Hernando Cortés und die Geschichte der Schokolade
Die Geschichte der Schokolade begann vor mehr als 1000 Jahren v. Chr. im Reiche der Olmeken. Ursprünglich im Amazonasgebiet beheimatet, gelangte der Kakaobaum durch Tiere nach Mittelamerika. Die dort angesiedelten Olmeken waren das erste Kulturvolk, das die Wildpflanze genutzt und später auch kultiviert hat. Linguisten haben herausgefunden, dass das Wort „cacao“ (urspr. „kakawa“ gesprochen) im Gebiet der Olmeken bereits um 1000 v. Chr. benutzt wurde.
Um 500 v. Chr. wurde Kakao von den Maya im nördl. Tiefland des heutigen Guatemalas auf riesigen Plantagen angepflanzt. Das Siedlungsgebiet der Maya erreichte seine größte Ausdehnung zwischen 250 v. Chr. und 900 n. Chr. und reichte vom Hochland von Mexico über Guatemala, Belize, Honduras bis El Salvador. Nach Überlieferung der Maya war die Kakaopflanze göttlichen Ursprungs. Zu Ehren des Kakaogottes Ek Chuah wurde im April ein Fest gefeiert, das Tieropfer und das Verteilen von Geschenken beinhaltete.
Bei den Azteken stand Kakao in hohem Ansehen. Die Azteken hielten ihn für einen Gott und verwöhnten ihn mit Gold und anderen teuren Geschenken, vielleicht sogar mit einem Angebot an Schokolade. Die Bohnen selbst wurden als Zahlungsmittel genutzt. Die Azteken tranken ihn mit Pfeffer und manchmal mit Mais oder Früchten gewürzt während religiöser Zeremonien oder Festen. Seine medizinische Wirkung war ebenfalls bekannt: als Getränk mit stärkender und aphrodisischer Wirkung oder als Kakaobutter zur Behandlung von Verbrennungen und Verletzungen.
Konquistadoren, Cortés und die Begegnung mit Xocóatl
Als Kolumbus die Tore zur Neuen Welt öffnete, startete Spanien Expeditionen zu den karibischen Inseln und nach Mittelamerika. Es wurden Siedlungen gegründet und mehrere Konquistadoren überquerten das Meer, um mehr Land zu gewinnen. Einer dieser Abenteurer war Hernán Cortés, der der Legende nach die Schokolade nach Spanien brachte. Dies konnte nicht bewiesen werden. Denn es gibt keine Erwähnung von Kakaobohnen oder Xocolatl. Aber es ist sehr wahrscheinlich, dass er während seiner Expedition auf dieses Getränk gestoßen ist.
Der Konquistador Hernan Cortés und seine Männer landeten 1519 in Mexiko. Dort stiessen sie auf dieses seltsame Getränk und waren erstaunt über sein Aussehen und seinen bitteren Geschmack. Die Azteken hielten ihn für einen Gott und verwöhnten ihn mit Gold und anderen teuren Geschenken, vielleicht sogar mit einem Angebot an Schokolade. Hernán Cortés entstammte dem niederen spanischen Adel (Hidalgo). Sein Vater war Mártin Cortés seine Mutter Catalina Altamirano.
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Nachdem das durch Maya bevölkerte Yucatán um das Jahr 1517 besetzt wurde, begann Hernán Cortés im Jahre 1519 mit der Eroberung des Aztekenreiches im heutigen Mexiko. Der Feldzug gegen die Azteken endete im Jahre 1521 mit dem Sieg der Spanier. Was folgt ist ein grausamer Feldzug gegen die Azteken, der sein Ende erst zwei Jahre später am 13.8.1521 mit der endgültigen Eroberung der Aztekenhauptstadt Tenochtitlan findet. Die Belagerung Tenochtitlans forderte bei den Spaniern ca. 60 bis 80 Opfer, bei den Azteken ca. 100.000 bis 240.000 Opfer. Insgesamt verloren ca. 1000 Spanier im gesamten Mexikofeldzug ihr Leben. Die Verluste auf Seiten der Einheimischen können nicht beziffert werden, die Spanier gingen während des gesamten Feldzuges auch gegen die Zivilbevölkerung mit äußerster Brutalität und Grausamkeit vor.
Cortés witterte ein grosses Geschäft mit diesem Getränk und kehrte 1528 mit Kakaobohnen und den notwendigen Utensilien für ihre Zubereitung nach Spanien zurück. 1528 kehrte der Seefahrer Hernando Cortez nach Spanien zurück. In den Jahren zuvor hatte er im Auftrag der Spanischen Krone Mexiko unterworfen und brachte von dort den Kakao nach Europa. Als die Spanier den Kakao aus Amerika nach Europa brachten, erregte er die Gemüter und war Anlass vieler Diskussionen.
