Honig-Pomelo: Wechselwirkungen mit der Antibabypille und anderen Medikamenten

Pomelos, insbesondere die Honig-Pomelo, sind durch ihren hohen Vitamin-C-Gehalt und ihre zahlreichen gesundheitsfördernden Eigenschaften besonders beliebt. Die Pomelo ist eine Kreuzung aus Grapefruit und Pampelmuse und weist im Vergleich zu ihren Verwandten ein sehr dickes, hellgelb bis grünliches Schale auf, die vor dem Verzehr entfernt werden muss. Die Honig-Pomelo zählt zu den größten Zitrusfrüchten und wird häufig in Netzverpackungen im Supermarkt angeboten. Im Winter steigt im Supermarkt das Angebot an Zitrusfrüchten und damit die Verwechslungsgefahr - insbesondere Grapefruits und Pampelmusen können leicht mit der Pomelo verwechselt werden.

Honig-Pomelo im Supermarkt und typische äußere Merkmale

Gesundheitsfördernde Inhaltsstoffe der Pomelo

Die Pomelo enthält viel Vitamin C: 41 Milligramm auf 100 Gramm Frucht. Zusätzlich liefert sie große Mengen an Kalium, Magnesium und Phosphat. Personen, die bereits eine Pomelo probiert haben, beschreiben den Geschmack der Frucht als süßlich-sauer, wobei die Honig-Pomelo besonders durch ihren süßlichen Geschmack hervorsticht. Neben klassischem Vitamin C liefert sie auch sekundäre Pflanzenstoffe wie Polyphenole, Terpenoide, Sterole und Carotinoide, die Stoffwechselprozesse beeinflussen und entzündungshemmend wirken können. Für die Farbe der Schale und des Fruchtfleisches sind die sogenannten Carotinoide verantwortlich. Über 115 verschiedene dieser Pflanzenfarbstoffe befinden sich in Zitrusfrüchten.

Nährwerte pro 100g PomeloMenge
Kalorien38 kcal
Fett0 g
Kohlenhydrate7,7 g
Eiweiß1 g
Kalium235 mg
Vitamin C122 mg
Vitamin B60,04 mg
Vitamin B20,04 mg

Pomelo und Bitterstoffe: Naringin und Furanocumarine

Die Pomelo enthält den Bitterstoff Naringin, der im Körper zu Naringenin umgewandelt wird. Naringin ist medizinisch relevant, da es die Wirkung von Arzneistoffen verändern kann. Der Bitterstoff Furanocumarin sorgt für den typischen Geschmack der Grapefruit und ihrer Verwandten Pomelo. Dieser Bitterstoff und einige andere Bestandteile der Frucht können den Abbau vieler Arzneistoffe in der Leber hemmen. Das Enzym CYP3A4, das für den kontrollierten Abbau von Arzneistoffen in der Leber zuständig ist, wird durch Naringin gehemmt. Dadurch bleibt zu viel Wirkstoff im Blut, was Nebenwirkungen verursachen kann.

Darstellung der Wechselwirkung zwischen Pomelo-Inhaltsstoffen und Medikamenten

Wechselwirkungen mit Medikamenten

Mechanismus der Wechselwirkungen

Naringin: bekannt als CYP3A4-Inhibitor. Im Gastrointestinaltrakt wird Naringin enzymatisch in Glucuronide und Naringenin gespalten. Diese beiden Metaboliten des Naringins sowie das ebenfalls in Grapefruits vorhandene Bergamottin hemmen das Cytochrom P450-Isoenzym CYP3A4. Die Hemmung von CYP3A4 verzögert die Metabolisierung bestimmter Arzneistoffe, was deren Wirkspiegel erhöht. Pomelos und Grapefruits können Wechselwirkungen mit bestimmten Arzneistoffen hervorrufen. Die Abbauprodukte des in beiden Früchten enthaltenen Naringins sorgen im Körper dafür, dass ein bestimmtes Enzym in der Leber blockiert wird. Deshalb werden einige Medikamente im Körper langsamer abgebaut als gewöhnlich.

