Imkerpur roher Honig: Vorteile und Eigenschaften

Das wohl geläufigste Bienenprodukt ist Honig, welches aufgrund seines süßen Geschmacks sehr geschätzt wird. Honig, apothekersprachlich Mel genannt, wird von Bienen aus Blütennektar oder Honigtau produziert und ist ein Naturprodukt, welches Menschen als Lebensmittel verwenden. Roher Honig ist die naturbelassene Form von Honig.

Was bedeutet „roher Honig“?

Bei rohem Honig handelt es sich um reinen, nicht verarbeiteten Honig, der weder gefiltert noch erhitzt wurde. Unter rohem Honig versteht man einen Honig, der weder gefiltert noch erhitzt wurde, d.h. Es ist also naturbelassener Honig. Die Verordnung schreibt also vor, Honig in seinem naturbelassenen Zustand zu verkaufen - deutscher Honig ist damit fast immer roh. Tatsächlich ist der Begriff „Rohhonig“ in der EU gar nicht zugelassen, denn Honig ist per se ein Rohprodukt. Würde ein Imker diese Eigenschaft beispielsweise auf dem Etikett besonders ausloben, würde er mit einer Selbstverständlichkeit werben - das ist gesetzlich nicht zulässig.

Bevor der Honig ins Glas abgefüllt wird, wird er von der Imkerin oder dem Imker umsichtig gesiebt, um größere Wachsteilchen und andere Partikel zu entfernen. Pollen und andere Bestandteile des Honigs dürfen dabei nicht entzogen werden. Dies ist in der sogenannten Honigverordnung auch so vorgeschrieben.

Honigwaben im Bienenstock, Nahaufnahme

Herstellung und Verarbeitung beim Imker

Bienen saugen Nektar aus der Blüte oder sammeln Honigtau auf Blättern. Im Honigmagen wird der Nektar/Honigtau aufbewahrt und im Bienenstock in eine Wabe gepumpt. Durch diesen Vorgang reichern die Bienen den Nektar/Honigtau mit körpereigenen Stoffen an. Aber diese Substanz ist noch lange nicht Honig: Die Masse wird noch mehrmals von den Pflegebienen in den Honigmagen aufgenommen und wieder in die Wabe gepumpt bis schlussendlich die richtige Konsistenz erreicht ist und die Wabe mit einem Wachsdeckel verschlossen wird. Der Imker erkennt nun am Wachsdeckel, dass der Honig fertig ist. Er entnimmt die Wabe und entfernt den Verdeckelungswachs.

Manche Imkereien gewinnen Honig gepresst statt geschleudert: Presshonig (auch als „roh“ angeboten) entsteht, wenn die Waben geschnitten und komplett in einer Presse ausgepresst werden. Gepresst statt geschleudert: Die Waben werden geschnitten und in einer Edelstahl-Presse ausgepresst. So bleiben mehr Pollen und honigeigene Bestandteile enthalten als bei herkömmlich geschleudertem Honig - Honig, wie er aus der Wabe kommt.

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Gegebenenfalls wird der Honig leicht erwärmt, um ihn cremig zu rühren oder besser abfüllen zu können. Für den Verkauf erwärmen sie den Honig dann auf maximal 40 Grad Celsius, damit sie ihn leichter abfüllen können. Dabei wird er jedoch in der Regel nicht stärker erwärmt als durch die Bienen im Bienenstock. Dadurch blüht der Zucker später nicht aus - das heißt, es bilden sich keine Zuckerkristalle am Glas. Eine Pasteurisierung, wie sie bei manchen Importhonigen durchgeführt wird, findet hier nicht statt.

Erkennungsmerkmale von rohem Honig

  • Rohen Honig erkennst du an der Kennzeichnung "Echter deutscher Honig" und an der Herkunftsangabe. Rohen Honig erkennst du an der Kennzeichnung "Echter deutscher Honig".
  • Wenn der Honig dünnflüssig ist, könnte es ein Hinweis darauf sein, dass der Honig entweder erhitzt wurde oder mit Zuckersirup gestreckt wurde. Bei sehr flüssigem Honig solltest du stutzig werden - er kann gefiltert sein.
  • Die Bildung von Zuckerkristallen ist ein natürlicher Vorgang beim Honig. Dadurch kann er etwas schneller kristallisieren - bei Bedarf lässt er sich schonend im Wasserbad bei max. 40 °C wieder verflüssigen.
  • Zuckerkristalle am Glasrand sind ein Indiz für naturbelassenen Honig. Honig der Robinie, der Edelkastanie, Tannenhonig oder Waldhonig bleiben beispielsweise lange flüssig.

Inhaltsstoffe und Nährwerte: Was steckt im rohen Honig?

