Milka Schokolade: Geschichte, Produktion und Sorten

Seit 1880 wird in Lörrach Schokolade hergestellt, seit 1901 heißt sie Milka. Philippe Suchard gründete einst die Schokoladenfabrik. Den Namen Milka schuf der Gründer 1901 aus den Anfangsbuchstaben von Milch und Kakao - und seitdem ist auch die Verpackung lila. Die Farbe ist mittlerweile eine geschützte Marke, die in der Lebensmittelindustrie kein anderer verwenden darf.

Historische Meilensteine

Am 17. November 1825 gründete der Schweizer Zuckerbäcker Philippe Suchard eine Confiserie in Neuenburg. 1826 erwarb er im Nachbardorf Serrières eine ehemalige Wassermühle und baute dort eine maschinelle Produktion von Tafelschokolade auf. Philippe Suchard erfand mit dem Mélangeur eine Maschine, die Kakao und Zucker zu einer feinen Konsistenz vermengt. 1880 verlegte er die Produktion nach Lörrach. Im Deutschen Reich wurde das Warenzeichen "Milka" am 12. Oktober 1904 beim Reichspatentamt zum Schutz angemeldet.

1970 fusionierte Suchard mit Tobler zu der Firma Interfood S.A. Interfood wurde 1982 inklusive Milka durch den Kaffeehersteller Jacobs übernommen und die Firma Jacobs Suchard AG gegründet. Nach der Übernahme durch Kraft Foods wurde nach und nach auf den Namen „Suchard“ auf der Verpackung verzichtet. 2013 gehört das Werk in Lörrach zu dem US-amerikanischen Lebensmittelkonzern Mondelēz International mit Sitz in Illinois. Weitere bekannte Mondelēz-Marken sind u.a. Cadbury, Daim, Philadelphia, Oreo, TUC oder Toblerone.

Historische Milka-Verpackungen und Suchard-Schriftzug

Die lila Kuh als Markenzeichen

1972 kreierte die Agentur Young & Rubicam die lila Kuh. Ein Jahr später wurde sie zur zentralen Werbefigur und hatte ihren ersten TV-Auftritt. Im kollektiven Bewusstsein der Verbraucher ist die lila Kuh fest verankert. Laut Angaben der Firma Kraft war das sogenannte Milka-Lila 1995 die erste abstrakte Farbmarke, die im weiten Sinn europaweit geschützt wurde. In einem Grundsatzurteil entschied der Bundesgerichtshof 2004, dass die Farbe Lila und verwechselbare Farbtöne bei Verpackung von Schokoladenwaren weiterhin nur für Milka-Produkte verwendet werden dürfen.

Standort Lörrach: Tradition und Moderne

Die Tafelschokolade wird großteils weiterhin im Werk Lörrach (Deutschland) an der „Milkastraße“ hergestellt. Heute gehört sie zum internationalen Konzern Mondelēz und ist einer der größten Arbeitgeber in der Kreisstadt. Mit rund 500 Mitarbeitern zählt die Schokoladenfabrik zum größten Arbeitgeber in Lörrach. Auf diese Weise stellen die Lörracher täglich bis zu 4,5 Millionen Tafeln her, rein rechnerisch kommen so auf jeden der 500 Mitarbeiter 9.000 Tafeln. 70 Prozent der Produktion gehen in den Export.

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Die Feier zum 120-jährigen Milka-Jubiläum fiel aufgrund der Pandemie ins Wasser. Mondelēz ist sich dennoch eine Aktion ausgedacht und im Herbst mit Lastenrädern Schokolade in der Innenstadt verteilt. In den Vor-Coronajahren gab es jährlich ein Schokoladenfest mit Bühnenprogramm und Spielstationen. „Wir schätzen die Zusammenarbeit mit der Stadt Lörrach sehr und arbeiten auf einer guten Basis zusammen“, betont Kerstin Brohl.

Milka Werk Lörrach: Produktion und Verpackungslinien

Forschung, Entwicklung und Produktinnovation

Wie findet der Geschmack von Omas Apfelkuchen in die Schokolade? Passt Popcorn, Brausepulver und gesalzenes Karamell zu Schokolade und sorgt die Mischung für Partystimmung? Mit solchen Fragen beschäftigt sich die Forschungs- und Entwicklungsabteilung der Milka-Schokoladenfabrik in Lörrach. Hier werden neue Produkte ausgetüftelt und von der Idee bis zur Industrie- und Marktreife gebracht. Jährlich gibt es neue, limitierte Tafelsorten. Aktuell sind das vier Alpenmilch-Schokoladentafeln mit „zarten Botschaften“ („Immer für Dich da“).

