur grob gesiebt, um Bienenreste zu entfernen. Dadurch bleiben wertvolle Bestandteile wie Enzyme, Pollen, Vitamine, Mineralstoffe und Antioxidantien weitgehend erhalten. Roher Honig ist also nahezu identisch mit dem Produkt, das die Bienen im Stock erzeugen.
Wie wird Honig verarbeitet?
Verarbeiteter (normaler) Honig wird nach der Ernte oft erhitzt (pasteurisiert), um ihn zu verflüssigen, Hefezellen abzutöten und die Haltbarkeit zu verlängern. Danach wird er intensiv filtriert, um Pollen, Wachs und Luftbläschen zu entfernen. Diese Verarbeitung sorgt für ein klareres Produkt mit längerer Haltbarkeit, aber sie reduziert einige der gesundheitsfördernden Verbindungen. Zudem werden manche verarbeiteten Honige mit Zuckersirup gestreckt.
Vergleich: Rohhonig vs. verarbeiteter Honig
| Merkmal | Rohhonig | Verarbeiteter Honig |
|---|---|---|
| Erhitzung | Keine Erhitzung (max. Raumtemperatur) | Pasteurisiert (ca. 60-70 °C) |
| Filtration | Nur grob gesiebt - Pollen und Enzyme bleiben | Feine Filtration - entfernt Pollen, Wachs und Blasen |
| Nährstoffe | Höherer Anteil an Enzymen, Vitaminen, Mineralstoffen und Polyphenolen | Teilweise verloren durch Hitze & Filtration |
| Pollen | Enthalten - trägt zu Wundheilung und Immunstärkung bei | Entfernt - weniger Geschmack und potenzielle Gesundheitswirkung |
| Haltbarkeit | Kürzer - kann nach Monaten kristallisieren | Länger - bleibend flüssig durch Erhitzung |
| Risiko von Botulismus | Rohhonig kann Sporen enthalten; Säuglinge < 12 Monate dürfen keinen Honig konsumieren | Gleiches Risiko; keine Erhitzung kann Sporen abtöten |
| Geschmack und Farbe | Intensiv, variiert je nach Tracht & Jahr | Einheitlicher Geschmack, oft heller durch Filtration |
| Anwendung | Ideal für rohe Anwendungen (Tee, Brot, Hautpflege) | Gut zum Süßen, aber weniger naturbelassen |
Roher Honig ist für gesundheitsbewusste Verbraucher die erste Wahl. Verarbeiteter Honig ist zwar länger haltbar und klarer, aber ein Teil der wertvollen Inhaltsstoffe wird zerstört.
Ist Rohhonig gefährlich?
Honig - ob roh oder verarbeitet - darf nicht an Säuglinge unter 12 Monaten verabreicht werden. Das Risiko für Botulismus, eine seltene, aber ernsthafte Krankheit, besteht. Für gesunde Kinder und Erwachsene ist Honig jedoch sicher und kann in moderaten Mengen genossen werden.
Kauf von Honig: Regionalität und Qualität
Warum Honig aus der Region kaufen?
- Transparente Herkunft & Qualität: Honig aus regionaler Imkerei ist nachvollziehbar. Auf jedem Glas steht, wo der Honig geerntet wurde. Im Gegensatz zu Importware oder Mischhonig, der aus verschiedenen Ländern stammt, kann man bei regionalem Honig den Produzenten kennen und Fragen direkt stellen. Roher Honig aus der Region ist naturbelassen und frei von industrieller Verarbeitung; Pollen und Enzyme bleiben erhalten.
- Unterstützung von Bienen & Biodiversität: Bienen sind für die Bestäubung vieler Pflanzen verantwortlich. Indem man regionalen Honig kauft, fördert man die Arbeit lokaler Imkerinnen und Imker, die sich um die Gesundheit ihrer Völker kümmern. Regionale Imker legen Wert auf naturnahe Standorte, sodass die Bienen eine vielfältige Tracht vorfinden. Dadurch werden heimische Pflanzen bestäubt und Biodiversität erhalten.
- Nachhaltigkeit & kurze Wege: Regionaler Honig legt kurze Transportwege zurück. Das schont das Klima und sichert Frische. Verpackungen können in der Region zurückgegeben oder wiederverwendet werden. Zudem investieren regionale Imkereien häufig in Blühflächen und Umweltprojekte, um Wildbienen und andere Insekten zu schützen.
- Authentizität & Geschmack: Jede Jahreszeit und jeder Standort prägt den Honig anders. Er schmeckt nach den Blüten der Umgebung, nach Wiese, Wald oder Baum. Diese Vielfalt findet man nur bei Honig aus der Region. Import- oder Massenhonig ist oft durchmischter und wird pasteurisiert, was den Geschmack vereinheitlicht.
