Propolis: Zusammensetzung, Inhaltsstoffe und Anwendung des Bienenprodukts
Propolis, auch als Kittharz bekannt, ist ein wertvolles Naturprodukt, das von Honigbienen (Apis mellifera) hergestellt wird. Es wird vor allem aufgrund seiner gesundheitsfördernden Wirkung und den zahlreichen Anwendungsmöglichkeiten geschätzt. Seit der Antike ist die gesundheitsfördernde Wirkung von Propolis auf den Menschen bekannt. Bereits die Römer und Griechen schätzten seine entzündungshemmende Wirkung und setzten es vor allem zur Wundheilung ein. Die alten Ägypter benutzten eine Mischung aus Propolis, Honig und Wachs zur Einbalsamierung und Konservierung von Leichnamen.
Was ist Propolis?
Propolis ist eine harzartige Substanz, die von Bienen aus dem Harz von Blattknospen, Blättern und Rinden verschiedener Pflanzen und Bäume gesammelt wird. Die Honigbienen entdeckten als Rohstoff für Propolis die Harzüberzüge der jungen Knospen von Laub- und Nadelbäumen. Fichten, Tannen oder Kiefern - sammeln. werden mit körpereigenen Enzymen, Pollen und Wachs vermischt. Die Arbeiterbienen sammeln die Mischung aus verschiedenen Harzen, die überwiegend von Birken, Weiden, Kastanien oder Pappeln stammen. Daneben enthält es Drüsensekrete der Tiere, Blütenpollen und Bienenwachs. Alles zusammen ergibt eine harzartige, zähflüssige Masse mit aromatisch-würzigem Geruch. Je nach Zusammensetzung kann Propolis gelb, braun, rötlich oder grünlich eingefärbt sein.
Im Bienenstock dient Propolis als Bausubstanz, um die Innenräume zu verkleiden und jede noch so kleine Ritze damit auszustopfen. So sind die Bienen optimal vor Zugluft und Nässe geschützt. Die Brutzellen für Jungtiere werden sogar vollständig mit Propolis ausgekleidet. Propolis wird bevorzugt an Stellen im Bienenstock gesammelt, an denen Fugen oder Spalten bestehen - beispielsweise dort, wo Beutenteile aufeinandertreffen, Kisten gestapelt sind oder Astlöcher im Holz vorkommen. Diese Bereiche dienen den Bienen als natürliche Abdichtungszonen, weshalb sie dort besonders viel Propolis eintragen.
Propolis ist weit mehr als nur eine Bausubstanz - auch die Bienen verwenden es als natürliche Medizin. In einem Bienenstock herrschen nämlich ideale Bedingungen für die Ausbreitung von verschiedensten Bakterien, Viren oder Pilzen. Die Temperatur im Inneren kann an die 35 Grad Celsius erreichen. Außerdem ist die Luftfeuchte in einem Bienenstock sehr hoch. Propolis schützt die Tiere vor Krankheiten und bietet Keimen keinen Nährboden. Damit schützen sich unsere Bienen bis heute vor Bakterien, Viren und Pilzen. Im Bienenstock leben viele Bienen auf engem Raum zusammen und das bei ca. 37° und feuchter Luft. Krankheiten ausbreiten, verteilen die Bienen das Schutzharz im gesamten Bienenstock und nutzen es zum Abdichten kleiner Spalten.
Zusammensetzung und Inhaltsstoffe von Propolis
Die Zusammensetzung von Propolis ist hochkomplex und variiert je nach Herkunft, Pflanzenart und Jahreszeit. Bisher sind etwa 150 bis 200 Inhaltsstoffe bekannt. Der größte Teil der Propolis besteht aus Harzen und Wachsen. Die Hauptrolle der wirksamen Bestandteile wird den Flavonoiden zugeschrieben. An zweiter Stelle stehen die Hydroxyzimtsäuren wie Kaffee- bzw. Ferulasäure. Weitere wasserlösliche Bestandteile sind Bienenenzyme, Zucker, Vitamine sowie Mineralstoffe und Spurenelemente. Die genaue Zusammensetzung ist unter anderem abhängig von der Pflanzenart, der Herkunftsregion, der Jahreszeit, den Wachsbeimengungen usw. Die gesundheitsfördernde Wirkung von Propolis beruht in erster Linie auf Komponenten aus den Klassen der Flavanoide, phenylsubstituierten Carbonsäuren und auf ätherischen Ölen, die etwa zehn Prozent ausmachen. Der Anteil von Blütenpollen beträgt etwa fünf Prozent.