Was sich von den limitierten Editionen bewährt, kann ins Standardsortiment von rund 30 Sorten aufgenommen werden, wie zum Beispiel die Kombination mit Oreo-Keks - eine Lieblingssorte von Kerstin Brohl. Die Standard-Schokoladentafel, die hier produziert wird, ist eines der wichtigsten Produkte im Portfolio von Mondelēz. „Die lange Tradition des Standorts ist einzigartig und das Werk innerhalb des Unternehmens das größte seiner Art in Europa“, sagt Brohl.

Ein Blick in die Milka-Forschung und Produktion in Lörrach

Von der Bohne zur Tafel: Zutaten und Verarbeitung

Die Rezeptur von Milka ist geheim, die Zutaten sind es nicht und bestehen aus Kakao, Zucker und Milchpulver, hergestellt aus Milch aus der Alpenregion. Die Kakaobohnen kommen von der Elfenbeinküste, aus Ghana sowie Indien, Indonesien, Brasilien und der Dominikanischen Republik. Dabei bezieht Milka in Lörrach Kakao aus dem nachhaltigen Beschaffungsprogramm Cocoa Life. Im Jahr 2020 hat Mondelēz 68 Prozent des Kakaos für alle seine Schokoladensorten nachhaltig beschafft. Der Anteil soll sich in Zukunft erhöhen.

Die Kakaobohnen werden geröstet, geschält, gemahlen, gepresst mit Milchpulver und Zucker vermischt sowie gewalzt. Dann wird die Masse bis zu 48 Stunden conchiert, ein Rührverfahren, das die Schokolade cremig macht. „Die meistverkaufte Sorte ist Alpenmilch, gefolgt von den Nussvarianten und Milka Oreo“, sagt Brohl, „bei Tafelschokolade sind wir in Deutschland die Nummer eins, das liegt am besonders zarten Schmelz“.

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Tabelle: Typische Milka-Tafelsorten (Auswahl)

Produktgruppe Beispiele
Klassische Tafeln Alpenmilch, Haselnuss, Nugat, Weiße Schokolade
Co-Branding / Keks-Kombinationen Milka & Oreo, Milka & Daim, Milka & TUC Crackers, Milka & LU Kekse
Riegel & Snacks Milka Luflée, Milka Tender, Milka M-joy, Milka Snax
Sondereditionen / Saisonales Limitierte Tafeln, Ostern (Schokohasen), Weihnachten (Weihnachtsmänner)
Neuprodukte Haselnusscreme-Aufstrich (ohne Palmöl, mit Sonnenblumenöl)

Markenportfolio und Produktentwicklung

Milka ist eine der bekanntesten Schokoladenmarken in Deutschland und vielen anderen Ländern weltweit. Das Sortiment der Tafelschokolade umfasst verschiedene Geschmacksrichtungen, z. B. Alpenmilch, Haselnuss, Erdbeer, Joghurt, Sahne-Crème, Caramel, Nugat und weiße Schokolade. Das Sortiment ergänzen Sonderproduktionen in exotischen und anlass- oder saisonal bezogenen Geschmacksrichtungen.

Milka gehören zahlreiche Produktlinien: Nussini (seit 1986), I love Milka (herzförmige Schokopralinen, 1987), Tender (Biscuitrolle im Schokoriegelformat, seit 1993), Milka Leo (seit 1993), Milka Luflée (Luftschokolade als Schokoriegel, seit 1998), Milka Schoko & Keks Minis (seit 1999), Milka M-joy (in vier Sorten, 2004), Milka Snax (seit 2011, in vier Sorten) und Milketten. Im Frühjahr 2020 kam ein Haselnusscreme-Aufstrich unter der Marke Milka auf den Markt, der anders als viele Konkurrenzprodukte statt Palmöl Sonnenblumenöl verwendet.

