„Ich will keine Schokolade, ich will lieber einen Mann“ — Ursprung, Bedeutung und Kultstatus des Schlagerhits

„Ich will keine Schokolade, ich will lieber einen Mann” sang Trude Herr 1960, und die Zeile klingt bis heute wie ein kleiner Aufstand: eine Frau, die öffentlich sagt, was sie will, statt sich mit Trost süßer Ersatzbefriedigung abspeisen zu lassen. Genau das war Trude Herr ihr Leben lang - laut, direkt, kompromisslos.

Entstehung und Ursprung des Titels

1960 veröffentlichte Trude Herr „Ich will keine Schokolade” und landete mit dem Song einen Riesenerfolg. Was viele nicht wissen: Im Original ist das Lied von Randy Randolph, heißt „Percolator“ und bedeutet übersetzt Kaffeemaschine. Der Originalinterpret sang also von etwas völlig anderem als die Interpretin Trude Herr zwei Jahre später. Auch wurde ausschließlich die deutsche Version zum nie vergessenen Hit. Die Originalaufnahme stammt von RANDY RANDOLPH (später BOOTS RANDOLPH) und hieß „Percolator”.

Erneut ein Cover aus Amerika. In der englischen Fassung gehts um Kaffee und deren Maschine, hier um Schokolade. Die Instrumentalisierung find ich etwas nervig. Aber im Großen und Ganzen passt es schon.

Inhalt und doppeldeutige Bedeutung

Im Song der gebürtigen Kölnerin ging es um die Lieblingssüßigkeit vieler Menschen - die beliebte Schokolade. Im Refrain kommt dann zum Vorschein, was sie sich wirklich wünscht: „Ich will keine Schokolade, ich will lieber einen Mann. Ich will einen der mich küssen und um den Finger wickeln kann!” Trude Herr will Zweisamkeit und nicht mehr alleine sein. Auch die Schokolade, die sie stets geschenkt bekommt, tröstet sie nicht über diesen Umstand hinweg.

Der Liedtext ist deutlich besser, als die Originalversion, die nur eine harmlose, langweilige Geschichte über jemanden erzählt, der sich über seinen neuen Kaffee-Bereiter freut.... Im Song der gebürtigen Kölnerin ging es um die beliebte Schokolade. Das Lied beschreibt die Emanzipationsversuche überbehüteter Töchter in den 50er Jahren... humoristisch verpackt, ein wichtiges Zeitdokument.

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Musikalische und stilistische Merkmale

Ganz schön schnittig für 1960, dieser drängende Herzenswunsch der beliebten, molligen Ulknudel aus Köln! Trude Herr hatte nachweislich ein Gefühl für Rhythmus wie kaum eine andere deutsche Interpretin zu dieser Zeit. Die abrupten Stakkati des Orchesters und das „doip...doip...dupp” des hitzigen Chores tun ein Übriges... schnipp...schnipp...

Vom Rhythmus her vom RnR inspiriert worden?... Hebt sich doch wohltuend vom langweiligen Schlager-Allerlei der damaligen Zeit ab. Fand ich schon immer klasse. Knapp keine 5*. ... schlechte Stimme ... mäßiger Sound ... aber witziger Text ... Trash-Kult ...

Rezeption, Kritiken und Kultstatus

Der Hit wurde Teil des Schlagerfilms „Marina”, in der die Interpretin auch selbst mitspielte. Mit diesem Film gelang ihr auch der Durchbruch als Schauspielerin. Die Schauspielerei wurde, neben der Musik, eine ihrer größten Leidenschaften und sie spielte bis zu ihrem Lebensende in über 30 Streifen mit.

Das Ding ist einfach Kult! Witziger Text, frech-aufmüpfig vorgetragen und absolut stimmiges Hintergrundarrangement - 5+. Wohl der bekannteste Titel von ihr - heute. Kultbonus deswegen eine 4. ... ich will das Zeug nicht mehr ... für den großen Auftritt in Partystimmung gut zu gebrauchen - für den Heimgebrauch weniger.