- Vertrauen & faire Preise: Regionaler Honig wird meist zu fairen Preisen verkauft, die die Arbeit der Imker und die Pflege der Bienen widerspiegeln. Man kann sich direkt von der Qualität überzeugen, sich die Produktion erklären lassen und erhält ein Produkt, dem man vertrauen kann.
Wo kann man regionalen Honig kaufen?
Bioläden, Reformhäuser, Wochenmärkte oder Hobby-Imker aus der Nachbarschaft sind gute Anlaufstellen für regionalen Honig. Online-Plattformen helfen dabei, Honig in der Umgebung zu finden. Sollte man dennoch zu importiertem Honig greifen, sollte man unbedingt auf ein Fair-Trade-Siegel achten.
Woran erkennt man echten Honig aus der Region?
Achte auf klare Angaben zur Herkunft, Erntezeit und Sorte. Achte auf die Kennzeichnung "Echter deutscher Honig". Roher Honig ist naturbelassen und darf nicht erhitzt sein. Ein fairer Preis und vertrauenswürdige Herkunftsinformationen sind weitere Anhaltspunkte. Auch Zuckerkristalle am Glasrand sind ein Indiz für naturbelassenen Honig.
Tipps zur Verwendung von Honig in der Küche
Honig lässt sich nicht nur als Brotaufstrich verwenden, sondern auch vielseitig in der Küche einsetzen.
- Fleisch glasieren: Honig eignet sich ideal, um Fleisch zu glasieren. Er sollte jedoch erst ganz zum Schluss auf das Fleisch aufgetragen werden, da er sonst verbrennt. Dunkle Sorten wie Wald- oder Tannenhonig passen besonders gut zu Wild und anderen kräftigen Fleischarten.
- Salatdressings: Sehr beliebt ist Honig zur Zubereitung von Salat-Dressings auf Basis von Essig und Öl. Dazu ungefähr auf jeweils einen Esslöffel Honig, Senf und Essig drei Esslöffel Öl verwenden.
- Backen: Beim Backen mit Honig sollte man darauf achten, dass Honig süßer schmeckt als normaler Zucker. Man braucht also weniger davon. Zudem bräunt Honig den Teig aufgrund seines Fruchtzuckeranteils.
Lagerung von Honig
Das Honigglas sollte immer gut verschlossen werden, da Honig schnell Feuchtigkeit und Fremdgerüche annimmt. Honig sollte immer trocken, kühl und dunkel gelagert werden - cremiger Honig am besten bei 10-12 °C, flüssiger Honig bei 18-20 °C. Aufgrund des geringen Wasser- und des hohen Zuckeranteils hält sich Honig bei richtiger Aufbewahrung jahrelang. Es wird aufgrund seiner guten Haltbarkeit derzeit sogar diskutiert, dass bei Honig das Mindesthaltbarkeitsdatum abgeschafft werden soll.
Jeder Honig ist bei der Ernte klar und flüssig. Über kurz oder lang kristallisiert aber der enthaltene Traubenzucker aus, das heißt er "kandiert". Die Bildung von Traubenzuckerkristallen in Honig ist ein natürlicher Vorgang, der die Qualität nicht beeinflusst. Je nach Sorte kandiert Honig früher oder später. Raps- und Löwenzahnhonig kandieren zum Beispiel bereits wenige Tage nach der Schleuderung. Wenn man auskristallisierten Honig im Wasserbad erwärmt, wird er wieder flüssig.
Honig und Gesundheit
In Deutschland werden über 100 verschiedene Honigsorten angeboten, die sich unter anderem hinsichtlich Konsistenz, Farbe und Geschmack unterscheiden. Honig enthält etwas mehr Fructose als Glucose. Da Fructose süßer schmeckt als Glucose, bedeutet das: 10 Gramm Honig schmecken süßer als 10 Gramm Zucker. Wer die gleiche Süße erreichen möchte, muss also weniger Honig verwenden und erspart sich so die Einnahme einiger Gramm Kohlenhydrate. Aber letztlich erreicht auch Honig sehr hohe Kohlenhydratwerte: Normaler Haushaltszucker bringt es auf 380 Kalorien, Honig enthält in 100 Gramm bis zu 340 Kalorien. Daher kann auch Honig Zahnschäden verursachen, die Bauchspeicheldrüse belasten und den Darm schädigen. In Honig kann sich das Bakterium Clostridium botulinum befinden. Für Erwachsene ist es unbedenklich, bei Babys kann es im schlimmsten Fall zu einer Darminfektion mit Atemlähmungen führen.
tags: #ist #honig #gleich #honig #unterschiede