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Die ungefähre Zusammensetzung der Inhaltsstoffe bzw. 50% Harze (ggf. Bei den organischen Stoffen handelt es sich um Spurenelemente, Vitamine und Pflanzenwirkstoffe (sekundär). Der Geruch vom Harz spiegelt sich im Propolis wieder, so riecht Propolis leicht harzig. Die Konsistenz von Propolis ist brüchig, spröde und fest, kann aber bereits ab 30°C eine zarte, klebrige Konsistenz bekommen und aber 60°C wird Propolis flüssig. Der Geschmack von Propolis ist leicht scharf und bitter.
Wirkung von Propolis
Zahlreiche wissenschaftliche Studien (klinische und experimentelle) belegen die antibiotische, antivirale und antimykotische Wirkung von Propolis. Zudem enthält es ein Antioxidans namens Pinocembrin, das sich ebenfalls positiv auf den Menschen auswirkt. In der Naturheilkunde gilt Propolis sogar als Art "Bio-Antibiotikum". Es mobilisiert auf natürliche Weise die körpereigenen Abwehrkräfte, hilft bei Atemwegsinfektionen und fördert die Wundheilung. Außerdem gilt eine Resistenzbildung als quasi ausgeschlossen. Aufgrund der guten Verträglichkeit findet Propolis auch in vielen Präparaten für Kinder Verwendung.
Im Bienenstock hat Propolis eine antibakterielle, antibiotische und desinfizierende Wirkung. Die heimkehrenden Bienen lassen jegliche Bakterien und Schädlinge durch das Streifen an dem Propolis Teppich außerhalb. Diese desinfizierende Wirkung kann sich beim täglichen Alltag der Mensch zunutze machen.
Anwendung von Propolis
Propolis wird in verschiedenen Formen angeboten und kann sowohl äußerlich als auch innerlich angewendet werden.
Äußerliche Anwendung
Äußerlich findet Propolis Anwendung bei Entzündungen der Haut, offenen Wunden und Schwellungen. In Form von antiseptischen Propolis-Salben und Propolis-Cremes wird es dabei direkt auf die betroffenen Stellen aufgetragen. Rein pflanzliche Lippenpflege mit Bienenwachs, Jojobaöl und Propolis, ohne Erdölderivate.
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Innerliche Anwendung
Flüssige Propolis-Tinkturen kommen bei Erkrankungen der oberen Atemwege zum Einsatz, wo Sie als Mundspülung oder Gurgellösung innerlich angewendet werden. Auf diesem Weg behandelt man mit Propolis auch Erkrankungen und Entzündungen im Mundraum. Lutschtabletten sind im Handel ebenfalls erhältlich. Sie helfen bei Reizhusten und mildern Erkältungssymptome. Allgemein werden Propolis-Tropfen und Propolis-Tinkturen zur Stärkung des Immunsystems eingenommen. Gerade im Winter schwören viele darauf. Wer den Geschmack nicht mag, kann auf Propolis-Kapseln ausweichen, die in einem Stück geschluckt werden.
Weitere Anwendungsformen
Viele kosmetische Produkte enthalten ebenfalls Propolis. Tipp: Lecker und gesund ist Propolis als Bestandteil von Kaugummis. Auch kann man die Propolis Tropfen direkt auf die Haut geben und einmassieren. Das wasserlösliche Propolis Mundspray eignet sich für eine vereinfachte Anwendung. Durch den Zerstäuber verteilt sich das Propolis direkt in der Schleimhaut und wird somit vom Körper aufgenommen. Die Propolis Kapseln lassen sich praktisch und problemlos jederzeit konsumieren. Die Propolis Cremes werden gerne für die äußerliche Anwendung benutzt und sind in der Kosmetik sehr beliebt.
Häufige Anwendungsgebiete
Die häufigsten Anwendungsgebiete von Propolis sind:
- Atemwegserkrankungen, fiebrige Erkältungsinfekte
- Entzündungen im Mund und Rachenraum
- Wunden und oberflächliche Hautverletzungen
- Hautschutz und reichhaltige Hautpflege vor allem bei trockener Haut im Winter
- Magen und Darmbeschwerden
Propolis kaufen und auf Qualität achten
Propolis-Produkte können Sie in Apotheken kaufen. Man findet sie aber auch online sowie in zahlreichen Drogeriemärkten, Reform- oder Bio- und Naturkaufhäusern. Wichtig ist, dass Sie nur Präparate kaufen, die nach festen Standards gereinigtes Propolis-Extrakt enthalten und die vorgeschriebenen Mengen an Wirkstoffen aufweisen. Enthalten sein sollten mindestens fünf Prozent Flavonoide und sechs Prozent phenylsubstituierte Carbonsäuren. Achten Sie also auf den Beipackzettel oder holen Sie sich vor dem Kauf fachkundigen Rat ein. Gerade auf alternativen Naturmärkten werden nämlich häufig Propolis-Produkte angeboten, die von Schadstoffen wie Umweltgiften oder Ähnlichem verunreinigt sind. Hochwertiges Propolis ist immer auf Pestizide und Co. getestet und unter sterilen Bedingungen verarbeitet worden.