Neben Zucker, dem Hauptbestandteil des Honigs, sind noch wertvolle Enzyme, Mineralstoffe und pflanzliche Verbindungen enthalten. Die meisten Nährstoffe enthält Honig direkt aus der Wabe. Der Vitamingehalt ist eher gering, dafür enthält Honig wichtige Mineralstoffe wie Kalium, Natrium, Calcium, Magnesium, Eisen, Bor, Phosphor und Zink. Honig enthält wertvolle Mineralstoffe wie Magnesium, Kalium, Kalzium, Natrium oder Phosphor sowie C- und B-Vitamine.

Bei der Honigproduktion setzen die Bienen das Enzym namens Glucose-Oxidase hinzu, was für die Entstehung von Wasserstoffperoxid verantwortlich ist. Wasserstoffperoxid ist ein anerkanntes Antiseptikum. Ferner wirkt Honig dank bestimmter Enzyme antibakteriell. Beim Erhitzen gehen vor allem die Enzyme im Honig verloren, deshalb sollten Sie darauf achten, dass Sie rohen, unbehandelten Honig kaufen. Um die schonende Behandlung sicherzustellen und nachzuweisen, muss beispielsweise Honig, der im Glas des Deutschen Imkerbundes abgefüllt wurde, aber auch bei Honigen einiger Bioverbände einen Mindestwert für das Enzym Invertase aufweisen. Dieses Enzym wird von den Bienen zugesetzt, ist aber sehr hitzeempfindlich.

Ein Löffel roher Honig über einer Wabe

Antioxidative und antimikrobielle Eigenschaften

Dunkle Honigsorten (z.B. Honigtauhonig) konnten eine höhere antioxidative Aktivität als helle Honigsorten zeigen. Manche Honigsorten gelten als antibakteriell und desinfizierend und werden daher in der Desinfektion von Wunden verwendet. Nicht alle Honigsorten haben die gleiche Wirkung, was darauf zurückzuführen ist, dass die Inhaltsstoffe der einzelnen Honigsorten variieren.

Medihoney und Manuka Honig zeigten im Test von Patricia Lusby et al. eine starke bakterizide Wirkung. Heutzutage verwenden Mediziner Medihoney zur Wundheilung. Die antioxidativen und antimikrobiellen Eigenschaften von Bienenhonig können dazu beitragen, den Heilungsprozess zu verbessern. Die Anwendung von Honig zur Wundheilung ist seit der Antike weit verbreitet.

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Traditionelle und kosmetische Anwendungen

In der Volksmedizin wird Honig bei Husten, Heiserkeit und Erkältungssymptomen schon lange angewendet. Honig wird häufig als gesunder Zuckerersatz propagiert. Allerdings besteht er hauptsächlich aus Zucker. Honig ist unabhängig vom Herstellungsverfahren ein zuckerreiches Lebensmittel und kein Ersatz für Medikamente oder eine ausgewogene Ernährung.

Schon Kleopatra badete in Milch und Honig, um ihre Haut geschmeidig zu halten. Für die Maske können Sie Honig und Quark zu gleichen Teilen mischen, gleichmäßig auf der Gesichtshaut auftragen und ca. In der Apitherapie wird eine Honig-Quark-Packung bei unreiner Haut empfohlen. Die Studienlage bei Honig zur Bekämpfung von Akne ist jedoch noch unklar. In der Apitherapie wird eine stufenweise Desensibilisierung mit Blütenhonig und Bienenpollen angestrebt.

Honig-Gesichtsmaske: Honig und Quark als Pflege

Sicherheit, Allergien und Empfehlungen

Honig sollte keinesfalls an Säuglinge unter einem Jahr verabreicht werden. Honig - roh oder verarbeitet - ist für Kinder unter 12 Monaten nicht geeignet (Botulismus-Risiko). Honig hat ein allergenes Potential, insbesondere für Pollenallergiker, da Pollen in geringen Mengen enthalten sind. Pollenallergiker reagieren häufiger allergisch auf Blütenhonig als auf Wald- bzw. Honig.

Die Rolle von Honig bei der Behandlung von Allergiesymptomen ist umstritten. In einer saudi-arabischen Placebo-kontrollierten Studie untersuchten Forscher die komplementäre Wirkung von Honig bei allergischen Schnupfen. Asha’ari ZA et al. berichteten über positive Effekte bei Ingestion von Honig auf Symptome der allergischen Rhinitis in einer Studie in Malaysia, dennoch bleibt die Evidenz gemischt.

Qualität, Herkunft und Nachhaltigkeit

Generell sollten Sie beim Honigkauf auf eine hohe Qualität achten, bestenfalls aus Deutschland und in Bio-Qualität. Kaufe Honig regional. Generell gilt: Honig kaufst du am besten regional und in Bio-Qualität. Ein Großteil des in Deutschland konsumierten Honigs kommt aus dem Ausland. Achte beim Kauf daher immer auf die Herkunftsangabe und unterstütze, wenn möglich lokale Imker:innen - Honig ist schließlich auch in Deutschland überall verfügbar. Bioläden, Reformhäuser, Wochenmärkte oder Hobby-Imker:innen aus der Nachbarschaft sind gute Anlaufstellen für regionalen Honig.