In den USA spricht man von Rock‘n Roll, in den deutschsprachigen Ländern vom „Schlager”. Wie ungebildet .-) Ich wiederhole mich da recht gerne: „Schlager als Genre gibt es eigentlich nicht. Den Titel „Schlager” muss man sich erst mal schwer verdienen. Das ist ein Lied, welches zum „Hit” wurde, ganz gleich aus welchem Genre es kommt… Klassiker! Geht aber echt nur in der passenden Stimmung.

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Gerade in der Faschingszeit kommt der Song sehr gut. Ein Stimmungsschlager aus den späten 50ern. Ansonsten eher Durchschnitt, jedoch recht flott, was mich am Ende auf ganz knappe 5* bringt. Aufgerunde 5 Sterne inklusive Kult-Faktor... Mit Nostalgiebonus 3 Sterne. Ziemlich nervend. stimmt ... ohne Nostalgie nur schwer zu verdauen.

Viele Rezensionen sind gespalten: „Schreckliche Frau, schreckliche Stimme, schreckliche Melodie und Schokolade mag ich überhaupt nicht.” - „Ihr Stimme nervt bei diesem Lied ganz gewaltig!” - „Furchtbar krächzende Stimme - könnte ein kleines, plärrendes Kind sein, welches keine Süßigkeiten bekommen hat.” Gleichzeitig: „Kult-Trash-Schlager”, „Witziger Kulthit! Ich liebe Schokolade und habe einen Mann;-)”, „Ich liiiebe es. macht laune :)”

Trude Herr: Die Frau hinter dem Hit

Eine Ikone des deutschen Showbiz: Trude Herr starb 1991 mit nur 63 Jahren. So kennt Deutschland Trude Herr. Sie fing als Statistin an einer Aachener Wanderbühne an, gegen den Willen ihres Vaters. Kleine Rollen am Kölner Millowitsch-Theater folgten, dann eine eigene, schnell insolvente Bühne mit ihrem Mentor Gustav Schellhardt. Zwischendurch hielt sie sich als Bardame im Kölner Homosexuellen-Lokal „Barberina” über Wasser - ausgerechnet dort, in einem Milieu, das damals selbst gesellschaftlich geächtet war, fand sie einen Ort, an dem sie sein durfte, wie sie war.

Über 30 Filme, unzählige Fernsehauftritte, Karnevalsauftritte als gefeierte Büttenrednerin - Trude Herr wurde zur festen Größe der bundesdeutschen Unterhaltung. 1977 eröffnete sie in Köln ihr eigenes Volkstheater, das „Theater im Vringsveedel”. Zehn Jahre lang war sie dort Direktorin, Autorin, Regisseurin, Kostümbildnerin und Hauptdarstellerin in Personalunion - ein Kraftakt.

Das deutsche Nachkriegskino gab ihr fast ausschließlich eine Rolle: die drollige Dicke, komisch, aber nie begehrenswert. Trude Herr nahm dieses Klischee an - und sprengte es zugleich. Wo andere sich für ihre Figur entschuldigten, machte sie daraus eine Bühnenpräsenz, die niemand ignorieren konnte. Sie fügte sich weder optisch noch beruflich in die engen Vorstellungen ihrer Epoche. Arbeiterkind, Autodidaktin: Sie erkämpfte sich ihren Platz gegen Widerstände, die andere längst hätten aufgeben lassen.

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Trude Herr auf der Bühne (schwarz-weiß Foto)

Sozialer und kultureller Kontext

Das Lied hat einen ernsten Hintergrund. Es beschreibt die Emanzipationsversuche überbehüteter Töchter in den 50er Jahren... humoristisch verpackt, ein wichtiges Zeitdokument. Eine weibliche Ikone: Trude Herr war unverheiratet, finanziell unabhängig, künstlerisch komplett selbstbestimmt - zu einer Zeit, in der das für Frauen alles andere als selbstverständlich war.

