Honig an Bienen verfüttern: Gefahren und Risiken im Überblick
Das Verfüttern von Honig an Bienen ist eine Praxis, die unter Imkern und Laien kontrovers diskutiert wird. Während viele glauben, den Bienen damit etwas Gutes zu tun, birgt die Honigfütterung erhebliche Gefahren, insbesondere durch Krankheitsübertragung und Verdauungsprobleme. In diesem Artikel werden die wichtigsten Risiken und Alternativen, sowie praktische Hinweise zur Honigfütterung ausführlich beschrieben.
Die Gefahr durch Amerikanische Faulbrut (AFB)
Ein zentrales Risiko beim Füttern von Honig liegt in der Verbreitung der Amerikanischen Faulbrut (AFB), hervorgerufen durch das Bakterium Paenibacillus larvae. Nahezu drei Viertel aller untersuchten Importhonige aus Supermärkten weisen Sporen dieses Bakteriums auf. Dieses Bakterium infiziert Bienenlarven und zerstört sie. Die Konsequenz: Es fehlt an nachwachsenden Arbeiterinnen, und das Bienenvolk geht ein. Bei Verbreitung einer ganz bestimmten Bienenkrankheit, der Amerikanischen Faulbrut (AFB), müssen unter Umständen sogar die Bienenvölker an einem gesamten Stand oder in einem gesamten Bezirk getötet werden, um die Ausbreitung dieser Krankheit zu stoppen.
Erwachsene Bienen können zwar nicht angesteckt werden, sie sind allerdings an der Sporenverbreitung dieses Krankheitserregers beteiligt. Wegen der bekannten Belastung des Importhonigs mit Sporen des Krankheitserregers findet man auch an manchen Glascontainern den Warnhinweis, Honiggläser nur ausgespült im Glascontainer zu entsorgen.
Warum Importhonig problematisch ist
Ursächlich sind die zur Fütterung eingesetzten, häufig im Lebensmitteleinzelhandel erhältlichen, Honige, die als Mischungen von Honigen aus EU- und Nicht-EU-Ländern verkauft werden. Manche dieser Honige enthalten Sporen der Paenibacillus larvae Bakterien, dem Auslöser der AFB Krankheit. Darum füttern Imker im Spätsommer, wenn sie denn überhaupt Honig füttern, ausschließlich eigenen Honig und keinesfalls zugekauften Honig, auch keinen Honig von Imkerkollegen aus der direkten Umgebung.
Weitere Risiken beim Verfüttern von Honig
- Das Verfüttern selbst lockt kaum Räuber an, wenn entsprechende Maßnahmen getroffen werden. Dennoch birgt das Offenlassen von Honig (oder Zuckerwater) ein großes Risiko für Räuberei durch andere Bienenvölker.
- Die Bienen fangen an, die Umgebung genauestens nach weiteren möglichen Futterquellen abzusuchen. Befinden sich in der Umgebung weitere - vielleicht auch um diese Jahreszeit noch schwächere - Bienenvölker, kann dies dazu führen, dass diese Völker ausgeräubert werden.
- Durch Räuberei können ebenfalls gefährliche Bienenkrankheiten übertragen werden und häufig überlebt das ausgeräuberte Volk nicht.
Verdauungsprobleme durch bestimmte Honigsorten
Sehr lecker, aber als Winterfutter für die Bienen nicht unbedingt geeignet: Die Bienen können den mineralstoffreichen Honig im Winter schlecht verdauen. Honigtauhonige sind problematisch, weil sie den Verdauungstrakt belasten und ein Abkoten im Winter nicht möglich ist. Melezitose-Honige sind problematisch, weil sie erstens Honigtauhonige sind und zweitens, wenn dann nur mit Wasser zu verflüssigen sind und Wasser holen ist im Winter schwer möglich und mit hohen Risiken für die Bienen verbunden.
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Die Stockfeuchtigkeit reicht womöglich nicht aus, diese Honige zu verflüssigen. Wer das nicht glaubt, kann gerne mal harten Frühtrachthonig im Winter auf die Oberträger geben. Anders als Futterteig wird der Honig auch ohne Zufuhr von Feuchtigkeit flüssig werden. Die Feuchtigkeit im Stock erleichtert das trotzdem noch zusätzlich, sodass sogar Futterteig aufnehmbar wird, auch ohne zusätzliche Flüssigkeitszufuhr von außen.
| Honigart | Verdauung im Winter | Risiko |
|---|---|---|
| Frühtrachthonig (Raps) | Unproblematisch, auch kristallisiert | Gering |
| Honigtauhonig/Melezitose | Schlecht verdaubar | Hoch (Verdauungsprobleme, Abkoten nicht möglich) |
| Importhonig | Von Krankheiten belastet | Sehr hoch (AFB-Risiko) |
Praktische Hinweise: Honigfütterung und Alternativen
Honigfütterung im eigenen Bestand
Imker füttern ausschließlich eigenen Honig, denn dieser ist am sichersten. Solange die Bienen genügend eigenen Honig haben, können sie den in trachtarmen Zeiten als Nahrung verwenden. Den Honig wieder verfüttern ist natürlich besser und billiger, als Zuckerwasser (oder ApiInvert).