Erste Eindrücke in Europa: Ablehnung und Wandel
Das bittere Kakaogetränk aber wirkte auf die Spanier zunächst abstoßend. „Sie schien eher ein Getränk für Schweine zu sein als für die Menschheit“, schrieb der Italiener Benzoni (Benzoni 1575) und war damit nur einer unter vielen, die dieses neue Getränk ablehnten. Die Schokolade schmeckte den Europäern ungesüßt jedoch nicht und wurde erst populär durch die Verwendung von Milch statt Wasser und die Zugabe von Honig bzw. Rohrzucker.
Am Hof Karls V. hielt sich die Begeisterung allerdings in Grenzen. So dauerte es noch einige Jahrzehnte, bis der Kakao sich durchsetzte. Es kam immer mehr zu Ehen zwischen armen Spaniern und einheimischen Frauen. Viele Frauen dienten den reichen Spaniern als Konkubinen. Die ablehnende Haltung gegenüber der Schokolade änderte sich mit der fortwährenden Besiedlung Mittelamerikas durch die Spanier. Ebenso wie sich die Rezepte für Schokolade änderten, fand eine sprachliche Anpassung des Wortes „cacao“ statt.
Wie die Spanier die Schokolade veränderten
Die Spanier tranken die Schokolade heiß wie die Maya und nicht kalt oder lauwarm wie die Azteken. Viele der einheimischen Gewürze wurden durch andere ersetzt. Die wohl wichtigste Änderung, die notwendig war, um der Schokolade bei den Spaniern zum Durchbruch zu verhelfen, war die Idee das Getränk mit Rohrzucker zu süßen, denn es war vor allem der bittere, herbe Geschmack der Maya- und Aztekenschokolade, der den Eroberern nicht gefiel. Die Zugabe von Agavensirup (ein natürliches Süssungsmittel) oder Honig machte es für sie besser verträglich.
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So wurde am Ende des Jahrhunderts Kakao in Spanien ein hochgeschätztes und begehrtes Getränk. 1544 wurde Schokolade erstmals als Getränk am spanischen Hof getrunken. Erst im Jahr 1585 wurde die Lieferung von Kakaobohnen in den Hafen von Sevilla dokumentiert. Bis ins 17. Jahrhundert lernten andere Länder das Getränk und den Wert der Kakaobohnen kennen.
Schokolade, Medizin und Moral: Diskussionen in Europa
Die Schokolade wurde zunächst hauptsächlich in Apotheken verkauft. Schliesslich schrieb man ihr den einen oder anderen medizinischen Nutzen zu. Die Kirchenvertreter fragten sich, ob Kakao als Getränk oder Nahrungsmittel zu betrachten sei, ob man ihn demzufolge während der Fastenzeit trinken könne oder ob er nicht eher das Fasten bräche. Auch bei den Ärzten gab es unterschiedliche Meinungen. Einigen zufolge war Kakao schädlich, weil er die Verdauung beeinträchtigte. Die meisten jedoch lobten seine positiven medizinischen Eigenschaften und empfahlen ihn bei Magenschmerzen, Verdauungsproblemen, bei Husten, Fieber oder Schwindel.
Am faszinierendsten mag sich wohl die Ueberzeugung ausgenommen haben, dass Schokolade ein erotisches Stimulans sei. Bereits damals wurde das Azteken-Getränk als Aphrodisiakum angesehen, ein Ruf, der ihm lange anhing. Deshalb setzten viele Kakao auch mit Sinnlichkeit gleich. Diese Debatten begleiteten den Kakao bis in das 18. Jahrhundert.
Vom Luxusgut zur Massenware: Technik, Industrie und Rezeptentwicklung
Die Spanier aber auch waren es, die den Kakaogenuss geradezu revolutionierten: ein Höfling soll es gewesen sein, der auf die Idee verfiel, den Kakao mit Zucker abzuschmecken. Zucker jedoch war ein Rohstoff, den die Spanier in ihren amerikanischen Kolonien anpflanzten, um ihn hernach nach Spanien zu importieren. Beide Rohstoffe, Zucker und Kakao, waren zu der Zeit nahezu unbezahlbar. So war das Vergnügen, Schokolade zu genießen, eines, das ausschließlich Adligen vorbehalten war.
Durch die einsetzende Industrialisierung im 18. Jahrhundert ergaben sich erstmals Möglichkeiten der Massenproduktion. Es entwickelten sich auch verschiedene Verfahren mit denen man die ersten festen Tafeln herstellen konnte. Allerdings schmeckten diese noch sehr sandig und waren schwer verdaulich. Vor allem in Italien und der Schweiz entwickelte sich im 19. Jahrhundert eine florierende Wirtschaft aus der bis heute die bekannten Markennamen Suchard, Nestle und Lindt erhalten geblieben sind. Vor allem dem Schweizer Rudolphe Lindt ist es zu verdanken das wir die Schokolade in ihren vielen Variationen heute genießen können. Mit der Erfindung der Conchiermaschine 1879 revolutionierte er die Herstellung. Das Ergebnis war ein flüssige Masse die sich leicht in verschiedene Formen gießen lies und ihren uns heute bekannten zartschmelzenden und aromatischen Charakter erhielt.