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Bitte beachte, dass der Großteil der Honige, der heute in den Regalen der Supermärkte und Discounter steht, aus EU- und Nicht-EU-Ländern stammt. Somit kann man keine Herkunft bestimmen und auch nicht, wie er verarbeitet wurde, ob erhitzt, ob gefiltert, ob Zusatzstoffe usw. Dass sehr viel gepanschter Honig im Umlauf ist, ist auch immer wieder in den Medien nachzulesen und zu sehen. Solltest du dennoch zu importiertem Honig greifen, achte unbedingt auf ein Fair-Trade-Siegel.

Die industrielle Landwirtschaft, Flächenversiegelungen, der großflächige Einsatz von Pestiziden nehmen den Bienen die Lebensräume, lassen sie Hunger leiden und greifen ihr Nervensystem an. Ihre Bestäubung ist Grundlage für unsere Ökosysteme. Wir unterstützen naturnah arbeitende Imker, und vermitteln in Workshops Kindern und Jugendlichen, warum die Bienen so wichtig für uns sind.

Imker mit Bienenstöcken in einer blühenden Landschaft

Praktische Hinweise zum Kauf und zur Lagerung

  • Beim Kauf: Schau auf die Herkunft, achte auf „Echter deutscher Honig“ bzw. transparente Deklaration. Wenn Sie also nach Rohhonig suchen, schauen Sie einfach mal nach Honigen aus Ihrer Region.
  • Preis und Transparenz: Bei ImkerPur kostet das 1-kg-Glas Bio Honig (roh) 17,98 €, Bio Waldhonig (roh) 18,98 € und Bio Lavendelhonig (roh) 19,98 €. Alle Preise stehen transparent im Shop - ohne Zwischenhändler, direkt vom Imker bezogen.
  • Lagerung: Kühl, trocken und dunkel bei Zimmertemperatur, das Glas gut verschlossen. Honig ist von Natur aus lange haltbar und braucht keinen Kühlschrank.
  • Kristallisation: Das ist ein Qualitätsmerkmal, kein Fehler - bei Bedarf lässt sich Honig schonend im Wasserbad bei max. 40 °C wieder verflüssigen.

Vergleich: Rohhonig vs. industriell verarbeiteter Honig

Merkmal Rohhonig (Imker, gepresst/umsichtig behandelt) Industrieller Honig (fein gefiltert/pasteurisiert)
Erhitzt/ pasteurisiert meist nicht über Bienenstocktemperatur, max. schonend bis ~40 °C häufig pasteurisiert oder stärker erhitzt
Filterung nur grob gesiebt, Pollen und Wachspartikel erhalten fein gefiltert, Pollen oft entfernt
Enzyme & Inhaltsstoffe Enzyme (z. B. Invertase), Pollen, Propolis weitgehend erhalten Enzyme reduziert, weniger Pollen und Sekundärstoffe
Aussehen & Konsistenz kann schneller kristallisieren, variabel meist langanhaltend flüssig, homogener
Geschmack variabel, sorten- und jahrgangsabhängig auf Gleichbleibigkeit getrimmt
Kurzdoku: Wie Imker rohen Honig gewinnen (Press- und Schleuder-Methode)

Welche Honigsorte ist am besten?

Das ist Geschmackssache: Blütenhonig ist mild und vielseitig, Waldhonig kräftig-würzig, Lavendelhonig blumig. Wichtiger als die Sorte ist die Verarbeitung - gepresster Honig behält mehr Pollen, Enzyme und sein volles Aroma. Am besten probierst du mehrere Sorten aus.

Besondere Hinweise

Die deutsche Honigverordnung schreibt vor, dass jeder in Deutschland verkaufte Honig roher Honig sein muss. Ausnahmen zu dieser Verordnung bilden lediglich Backhonig und gefilterter Honig, dem Pollen entzogen werden dürfen. In anderen Ländern kann die Gesetzeslage anders aussehen. So ist US-amerikanischer Honig standardmäßig gefiltert und teilweise pasteurisiert - und damit nicht mehr roh. In den USA gilt „raw honey“ daher als Delikatesse.

Wenn der Honig dünnflüssig ist, könnte es ein Hinweis darauf sein, dass der Honig entweder erhitzt wurde oder mit Zuckersirup gestreckt wurde. Stiftung Warentest fand bei ihrer Testreihe in jedem dritten Honig Spuren von Glyphosat. Damit unterstreicht sich die Empfehlung: Kaufe Honig regional und in Bio-Qualität, wann immer möglich.

Verschiedene Honiggläser mit Etiketten zur Herkunftskennzeichnung

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