Achten Sie auf die Zutatenliste. 4,2 Prozent der Bevölkerung reagieren allergisch auf Propolis. Menschen, die bekanntermaßen stark allergisch reagieren, sollten Propolis nur mit Vorsicht konsumieren. Wenn Sie auf Bienen- oder Wespenstiche allergisch reagieren, sollten Sie auf Nahrungsergänzungsmittel mit Propolis besser verzichten. Ein solcher Warnhinweis sollte auf den Produkten auf jeden Fall vorhanden sein. Fehlt er, zeugt das nicht von einem vertrauenswürdigen Hersteller.
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Propolis selber machen
Je nach Größe des Bienenstocks fallen jährlich zwischen 50 und 200 Gramm Propolis an. Imker können sich ihre Propolis-Tinktur selber machen. Kratzen Sie dazu das Propolis aus dem Wabenrahmen oder schaben Sie es mit dem Stockmeißel von den Innenseiten des Bienenstocks ab. Sammeln Sie es in einem Gefäß und stellen Sie es ins Tiefkühlfach, bis es vollständig gefroren ist. Danach wird das Propolis so fein wie möglich zerkleinert. Ein Mörser ist dabei sehr hilfreich. Geben Sie die Masse in ein Schraubglas und fügen Sie die doppelte Gewichtsmenge an medizinischem Alkohol hinzu. Nun wird das Gefäß verschlossen. Die Propolis-Tinktur muss für mindestens zwei Wochen bei Zimmertemperatur ziehen. Schwenken Sie die Masse in regelmäßigen Abständen etwas. Abschließend wird die Tinktur durch einen feinmaschigen Filter (etwa einen Kaffeefilter) abgeseiht. Dies kann mehrere Stunden dauern, da das Propolis sehr zähflüssig ist. Nun können Sie die Propolis-Tinktur in eine Flasche abfüllen und bei Bedarf äußerlich oder innerlich anwenden.
Erfahrungen mit Propolis
Wie bereits erwähnt, kann die Zusammensetzung von Propolis aufgrund seiner natürlichen Herkunft variieren - und damit auch die Wirkung. Wo die Bienen die Inhaltsstoffe sammeln, ja sogar das Herkunftsland oder die Jahreszeit spielen dabei mit hinein. Das wirksamste Propolis zum Beispiel liefern Bienenvölker, die bevorzugt Pappeln aufsuchen. Es kann also durchaus vorkommen, dass Sie keine Verbesserung bei der Einnahme verspüren. Die Erfahrungen mit Propolis sind aber größtenteils sehr positiv. Obwohl in Propolis Blütenpollen enthalten sind, kommt es nur selten zu allergischen Reaktionen. Das Mittel kann sogar gegen Heuschnupfen eingesetzt werden.
Warnhinweise und Risiken
In Einzelfällen wurden erhöhte Leberwerte, Nierenversagen, photosensible Reaktionen und Dermatitis berichtet. Es sind Wechselwirkungen mit Blutgerinnungshemmern möglich. Da zu wenig über mögliche Risiken bekannt ist, sollten Schwangere und Stillende Propolis nicht konsumieren.
Laut Europäischem Schnellwarnsystem RASFF gab es mehrfach Warnmeldungen wegen zu hoher Gehalte an krebserregenden polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK). Zuletzt wurde Chloramphenicol (ein risikobehaftetes Reserveantibiotikum, für Lebensmittel liefernde Tiere verboten) gefunden. Das Rohmaterial kam in allen Fällen aus China. Achten Sie auf die Herkunft und fragen Sie ggf. beim Hersteller nach, ob die Propolis auf Pyrrolizidinalkaloide untersucht wurde.
Propolis im Honig
Propolis Schutzstoff der Bienen Honigbienen sammeln nicht nur Nektar und Pollen sondern auch Harze verschiedener Pflanzen und Bäume. Diese verarbeiten sie mit körpereigenem Sekret zu dem einzigartigen Naturprodukt: Propolis.Damit schützen sich unsere Bienen bis heute vor Bakterien, Viren und Pilzen. Im Bienenstock leben viele Bienen auf engem Raum zusammen und das bei ca. 37° und feuchter Luft. Krankheiten ausbreiten, verteilen die Bienen das Schutzharz im gesamten Bienenstock und nutzen es zum Abdichten kleiner Spalten.
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