Ist Honig bei Schonkost erlaubt? Ausführlicher Ratgeber zu Honig und magenfreundlicher Ernährung

Wer an Magen-Darm-Beschwerden leidet oder zur Schonkost greifen muss, steht oft vor der Frage: „Darf ich Honig essen?“ Honig ist ein beliebtes Naturprodukt, das nicht nur als Süßungsmittel, sondern auch als Hausmittel gegen Husten und andere Beschwerden gilt. Bei der Umstellung auf eine leicht verdauliche Ernährung ist jedoch entscheidend, welche Lebensmittel individuell vertragen werden und welche nicht. Im Folgenden erhalten Sie alle relevanten Informationen, wann und wie Honig bei Schonkost erlaubt ist, welche Vorteile und Risiken bestehen sowie Empfehlungen zur richtigen Anwendung.

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Mediziner*innen geprüft.

Schonkost geeignete Lebensmittel und Honig

Was ist Schonkost und leichte Vollkost?

Tatsächlich gibt es die eine "Schonkost" genau genommen nicht. Der Begriff Schonkost ist im Grunde also eher historisch zu verstehen und beruhte auf inzwischen veralteten Annahmen darüber, wie Ernährung und Magen-Darm-Erkrankungen zusammenhängen. Die Deutsche Akademie für Ernährungsmedizin (DAEM) spricht heute von angepasster Vollkost. Bei dieser „neuen Schonkost“ zählt vor allem die individuelle Verträglichkeit. Erlaubt ist also, was die Patientin oder der Patient gut verträgt und womit sie oder er sich insgesamt besser fühlt.

Unter einer leichten Vollkost verstehen Ernährungsfachleute eine ausgewogene, vollwertige Ernährung mit allen notwendigen Nährstoffen, bei der man jedoch jene Lebensmittel weglässt, die man nicht verträgt. Es existiert keine spezielle Schonkost für bestimmte Magen-Darm-Erkrankungen oder -Organe.

Prinzipien der Schonkost

  • Mehrere kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt
  • Schonend zubereitete, weiche und fettarme Lebensmittel bevorzugen
  • Speisen mäßig würzen, vorzugsweise mit frischen Kräutern
  • Alkohol, sehr scharfe und sehr fette Lebensmittel vermeiden
  • Individuelle Unverträglichkeiten berücksichtigen
Prinzipien und Tagesablauf der Schonkost

Honig als Bestandteil der Schonkost - Inhaltsstoffe und Verträglichkeit

Um herauszufinden, wie gesund Speisehonig wirklich ist, ist ein Blick auf die Inhaltsstoffe wichtig: Der Hauptbestandteil von Honig ist Zucker - er macht ungefähr 80 Prozent des Bienenerzeugnisses aus. Dieser in Honig enthaltene Zucker besteht zum Großteil aus den Einfachzuckerarten Fruktose und Glukose sowie aus geringen Mengen an Zweifach- und Vielfachzuckern. Abgesehen von Zucker besteht Honig zu circa 17 Prozent aus Wasser, etwa drei Prozent machen Enzyme sowie andere Proteine, Vitamine, Aminosäuren, Mineralstoffe, Farbstoffe und Aromastoffe aus.

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Honigsorten, die von verschiedenen Blütenpflanzen stammen, unterscheiden sich erheblich in ihrer Zusammensetzung und daher auch in ihrer Fähigkeit, Bakterien abzutöten. Honige aus dem Supermarkt sind Speisehonige und ausschließlich zur Ernährung geeignet. Vor allem Manuka-Honig hat eine antibakterielle und entzündungshemmende Wirkung.

Honigspezifische Vorteile für die Schonkost

  • Honig ist ein schnell verdaulicher Energielieferant
  • Enthält entzündungshemmende Pflanzenstoffe, wie Flavonoide und Phenolsäuren
  • Wirkt antimikrobiell und kann die Absonderung von Schleim im Fall eines Hustens lindern
  • Auch geringe Mengen können Gerichte aromatisch süßen, ohne den Magen zu belasten
Honig Inhaltsstoffe und Wirkung

Ist Honig bei Schonkost offiziell erlaubt?

Süßigkeiten/Süßungsmittel Häufig unverträglich Oft besser verträglich
Schonkost Nuss-Nugat-Creme, Schokolade, Pralinen, Nüsse, Marzipan, Sahnebonbon Konfitüre, Gelee, Honig, Geleefrüchte, Gummibärchen

Honig wird in der Tabelle der besser verträglichen Lebensmittel für Schonkost explizit genannt - zusammen mit Konfitüre oder Gelee. Somit ist Honig in moderaten Mengen bei einer schonenden Ernährung in der Regel erlaubt, solange keine individuelle Unverträglichkeit besteht.

Tabellarischer Vergleich Schonkost Süßigkeiten

Mengenempfehlung bei Schonkost

Wie alle Lebensmittel mit hohem Zuckergehalt kann auch Honig bei übermäßigem Verzehr das Risiko von Übergewicht, Karies und Diabetes mellitus erhöhen. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt, maximal zehn Prozent der gesamten Energiezufuhr aus freiem Zucker zu beziehen. Bei 2.000 Kilokalorien am Tag entspricht das etwa 50 Gramm Zucker - ein bis zwei Esslöffel Honig pro Tag sind als Obergrenze sinnvoll.

Bei welchen Beschwerden ist Honig besonders geeignet oder ungeeignet?