Der Körper als Politikum: Schon als junge Frau nannte man sie „Tutti” und, wegen ihrer Figur, spöttisch „dat Pummel”. Trude Herr nahm dieses Klischee an - und sprengte es zugleich. Hundert Jahre nach ihrer Geburt bleibt das Bild einer Frau, die sich weder ihre Stimme noch ihren Körper noch ihr Leben von anderen vorschreiben ließ.

Wirkung in Öffentlichkeit und Medien

Das Lied vertreibt die schlechten Gedanken sofort und macht Lust auf weggehen und Spaß haben! Wenn es soweit ist, sollte man sich unbedingt den Song von Trude Herr „Ich will keine Schokolade” anhören. Der Song ist Kult und der Renner auf jeder Schlagerveranstaltung. Schokolade macht ja bekanntlich glücklich, kann aber dann doch nicht über jeden Kummer hinwegtrösten. Der Appell ist hiermit klar: Singles, verkriecht Euch nicht zuhause und lasst nicht die Pralinen Euer bester Freund sein!

Der Titel wurde vielfach rezipiert: „Für den großen Auftritt in Partystimmung gut zu gebrauchen” - „Auf einer Party kommt dieser Track immer gut.” Manche erinnern sich an eigene Auftritte: „Zu diesem Song hatten wir einmal einen Auftritt. Da flog so ziemlich alles von der Bühne, Schokolade, Teddybären und anderes......”

Live-Performance oder Archivaufnahme von Trude Herr

Der Song als Evergreen und Partyhit

Kultschlager, der auf keiner 60er Jahre Schlagerparty fehlen darf... Klassiker, aber wenn ich ihn jetzt so höre, nicht soooo toll. Peppiger Schlager ... auf einer Party kommt dieser Track immer gut.. der Text ist wirklich zum Brüllen und man die gelungene gesangliche Interpretation von Madame Herr kommt oftmals gar nicht zu gehöhr, weil man einfach den Titel mitsingt..ein Kult-Trash-Schlager.

In der Faschingszeit kommt der Song sehr gut. Ein Stimmungsschlager aus den späten 50ern. Schoggi rockt (eigentlich immer)... Männer aber auch (auf jeden Fall in vielen Fällen)... Und der Song... ääääähm, irgendwie gefällt der auch. Für viele ist er ein Evergreen: „Eine herrlich aufgelegte, aus sich herausplatzende Trude Herr als 50er-Jahre Vamp.”

Tabelle: Kerndaten zum Song

Aspekt Information
Deutscher Titel Ich will keine Schokolade, ich will lieber einen Mann
Originaltitel Percolator (Randy Randolph / Boots Randolph)
Jahr der Veröffentlichung (Trude Herr) 1960
Chartplatz Rang 18 der deutschen Single-Charts
Genre Schlager mit Rock'n'Roll-Einflüssen
Bekanntheit Kultstatus, häufig bei Karneval und Schlagersamplern

Warum der Song bis heute relevant bleibt

Die doppelbödige Interpretation - einerseits ein heiterer Partysong, andererseits ein Spiegel gesellschaftlicher Rollenbilder der 50er Jahre - hat dazu beigetragen, dass der Song über Jahrzehnte hinweg seine Popularität erhalten hat. Trude Herr war aber nicht nur eine talentierte Sängerin, sondern auch eine engagierte Kölnerin. Neben ihrer musikalischen Karriere setzte sie sich für ihre Heimatstadt Köln ein.

Ihr größter Hit beginnt mit einer Verweigerung. Eine Frau, die öffentlich sagt, was sie will - das wirkt bis heute frisch und provozierend zugleich. Hundert Jahre nach ihrer Geburt bleibt das Bild einer Frau, die sich weder ihre Stimme noch ihren Körper noch ihr Leben von anderen vorschreiben ließ.

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