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Vom exklusiven Genuss zum Alltag
So wurde am Ende des Jahrhunderts Kakao in Spanien ein hochgeschätztes und begehrtes Getränk. Nach Spanien entdeckten auch andere Länder Europas im 17. Jahrhundert den Kakao und begeisterten sich für dieses neue Getränk. Eine echte „Kakao-Manie“ ergriff die Aristokratie und die Priesterschaft. Da er teurer war als Tee oder Kaffee, blieb Kakao lange Zeit ein elitäres Getränk. Er gehörte zu jeder guten Gesellschaft dazu. Gerne trank man ihn nach dem Aufstehen, aber auch den ganzen Tag über. Er wurde bei gesellschaftlichen Anlässen oder unter Freunden als Erfrischung gereicht.
Bald schon erkannten die Spanier, welche große Bedeutung der Kakao für die Maya und Azteken hatte. Damit jedoch war es in der Mitte des 18. Jahrhundert nicht mehr allein ein Luxus der Oberschicht. Im 19. wurden zahlreiche Schokoladenfabriken gegründet, die z.T. bestehen. Die Reichen konnten dem Vergnügen nicht mehr exklusiv vorbehalten bleiben, andere Bevölkerungsschichten konnten sich Schokolade leisten. Heute zählt die morgendliche Tasse Kakao für viele zum normalen Alltag.
Wirkung und gesundheitliche Aspekte
Dunkle Schokolade, bzw. Kakao hilft auch bei Volkskrankheiten, wie Bluthochdruck, Cholesterin, Thrombosen und Herzbeschwerden. Dunkle Schokolade senkt außerdem Entzündungen und stärkt das Immunsystem. Verantwortlich dafür sind die so genannten Antioxidantien, die zahlreich im Kakao bzw. in dunkler Schokolade vorkommen. Schokolade hilft auch bei Übergewicht. Dies gilt allerdings nur für dunkle Schokolade.
| Aspekt | Frühe Verwendung | Spätere Entwicklung |
|---|---|---|
| Ritual & Religion | Maya- und Aztekenzeremonien, Götterverehrung | Keine rituelle Nutzung in Europa |
| Zahlungsmittel | Azteken nutzten Bohnen als Geld | Wertvolles Handelsgut, importiert nach Europa |
| Geschmack | Bitter, oft mit Gewürzen | gezuckert, mit Milch, neue Gewürzkombinationen |
| Sozialer Status | Adel und Krieger | Anfangs elitär, später Massenkonsum |
Sprachliche Spur: Xocóatl, cacao und Schokolade
Das Wort „Schokolade“ leitet sich vom Namen des ersten kakaohaltigen Getränkes ab, dem Xocóatl oder Xocólatl (Nahuatl: Xócoc = „bitter“, atl = „Wasser“; also „bitteres Wasser“ oder „Kakaowasser“) der Azteken und wurde mit den Spaniern nach Europa gebracht. Ebenso wie sich die Rezepte für Schokolade änderten, fand eine sprachliche Anpassung des Wortes „cacao“ statt.
Von den Azteken zu den spanischen Kolonisatoren: Kakao - das erste exotische Getränk, das in Europa auftauchte - war bei verschiedenen, in Mittelamerika lebenden Völkern schon seit Jahrtausenden bekannt.
Die Rolle Cortés’ im historischen Narrativ
Hernán Cortés wird häufig mit der Einführung der Schokolade in Verbindung gebracht. Die Azteken, bei denen Cortés die Schokolade kennenlernte, war der herbe Trank schon lange bekannt. Hernán Cortés entstammte dem niederen spanischen Adel (Hidalgo). Sein Vater war Mártin Cortés seine Mutter Catalina Altamirano. Vermutlich im Jahre 1499 wurde Hernán Cortés von seinen Eltern nach Salamanca, in das damalige spanische Zentrum der Wissenschaft geschickt.
Im Jahre 1511 nimmt Cortés an der Besitznahme Kubas durch Diego Velázques teil. Dieser übergab ihm die Führung eines Feldzuges gegen die Azteken auf dem Gebiet des heutigen Mexiko. Am 18.2.1519 segelte Cortés mit 11 Schiffen, über 600 Soldaten, 14 Geschützen und 16 Pferden von Cristóbal de la Habana (Kuba) Richtung Mexiko ab. Für Cortés bedeuteten die Gemetzel die Ernennung zum Gouverneur von Neuspanien durch Karl V. er ist damit auf dem Höhepunkt seiner Macht angekommen.
Obwohl die direkte Urheberschaft Cortés' an der Verbreitung der Schokolade nicht zweifelsfrei nachweisbar ist, bleibt seine Rückkehr mit Kakaobohnen 1528 ein Schlüsselmoment: Cortés witterte ein grosses Geschäft mit diesem Getränk und kehrte 1528 mit Kakaobohnen und den notwendigen Utensilien für ihre Zubereitung nach Spanien zurück. Die spanische Liebe zur Schokolade hatte begonnen.
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