Schonkost beziehungsweise leichte Vollkost ist keine Ernährungstherapie. Sie dient nicht dazu, eine Erkrankung im Magen-Darm-Bereich zu behandeln, kann jedoch dabei helfen, Magen-Darm-Beschwerden zu lindern und das Wohlbefinden der Betroffenen zu verbessern, so zum Beispiel bei:

  • allgemeinen Magen-Darm-Beschwerden
  • nach Magen-Darm-Infekten
  • Magenschleimhautentzündung (Gastritis)
  • Reizdarm oder Reizmagen
  • entzündlichen Darmerkrankungen (wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa)
  • nach Operationen am Verdauungstrakt

Honig ist für Personen mit normaler Verträglichkeit und ohne Fruktoseunverträglichkeit grundsätzlich geeignet und kann beispielsweise Porridge süßen, in Tee eingerührt oder als Ersatz für gesüßte Brotaufstriche verwendet werden.

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Bei akuten Magen-Darm-Beschwerden, die mit Durchfall und Erbrechen einhergehen, sollte kurzfristig mehr oder weniger auf Essen verzichtet und ausreichend getrunken werden, wie Kräutertee oder Wasser. In der akuten Phase sollte Honig vorübergehend weggelassen werden, ist danach jedoch für viele Betroffene wieder erlaubt.

Wer sollte auf Honig besser verzichten?

Kinder im ersten Lebensjahr, Säuglinge und Personen mit geschwächtem Immunsystem sollten keinen naturreinen Honig zu sich nehmen. Grund dafür ist das Bakterium Clostridium botulinum, dessen Sporen Bienen in den Honig eintragen können.

Manche Menschen reagieren auch mit Durchfall oder Blähungen auf fruktosehaltige Lebensmittel wie Honig. Grund dafür kann eine funktionelle Darmstörung sein, die sogenannte Fruktose-Malabsorption (intestinale Fructoseintoleranz). In diesem Fall ist ein kompletter Verzicht nicht notwendig. Mit entsprechender Ernährungstherapie kann geprüft werden, in welchen Mengen Honig verträglich ist.

Bei einer vererbten Fruktoseintoleranz (Hereditäre Fruktoseintoleranz, HFI) jedoch muss vollständig auf Honig verzichtet werden, da der Körper Fruktose nicht abbauen kann. Zudem ist Honig kein Produkt zur Wundbehandlung - hier könnten schädliche Keime enthalten sein.

Personen, die auf Honig verzichten sollten

Honig in der Anwendung: Beispiele für die Schonkost-Praxis

Frühstück: Porridge mit Honig

Kochen Sie für eine Portion circa 50 Gramm Haferflocken mit 250 Milliliter fettarmer Milch, einer Pflanzenmilch oder Wasser auf. Nach dem Quellen können Sie je nach Geschmack und Verträglichkeit eine Prise Salz, etwas Zimt und Honig hinzugeben. Eine leckere Zugabe sind klein geschnittene, geschälte Äpfel, die Sie schon beim Kochen unterrühren und so mitdünsten - das macht sie noch verträglicher.

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Honig im Porridge - Schonkost Frühstück zubereiten

Alternative Süßungsmittel und Abwechslung

Neben Honig können auch kleinere Mengen Agavendicksaft oder Gelee zur süßen Zubereitung in der Schonkost eingesetzt werden. Entscheidend ist immer die individuelle Verträglichkeit und die tägliche Zuckermenge.

Honig und Gesundheit: Zusatzwirkungen außerhalb der Verdauung

Für viele gilt Honig als gesundes Süßungsmittel und wird oft sogar als Hausmittel gegen Husten und kleinere Wunden angepriesen. Inzwischen gibt es zunehmend Hinweise darauf, dass Honig die Absonderung von Schleim und akuten Husten bei Kindern reduzieren kann. Vor allem Manuka-Honig hat eine antibakterielle und entzündungshemmende Wirkung. Sekundäre Pflanzenstoffe, wie die in Honig enthaltenen Flavonoide und Phenolsäuren, wirken sich zudem schützend auf die Atemwege aus.

Honig kann das Herz schützen, indem er Fettstoffwechsel und Blutdruck verbessert, antioxidativ wirkt, den Infarktbereich reduziert und den Zelltod (Zellapoptose) abschwächt - darauf weisen diverse vorklinische Studien hin. Für die Behandlung von Wunden ist Honig jedoch nicht geeignet, unabhängig davon, ob er aus dem Supermarktregal oder vom Imker stammt.

Zusammenfassung: Ist Honig bei Schonkost erlaubt?

  • Honig gehört zu den besser verträglichen Süßungsmitteln bei Schonkost beziehungsweise angepasster Vollkost, sofern individuell keine Unverträglichkeit vorliegt.
  • Honig sollte in moderaten Mengen konsumiert werden (idealerweise 1-2 Esslöffel täglich).
  • Nicht geeignet für Säuglinge, Menschen mit schwerer Fruktoseintoleranz und bei akuten Mageninfekten.
  • Honig eignet sich für Tee, Porridge, milde Backwaren oder als Brotaufstrich und kann Gerichte schonend süßen.
  • Individuelle Verträglichkeit bleibt das wichtigste Kriterium - bei Unsicherheiten empfiehlt sich ein Ernährungstagebuch oder Beratung.
Honig: Anwendungen und Verträglichkeit bei Schonkost

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