Marktposition, Kritik und Verbraucherschutz

Laut dem Statistik-Portal Statista ist Milka der Marktführer unter den Herstellern und lässt Ritter Sport oder Lindt hinter sich. Wie viel Umsatz Milka verbucht, gibt Mondelēz nicht gesondert an. Insgesamt hat der Konzern 2021 einen Netto-Umsatz von rund 29 Milliarden US-Dollar.

Weniger Inhalt, aber höherer Preis: Die "Mogelpackung des Jahres" ist die Alpenmilch-Schokolade von Milka. Verbraucherinnen und Verbraucher haben die Milka Alpenmilch Schokolade zur "Mogelpackung des Jahres 2025" gewählt: Zwei Drittel der über 34.700 abgegebenen Stimmen (66,7 Prozent) entfielen auf die Schokoladentafel des Konzerns Mondelez. Verbraucherzentrale Hamburg kritisierte, dass die Schokoladentafel Anfang 2025 um zehn Gramm dünner und gleichzeitig teurer geworden sei; der Preis sei von 1,49 Euro auf 1,99 Euro gestiegen, das entspreche einer Preiserhöhung von über 48 Prozent.

Mit dem Negativpreis sei der Fall Milka noch nicht beendet: Im April treffen Mondelez Deutschland und die Verbraucherzentrale Hamburg vor dem Landgericht Bremen aufeinander. Um versteckte Preiserhöhungen einzudämmen, sieht die Verbraucherzentrale politischen Handlungsbedarf und fordert: "Die Politik ist gefordert, endlich für echte Preiswahrheit im Supermarkt zu sorgen".

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Sozialer und wirtschaftlicher Beitrag vor Ort

„Wir bieten unseren Mitarbeitern Entwicklungs- und Karrierechancen sowie zeitgemäße Arbeitsweisen in autonomen Teams und flache Hierarchien. Die meisten der Auszubildenden bleiben nach der Lehre im Betrieb.“ Die Beschäftigten würden sich stark mit dem Unternehmen identifizieren. Es herrsche ein gutes Betriebsklima, das sich auch an der geringen Fluktuation von Personal zeige. „Wir haben viele Familien, die seit Generationen bei Milka arbeiten.“

Um einem Fachkräftemangel vorzubeugen, investiere man in Ausbildungsprogramme und Kooperationen mit der Dualen Hochschule Baden-Württemberg Lörrach (DHBW) in den Fächern Elektrotechnik und Wirtschaftswissenschaften. „Mondelēz ist einer unserer größten Arbeitgeber in Lörrach, der sich auch im Bereich Ausbildung stark engagiert und bei Ausbildungsbörsen präsent ist“, sagt Marion Ziegler-Jung, Geschäftsführerin der Wirtschaftsförderung Lörrach (WFL). Sie erläutert die Verwurzelung der Stadt mit dem Schokoladenhersteller an einigen Beispielen, wie der Kindertagesstätte Villa Lila und dem Schokoladen-Rundgang in Lörrach.

Schokoladen-Rundgang in Lörrach: Stationen und Ausstellungsstücke

Markenstory und Kulturgeschichte

Milka nahm seinen Anfang mit Philippe Suchard. Der Schweizer Zuckerbäcker und Geschäftsmann gründete 1826 in Serrières bei Neuenburg eine Schokoladenfabrik und erfand mit dem Mélangeur eine Maschine, die Kakao und Zucker zu einer feinen Konsistenz vermengt. Den Namen Milka prägte die Verbindung von Milch und Kakao und die Packung mit dem Bild einer Kuh im Alpenpanorama. In den 1960er- und 70er-Jahren gestaltete die Grafikerin Susi Weigel saisonale Schmuckhüllen für Milka-Produkte in Bludenz. In den 1990er Jahren wurde durch die Milka-Fernsehwerbung der Werbeschauspieler und Musiker Peter Steiner bekannt.

Milka ist eine Marke für Schokoladenprodukte des US-amerikanischen Nahrungsmittelkonzerns Mondelez International. Die Schokolade wird unter anderem im baden-württembergischen Lörrach, im vorarlbergischen Bludenz und im bulgarischen Swoge hergestellt. Milka ist eine der wenigen Schokoladen-Marken außerhalb des Hochpreissegmentes, von der Tafeln mit einem geringeren Gewicht als den üblichen 100-Gramm-Tafeln angeboten werden.

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