  • Simvastatin, Lovastatin (Statine)
  • Calciumantagonisten: Verapamil, Nifedipin, Amlodipin, Felodipin, Nisoldipin und Nitrendipin
  • Terfenadin, Ciclosporin und Midazolam
  • Antikoagulans Phenprocoumon (Marcumar): Naringin kann die Blutungsneigung erhöhen

Speziell die Kombi von Pomelo mit Antidepressiva, Asthma- und Herzmitteln kann gefährlich werden. Einige Stoffe im Fruchtfleisch können die Wirkung von Medikamenten auf unvorhersehbare und unter Umständen sogar lebensbedrohliche Art verändern.

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Pomelo und Antibabypille: Was ist zu beachten?

Viele Anwender:innen sorgen sich um mögliche Wechselwirkungen mit der Pille, da die Pomelo ähnliche Stoffe wie die Grapefruit enthält. Tatsache ist, dass die Grapefruit tatsächlich die Wirkung bestimmter Wirkstoffe beeinflussen kann; dies wurde bereits in den 1990er Jahren zufällig entdeckt. Bis heute gibt es aber keinen wissenschaftlichen Beleg dafür, dass Grapefruitsaft auch tatsächlich die Verhütungssicherheit der Antibabypille einschränkt. Manche Wissenschafter:innen gehen sogar soweit, dies gänzlich auszuschließen, viele andere verweisen auf die insgesamt uneindeutige Studienlage. Von der Studienlage eine klare Handlungsanweisung abzuleiten, wäre unseriös.

Es dürfte jedoch auszuschließen sein, dass das gelegentliche Verzehren einer Grapefruit oder Pomelo indirekt zur Schwangerschaft führt. Auf einen übermäßigen Konsum von Grapefruitsaft oder Pomelo-Produkten sollte man während der Einnahme der Pille aber vielleicht sicherheitshalber lieber verzichten. Wenn durch den verhinderten Abbau des Pillen-Wirkstoffes durch die Grapefruit oder Pomelo die Hormonkonzentration im Blut steigt, müssten dann theoretisch auch die unerwünschten Nebenwirkungen wie etwa das Thromboserisiko zunehmen. Dieselbe Frage stellt sich auch bei den Nebenwirkungen der Minipille. Die enthält zwar kein Östrogen, aber dafür das Hormon Gestagen.

Expertenstatement zur Wechselwirkung von Pomelo und Antibabypille

Empfehlungen und Tipps zum Verzehr

Frauen, die mit der Antibabypille verhüten, verzehren Pomelo besser nur in Maßen. Grundsätzlich kann man Pomelos immer dann verwenden, wenn sonst Grapefruits passen würden! Das Fruchtfleisch von Pomelos schmeckt pur als gesunder und erfrischender Snack, aber auch in Müsli, im Obstsalat oder in herzhaften Salaten. Wer nicht gerade Wert auf die in der weißen Außenhaut reichlich vorhandenen Bitterstoffe legt, sollte sie ebenfalls so weit wie möglich entfernen. Tipp: Vor dem Schälen sollten Sie die ganze Pomelo einmal unter heißem Wasser abwaschen.

Nach dem Einkauf ist die richtige Lagerung wichtig, damit die Kreuzung möglichst lange frisch bleibt. Die optimale Lagertemperatur liegt zwischen zehn und fünfzehn Grad Celsius. Gut aufbewahrt, halten sich Zitrusfrüchte, darunter auch Pomelos, etwa vier bis acht Wochen.

Pomelo im Querschnitt mit Tipps zur Verarbeitung

Zusammengefasste Hinweise zu Wechselwirkungen

  • Pomelo enthält gesundheitsfördernde Stoffe, aber auch Bitterstoffe mit potenziellen Wechselwirkungen.
  • Pomelo hemmt das Leberenzym CYP3A4, was die Wirkung und Abbauzeit verschiedener Medikamente beeinflussen kann.
  • Insbesondere bei blutdrucksenkenden Mitteln, Statinen und der Antibabypille ist Vorsicht geboten.
  • Ein gelegentlicher Verzehr von Pomelo dürfte die Verhütungssicherheit der Pille nicht maßgeblich beeinflussen, doch ein übermäßiger Konsum sollte im Zweifel vermieden werden.
  • Bei Unsicherheiten ist es ratsam, Rücksprache mit dem behandelnden Arzt oder der Ärztin zu halten.
Infografik: Wechselwirkungen von Pomelo mit Arzneimitteln

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