Ich habe für die erste Futtergabe pro Bienenvolk fünf Kilogramm Honig mit fünf Kilogramm Zucker und drei Litern Wasser verrührt. Das genügt erst einmal und lässt den Bienen genügend Platz im Brutraum für Brut und, falls es noch eine späte Tracht gibt, für den Eintrag von Nektar.
Festen Honig kannste so reinpacken, da bleibt nichts über. Da der Honig noch größtenteils flüssig war, klappte es ohne Erhitzen, dafür aber mit ca. 20% Wasser verdünnen über den Farbmischer an der Bohrmaschine. Fast der gesamte Honig 2019 wurde wieder verfüttert.
Bei Flugwetter bekommen sie den Honig in jeder Konsistenz umgetragen - egal ob aus der Fütterung oder aus einer Wabe. Sollte er aber im Winter kristallisierte sein, bekommen sie ihn schlecht raus. Achtung: zäher Honig wird eventuell weicher beim füttern und dann verkleben die Bienen drin.
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Warum weniger ernten manchmal besser ist
Ab nächstes Jahr lässt du den Bienen einfach den Honig. Das ist auch mein Plan. Ich werde nur ca. 30 kg von allen Völkern zusammen ernten für mich und einige Nachbarn. Der Rest bleibt ungeschleudert bei den Bienen. Das hat dieses Jahr schon gut funktioniert.
Das ML empfiehlt Bürgern, die Nahrungsquellen für Bienen zur Verfügung stellen möchten, eine Bienenweide anzupflanzen. Besser für die Bienen als das Verfüttern von Honig: eine Bienenweide ansäen.
Nicht jeder Bienenfreund sollte füttern!
Laien sollten Bienen nicht mit Honig füttern - darauf macht das Niedersächsische Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (ML) aufmerksam. Zum einen, weil die Imker sich sehr gut um ihre Völker kümmern, insbesondere aber weil nahezu drei Viertel aller untersuchten Importhonige aus Supermärkten Sporen des Bakteriums Paenibacillus larvae - des Erregers der Amerikanischen Faulbrut - aufweisen.
Im Frühjahr, an kühlen Tagen, findet man häufig erschöpfte Honigbienen im Garten oder auf der Terrasse und Balkon. Manch ein wohlmeinender Bienenfreund stellt für diese Bienen Zuckerwasser oder Honig offen auf, füttert die Honigbienen und glaubt sie dadurch vor dem drohenden Tod zu bewahren. Ist das wirklich so? Zu Beginn des Frühjahrs sind die meisten der langlebigen Winterbienen am Ende ihrer Lebensperiode angekommen und bei vielen der Bienen handelt es sich um sterbende Winterbienen am Ende ihres Lebens. Es hilft den Bienen also nicht, wenn man sie füttert.
Im Gegenteil, das Füttern einzelner Bienen stellt ein enormes Risiko für alle Bienen eines Bienenvolkes dar. Insbesondere das Füttern mit Honig ist eine große Gefahr für die Bienen, da es die Verbreitung hochansteckender Bienenkrankheiten fördert.
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- Füttern Sie Bienen nicht mit Honig oder Zuckerwasser!
- Pflanzen Sie lieber einige Frühblüher und lassen Wildgehölz stehen.
- Das ML empfiehlt Bürgern, die Nahrungsquellen für Bienen zur Verfügung stellen möchten, eine Bienenweide anzupflanzen.
Zusammenfassung der wichtigsten Risiken
- Krankheitsübertragung durch Importhonig (Paenibacillus larvae, AFB).
- Verdauungsprobleme bei bestimmten Honigsorten im Winter, insbesondere Honigtau- und Melezitosehonig.
- Räuberei und weitere Krankheitsübertragung durch offen ausgebrachte Futtermittel.
- Fütterung erschöpfter Bienen bringt ihnen meist keinen Nutzen und kann ganze Bestände gefährden.
- Bienen fachgerecht versorgen, lieber durch geeignete Bienenweide und Blütenvielfalt statt durch Futtermittel.
Wollen Sie den Bienen etwas Gutes tun, verzichten Sie auf die Honigfütterung und schaffen Sie stattdessen eine vielfältige, bienenfreundliche Umgebung. Die Gesundheit und Lebensfähigkeit Ihrer Bienen wird es Ihnen danken!
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